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Warm fahren des Diesel - was beachten?

Themenstarteram 8. Oktober 2017 um 16:03

Hallo,

ich hatte in letzter Zeit immer wieder Freunde die mich drauf hingewiesen hab en und ich nun unsicher bin ob ich alles richtig mache.

Ich fahre einen Golf Variant 1.6TDI und düse jeden Tag 100km. Bei Fahrtbeginn fahre ich langsam, beschleunige nur leicht und vermeide Sprints und ähnliches. Wenn die Temp. des Öls so bei 80 Grad ist fahre ich dann normal weiter.

Ist das bereits ausreichend oder muss man zwingend noch etwas beachten? Und ist das mit dem "Kaltfahren" auch notwendig?

Danke vorab!

VG

omron12

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20 Antworten

Was willst du denn noch beachten? Tritt den Motor nicht gleich im kalten Zustand, alles andere ist egal. SOwas muss ein Motor abkönnen. Kaltfahren halte ich auch für unsinnig, denn jede Fahrt reicht dafür aus. Auch nach langen Autobahnetappen ist das egal, man prügelt doch nicht von 200 Km/h auf den Parkplatz.

Folgende Extremsituationen sollen dir die Unterschiede veranschaulichen:

Warmfahren:

a) Motor anlassen, runter vom Pendlerparkplatz, rauf auf die Autobahn und Motor ausdrehen bis man bei 200 km/h seine Reisegeschwindigkeit erreicht hat

b) Motor anlassen, ausparken, gemächlich die 250 m durch die 30 Zone, dann 1 km mit 50 km/h durch die Ortschaft rollen und am Ortsschild gemächlich auf 80 km/h beschleunigen

Kaltfahren:

a) mit 200 km/h über die linke Spur, Ausfahrt zum Parkplatz anpeilen, rein in die Eisen und nach weiteren 100 m in die Parklücke und sofort den Motor abstellen

b) mit 80 km/h im Berufsverkehr mitschwimmen, dann 1 km mit 50 km/h durch die Ortschaft rollen, weitere 250 m durch die 30-Zone, einparken, Motor abstellen

 

Alles dazwischen halte ich für normale und völlig bedenkenlose Beanspruchung. Spätestens bei 40 bis 50 °C Öltemperatur sollten Motor und Getriebe auf Betriebstemperatur und somit auch mit höherer Last beanspruchbar sein. Alles andere wäre weltfremd, ist aber nur meine eigene Meinung...

PS:

Es gibt auch ein "Motoren & Antriebe Forum" auf MT.

Hallo Omron.

Du machst das schon richtig. Jedoch muss man das Warmfahren nicht übertreiben. Für den Motor ist es am Besten wenn er warm gestartet wird. Hier hilft nur eine Standheizung. Ebenfalls nicht so toll ist ein Warmlaufen im Leerlauf ohne Last so wie mit maximaler Last. Warmfahren mit Teillast ist für den Motor das praktikabelste.

Ebenso schschlecht ist ein Abstellen mit Vollgas (ehemalige 2takt Fahrer sind dies oft gewohnt) sowie das Abstellen nach längerer Vollgasfahrt. Im ersten Fall wird der Turbolader beim auslaufen nicht mehr geschmiert, im zweiten Fall verkokt das Öl am warmen Turbolader.

Gruß

Themenstarteram 8. Oktober 2017 um 17:26

Hallo an alle!

Danke für eure zahlreichen Hilfestellungen. Dann werde ich das so beibehalten. Vermutlich darf man hier auch nicht zu sehr "übertreiben" solange man mit Sinn und Verstand fährt.

Nochmals besten Dank an alle!

VG

Hallo omron12,

so eng darf man das nicht sehen. Wenn der Motor noch nicht warm ist, halt ein bisschen piano fahren. Ich drehe den Motor in der kalten Phase maximal bis 3000 U/min, in der Regel ist das Drehzahlniveau deutlich niedriger.

Wenn man auf der Autobahn sehr zügig unterwegs ist und nach der Autobahn gleich halten muss, dann fährt man eben vor dem Abfahren ein paar km piano.

 

Zitat:

@einsdreivier schrieb am 8. Oktober 2017 um 16:39:35 Uhr:

Folgende Extremsituationen sollen dir die Unterschiede veranschaulichen:

Warmfahren:

a) Motor anlassen, runter vom Pendlerparkplatz, rauf auf die Autobahn und Motor ausdrehen bis man bei 200 km/h seine Reisegeschwindigkeit erreicht hat.

b) ….

Na ja, sieht man von kalten Außentemperaturen ab, so fahre ich schon mal bereits nach 2 km mit 200 km/h, aber ausgedreht wird der Motor natürlich nicht.

 

Gruß

Uwe

Ich sehe das auch so.

Der TE macht alles vollkommen richtig.

Kein Grund zur Sorge. Bis 80°C Öltemperatur zu warten ist vorbildlicher als es nur geht.

Wenn alle Leute ihre Autos mal so behandeln würden! :)

 

Kleiner Randfact

Wenn man bei kaltem Motor in die Lage kommen sollte wirklich mal stark beschleunigen zu müssen.

Lieber etwas weniger Last aber dafür etwas höhere Drehzahl

Zitat:

@Leon596 schrieb am 8. Oktober 2017 um 23:57:56 Uhr:

 

Kleiner Randfact

Wenn man bei kaltem Motor in die Lage kommen sollte wirklich mal stark beschleunigen zu müssen.

Lieber etwas weniger Last aber dafür etwas höhere Drehzahl

genau, das kann er kalt wesentlich besser ab als viel Last unter wenig Drehzahl. Ich handhabe das selbst genauso, wenn man mal kalt auf die Autobahn auffahren muss etc.

Also ich handhabe das ähnlich, bei unserem Caddy mit 2l Diesel ist der bei der Autobahnauffahrt oft noch nicht auf Betriebstemperatur. Das sind von zu Hause ca. 4km mit überwiegend 50/70 Abschnitten. Der Einfachheit halber orientier ich mich hier aber an der Kühlwassertemperatur. Die ist im Hochsommer auf Temperatur, im tiefsten Winter hat die Nadel gerade mal gezuckt. Fahre dann Piano auf die Autobahn und bewege mich im Bereich um die 100 bis 120km/h. Erst wenn schlag auf 90 Grad steht erhöhe ich die Geschwindigkeit auf Reisegeschwindigkeit 140 bis 160km/h. Mehr macht keinen Sinn, da der Caddy dann anfängt zu Saufen wie ein Loch. :)

hallo zusammen,

ich bin begeistert, wie die diskutanten ihre motoren behandeln! ( die es nicht so tun, werden hier wohl auch nicht mitreden).

in dem zusammenhang mal die frage, wer welche erfahrungen mit motorenlebensdauern hat.

ich habe im passat einen 1Z mit 380.000 km, das wären bei einer theoretischen durchschnittsgewindigkeit von 75 km/h

schon 5.066 betriebsstunden.

ich höre immer nur, daß dieser diesel "nicht totzukriegen" ist. wieviele stunden mag er noch schaffen bei behandlung wie oben beschrieben?

bully

Ich würde fast behaupten, dass sehr viele Motoren bei guter Behandlung und auch guter Wartung die Million machen würden. Wenn das Fahrprofil auch einigermaßen passt. Und 75er-Mittel ist definitiv ein passendes Fahrprofil.

Das mal nen Injektor oder PD-Element kaputt geht.

Oder doch mal der Turbo fällig ist kann passieren. Damit muss man rechnen.

Reparieren und weiterfahren!

Zitat:

@bully56 schrieb am 9. Oktober 2017 um 20:08:02 Uhr:

in dem zusammenhang mal die frage, wer welche erfahrungen mit motorenlebensdauern hat.

Ich kann dazu nur sagen, dass ich noch nie ein Motordefekt hatte. Nur beim Golf I musste ich mal die Ventilschaftdichtungen wechseln. Benziner habe ich bis maximal 250 tkm gefahren und Diesel 190 tkm. Da es hier ja um Diesel geht, der Motor des mit 190 tkm lief am Schluss immer noch optimal, hat sein volle Leistung gebracht und mit einer Laufruhe wie am ersten Tag. Turbo oder Injektoren wurden bei keinem meiner Diesel gewechselt, nur einmal mussten die Glühkerzen getauscht werden. Das war aber nicht bei dem mit den 190 tkm, denn an dem Fahrzeug wurde nichts am Motor oder den zugehörigen Aggregaten gemacht.

Das Fahrzeug mit den 190 tkm hatte bei mir nur etwas über 2000 Betriebsstunden auf dem Buckel.

 

Gruß

Uwe

Also bei einem TD ist die größte Schwachstelle der Turbo. Wenn sich dieser unvorangekündigt verabschiedet und sich in Einzelteile auflöst, kann es den Motor so zerstören, daß er entweder nicht mehr reparabel oder unwirtschaftlich zu reparieren ist...

Wenn der Motor keine konstruktiven Schwächen hat kann er "ewig" leben...

HTC

Zitat:

@Uwe Mettmann schrieb am 8. Oktober 2017 um 19:20:31 Uhr:

Hallo omron12,

so eng darf man das nicht sehen. Wenn der Motor noch nicht warm ist, halt ein bisschen piano fahren. Ich drehe den Motor in der kalten Phase maximal bis 3000 U/min, in der Regel ist das Drehzahlniveau deutlich niedriger.

Wenn man auf der Autobahn sehr zügig unterwegs ist und nach der Autobahn gleich halten muss, dann fährt man eben vor dem Abfahren ein paar km piano.

Zitat:

@Uwe Mettmann schrieb am 8. Oktober 2017 um 19:20:31 Uhr:

Zitat:

@einsdreivier schrieb am 8. Oktober 2017 um 16:39:35 Uhr:

Folgende Extremsituationen sollen dir die Unterschiede veranschaulichen:

Warmfahren:

a) Motor anlassen, runter vom Pendlerparkplatz, rauf auf die Autobahn und Motor ausdrehen bis man bei 200 km/h seine Reisegeschwindigkeit erreicht hat.

b) ….

Na ja, sieht man von kalten Außentemperaturen ab, so fahre ich schon mal bereits nach 2 km mit 200 km/h, aber ausgedreht wird der Motor natürlich nicht.

 

Gruß

Uwe

Du fährst aber sicherlich kein Diesel? 3000 wären mir da für die kalte Phase schon arg zuviel. Ich lasse meinen 2.0D die ersten km bis max 2000 drehen. Damit komm ich gut vorwärts, habe kein schlechtes Gewissen meines Antriebstranges gegenüber und den positiven Effekt, dass ich es morgens nach dem Aufstehen "gechillt" angehen lasse :)

€: oh laut Profil fährst du doch einen Diesel. Das verwundert mich. 3000 Umdrehungen habe ich auf der Autobahn bei 140 im 6. gang ca, daher bin ich darüber etwas verwundert.

Zitat:

@Reaver1988 schrieb am 10. Oktober 2017 um 08:35:50 Uhr:

€: oh laut Profil fährst du doch einen Diesel. Das verwundert mich. 3000 Umdrehungen habe ich auf der Autobahn bei 140 im 6. gang ca, daher bin ich darüber etwas verwundert.

Der im Profil mit seiner 6-Gang-Automatik hatte im höchsten Gang bei 3000 U/min eine Geschwindigkeit von 180 km/h. Den fahre ich aber nicht mehr. Bei meinem jetzigen mit 8-Gang-Automatik sind es bei 3000 U/min die besagten 200 km/h.

Zitat:

@Reaver1988 schrieb am 10. Oktober 2017 um 08:35:50 Uhr:

Ich lasse meinen 2.0D die ersten km bis max 2000 drehen.

Das entspricht im 6. Gang eine Geschwindigkeit von nur 93 km/h.

Das eigentliche Problem deiner Drehzahllimitierung auf 2000 U/m ist aber, wie kommst du auf die Autobahn? Wie Leon ja erläutert hat, sollte man vom kalten Motor auch nicht das volle Drehmoment abfordern, also kräftig Gas geben im niedrigen Drehzahlbereich ist auch zu vermeiden. Wie geht es dann aber, das Fahrzeug auf der Beschleunigungsspur auf eine ausreichende Geschwindigkeit zu bringen, damit man auf die Autobahn auffahren kann, ohne dass die Fahrzeuge dort vom Gas gehen oder gar bremsen müssen?

Das Drehzahlniveau bei kalten Motor und Konstantfahrt unter 2000 U/min zu halten ist ja OK und das mache ich auch auf der Landstraße und der Ortschaft. Diese Drehzahlgrenze aber beim Beschleunigen nicht zu überschreiten geht doch zumindest bei Fahrzeugen mit geringer Motorleistung überhaupt nicht, ohne andere Fahrzeuge zu behindern.

Für mich ist ein Auto zum Fahren da und nicht zum Pflegen und muss auch das normale Fahren aushalten. Meine Erfahrung zeigt, ja auch, dass das passt.

 

Gruß

Uwe

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