VW Passat Variant B8 vs. Audi A4 Avant B9 (Benziner, Familienkombi, Gebraucht)
Gesucht wird ein Familienkombi. Praktisch, alltagstauglich, aber auch mit bisschen Blick auf die Optik. Es soll ein Gebrauchtwagen werden, weil wir den extremen Wertverlust am Anfang nicht tragen wollen. Ich möchte auch gar kein teures Auto fahren, fühle mich da regelrecht unwohl, wenn ich da mit einem "Wert" von 30.000 Euro rumfahre. Möchte keine grauen Haare bekommen, wenn die Kinder Schrammen reinmachen oder mich vor Lackschäden fürchten, wenn ich mal wieder auf einem Schotterparkplatz parke (meine Firma, die Schule vom großen Kind, ...).
Wir fahren ca. 12.000 Kilometer pro Jahr. Evtl. einmal im Jahr in den Urlaub mit dem Auto (Sommer und Strand, Wintersport machen wir nicht). Evtl. auch zweimal oder dreimal (mal ein Städtetrip, mal zu einem Freizeitpark/Wasserpark/etc.).
(Edit: Also wir fahren aktuell 12.000 Kilometer im Jahr und sind dieses Jahr aber auch geflogen. Mit Auto-Urlaub geht es wohl eher Richtung 15.000 Kilometer.).
Der Fokus ist aber die tägliche Kurzstrecke. Klar, dort wäre ein etwas kleineres Auto evtl. besser, aber ich möchte nicht drei Autos unterhalten. Das kann mal ein Kilometer zum Supermarkt sein und dort wird der Kofferraum mindestens 2x pro Woche voll geladen. Das kann Schule, KiTa, Freizeit der Kinder etc. alles im Umkreis 2 Kilometer sein. Oder Fitnessstudio, Verwandtschaft, Ausflüge im Stadtbereich - 5 bis 15 Kilometer.
1x im Monat eine Strecke von 2x 90 Kilometern (50% Autobahn). 1x alle 2 Monate eine Strecke von 2x 40 Kilometern (95% Autobahn).
Schon verschiedene Sachen Probe gefahren. DSG verteufelt. Andere Sachen verteufelt. Am Ende gesagt, naja DSG ist doch nicht so schlimm. Auch Mercedes, BMW, Mazda, Opel, Ford, Skoda und Peugeot wurden schon Probe gefahren. (so toll waren bspw. die Wandler von Mercedes oder BMW/ZF dann auch nicht, dass ich deswegen diese Autos gekauft hätte). Wir wollen kein Elektroauto, wir wollen keinen Plugin irgend einer Art. Ich weiß, es kann Geld sparen. Für mein persönliches Gefühl will ich lieber simple Technik, auch wenn die Wahrscheinlichkeit für einen Akku-Tod nur 0,x% ist. Einmal im Monat tanken auf dem Weg zum Supermarkt, fertig. Möchte mir keine Gedanken darüber machen, dass immer eine 0,x%-Chance besteht, dass ein Defekt für 5.000, 10.000, 20.000 Euro Schaden sorgt. Selbst ein Tauschmotor kostet ja nur ein Bruchteil davon. Das ist der gleiche Grund, warum ich kein 30.000-Euro-Auto fahren will, auch da fahre ich mit einem höheren finanziellen Risiko herum (bspw. auch Diebstahl), welches zwar unwahrscheinlich ist, aber in der Höhe sehr hoch.
Am Ende bleibt die Entscheidung zwischen VW Passat Variant B8 und Audi A4 Avant B9. Auch der Passat gefällt mir optisch gut (um Welten besser als jeder Hyundai, Kia, Renault, usw...). Der Audi A4 gefällt mir innen wie außen ein kleines Stück besser.
Motormäßig wäre es wahrscheinlich der gleiche Motor, d.h. zumindest Passat Pre-Facelift und ebenso beim frühen A4 wurde ja der 1.4 TFSI verbaut. Beim VW mit einem Trockenkupplungs-Getriebe, beim Audi mit DSG im Ölbad. Jeweils 150 PS.
Die Außenmaße sind bis auf 3-4 cm vergleichbar. Innen holt der Passat ca. 10 cm mehr Kofferraum-Länge heraus (115,5 vs 105,5 lt. ADAC). Breite vergleichbar, Höhe weiß ich nicht. Lt. ADAC-Angabe hat der Passat natürlich mehr Kofferraum, aber da wird ja stets mit variablem Ladeboden in unterer Stellung gerechnet. Weiß nicht, wie die Höhe ist bei Passat in Normalstellung vs. Audi, wo es ja keinen variablen Ladeboden gibt.
Pflichtausstattung ist eine Rückfahrkamera. Pflicht ist Automatik (DSG). Bei günstigeren Audis gibt es häufig nicht mal ACC, was ja bei VW m.W. Standard war/ist (zumindest in der Comfortline bzw. Business!?).
Beziehungsweise anders gefragt: Wo seht ihr noch die Vor- bzw. Nachteile von diesen beiden Modellen?
Kostenmäßig interessant ist für uns nicht der Anfangspreis sondern die TCO über (mindestens) 8 Jahre Haltedauer. Welche Empfehlungen gibt es da bezüglich Alter und Laufleistung, kann man problemlos einen Passat bzw. A4 aus dem Jahr 2016 mit 100.000 Kilometern nehmen und der macht dann mindestens noch die 200.000 Kilometer voll, ohne dass gleich alles auseinanderfliegt und man jedes Jahr tausende Euro in Reparatur stecken muss? Was sind überhaupt gute Preise für die beiden Autos mit 6-8 Jahren Alter, 150 PS Motor, Rückfahrkamera und bisschen Basis-Ausstattung (P.S. beim Audi wäre für uns noch die 3-Zonen-Klima relevant; weil wir hinten eine Lüftung haben wollen; Passat hat ja standardmäßig hinten Lüftung).
Gibt es sonst noch wichtige, relevante Unterschiede oder geht es am Ende letztendlich um 10 cm mehr Kofferraum, Optik und Preis?
Unterhaltskosten dürften auch vergleichbar sein? (Gleicher Motor, ähnliche Reparatur-Anfälligkeit weil zum großen Teil die gleiche VAG-Technik, KFZ-Steuer ähnlich, Versicherung ähnlich, Verbrauch ähnlich, Audi evtl. etwas höhere Kosten für Service).
43 Antworten
Kurzstrecken sind für beide Motorena Gift. Ich habe mich bewusst für einen Diesel entschieden. Wir fahren im Jahr zwar insgesamt relativ wenig, aber wenn dann immer längere Strecken.
Ich habe irgendwie eine Abneigung gegen diese TSI Motoren. Mag sein das diese Motoren mittlerweile viel besser geworden sind, aber ich mag die wie gesagt nicht. Dann würde ich mit dem Diesel lieber öfters mal einen kleinen Umweg fahren und gut ist. Ist halt individuell für jeden anders. Das musst du wohl oder übel für dich selber entscheiden. Meine Meinung solltest du jetzt kennen. Andere Mitglieder sind da bestimmt auch anderer Meinung. Pech kannst du leider mit beiden Möglichkeiten haben.
Ich weiß, dass Kurzstrecken für beide Motoren Gift. Die Frage war, was ist beim Diesel noch schlimmer - was man beim Benziner nicht hat.
Die Alternative zu einem Passat wäre im Elektrobereich ein (Q8) E-Tron für ca. 10.000 Euro Mehrkosten auf dem Gebrauchtwagenmarkt plus deutlich höhere Versicherungskosten. Der hat einen, einigermaßen, vergleichbaren Kombi-Kofferraum.
Etwa einmal im Monat eine etwas längere Autobahnfahrt zum Freibrennen (mindestens 40 Kilometer hin, 40 zurück; öfters noch fahren wir 90 hin, 90 zurück zu anderen Verwandten) hätten wir.
Wie gesagt, laut vielen Aussagen hier sind die aktuelleren TSI Motoren nicht mehr so problematisch wie früher. Ich habe dir nur meine Meinung zu diesen Motoren gesagt. Kann sein das ich da möglicherweise auch falsch liege. Ich habe mich z.B. auch bei unserem gebrauchten Alltrack für den 200 PS TDI entschieden. Dieser Motor fällt auch öfters mal mit einem etwas erhöhten Ölverbrauch auf. Was das für uns bedeutet wird sich in Zukunft zeigen. Ich bin aber mit dem Wagen bis jetzt auch erst 450 Kilometer gefahren. Aktuell ist der Ölstand immer noch auf Maximum, genau wie bei der Übernahme.
Wenn es denn dann unbedingt ein TSI werden müsste, würde ich mich nur für einen 2.0 TSI entscheiden. Der 1.4er wäre mir für einen Passat einfach zu schwachbrüstig.
Muss es denn unbedingt ein DSG sein?
Ich weiß, es steht auf der ersten Seite, da steht aber auch was von "Freund simpler Technik".
Der 1.4/1.5 TSI ist ein typisches Auto von den wenigen Privatkäufern (Erstbesitz).
Die 2.0 TDI sind ehr Leasingfahrzeuge von Firmen/Vertretern.
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@Kolati
Du fährst zu viele Kurzstrecken. Das Hauptproblem ist aus meiner Sicht der DPF. Du müllst dir den Filter zu. Dieses Problem hast du mit dem TSI nicht.
Ich kenne den 1.4 TSI mit 150 PS aus unserem Golf 7 Variant. Der läuft gut, ist aber vom Fahrgefühl dem TDI mit 150 PS unterlegen. Der macht alles viel lockerer aus dem Drehzahlkeller. Wenn du mit dem TDI mit halten willst, musst du die Gänge mehr ausdrehen. Dann kannst du mithalten, hast aber locker 1,5-2 Liter mehr Verbrauch als der TDI.
Meine Autobahnrichtgeschwindigkeit mit dem 1.4 TSI lag so bei 130-150 Km/h. Selten höher. Wenn du nicht mehr vorhast, reicht der Passat 1.5 TSI. Fährst du grundsätzlich schneller, dann nimm lieber der 2.0 TSI.
Der 2.0 TSI ist nochmals teurer in der Anschaffung und braucht weitere 1,5-2 Liter mehr als der 1.4 TSI. Gerade beim Fahrprofil des TEs mit viel Kurzstrecke macht der gar keinen Sinn (und auch der 1.4 TSI läuft problemlos 200 wenns man schneller gehn soll).
Hier kannst Du Dich zum Thema DPF informieren. Im Zweifelsfall musst Du mit dem TDI ab und zu mal ne ungeplante Autobahnfahrt zusätzlich machen, wenn die Regeneration auf der Kurzstrecke nicht funktioniert.
Zitat:
@Kolati schrieb am 27. Juli 2024 um 21:38:53 Uhr:
Die Alternative zu einem Passat wäre im Elektrobereich ein (Q8) E-Tron für ca. 10.000 Euro Mehrkosten auf dem Gebrauchtwagenmarkt plus deutlich höhere Versicherungskosten. Der hat einen, einigermaßen, vergleichbaren Kombi-Kofferraum.
Also ich habe seit 3 Jahren beides: Passat und E-Tron. Der Kofferraum ist vergleichbar auch wenn der vom Passat noch mehr wegschluckt. Aber ansonsten ist der E-Tron schon eine andere Fahrzeugklasse mit Luftfahrwerk und Leistung etc. (ausgenommen die Kofferraumabdeckung) aber für dein Profil könnte es tatsächlich besser passen, wenn du dir auch eine WB zuhause hinstellen kannst! Und die musst mit der Elektronik (Navi, App & Co) Glück haben beim Audi - es gibt viele, die haben nur Probleme. Ich hatte bisher Glück.
Nächstes Jahr muss ich entscheiden, welcher von beiden gehen muss...schwierig.
Zitat:
@Stefan0310 schrieb am 29. Juli 2024 um 15:33:07 Uhr:
Der 2.0 TSI ist nochmals teurer in der Anschaffung und braucht weitere 1,5-2 Liter mehr als der 1.4 TSI. Gerade beim Fahrprofil des TEs mit viel Kurzstrecke macht der gar keinen Sinn (und auch der 1.4 TSI läuft problemlos 200 wenns man schneller gehn soll).
Klar läuft der auch 220, aber er ist angestrengt. So locker wie ein 2.0 TSI schüttelt er die 200-220 nicht aus dem Ärmel. Der TE weiß selber wie schnell er üblicherweise fährt. Der 1.4/1.5 TSI könnte reichen.
Tja, wie immer wird die eierlegende Wollmilchsau gesucht. Geschwindigkeiten über 180 werden die absolute Ausnahme bleiben.
Die Stadtautobahn ist eh auf 80-130 limitiert. Wenn ich längere Strecken Autobahn fahre, dann stets mit Familie, d.h. Verwandtschaftsbesuche, Ausflüge, Urlaub. Da geht eher die Sicherheit vor. Unsere Hauptroute zur Verwandtschaft ist zudem zweispurig je Richtung, da kann man praktisch eh nicht schnell fahren, wenn die LKWs rechts eben nur 80 fahren und dann dort auch immer mal wieder rüberzieht. Also 180 ist schon das realistische Maximum, eher 80-160 auf der Autobahn. Zudem ist die nicht der Hauptanwendungsfall. Meist schon eher Stadtverkehr.
Ich denke dann musst Du selbst entscheiden, ob Du den etwas teureren 1.4/1.5 TSI nimmst und das Risiko bei der Haltbarkeit des DQ200 DSG Getriebes hast oder den günstigeren 2.0 TDI mit dem Risiko des DPF. Beide sind von den Fahrleistungen für Deine Anforderungen mehr als ausreichend. Gerade bei viel Stadtverkehr der viel Verschleiß für die Kupplung bedeutet, würde ich wahrscheinlich zum TDI mit dem haltbareren DQ381 greifen und bei Bedarf ne Extrarunde drehen bis die DPF Regeneration abgeschlossen ist.
Schau dir doch erstmal die Preise an.
Wenn ein Diesel wirklich 2k€ günstiger ist...
Musst eben bei Regeneration ein Stück rumfahren, so 11min.
Aber der Diesel hat eher noch mehr Technik als die Benziner.
Wobei diese auch schon recht ähnlich sind, Turbo, Druckpumpe, Einspritzung... aber eher mit kleineren Werten.
Informiere dich doch, ob es Auffälligkeiten gibt bei gewissen Motoren gibt. Die Benziner sind auch nicht mehr so kurzstreckenfest, Thema Verkokung, oder manche hatten da zumindest Probleme.
Wenn es da eine Kombination aus Zylinder und SaugrohrEinspritzung wirklich gibt, diese bevorzugen sofern die keine sonstigen Auffälligkeiten bietet.
Aber da du ja einen gebrauchten willst, musst auch schauen was es günstig gibt.
Ansonsten evtl. nen kleinen halbwegs ordentlichen Zweitwagen für wenige tausend? Kosten aber auch wieder, eher hauptsächlich Versicherung wohl.
Zitat:
@KeinAutoNarr schrieb am 6. August 2024 um 08:59:21 Uhr:
Informiere dich doch, ob es Auffälligkeiten gibt bei gewissen Motoren gibt.
Ja genau, deswegen bin ich hier.
Zitat:
Ansonsten evtl. nen kleinen halbwegs ordentlichen Zweitwagen für wenige tausend? Kosten aber auch wieder, eher hauptsächlich Versicherung wohl.
In diesem Fall ein Drittwagen für uns - wofür soll ich mir ein drittes Auto kaufen? Und für ein paar tausend Euro kommt man da auch nicht, Anforderungen sind dann ja die gleichen: Automatik/DSG, mindestens 140 PS, allermindestens 130 PS, eine gewisses Maß an Wertigkeit (wenn ich es dann täglich nutze) und Größe (Sicherheit) - also allermindestens läuft das auf einen Golf 7 hinaus. Dann haben wir 3 Autos, und dann? Oder als Drittwagen dann noch einen Cupra Born für 25.000 Euro gebraucht - das ist doch Irrsinn, da kann ich mir stattdessen jährlich einen neuen DPF einbauen und komme trotzdem günstiger als mit Drittwagen. Und wofür?