Welche Mängel muss ich beim Verkauf meines Autos angeben?
Hallo,
ich habe bei meinem Auto festgestellt, dass die Kupplung scheinbar leicht verschlissen ist und bin darauf hin in die Werkstatt. Mein Eindruck stimmt, es besteht Verschleiß der bedingt, dass die Kupplung demnächst ausgewechselt werden sollte. Ein Kostenvoranschlag belief sich auf 2500€. Da mein Auto bereits 7Jahre alt ist und 115000km auf der Uhr hat, lohnt sich die Reparatur meiner Ansicht nach nicht mehr wirklich. Zumal auch zusätzlich das eingebaute Navi eine defekte Antenne (Reparatur 500€) hat. Wenn ich mein Auto jetzt verkaufen will, muss ich auf beide Fälle hinweisen? Bei der Kupplung handelt es sich ja schließlich um ein Verschleißteil, dass bei der Laufleistung ja durchaus einiges mitgemacht hat. Außerdem ist die Beeinträchtigung noch nicht sehr starkt bemerkbar. Vermutlich hält die noch einige Monate. Spielt es dabei eine Rolle, ob das Fahrzeug an privat oder einen Händler verkauft wird? Der Händler sollte ja zumindest in der Lage sein, zu erkennen, wenn etwas zu sehr verschlissen ist. Mir geht es nur darum, dass ich beim Verkauf nichts verschweige, was ich eigentlich angeben müsste. Wenn ich aber zu viel sage, verschenke ich ja auch unnötig Geld.
Vielen Dank schonmal.
MfG
Beste Antwort im Thema
2500€ für die kupplung?
was fährst du?
Bentley?
also bei 115.000km würde ich allenfalls bei einem kleinwagen im stadtverkehr von normalem verschleiß ausgehen.
25 Antworten
Achso jetzt aber nochmal kurz auf die Reparaturkosten, die hier in Frage gestellt wurden.
Ich habe mir zwei Kostenvoranschläge eingeholt. Einmal bei der freien Werkstatt meines Vertrauens und eine bei Renault.
Bei Renault kosten die Teile (Kupplung + 2-Massenschwungrad) knapp 1000€ + Einbau, der natürlich schon sehr aufwändig ist, da ja Getriebe und Motor voneinander getrennt werden. Das geht nun mal nicht in 5min.
In meiner freien Werkstatt wäre alles sogar nochmal 500€ teuerer, weil die von den Originalteilen nicht überzeugt sind, und lieber die Teile nehmen würden, die besser halten. Das klingt zwar erstmal nach Abzocke. Aber die Renault Kupplung ist beim Diesel wirklich unterdimensioniert und außerdem hat mir die Werkstatt bis treue Dienste geleistet, ohne das jemals ein Zweifel an deren Methode aufgekommen ist.
Wenn du sagst, der Motor muss raus, dann kann ich +1000 € Einbaukosten noch verstehen. Aber länger als 5-6 Stunden kann das doch nicht dauern? 😕
Fakt ist, dass ein sieben Jahre alter Renault Laguna nicht im Zentrum des Interesses steht, sowohl in seiner Klasse, als auch in jener Preisgruppe. Besonders viel bekommt man da sowieso nicht; der schlechte (im Jahr 2006 unbegründet schlechte) Ruf des Laguna II tut zusätzlich sein Übriges - so was kaufen sich nur Leute, die sich mit Renault auskennen und wissen, was sie kriegen, oder markenneutrale Schnäppchenjäger. Meist aber landet so ein Auto für kleines Geld beim Exporthändler. Wenn es ein Diesel ist, kommt noch das Thema mit der Umweltplaketten-Malaise dazu. So ein Auto spricht kaum einen Privatkunden mehr an!
Zitat:
Spielt es dabei eine Rolle, ob das Fahrzeug an privat oder einen Händler verkauft wird?
Bei diesem Auto wahrscheinlich nicht - mehr als 3.000 Euro wirst du dafür wohl nicht mehr bekommen, vielleicht 3.500 Euro bei sehr gutem sonstigem Pflegezustand, aber auch dann nicht besonders viel mehr. Ich würde mit dem Laguna - und zwar mit dem Kupplungsschaden - einschlägige Exporthändler aufsuchen und von denen dann den auswählen, der am meisten geboten hat.
Da hat man hinterher auch nie mehr eine Nachricht vom Laguna im Briefkasten, denen brauchst du noch nicht mal die Macke anzugeben.
Beim Privatkunden ist dieser Mangel hingegen unverzüglich anzugeben. Du könntest zwar auch probieren, das zu verschleiern und im Kaufvertrag etwas von "Privatverkauf - wie gesehen so gekauft, diverse Gebrauchsspuren und Mängel vorhanden" zu schreiben, ohne näher darauf einzugehen, sein muss so eine Verfahrensweise jedoch keinesfalls; die feine Englische ist das nicht, und jeder Zweitbesitzer hat damit eine andere Verfahrensweise: Der eine klagt, der andere pöbelt, der nächste nimmt es eben zur Kenntnis, dass die Kupplung getauscht werden muss. Man könnte es ja im Zweifel ggf. gar nicht nachweisen, dass der Schaden schon bei dir auftrat. Empfehlenswert ist das jedoch nicht, solche Macken zu verheimlichen.
Ich würde den Mangel benennen, wenn der Laguna an einen Privatmann geht. Einem Händler sind solche Autos eher lästig, der verkauft den Laguna sowieso sofort ins Ausland weiter oder gibt ihn an einen Zwischenhändler, der das Restliche abwickelt.
Um auf die Ausgangsfrage zu kommen:
wie ich es in letzter Zeit gelernt habe, muss man auch als Privatmann alle bekannten Mängel benennen.
Nun ist es ja in der Praxis schwer, jemanden nachzuweisen, dass er über bestehende Mängel wirklich bescheid wusste. Auch schon deshalb, weil nicht jeder ein Fachmann ist, und, weil nicht jeder seine Mängel in einer Werkstatt überprüfen lässt.
Aber wehe jemand geht vor Gericht, und es stellt sich heraus, dass der Verkäufer über einen bestimmten Mangel genau bescheid wusste (evtl. durch eine Werkstatt), und ihn verschwiegen hat. Dann kann es Ärger geben.
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Zitat:
wie ich es in letzter Zeit gelernt habe, muss man auch als Privatmann alle bekannten Mängel benennen.
Nun ist es ja in der Praxis schwer, jemanden nachzuweisen, dass er über bestehende Mängel wirklich bescheid wusste. Auch schon deshalb, weil nicht jeder ein Fachmann ist, und, weil nicht jeder seine Mängel in einer Werkstatt überprüfen lässt.
Aber wehe jemand geht vor Gericht, und es stellt sich heraus, dass der Verkäufer über einen bestimmten Mangel genau bescheid wusste (evtl. durch eine Werkstatt), und ihn verschwiegen hat. Dann kann es Ärger geben.
Stimmt so im Grunde. Ich möchte aber ergänzen - ohne eine solche Verfahrensweise zu empfehlen, was ich mir verbitte; ich mache das nicht, ich nenne es nur - dass man sich mit windelweichen Formulierungen wie "Fahrzeug hat Mängel/Gebrauchsspuren/Bastlerfahrzeug...", "Privatverkauf ohne Garantie - wie gesehen so gekauft..." etc. schon aus der Affäre zu ziehen vermag, weil man ja schon angibt, dass der zu verkaufende Gebrauchtwagen irgendwelche Krankheiten aufweist. Wenn dann was sein sollte, dann ist das in der Regel nicht weiter nachweisbar oder zumindest schwerig, und man kann als Verkäufer ja angeben, dass der Kunde gewusst hat, dass der Wagen "Mängel hat" und nicht perfekt ist.
Ja eben.
Ehrlich gesagt halte ich von solchen Anzeigen Abstand, wenn die sowas schreiben.
Ich meine, es ist doch nicht schwer, ehrlich die bekannten Mängel aufzuzählen und den Wagen so anzupreisen. Ok, dann muss man halt Einbussen hinnehmen.
einfach in die anzeige "für schrauber" und "für export" dazuschreiben.
dann werden sich auch nur die melden, die wissen worauf sie sich bei so einem fahrzeug einlassen und was sie dafür bereit sind auszugeben.
Leonhard und ich hatten vor einiger Zeit einen als "Bastlerfahrzeug" ohne Preisvorstellung ausgeschriebenen BMW 318iA E36 von 1991 besichtigt, in dessen Anzeige es hieß, das Auto habe Rost, der TÜV sei fällig und einige ausstehende Reparaturen gäbe es auch, ohne dass näher darauf eingegangen wurde.
Vor Ort stellte sich heraus, dass der Wagen lückenlos scheckheftgepflegt war, aus erster Hand von einem älteren Herrn stammte und die 130.000 Kilometer auch zu 100% original zu sein schienen. Die offensichtlichen Mängel waren dann eigentlich so schlimm nicht, es wären die Radlager zu ersetzen gewesen, es gab leichten Ölverlust und auch eine (harmlose) Menge Kühlwasser (knapp unter Minimum) fehlte. Der Wagen war optisch teilweise angerostet (Heckklappe, Türen), aber der Unterboden war nach Prüfung durchaus in Ordnung - Schweißarbeiten wären für neuen TÜV hier nicht erforderlich.
Der Preis des BMW lag bei 200 Euro - für den Preis macht man nichts kaputt, und wer selber bastelt, ggf. etwas Zeit hat und die Arbeiten selbst verrichtet, konnte hier ein interessantes Auto mit geringer Laufleistung und guter Vorgeschichte erhalten. Auch wenn man in die Werkstatt gehen würde, könnte man durch die schrauberfreundliche Konstruktion unter Umständen recht preiswert zu einem guten Auto kommen.
Zitat:
einfach in die anzeige "für schrauber" und "für export" dazuschreiben.
dann werden sich auch nur die melden, die wissen worauf sie sich bei so einem fahrzeug einlassen und was sie dafür bereit sind auszugeben.
Aber das sehe ich anders. Damit hält man sich ebenfalls "normale" Interessenten vom Leib. Es sei denn, es handelt sich um wirklich schwerwiegende Mängel, die zu beheben teuer wären.
Ich meine, jeder Gebrauchtwagen hat irgendwelche Mängel. Diese zu benennen ist keine Schande, wenn der Wagen ansonsten sehr positive Seiten an sich hat.
Moin,
Gegenüber einer Privatperson bist du verpflichtet die Mängel zu benennen, da sie nicht offenkundig sind. Das wäre ein Grund, dir das Auto später ggf. um die Ohren zu hauen.
Mängel sind übrigens gezielt anzugeben, nicht extrem weich oder allgemein, das wurde schon mehrfach als nicht ausreichend befunden.
Gruß Kester
So das Auto ist weg. Bin finanziell zwar schlechter weggekommen, wie erhofft, aber er ist jetzt in guten Händen und der Käufer weiß ganz genau über das Auto bescheid. Es ist nämlich der Mechaniker, der da schon gelegentlich mal ran durfte ans Auto.
Damit ist alles in Ordnung und ich bin froh, dass alles geklappt hat.
Jetzt freu ich mich schon, weil in einer Woche der neue vor der Tür steht.