Welcher Gang bei welcher Geschwindigkeit

Hallo zusammen,

bei PKWs gibt es so eine inoffizielle (aber weit verbreitet) Gang und Tempo Empfehlung, um Sprit zu sparen :

1. Gang Anfahren (ca. eine Wagenlänge)
2. Gang bis 25 km/h
3. Gang 25 km/h bis 40 km/h
4. Gang ab 40 km/h
5. Gang ab 50 km/h

Wie sieht es aus bei LKWs? Was sind "normaler Betrieb(z.B 2.Gang 20 KM/H) " und " Verbrauchsgünstiger Betrieb (z.B 2 Gang 10KM/H)"? 😕

Hier bitte ich die erfahrenen LKW Faher oder Profis um Rat, danke!
noch einen guten Rutsch an alle! 🙂

Viele Grüße!

68 Antworten

Was mich ja immer wieder etwas verwundert, ist die Tatsache, dass sehr viele angestellte Fahrer, die Geschichte mit der wirtschaftlichen Fahrweise ziemlich ernst zu nehmen scheinen.

Liegt das daran, dass schon relativ kleine Unwirtschaftlichkeiten vom Chef so stark geahndet werden bzw. bekommt ihr Boni für besonders verschleißarmes fahren??

Normalerweise ist es doch eher so, dass man mit Fahrzeugen die einem selbst nicht gehören und dessen Unterhalt man nicht zu zahlen braucht, bestenfalls ein gewisses Mindestmaß an Rücksicht auf Verschleiß nimmt.

Insofern bin ich immer wieder überrascht, wieviel darüber hier diskutiert wird.

Ich hätte normalerweise eher erwartet, dass es aus Fahrersicht viel wichtiger ist, seinen Terminplan einzuhalten.

Man will doch vor allem auf dem letzten Weg zum "Stall" vermeiden, noch wenige Kilometer vor dem Heimatziel wegen Lenkzeit stehen bleiben zu müssen oder?

Wenn ich mir vorstelle, dass die Familie zu Hause auf einen wartet, hat das dann nicht Vorrang vor ein wenig mehr Verschleiß?? Ich würde da im Zweifel zumindest den Pin runterdrücken, auf der letzten Freitag/Samstag Abend Tour, auf das man nach Hause in den Stall kommt....

Das ist doch ganz einfach, wenn ein Fahrer ständig in der Werkstatt steht sieht das der Chef nicht gerne und es gibt ärger. Ist der Spritverbrauch höher als bei allen anderen sieht das der Chef auch nicht gerne.

Wenn ich jemanden einen Zug für 150t € anvertraue und der meint damit Boxauto spielen zu können und das Fahrzeug runterwirtschaftet wäre der die längste Zeit in meiner Spedition gewesen.

Hallo Kollegen der Landstraße

Zuerst mal wünsch ich allen ein frohes neues Jahr.

Mit großem Interesse verfolge ich seit ein paar Tagen schmunzelnd Eure Beträge.

Zum einen finde ich´s sehr amüsant, wenn hier um 1 oder 2 Tonnen Mehr- oder Minderlast und 10 oder 20 PS mehr oder weniger gefeilscht wird.

Ich finde es deshalb so amüsant, weil ich der Kollege der Schiene bin, also Lokführer. Allein die Loks mit denen ich täglich unterwegs bin wiegen das doppelte Eurer Lastzüge. Kleines Beispiel: Die Lok der Baureihe 218 (mit MTU-Motor TB11, für die Kenner) hat 78 Tonnen Dienstgewicht, 2800 PS bei 1500 /min aus 120 L Hubraum auf 12 Zylinder verteilt und einen Spritverbrauch von 3 - 4 L/km. Die Züge die ich damit befördere wiegen zwischen 200 und 2200 t, wobei ab ca 1800 t in Doppeltraktion gefahren wird, also 2x218 ...

Ich weiß, ich kann Äpfel nicht mit Birnen vergleichen, aber dennoch zählt bei uns Lokführern auch der Grundsatz: Sicher, Pünktlich und wirtschaftlich. Zu letzterem gehört auch die Spritsparendefahrweise = vorausschauendes Fahren.

Zum Thema Retarderbremse möchte ich noch sagen, dass es eigentlich klar sein sollte, dass im oberen Drehzahlbereich die Wirkung und die Abführung der Wärme besser funktioniert.

Bei den Dieselloks ist´s so, dass die Drehzahl von der Leerlaufdrehzahl (Bspl. 218: 620 /min) auf ca 100/min angehoben wird, damit die beim Bremsen entstandene Wärme über Kühlwasser und Kühler besser abgeführt wird.

Bei neueren Dieseltriebzügen mit schnelllaufenden Dieselmotoren geschied die Drehzahlansteuerung 2-stufig, das heisst der Motor dreht bis ca 100°C Getriebeöltemperatur 1300/min und darüberhinaus 1600/min. Wird das Getriebeöl noch wärmer, wird die Bremskraft zurückgeregelt.

Zum eigentlichen Thema Spritsparen möchte ich noch anfügen, dass die DB vor etwa 4-5 Jahren spezielle Trainings mit uns Lokführer durchgeführt hat um noch - DB-Deutsch - Energiesparender zu fahren. Schon zu uralt Dampflokzeiten gab´s das bei der DB. Damals hatten die Kollegen sogar was davon, denn sie bekamen den sogenannten "Kohlenpfennig". Das heißt, pro gesparter Tonne Kohle gab´s einen Pfennig. Dass da "Spritsparend" gefahren wurde brauch ich Euch ned zu sagen. Gut der Kohlepfennig ist heute kein Thema mehr, aber es ist schon interessant, wieviel Sprit & Strom gespart werden kann.

Das kann ich sogar mit dem Lastzug - fahre ab und zu für die Firma meines Onkels - und dem Auto umsetzen. Was ich damit jetz abschließend sagen will, man kann sehr zügig unterwegs sein uns doch Spritsparen dabei.

Ich wünsche Euch allen ein unfallfreies Jahr 2008 und allzeit Gute Fahrt.

Gruß von einem Lokomotivführer mit Diesel im Blut

Zitat:

Original geschrieben von TinkerHorseman


Hallo Kollegen der Landstraße

Zuerst mal wünsch ich allen ein frohes neues Jahr.

Mit großem Interesse verfolge ich seit ein paar Tagen schmunzelnd Eure Beträge.

Zum einen finde ich´s sehr amüsant, wenn hier um 1 oder 2 Tonnen Mehr- oder Minderlast und 10 oder 20 PS mehr oder weniger gefeilscht wird.

Ich finde es deshalb so amüsant, weil ich der Kollege der Schiene bin, also Lokführer. Allein die Loks mit denen ich täglich unterwegs bin wiegen das doppelte Eurer Lastzüge. Kleines Beispiel: Die Lok der Baureihe 218 (mit MTU-Motor TB11, für die Kenner) hat 78 Tonnen Dienstgewicht, 2800 PS bei 1500 /min aus 120 L Hubraum auf 12 Zylinder verteilt und einen Spritverbrauch von 3 - 4 L/km. Die Züge die ich damit befördere wiegen zwischen 200 und 2200 t, wobei ab ca 1800 t in Doppeltraktion gefahren wird, also 2x218 ...

Ich weiß, ich kann Äpfel nicht mit Birnen vergleichen, aber dennoch zählt bei uns Lokführern auch der Grundsatz: Sicher, Pünktlich und wirtschaftlich. Zu letzterem gehört auch die Spritsparendefahrweise = vorausschauendes Fahren.

Zum Thema Retarderbremse möchte ich noch sagen, dass es eigentlich klar sein sollte, dass im oberen Drehzahlbereich die Wirkung und die Abführung der Wärme besser funktioniert.

Bei den Dieselloks ist´s so, dass die Drehzahl von der Leerlaufdrehzahl (Bspl. 218: 620 /min) auf ca 100/min angehoben wird, damit die beim Bremsen entstandene Wärme über Kühlwasser und Kühler besser abgeführt wird.

Bei neueren Dieseltriebzügen mit schnelllaufenden Dieselmotoren geschied die Drehzahlansteuerung 2-stufig, das heisst der Motor dreht bis ca 100°C Getriebeöltemperatur 1300/min und darüberhinaus 1600/min. Wird das Getriebeöl noch wärmer, wird die Bremskraft zurückgeregelt.

Zum eigentlichen Thema Spritsparen möchte ich noch anfügen, dass die DB vor etwa 4-5 Jahren spezielle Trainings mit uns Lokführer durchgeführt hat um noch - DB-Deutsch - Energiesparender zu fahren. Schon zu uralt Dampflokzeiten gab´s das bei der DB. Damals hatten die Kollegen sogar was davon, denn sie bekamen den sogenannten "Kohlenpfennig". Das heißt, pro gesparter Tonne Kohle gab´s einen Pfennig. Dass da "Spritsparend" gefahren wurde brauch ich Euch ned zu sagen. Gut der Kohlepfennig ist heute kein Thema mehr, aber es ist schon interessant, wieviel Sprit & Strom gespart werden kann.

Das kann ich sogar mit dem Lastzug - fahre ab und zu für die Firma meines Onkels - und dem Auto umsetzen. Was ich damit jetz abschließend sagen will, man kann sehr zügig unterwegs sein uns doch Spritsparen dabei.

Ich wünsche Euch allen ein unfallfreies Jahr 2008 und allzeit Gute Fahrt.

Gruß von einem Lokomotivführer mit Diesel im Blut

Dann habe ich gleich mal ne Frage an den Lokführer:

Warum fährt die Bahn eigentlich immer noch mit so asbach uralten Loks durch die Gegend?
Vor allem die Rangierloks und die Dinger die vor Regionalzügen gespannt werden, sind oft 30 Jahre alt und älter.

Und noch schlimmer ist meines erachtens, die haben mehrere tausend PS und ziehen damit lächerliche 3-4 Passagierwagons. Ist das nicht totale Verschwendung????

Die ganzen Privatbahnen fahren ausschließlich brandneue Züge. Zumindest habe ich noch keinen Privaten gesehen, der noch mit allen DDR Loks um die Ecke kommt oder ähnliche Scherze.

Und auch die Wagons sind eine Katastrophe. In ganz seltenen Fällen kommen ja immer noch die Silberlinge zum Einsatz, die sind eher 40 Jahre alt. Das sich die Bahn bzw. der Mehdorn nicht schämt, den Passagieren sowas zuzumuten.

Ich finde das ne Frechheit, vor allem wenn man sich anschaut, im Osten haben die alles nur die modernen Dinger, aber der Ruhrgebiet wird vollkommen verarscht mit den alten Möhrchen.

Was sagst du als Lokführer dazu? Und würdest nicht lieber einen hochmodernen ICE 3 fahren, als son Diesel Möhrchen??? Ich wäre zumindest neidisch auf die ICE Lokführer, ist doch viel geiler......🙂

Ähnliche Themen

Hallo FoxT

Ich geb zu, dass bei der DB ned alles so ist wie es sein sollte.

Dass die Privaten mit neusten Fahrzeugen rumfahren liegt in erster Linie daran, dass sie diese Fahrzeuge Subventioniert bekommen, wenn sie die AUsschreibung für eine Strecke gewinnen. In diesen Verträgen steht geschrieben, dass die Fahrzeuge nicht älter als z.b. 3 Jahre sein dürfen ect.

Da die Strecken aber noch nicht alle Ausgeschieben wurden im Bundesgebiet gibt´s auch noch stecken die mit den alten Silberfüchsen gefahren werden. Selbst die "neuen" roten Regionalwaggons sind im Grunde genommen Silberfüchse, nur dass sie neu lackiert wurden und ne neue Inneneinrichtung bekommen haben.

Richtig ist auch, dass die Loks zum Teil uralt sind. Die 110er Elok ist vom Prinzip her 50 (!!!) Jahre alt. Selbst das tatsächliche Alter ist weit über 30 und ja ich geb Dir vollkommen Recht, wenn Du sagst damit Energie zu sparen ist schwer. Ich hab´s in der Praxis selbst erlebt, dass ich mit den Altbauloks mehr Energie brauche wie mit den neuen Loks die den Strom der beim Bremsen erzeugt wird in die Fahrleitung zurückspeisen, statt ihn über große Widerstände in heiße Luft zu verwandeln.

In einem Punkt muss ich zu geben bin ich nicht ganz Deiner Meinung. Ich find´s stinklangweilig mit dem ICE durch die Gegend zu rennen. Was hab ich davon wenn ich mit 300 Klamotten durch die Lande heize und nur dunkle Tunnels und Betonwände sehe? Da fahre ich lieber mit nem "gemütlichen" 90km/h-Güterzug und fahr abseits der "Rennbahn" und kann mir z. B. den Rhein und die Burgen im Rheintal anschauen.

Grüße eines Lokomitvführers

streikst du auch ab nächster woche??? 😁

Zitat:

Original geschrieben von Matze1390


streikst du auch ab nächster woche??? 😁

hallo

ich fahre seit mai letzten jahres nicht mehr für die db, demzufolge streike ich nicht.

die kollegen der db haben aber meine volle unterstützung für ihren streik, da ich fast 15 jahre, davon über 10 im lokfahrdienst, bei der db war und weiss, dass die hohen herren sich die taschen vollstopfen und der kleine mann immer mehr schaffen soll für weniger und das kann nicht angehen!!!

gruss

andy

Zitat:

dass die hohen herren sich die taschen vollstopfen und der kleine mann immer mehr schaffen soll für weniger und das kann nicht angehen!!!

wo ist das nicht so?????

ist bei jeder spedition so .....

was ich aber am geilsten finde die bahn betreibt die größte spedition überhaupt, und dann reden die immer davon alles auf die schiene zu bringen lol witzig

matze da geb ich dir vollkommen recht

und die geschichte mit den letzten metern zum kunden nehm ich denen auch ned mehr ab. wenn man sieht wo überall die schenker-trucks unterwegs sind. regionalverkehr is das keiner.

so mach mich dann ma auf die achsen richtung duisburg.

wünsch euch ne gute fahrt heut nacht.

andy

Deine Antwort
Ähnliche Themen