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Wechsel des 09G-Automatikgetriebes wegen Differentialschadens

Audi A3 8P, Audi
Themenstarteram 8. März 2020 um 20:16

Hallo Allseits, wie ich bereits in einem anderem Beitrag geschildert hatte, hat das 09G 6-Stufen-Automatikgetriebe (Getriebecode GJZ“) meines Audi A3 8P1, 2.0 FSI, Motorcode AXW, Baujahr 2004, Laufleistung 218.000 km, einen Schaden im Differential, den der DEKRA-Mann bei der Abnahme der HU 2020 entdeckt hat. Die rechte (längere) Gelenkwelle kann in ihrem Flansch in alle Richtungen merklich bewegt werden und zeigt an dieser Stelle auch eine leichte Undichtigkeit am Getriebeausgang rechts.

Da eine Instandsetzung der Differentiallager für die Antriebswellen im Automatikgetriebe 09G wirtschaftlich untragbar ist (kostet mindestens 1.000 € ohne Aus- und Einbau), hab‘ ich mir ein 09G-Automatikgetriebe aus einem Golf V mit 156.00 km Laufleistung vom Autoverwerter für günstige 300 € gekauft. Reiner Zufall, denn diese Getriebe sind extrem selten.

Dieses Getriebe muss nun in’s Fahrzeug und das geht am besten, indem Motor mit Getriebe ausgebaut, dann getrennt, Auswechselgetriebe wieder mit Motor zusammengesetzt und alles wieder eingebaut wird. Bei der Gelegenheit kann ich auch gleich Motordichtungen sowie Zahnriemen/Wasserpumpe und AGR-Ventil erneuern, die sowieso fällig sind. Außerdem werd‘ ich die Drosselklappeneinheit, die Leitungen und die Ansaugbrücke abmontieren und gründlichst reinigen, weil sie über die 16 Jahre völlig verrußt und verkokt sind. Im ausgebauten Zustand kommt man ja an alles schön bequem 'ran...

Start der Operation wird der 20.3.2020 sein; dann fange ich mit der Demontage der Vorderfront an.

Bis dahin besorge ich mir nötige Materialien und Werkzeuge, beispielsweise einen Filter, 6 Liter ATF G 052 182 A2, das Spezialwerkzeug T10173 und ein Einfüllgerät für das ATF. Das Getriebe selbst ist auf Palette angeliefert worden (s. Bild) und der Verkäufer hat zum Transport das ATF-Getriebeöl abgelassen. Damit wird noch etwa 1 Liter ATF im Differential und ein ¾ bis 1 Liter ATF im Wandler sein. Neu befüllen geht wegen des Temperaturerfordernisses von 40 Grad nur bei (teilweise) laufendem Motor. Soviel weiß ich schon.

Ich werde die gesamte Operation hier im Forum schildern und mit Bildern dokumentieren. Gleichzeitig werde ich mich bei entsprechendem Anlass mit aufkommenden Fragen gelegentlich an Euch hier im Forum wenden und auf Unterstützung hoffen. Will das auch zügig durchziehen und hab‘ deshalb n‘ paar Tage Urlaub genommen.

Im Moment rätsele ich nur ein wenig über die am Austauschgetriebe fehlende Einfüllöffnung an der Oberseite oder seitlich am Getriebe. Derartiges ist nirgends zu finden. Daraus ist wohl zu folgern, dass sowohl das Ablassen des ATF-Getriebeöls als auch das Befüllen damit mittels der Öffnung unter der Kontrollschraube unten am Getriebe erfolgt. Wenn ich das richtig verstehe, ist über der Schraube ein Röhrchen, durch das das ATF eingefüllt wird und wenn der Ölstand bei Temperatur von 40 Grad das obere Ende des Röhrchens erreicht, ist das Getriebe korrekt befüllt und überschüssiges ATF läuft aus der Öffnung zurück. Dann wird die Schraube eingedreht und fertig. Warum dann noch eine extra Ablassschraube an der Ölwanne des Getriebes ist, ich mir dagegen nicht ganz klar…?

Dann frage ich mich noch, wie man mittels VDCS die Temperatur des Getriebeöls bzw ATF’s messen kann. Dazu hab‘ ich in VCDS im Bereich Steuergeräteauswahl „02 Getriebe“, die Funktion „Erweiterte Messwerte“ gefunden. Darin wird die Getriebeöltemperatur als „Ist-Wert“ angegeben. Das scheint’s zu sein…

Hat da jemand Erfahrungen?

Getriebe 09G
Getriebe 09G
Getriebe 09G
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23 Antworten
Themenstarteram 21. März 2020 um 18:23

Ich bin jetzt erstma' ausgebremst und das nicht nur wegen der Corona-Krise: Ich habe heute das (ausgebaute) 09G-Austauschgetriebe näher untersucht und dazu zuerst das Getriebe mit der Seite auf einen Arbeitstisch gelegt, um dann die Frage der Ablass-/ und Kontrollschrauben zu klären. Das ging recht gut erkennbar: Befüllt wird beim 09G-Getriebe über die Ablassschraubenöffnung in der Ölwanne.

Die Funktion zur Getriebeöltemperaturmessung im VCDS hab' ich auch gefunden. Ist unter "02 Getriebe/ Messwertblöcke/Grundeinstellung" der Messwertblock 006.

Aber dann kam‘s:

Weil die Gelegenheit grad‘ günstig war, hab‘ ich die Getriebe-Ölwanne abgenommen, um schon mal den ATF-Ölfilter zu wechseln. Dabei konnte ich dann erkennen, dass die Steckerkabel der Steuereinheit teilweise abgekniffen sind und einige Kabelverbindungen sowie die Außensteckergegenstücke gänzlich fehlen. Das Getriebe ist damit in diesem Zustand unbrauchbar und ich brauche mir bei der Lage eher keine weiteren Gedanken um dessen Einbau mehr machen. Nachdem ich mühsam den Schockzustand überwunden hatte, bin ich nur auf den Gedanken gekommen, den Verkäufer anschreiben und mal beiläufig zu fragen, welche Blitzbirne sowas anrichtet und warum…!?! Aber was bringt das schon...?

Erstma‘ müssen wir jetzt die Corona-Krise überwinden und dann muss ich mich mit meinen Experten beraten, wie’s jetzt weitergehen soll. Wenn gar nichts mehr hilft, müssten wir mal überlegen, ob das ja noch intakte Differential dieses Getriebes in meines am A3 2.0 FSI umgebaut werden kann. Die Gedanken sind frei…

Ich geb‘ jedenfalls nicht auf. Berichte weiter, wenn's neue Erkenntnisse gibt.

Weiß vielleicht jemand was über den Umbau eines Differentials in ein anderes Getriebe? Bin für jeden Hinweis dankbar...

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Themenstarteram 25. März 2020 um 20:09

Arbeite mich langsam voran: Hab' heute das 09G-Getriebe teilzerlegt um festzustellen, was an Kabelleitungen zum Steuergerät überhaupt noch vorhanden ist. Dazu hab' ich den Getriebeventilkörper ("Schieberkasten") ausgebaut, damit ich in das Getriebeinnengehäuse sehen konnte. Im Ergebnis war lediglich noch ein abgeschnitter Kabelstrang mit 3 Steckern für die Magnetventile vorhanden, der Rest inklusive der Steckersockel ist nicht mehr da.

Allerdings dürfte es auch nicht unmöglich sein, die noch mit allen Steckern und Kabelverbindungen ausgestatteten Getriebventilkörper vom meinem eingebauten Getriebe umzubauen. Das funktioniert ja schließlich immer noch tadellos.

Das werde ich morgen im Gespräch mit meinem Werkstattexperten im Nachbarort mal klären. Es geht jedenfalls weiter und ich hoffe, dass keine völlige Ausgangssperre in NRW kommt und ich die 7 km zu meiner Werkstatt auch täglich (allein) noch zurücklegen kann.

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Themenstarteram 28. März 2020 um 7:08

Jetzt habe ich angefangen, die Motor-/Getriebeeinheit des 2.0 FSI auszubauen. Vorderfront komplett demontiert, Klimakompressor, Lichtmaschine und Saugrohr mit Drosselklappeneinheit abgebaut. Das wirklich fummelige ist die Unmenge an Verkabelungen im Vorderbereich des Motors, die da in mehreren Strängen verlegt sind. Nach 7 Stunden Arbeit reicht's dann auch. Morgen geht's weiter...

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Themenstarteram 28. März 2020 um 19:47

So, heute ging's weiter. Im oberen Teil sind alle Kabel- und Kühlmittelrohrverbindungen gelöst, Anlasser ausgebaut und die Zugverbindung zum 09G-Getriebe gelöst. Den Zugschalter hab' ich gleich mit Hilfe des Spezialwerkzeugs auf das Ersatzgetriebe umgebaut. Dann ging's an die Unterseite: Achsschenkel mit Achsgelenken rechts und links gelöst und die gesteckten Gelenkwellen ausgedrückt. Ist auch etwas mühsam, sobald man aber den richtigen Hebelansatz findet, gehts'. Jetzt müssen nur noch die Krümmerverbindungen hinten gelöst werden, dann kann die Motor-/Getriebeeinheit 'rausgehoben werden...

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Themenstarteram 29. März 2020 um 20:02

Heute bin ich für etwa eine Stunde in der Werkstatt gewesen, um die Verbindungen zwischen den beiden Vorkatalysatoren und den Flexrohren im unteren/hinteren Motorbereich zu lösen. War auch recht knifflig in der Enge da unten, aber mit langer Stecknussverlängerung und ordentlich Kraft lösten sich schließlich auch die da schon seit 16 Jahren festsitzenden Kupfermuttern.

Damit sind sämtliche Verbindungen zu Motor und Getriebe gelöst. Morgen geht's dann mit Einhängen der Motor-/Getriebeeinheit in den Motorheber, Lösen der Getriebestütze und Ausbau der Motor- und Getriebelager rechts und links weiter.

So langsam seh' ich Licht im Tunnel...

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Themenstarteram 30. März 2020 um 21:56

Heute hat die Motor-/Getriebeeinheit den Motorraum verlassen. Das Getriebe ließ sich leicht vom Motor trennen und zuerst hab' ich dann erstma' die undichte Kühlmittelpumpe samt Zahnriemensatz ersetzt. Für heute war's das...zu kalte Füße...

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Themenstarteram 1. April 2020 um 22:48

Denke, das Schlimmste is' überstanden: Motor ist soweit fertig; Zahnriemen, Wasserpumpe und Abgasrückführventil sind jetzt neu. Von dem 09G-Getriebe, an dem das Differential ausgeschlagen ist, hab' ich heute den Schieberkasten samt der Kabelsätze in das Ersatzgetriebe umgebaut. Damit ist das Getriebe jetzt einbaufertig und kann dann morgen an den Motor angeschraubt werden.

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Themenstarteram 2. April 2020 um 17:45

Heute Motor mit Getriebe verbunden und die Motor-/Getriebeeinheit eingehangen. Passt...

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Themenstarteram 5. April 2020 um 9:53

Endspurt: Verbindung Vorkatalysatoren mit Flexrohren zusammengeschraubt, Gelenkwellen eingesteckt, alle Kühlmittelschläuche ein- und Stecker aufgesteckt, Saugrohr/Drosselklappeneinheit montiert. Einzig das Magnetventil der Tankentlüftung (Schlauchanschluss war abgebrochen) fehlt noch wegen Lieferrückstands. Deswegen habe ich die Schläuche der Tankentlüftung nur provisorisch verbunden.

Dann hab' ich in kaltem Zustand mit dem neuen Einfüllgerät erstmal 5 Liter ATF-Getriebeöl in das "neue" 09G-Getriebe gefüllt und im kalten Zustand mal alle Schaltstufen durchgeschaltet. Scheint schonma' zu passen; alle schaltstufen . Als nächstes muss der Schlossträger anmontiert, der Kühlmittelkreislauf vollständig angeschlossen und Kühlmittel aufgefüllt werden, damit die Endbefüllung im Warmlauf bei 35-40 Grad Getriebeöltemperatur vorgenommen werden kann. Da außer dem ATF im Wandler kein ATF mehr im Getriebe is', dürften ca. 6 bis 7 Liter 'reinpasssen. Jetzt wird's langsam spannend...

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Themenstarteram 6. April 2020 um 19:49

Geschafft! Die Vorderfront ist wieder anmontiert, alle Leitungen verbunden, Kühlmittel augefüllt. Motor startete sofort, allerdings erst etwas rauh im Lauf, Drosselklappe und gewechseltes AGR-Ventil hab' ich in Grundeinstellung gesetzt, dann auf 37 Grad Getriebeöltemperatur steigen lassen, ATF eingefüllt und zweimal alle Schaltstufen warm durchgeschaltet, nach gut 6 Litern ATF kam es im Schlauch sichtbar zurück, also Einfüllschraube festgezogen. Dann ging's 'raus aus der Werkstatt. Die Motorkontrollleuchte zeigt zwar an, aber das liegt am eben noch fehlendem Tankentlüftungsventil, erkennbar an der Fehlermeldung "17834 - Tankentlüftungsventil (N80) P1426 - 004 - Unterbrechung - Warnleuchte EIN" im VCDS. Die frühere dauernd wiederkehrende Fehlermeldung "NOx - oberer Grenzwert überschritten" ist dagegen nach Wechsel des AGR-Ventils weg.

Auffällig bei der anschließenden Probefahrt war vor allem das Schaltverhalten des Ersatz-Automatikgetriebes. Während das alte sehr schnell bis zuletzt leicht rucklig schaltete, hat dieses jetzt viel weichere Übergänge. Echt angenehm! Auch der Motor kommt mir leiser vor, aber das kann Eigentäuschung sein. Die Reparatur des Getriebeschadens scheint jedenfalls gelungen.

Und zuletzt natürlich die Werkstatt schön aufräumen und sauber machen...

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Themenstarteram 30. April 2020 um 10:11

Manchmal hat eine Geschichte eine (ungewollte) Fortsetzung, so auch diese:

Nach einigen Tagen ausgiebiger Testfahrten mit dem "neuen" 09G-Automatikgetriebe war zunächst alles in Ordnung, insbesondere das Verhalten in allen Schaltstufen ist optimal und das Differenzial absolut dicht und spielfrei. Da ja auch alle Kühlmittelleitungen im Zug des Umbaus demontiert waren, hatte ich den Unterfahrschutz noch nicht montiert und immer mal unter den Motorraum geschaut. Etwa ab dem 4. Tag zeigte sich unter der Verbindung zwischen Motor und Getriebe, direkt neben der Drehmomentstütze, ein öliger Film, der schließlich kleine Flecken unter der besagten Stelle bildete. Das Öl war eindeutig ATF-Automatikgetriebeöl, erkennbar an der roten Farbe, kam also aus dem Getriebe. Und da wurde mir dann klar:

Ich hab' den Simmerring zwischen Getriebehauptwelle und Wandler nicht gewechselt, weil ich Blitzbirne zu bequem war, mir für 12,80 € einen Simmerring zu besorgen und den alten auszuwechseln...so 'ne Scheiiii...aber selbst schuld!!!

Also musste das Getriebe nochmal ausgebaut werden. Diesmal aber ohne Motor, denn Zahnriemen, Wasserpumpe und AGR-Ventil hatte ich ja schon erneuert. Deshalb nun mit Motorstütze, Vorderfront in Servicestellung gebracht, Kühlmittel abgelassen, Gelenkwellen, Krümmerhalterung gelöst, Drehmomentstütze, Anlasser und Getriebelagerung ausgebaut, alle Getriebeschrauben 'rausgeschraubt, Wandler von Zahnkranzplatte gelöst und Getriebe mit Heber abgenommen.

Den Simmerring wechseln dauerte knapp 10 Minuten, dann konnt' ich alles wieder zusammenbauen. Getriebe einsetzen geht mit Helfer natürlich besser. Jetzt teste ich wieder und bis jetzt ist alles an der Unterseite von Motor und Getriebe trocken. Moral: Kaum macht man's richtig, funktioniert's...

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Moin,

Hab das gleiche Getriebe und muss aktuell beide Gelenkwellen tauschen(am besten ohne ds Getriebe auszubauen).

Wie hast du die beiden Steckwellen gelöst bekommen?

Haben schon fast alles probiert, von Hebeleisen, Vw Austreibkeil über Zughammer. Das Innengelenk bewegt sich keinen Millimeter aus dem Differential raus :(

Hast du da evtl. Nen Tipp für mich?

 

Grüße aus Franken

Themenstarteram 7. Juni 2020 um 17:51

Hi, also, ich hab's mit nem' einfachen Hebeleisen, mit dem wir in der Werkstatt auch Reifen aufziehen, geschafft. Erst mit dem Hammer ein bißchen 'draufgeklopft und damit vorgelöst, dann sprangen beide Gelenkwellen schon 'raus. Mit Aluminium-Keil geht's auch...

Okay alles klar, dann werden wirs am Wochenende wenn wir den Wagen auf der Hebebühne haben nochmal mit nen längeren Hebeleisen probieren. Sind jetzt auch auf die Idee gekommen das Gelenk davor mit Eisspray runterzukühlen, evtl. löst sichs dann einfacher.

Danke dir auf jeden Fall für deine Antwort und noch ein schönes Restwochenende :)

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