Werden Fußgänger und Radfahrer immer dreister?

Nabend zusammen,

langsam verfestigt sich mein Glaube, dass Fußgänger und Radfahrer immer dreister werden.

Erst heute kam ich in der Stadt mit 50 km/h auf einer geraden Strecke angefahren, die beiden jungen Damen sahen mich und gingen, normalen Schrittes, über die Straße (ausgerechnet noch am Standort einer Ampel, die für sie Rot zeigte). Natürlich musste ich bremsen, um eine Kollision zu vermeiden. Auf mein Hupen haben die beiden Damen nicht einmal reagiert, es schien ihnen gleichgültig oder sie fühlten sich erst gar nicht angesprochen.

Von Fahrradfahren, die an einem vorbeirauschen und über die rote Ampel fahren, vor dieser man als Autofahrer wartet, gar nicht zu sprechen.

Ich bin auf eure Meinungen und Erfahrungen sehr gespannt.

Grüße
Mondi

Beste Antwort im Thema

Nabend zusammen,

langsam verfestigt sich mein Glaube, dass Fußgänger und Radfahrer immer dreister werden.

Erst heute kam ich in der Stadt mit 50 km/h auf einer geraden Strecke angefahren, die beiden jungen Damen sahen mich und gingen, normalen Schrittes, über die Straße (ausgerechnet noch am Standort einer Ampel, die für sie Rot zeigte). Natürlich musste ich bremsen, um eine Kollision zu vermeiden. Auf mein Hupen haben die beiden Damen nicht einmal reagiert, es schien ihnen gleichgültig oder sie fühlten sich erst gar nicht angesprochen.

Von Fahrradfahren, die an einem vorbeirauschen und über die rote Ampel fahren, vor dieser man als Autofahrer wartet, gar nicht zu sprechen.

Ich bin auf eure Meinungen und Erfahrungen sehr gespannt.

Grüße
Mondi

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Zitat:

Original geschrieben von infuso


ich fahre auch viel mit dem rad und bin bis jetzt immer an einem stück zuhause angekommen, ja sogar ohne gefährliche situationen. und warum? weil ich keinem autofahrer auf die nerven gehe, jeden radwegnutze und weder bei rot fahre, noch ohne licht.

Das ist schön für dich und ich wünsche dir und allen deinen Angehörigen, daß es so bleibt und du daß nicht erlebst, was das Unfallopfer bzw. seine Hinterbliebenen nun durch machen.

In diesem Falle allerdings spielte weder eine "Rotfahrt" eines Radfahrers eine Rolle, noch waren Beleuchtung oder Radwege relevant (es war nicht dunkel und Radwege sind dort eh keine).

Natürlich existiert kein Unrechtsbewußtsein bei Fußgängern und Radfahrern - warum auch...🙄
Man sollte sich mal klar machen, daß über die Jahrtausende Fußgänger ganz ohne StVO ud rote Ampeln ausgekommen sind. Erst als Autos aufkamen sah man die Notwendigkeit zu verbindlichen Verkehrsregeln. Denn Autos sind nicht nur sehr schnell, sie sind auch recht schwer und verfügen dadurch über eine erhebliche kinetische Energie, die im Falle eines Unfalls zu ziemlichen Schäden führen kann. Da ist eine gewisse Strenge gegenüber den Autofahrern mehr als angebracht. Fußgänger sind aber nach wie vor genauso harmlos, wie vor tausend Jahren - was mit leichten Einschränkungen auch für Radfahrer gilt. Der einzige Grund sich über Verfehlungen von Radfahrern und Fußgängern aufzuregen, ist doch der Ärger, weil man es als Autofahrer nicht genauso machen kann.

Zitat:

Original geschrieben von Vampirella


Der einzige Grund sich über Verfehlungen von Radfahrern und Fußgängern aufzuregen, ist doch der Ärger, weil man es als Autofahrer nicht genauso machen kann.

Auch wenn ich mich mit Dir mal gezofft habe, ich hoffe das ist vergessen, hier stimme ich Dir zu.🙂

Solange der Autofahrer bei einem Unfall immer min. Eine Teischuld kriegt, darf sich auch über das Verhalten der Füssgänger und Fahrradfahrer aufgeregt werden. Wenn man keine Schuld kriegen würde, wenn man einen Fussgänger abräumt der bei rot gegangne ist, hätte man allerdings kein Grund mehr, sich aufzuregen.

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Zitat:

Original geschrieben von supra_chef


Solange der Autofahrer bei einem Unfall immer min. Eine Teischuld kriegt, darf sich auch über das Verhalten der Füssgänger und Fahrradfahrer aufgeregt werden. Wenn man keine Schuld kriegen würde, wenn man einen Fussgänger abräumt der bei rot gegangne ist, hätte man allerdings kein Grund mehr, sich aufzuregen.

Nö, es gibt keinen Grund sich aufzuregen, wir sind auch nicht besser unterwegs.

Wenn du dich ein Tag zu einer Ampel stellen würdest, wärst du anderer Meinung.

Zitat:

Original geschrieben von supra_chef


Wenn du dich ein Tag zu einer Ampel stellen würdest, wärst du anderer Meinung.

Ja, ich stelle mich immer als Fußgänger hin, ich habe da eine Lieblingsampel in Berlin, wenn ich da losgehen würde wenn ich Grün hätte, könnte ich hier nicht mehr schreiben. Die ersten zwei Sekunden Rot interessiert viele Autofahrer nicht wirklich.

Zitat:

Original geschrieben von supra_chef


Solange der Autofahrer bei einem Unfall immer min. Eine Teischuld kriegt, darf sich auch über das Verhalten der Füssgänger und Fahrradfahrer aufgeregt werden. Wenn man keine Schuld kriegen würde, wenn man einen Fussgänger abräumt der bei rot gegangne ist, hätte man allerdings kein Grund mehr, sich aufzuregen.

Der Unfug mit der Teilschuld ist hier schon mehrfach erklärt worden, da muß ich mich nicht auch noch zu äußern. Davon abgesehen ist die Lösung denkbar einfach. Geh zu Fuß, und Du kannst abräumen wen Du willst. Wenn Du aber unbedingt meinst mit dem Auto fahren zu müssen, dann solltest Du das hinbekommen, ohne andere Leute abzuräumen. Das ist nicht so schwer, als daß man das nicht schaffen könnte.

Zitat:

Original geschrieben von Vampirella


Wenn Du aber unbedingt meinst mit dem Auto fahren zu müssen, dann solltest Du das hinbekommen, ohne andere Leute abzuräumen. Das ist nicht so schwer, als daß man das nicht schaffen könnte.

Wenn andere Leute den Unfall verursachen indem sie sich verkehrswidrig verhalten, kann man allerdings herzlich wenig dafür. Aber letztendlich ist man dafür auch versichert.

Zitat:

Original geschrieben von Vampirella


Man sollte sich mal klar machen, daß über die Jahrtausende Fußgänger ganz ohne StVO ud rote Ampeln ausgekommen sind.

Man ist früher auch ohne Rechtsstaat mit dem Recht des Stärkeren ausgekommen. Die STVO hat nicht nur etwas mit Autos zu tun, sondern auch damit daß der Verkehr eben geregelt werden muß, und dazu zählen auch Fußgänger und Radfahrer.

Mit dem Auto habe ich übrigens noch niemand umgemäht, da haben beide Gruppen noch einigermaßen Respekt, bzw. können rechtzeitig ausweichen. Als Radfahrer ists allerdings völlig normal mit Fußgängern zu kollidieren die sich verkehrswidrig verhalten und es im letzten Moment noch drauf ankommen lassen. Während Fußgänger untereinander höchstens Rempeln, können sie für Radfahrer durchaus eine Gefahr darstellen. Und auch Radfahrer für Fußgänger sowie Radfahrer unter sich (beliebt: Das "Game of Chicken", bei dem ein Radfahrer geisterfährt - mit hohem Tempo wird dann aufeinander zugefahren und wer zuerst ausweicht, hat verloren - wenn keiner das tut haben beide verloren).

Zitat:

Der einzige Grund sich über Verfehlungen von Radfahrern und Fußgängern aufzuregen, ist doch der Ärger, weil man es als Autofahrer nicht genauso machen kann.

Das wiederrum ist mir herzlich egal. Ich habe mich auch schon oft "aufgeregt" warum ein Fußgänger nicht einfach bei rot über die freie Ampel geht, während ich dann sonst beim Abbiegen warten müßte, da wir beide gleichzeitig grün bekommen. Aber letztendlich kann ich von niemandem verlangen gegen die Verkehrsregeln zu verstoßen, wohl aber kann ich einfordern daß sich dran gehalten wird, zumindest in dem Maße um eine Behinderung/Gefährung anderer auszuschließen.

Zitat:

Original geschrieben von Incoming


Wenn andere Leute den Unfall verursachen indem sie sich verkehrswidrig verhalten, kann man allerdings herzlich wenig dafür. Aber letztendlich ist man dafür auch versichert.

Natürlich kann man was dafür. Auch wenn andere sich verkehrswidrig verhalten, kann man einen Unfall trotzdem verhindern. Wenn man das nicht schafft, dann ist man eben bei der Haftung mit im Boot.

Zitat:

Man ist früher auch ohne Rechtsstaat mit dem Recht des Stärkeren ausgekommen. Die STVO hat nicht nur etwas mit Autos zu tun, sondern auch damit daß der Verkehr eben geregelt werden muß, und dazu zählen auch Fußgänger und Radfahrer.

Sei doch froh, daß auf der Strasse nicht das Recht des Stärkeren gilt. Dort bestimmt der Rechtsstaat für den Stärkeren eine ganz besondere Pflicht zu Rücksichtnahme auf den Schwächeren. ZB darf man als Stärkerer nicht einfach einen Schwächeren ummähen, nur weil der bei rot über eine Ampel geht. Ich finde das gut.

Zitat:

Original geschrieben von Vampirella


Natürlich kann man was dafür. Auch wenn andere sich verkehrswidrig verhalten, kann man einen Unfall trotzdem verhindern.

Es geht um Fälle in denen das eben nicht möglich ist. Und auch sonst besteht kein Anspruch darauf daß der andere einen Unfall vermeiden können muß, weil er eben nicht damit rechnen kann - das geht höchstens nach "best effort".

Insofern ist es - wie schon gesagt wurde - völlig unsinnig wenn jemand für etwas haften soll, das er gar nicht beeinflussen kann. Das ist eine Ungerechtigkeit und wird demzufolge auch weitere Ungerechtigkeiten nach sich ziehen - Selbstjustiz läßt grüßen.

Zitat:

Dort bestimmt der Rechtsstaat für den Stärkeren eine ganz besondere Pflicht zu Rücksichtnahme auf den Schwächeren.

Rücksichtnahme bedeutet nicht ein Aussetzen geltenden Rechts. Das ist das was du anscheinend nicht verstehst. Nur weil ich in einer Situation der Schwächere bin, bedeutet es nicht daß ich es dahingehend ausnutzen darf daß automatisch alle meine Pflichten erlöschen wenn der andere Verkehrsteilnehmer ein "Stärkerer" ist.

Zitat:

ZB darf man als Stärkerer nicht einfach einen Schwächeren ummähen, nur weil der bei rot über eine Ampel geht. Ich finde das gut.

Die Frage ist hier ob der Autofahrer es hätte verhindern können, schließlich kann er nichts für die Situation. Wenn es nicht verhinderbar war, dann trifft den Autofahrer keine Schuld, in dem Fall hat der Fußgänger einfach zu hoch gepokert. Aber dieses "Ich verstoße gegen die Regeln um mir einen Vorteil zu verschaffen und du hast im Zweifel Schuld" ist ethisch einfach falsch.

Und "zum Glück" gibt es noch ein Recht des Stärkeren, das sorgt dafür daß ich als Autofahrer keine Fußgänger überfahre, denn vor Gericht beim Gegner eine Teilschuld erstreiten als Fußgänger und trotzdem als Krüppel enden, während die Versicherung des Autofahrers den Schaden regelt und das Auto in der Werkstatt ausgebeult wird, ist wenig befriedigend. Kommt aber dennoch vor, daß Fußgänger (oder Radfahrer) solche Entscheidungen treffen.

Zitat:

Original geschrieben von Incoming


Aber dieses "Ich verstoße gegen die Regeln um mir einen Vorteil zu verschaffen und du hast im Zweifel Schuld" ist ethisch einfach falsch.

Du meinst es wäre ethisch richtig, wenn man einen Fußgänger einfach überfahren dürfte, nur weil der sich nicht an die Regeln hält? Sorry, aber das kann unmöglich Dein Ernst sein...🙄

Zitat:

Original geschrieben von Vampirella



Zitat:

Original geschrieben von Incoming


Aber dieses "Ich verstoße gegen die Regeln um mir einen Vorteil zu verschaffen und du hast im Zweifel Schuld" ist ethisch einfach falsch.
Du meinst es wäre ethisch richtig, wenn man einen Fußgänger einfach überfahren dürfte, nur weil der sich nicht an die Regeln hält? Sorry, aber das kann unmöglich Dein ernst sein...🙄

Ich meine das, selbst Schuld. Nicht überfahren dürfte, aber KEINERLEI Mitschuld/Haftung bekäme, wenn der Fußgänger eindeutig über rot gegangen ist und er sollte für den vollen Schaden am Kfz haften und seine Verletzungen sollten nicht durch die Versicherung des Pkws bezahlt werden.

Zitat:

Original geschrieben von Chrysler88



Zitat:

Original geschrieben von Vampirella



Du meinst es wäre ethisch richtig, wenn man einen Fußgänger einfach überfahren dürfte, nur weil der sich nicht an die Regeln hält? Sorry, aber das kann unmöglich Dein ernst sein...🙄
Ich meine das, selbst Schuld. Nicht überfahren dürfte, aber KEINERLEI Mitschuld/Haftung bekäme, wenn der Fußgänger eindeutig über rot gegangen ist und er sollte für den vollen Schaden am Kfz haften und seine Verletzungen sollten nicht durch die Versicherung des Pkws bezahlt werden.

Dieser grüne Daumen hast du dir verdient.

Genau meine Meinung.

Zitat:

Original geschrieben von Vampirella



Zitat:

Original geschrieben von Incoming


Aber dieses "Ich verstoße gegen die Regeln um mir einen Vorteil zu verschaffen und du hast im Zweifel Schuld" ist ethisch einfach falsch.
Du meinst es wäre ethisch richtig, wenn man einen Fußgänger einfach überfahren dürfte, nur weil der sich nicht an die Regeln hält? Sorry, aber das kann unmöglich Dein Ernst sein...🙄

Das wäre eher richtig als: ich mache vorsätzlich einen Fehler und Schuld ist trotzdem der andere.

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