w124 Leerlaufsteller defekt?
Hallo zusammen,
ich habe mal eine ganz allgemeine Frage zum Leerlaufsteller bei meinem w124 mit M102 Motor Bj. 91 mit Kat.
Problem (schon seit langem) ist der Leerlauf. Genauer gesagt, wie der Wagen in den Leerlauf geht.
Wenn ich auskupple verhält er sich immer anders. Mal geht die Drehzahl ganz langsam auf die Solldrehzahl, die ja oberhalb von 8 kmh etwas erhöht ist, mal geht er dort ganz schnell hin. Mal ignoriert er die erhöhte Drehzahl und geht auf die 750 rpm und manchmal (das ist das eigentliche Problem für mich) geht er auf 500 runter und braucht 2 - 3 Sekunden um sich zu berappeln.
An der KE ist alles neu. Ja, auch der Mengenteiler und der LMM. Nur dieses Problem ist geblieben.
Das einzige was ich mir noch erklären kann ist, dass der LLS defekt ist. Er hing auch schonmal fest; musste etwas raufklopen damit er wieder lief.
Tastverhältnis ist bei 50 pendelnd, Strom am EHS entsprechend bei 0 - 3 mA im Leerlauf und -7 - 0 mA bei 2500 rpm. Gemischseitig sollte also alles in Ordnung sein. Kompression hat er ebenfalls und Zündung ist auch komplett neu.
Bleibt ja nur Luft, also der LLS.
Meine Frage ist nun, ob jemand schonmal ähnliche Symptome hatte die mit dem LLS zusammenhingen, bzw. ob das überhaupt vom LLS kommen kann?
Würde mich über Ratschläge freuen! 🙂
34 Antworten
Also ich kann zu dem „Phänomen“ nur sagen, dass mein M103 (W126 BJ91) mit neuem Leerlaufsteller im Leerlauf tiefer (unter Last 520-530U/min) statt etwa 600 vorher, dafür aber viel konstanter läuft. Man konnte das vor allem am Einschaltstoß beim Einlegen des Rückwärtsgang der Automatik spüren. Vorher recht „weich“, danach hart aber Drehzahl wie „angenagelt“. Habe Neuteil original BOSCH verbaut. Bei Verschleiß geht der LLS „schwegängiger“ und erzeugt damit eine deutlich größere Regelhysterese, die hier ja auch beschrieben wird. Richtig perfekt wurde aber der gesamte Motor erst mit neuem Pumpenpaket inclusive Druckspeicher, Mengenteiler, LMM inklusive Poti in verbesserter Ausführung sowie neuer Lambdasonde. Alle Messwerte sind im Soll und der Lauf ist wirklich sehr gut. Ich habe allerdings auch alle erforderlichen Messgeräte; auch für die Kraftstoffdruckmesssungen.
Viel Erfolg!
Was ist denn das Poti in verbesserter Ausführung?
Hattest du die Pumpen vorher getestet, ob sie in einer Minute genug Fördern?
Also Update: Das Tauschen der Gummiteile der Ansaugung hat natürlich leider nichts verändert. Ich vermute noch, dass der Druckspeicher einen weg hat, da Warmstart manchmal etwas holprig ist. Das ist aber ja eben nur für den Start relevant. Leerlauf ist nach wie vor holprig (aber nur im warmen Zustand!) Habe auch schonmal vermutet, dass das Kaltstartventil leckt, da das perfekt passen würde - aber Pustekuchen. Vielleicht gucke ich das bald einfach zum Spaß nochmal nach...
Zu unserem Problem mit dem Abfallen der Drehzahl: Muss bei mir zumindest elektronischer Natur sein, da es im mechanischen Lauf nicht vorhanden ist (anders als der unrunde LL...) Kanns mir aber nicht mehr erklären, da ich wirklich AUSNAHMSLOS jedes Teil entweder durchgemessen oder probehalber gestaucht habe... Da das Verhalten so willkürlich ist, vermute ich irgendwo einen Wackelkontakt. Wird witzig den zu finden, Tastverhältnis zeigt nichts an. 😁
Gruß!
PS:
Drehzahlsignal kann man dich ausschließen, oder? Habe das Mal im Stand abgeklemmt und der Wagen lief wie ein Sack Nüsse.
Was ist mit dem Geschwindigkeitssignal vom Hallgeber am Tacho? Wie kann man das messen?
Ich glaube der Druckspeicher ist nur dafür da, damit du nicht so lange orgeln musst nach dem abstellen des Motors. Den zu testen ist ganz einfach, passt aber nicht zu deinem Fehlerbild.
Der Druckregler (am LMM) ist nur dann defekt, wenn aus dem hinteren Teil wo der Plastikschlauch ist Kraftstoff austritt. Du kannst auch eine Leitung (ich weiß grad nicht welche) abschrauben, aus der darf dann bei laufendem oder abgestellten Motor kein Kraftstoff austreten.
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Zitat:
@mawi2006 schrieb am 27. Dezember 2021 um 14:47:52 Uhr:
Die KE lernt nichts, hat keinen Speicher für sowas, einzig der M102 hatte ab einem bestimmten Baujahr einen rudimentären Fehlerspeicher.
Es geht hier ja (auch) um einen M102..
Hier findet sich eine Anleitung http://www.motor-talk.de/.../...is-am-motor-m102-ab-9-89-t1613722.html
:
Ich habe bei mir jetzt Mal den Motorkabelbaum bis zum Steuergerät verfolgt und entdeckt, dass er dort, wo er zwischen Trennwand und Dämmung verläuft, wohl Mal geflickt wurde... :/
Zumindest sieht es aus als wäre ein schrumpfschlauch darüber. Das ist nicht normal richtig? (Kein Hitzeschutz oder so?) Es sieht nicht schlecht gemacht aus, aber es könnte doch trotzdem sein, dass es hier irgendwo einen Wackelkontakt gibt?
Was denkt ihr? Ich würde mir sonst in den nächsten Wochen Mal richtig Zeit nehmen, das Ding rausholen und an der verdächtigen Stelle Mal vorsichtig aufschneiden und die Verbindungen neu machen. Ist das schlau?
Hinten bei den Steuergeräten sieht das bei mir ähnlich aus.
Mess doch mal Durchgang von den Sensoren zum Steuergerät dann brauchst du den Kabelbaum nicht rausnehmen.
Die kabel sind ja sicher nicht mehr im besten Zustand, da würde ich nicht riskieren die weiter zu beschädigen 😁
Zitat:
@Bozz59 schrieb am 27. Dezember 2021 um 21:11:38 Uhr:
Was ist denn das Poti in verbesserter Ausführung?Hattest du die Pumpen vorher getestet, ob sie in einer Minute genug Fördern?
Hallo,
das „Team Stadler Motorsport“ in Hannoversch-Münden (www.190teile) hat sich auf die KE spezialisiert und die bieten Potis mit deutlich besserer Oberfläche der Kontaktlaufbahn an. Dadurch kann man auch nach Laufzeit und langem Stehen die Stauscheibe senken und es gibt kein „Rucken“ und die gemessenen Widerstandswerte sind in jeder Lage im Soll. Nur dann arbeitet der LMM wirklich gut. Hatte vorher ein neues Poti von BOSCH drin, das hatte schon nach einem Jahr wieder Oxidation und „ruckelte“ beim Verändern der Stauscheibe.
Gruß
Bitte noch einmal um euren Rat, hier alles in Kompaktform:
-Das Problem ist elektronisch.
-Alle Geber und Akteure sind i.O.
-MSG, ÜSR, KPR sind i.O.
-Das Problem tritt sporadisch auf (Mal 20km top, Mal 5km wie Müll)
-Der MKB scheint geflickt (Schrumpfschlauch)
Da ist doch das logische vorgehen, den Schrumpfschlauch an der verdächtigen Stelle zu entfernen und Mal nachzuschauen was Sache ist, oder? Den Kabelbaum sollte man dabei aufgrund evt. hart gewordener Isolierungen vllt. wirklich an Ort und Stelle lassen und nicht verformen. Nachmessen schadet natürlich nicht, scheint mir nur nicht sonderlich zuverlässig wenn es wirklich ein Wackelkontakt ist.
Vielen Dank für eure Hilfe :-)
PS: Bitte entschuldige @m102_lars, dass ich dir den Thread gerade ein wenig klaue 😁
Das Öffnen nur der reparierten Stelle ist wahrscheinlich nicht sonderlich aufschlußreich, weil die Kabel ja auch an anderen Stellen schadhaft sein können; das bliebe dann ja wohl verborgen, wenn die reparierte Stelle die einzig gute Stelle wäre.
Kompostierte Kabel sind leider keine Seltenheit, wie sicherlich allseits bekannt ist. Wenn die Kabel also noch die Alten sind, würde ich es mir überlegen, diese zu ersetzen. Es gibt doch meist einigermaßen gut zugängliche Stellen, an denen man die Kabel sehen kann und es entsprechend beurteilen kann.
@m102_lars: Ich habe das Problem gelöst! Zumindest bei mir. Als ich gestern nochmal alles durchgemessen habe, bin ich von der Kabelbaumtheorie abgekommen, da das Signal überall immer da war, egal wie ich die Kabel gerüttelt und verformt habe. Ich habe dann nochmal systematisch überlegt und bin einer neuen Idee nachgegangen:
Du schreibst, dass bei dir alles an der KE neu ist, wie auch bei mir. So auch das Stauscheibenpoti denke ich (zusammen mit LMM). Ich gehe Mal davon aus, dass das Poti auch bei laufendem Motor vernünftig eingestellt wurde. Hier spricht man ja immer von einem Wert von ca. 0,65 - 0.75V zwischen Pin 1 und 2. Als grober Richtwert sollte das auch wohl passen (ich ja hatte damals so 0.68V eingestellt). Nach gründlicher Recherche habe ich nun rausgefunden, dass zuerst die Fixpannung zwischen Pin 1 und 3 gemessen werden sollte. Diese mit dem Faktor 0,12 multipliziert ist dann die optimale Spannung zwischen Pin 1 und 2. Bei mir waren das 4,68V, ergibt also 0,56V die optimal wären. Ich habe es dann auf 0,53V eingestellt bekommen. Achja, natürlich immer im LL, sollte klar sein. Es scheiden sich ja offenbar die Geister bei dieser Einstellung (wie eigentlich überall), aber ich kann nur sagen, dass mein Wagen jetzt tatsächlich 1A läuft. Bin ganz perplex, 1,5 Jahre verzweiflung und falsche Hoffnungen hatten heute morgen ein Ende, ganz plötzlich und nur durch eine so banale Einstellung. Habe dem ganzen braten auch erstmal nicht getraut und habe eine sehr ausgiebige Probefahrt gemacht. Wie immer in bestimmten Zuständen mit mulmigem Bauchgefühl und den Drehzahlmesser beobachtend die Kupplung getreten: Nichts. Aber auch wirklich gar nichts. Die Drehzahl hat einfach das gemacht was sie soll. Die ganze Zeit.
Ach ja, noch was:
Zudem habe ich irgendwo gelesen, dass die kleine Trimmschraube am Poti komplett nach links gedreht werde sollte, bis sich die Widerstandswerte nicht mehr ändern. Habe ich gemacht und danach halt die Spannung eingestellt...
Achtung: Ich habe kein allumfassendes Wissen und lediglich am eigenen Fahrzeug experimentiert. Zudem habe ich viel öfter gelesen, dass man die Schraube bloß in Ruhe lassen und am besten versiegeln sollte.
Ich würde an deiner Stelle vielleicht einfach mal die Spannungen messen und die errechnete Spannung versuchen einzustellen, Tendenz eher in Richtung niedrigerer Wert. Bei mir hat es jedenfalls Wunder gewirkt und ich bin begeistert von meinem Auto. Ich meine außerdem jetzt mehr Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen zu haben.
Wieso das Problem vorher so sporadisch war und wie ein Wackelkontakt aussah kann ich mir zwar nicht erklären, aber ich bin einfach froh, dass jetzt alles bestens ist. 😁
@Handgeschaltet das ist ja cool 😁
ich habe mein Poti auch nur nach den 0,75 V eingestellt, zwischen pin 1 und 3 habe ich nie gemessen...
wenn es das bei mir ist wär das ja echt der hammer, weil ich da niemals drauf gekommen wäre.
neuer LLS ist übrigens heute reingekommen und der Wagen läuft etwas ruhiger im leerlauf und die schubabschaltung funktioniert konstanter, richtig doll was gebracht hat die aktion jedenfalls nicht.
werde demnächst mal deinen tipp anwenden und berichten 🙂
Das ist ja schön, dass er jetzt wieder gut läuft. Zum Thema Poti und Sollwerte gibt es doch schon lange den sehr guten Beitrag von Wochelen:
http://www.wochelen.de/w126/fuchs_poti/fuchs_poti.html
Hierin wird ausführlich berichtet. Ich denke, Du hast jetzt im Leerlauf ja eine andere Postion auf der Schleifbahn und damit bessere Kontaktierung und somit funktioniert es. Der Beitrag erläutert das ja auch gut. Deshalb ja auch die von mir (s.o) erwähnten verbesserten Potis. Wenn die Stauscheibenpostion nicht „sauber“ erkannt wird kann die KE auch nicht sauber funktionieren.
Besten Gruß und ein frohes 2022