ForumS60 2, V60, S80 2, V70 3, XC70 2, XC60
  1. Startseite
  2. Forum
  3. Auto
  4. Volvo
  5. S60 2, V60, S80 2, V70 3, XC70 2, XC60
  6. Volvo V70III 2.5T CNG Kaufberatung/Erfahrungsbericht

Volvo V70III 2.5T CNG Kaufberatung/Erfahrungsbericht

Volvo V70 3 (B)
Themenstarteram 29. Januar 2016 um 13:31

Ich brauchte als Pendler ein Fahrzeug mit dem ich täglich 140km zur Arbeit, plus evtl. bis zu 500km/Tag im Aussendienst fahren konnte. Den Volvo V70 war ich bereits vor 10Jahren als D5 Diesel schonmal gefahren und war mit Platzangebot und Leistung sehr zufrieden. Als Alternative zum Diesel kam da nur ein Erdgasfahrzeug in Frage. Und in der oberen Mittelklasse blieb dann nur der V70 übrig. Ausserdem war er als Gebrauchter bei gleicher Ausstattung ca. 2000 – 7000€ günstiger als BMW, Audi, Mercedes und Co.. Im Prinzip hat er nach 2 Jahren bereits fast 50% des Neuwagenwertes „verloren“. Ausserdem ist die CO2 Bilanz ja auch deutlich besser als beim Benziner (ca.30% weniger Ausstoss).

Neben den wirtschaftlichen Vorteilen gefiel mir aber auch das eigenständige Design und vor allem die Tatsache, dass es noch ein richtiger Kombi ist, in den – dank der senkrechten Heckklappe - auch etwas reinpasst. Die oben genannten „Alternativen“ sind in diesem Punkt dagegen schlicht weg ein Witz geworden (versuche mal einer einen 90cm tiefen Karton – ohne Umlegen der Rückbank – hinten in einen Audi A6 reinzustellen ohne dass beim Schliessen der Heckklappe die Rückscheibe rausfällt).

Alles in Allem bin ich bis heute (120 000km in ca. 3 Jahren) immer noch sehr zufrieden mit dem V70III 2.5T CNG (Summum, gekauft mit 35tkm: 20k€) und würde ihn sofort wieder kaufen. Technisch hatte er – bei täglicher Nutzung - bis heute keine ernsthaften Probleme.

In diesem Erfahrungsbericht/dieser Kaufberatung Teil 1 werde ich versuchen die Besonderheiten der CNG-Technik so gut und ausführlich es geht zu erklären und die wichtigsten Aspekte zusammenzustellen, die man vor einem Kauf und später im Betrieb beachten sollte.

Im zweiten Teil der Kaufberatung (separater Thread) gehe ich dann noch auf ein paar Punkte ein, die eigentlich nichts mit CNG zu tun haben, mir aber beim täglichen Gebrauch des V70III aufgefallen sind. Es gibt ja in dem Bereich auch schon einige Berichte.

Hier jetzt ein paar konkrete Erfahrungen/Informationen speziell zum Thema CNG (sorry, wird ein bisschen länger……):

Der grösste Vorteil ist und bleibt – für mich – dass sich die „Spritkosten“/km halbieren ohne in einer kleinen „Gasgurke“ a la VW Caddy etc. zu sitzen.

- Der Volvo V70III 2.5T CNG ist eigentlich ein FlexFuel Fahrzeug und somit ursprünglich auch für den Betrieb mit Ethanol oder E85 geeignet (hier sei aber gleich angemerkt, dass man E85 mit der CNG-Technik nicht verwenden sollte. Die Gemischaufbereitung ist für Benzin und CNG optimiert. Ein dritter Parameter für E85 funktioniert offensichtlich nicht sonderlich gut). Im Motor sind bei diesen Fahrzeugen u. a. die Ventilsitze gehärtet. Das ist gerade im CNG-Betrieb von Vorteil, da Erdgas heisser verbrennt als Benzin und der dadurch eigentlich verursachte höhere Verschleiss an den Ventilen wieder kompensiert bzw. eliminiert wird. Den gibt es oft an Wagen, die mit Gas-Anlagen (z.B. LPG) nachgerüstet werden. Beim V70III CNG also kein Problem.

- Die CNG-Anlage wird von der Firma AFV in Schweden direkt nach der Fertigstellung des eigentlichen Wagens eingebaut. Der DEKRA-Prüfer in Deutschland war vom professionellen Einbau sichtlich beeindruckt. (Bild Motor Übersicht)

- CNG-Anlagen werden in Deutschland – egal in welches Fahrzeug - nicht nachgerüstet!!

- Die V70III (ab Modelljahr 2012) verfügen gegenüber den vorherigen Modellen über einen etwas kleineren Gastank mit durchschnittlich 15kg Inhalt statt 19kg (Gas wird immer in Kilo gemessen). Dafür ist der Kofferraumboden nicht ganz so hoch, wie bei den älteren Modellen (siehe unten).

- Der tatsächliche CNG-Inhalt schwankt von 14kg (Sommer, 40Grad) bis 17.5kg (Winter, -10Grad), da sich die Dichte des Gases mit der Temperatur verändert.

- Der CNG-Tankstutzen ist direkt neben dem für Benzin unter der Tankklappe angebracht (siehe Bild).

- CNG Verbrauch von 5.2kg/100km (Nord-Schweiz (flach), Frühling, 80% Autobahn (max. 120km/h), ohne Tempomat und andere Verbraucher (Lüftung Stufe 2, Radio Heizung u. Assistenzsysteme aus, Licht an, 2 Personen, kein Gepäck) bis >9kg/100km, gleiche Bedingungen, Autobahn Deutschland mit 140 – 180km/h bis Tank leer.

- Reichweite dadurch von 291km – 150km.

- Im Schnitt verbrauche ich bei meinen täglichen Fahrten 6.2kg/100km (Sommer) – 6.5kg/100km (Winter m. Heizung etc.) bei 50%Landstrasse, 40% Autobahn, 10% Stadt.

- Der Bordcomputer funktioniert im CNG-Betrieb nicht d.h. er aktualisiert sich nicht. Das funktioniert nur im reinen Benzinbetrieb.

- Das heisst jeden zweiten Tag tanken. Bei mir kein Problem da CNG-Tanke auf dem Weg (kann aber manchmal – je nach Gemütslage – auch schonmal nervig sein).

- Beim CNG-Preis von 0.96 – 1.10€/kg entspr. das etwa 6.50€/100km gegenüber 13€/100km mit Benzin (natürlich abhängig vom Benzinpreis (is ja gerade wieder ein bisschen besser für die Benziner)).

- CNG wird noch bis 2018 subventioniert und kosten so zwischen 0.95-1.25€/kg. Ich weiss im Moment nicht, wie sich das weiterentwickelt oder nach 2018 gehandhabt wird. Der CNG-Preis ist in den letzten 3 Jahren bei mir immer konstant geblieben und hat schon gar nicht so geschwankt wie der Benzinpreis (allerdings auch nicht nach unten ?). Ich verstehe eigentlich nicht, warum der CNG-Preis, der ja an den Erdölpreis gekoppelt ist, bei Autos nicht sinkt, für private Haushalte (Erdgas) aber schon???

- Verbrauch mit Benzin 8 – 17L/100km (gemächlich, vorrausschauend – volles Rohr). Im Schnitt liegt der Benzinverbrauch bei ca. 9L/100km. Ich fahre aber 95% auf CNG.

- Ölverbrauch ca. 1.5 – 2L/30 000km (immer auf guten Ölstand achten. Mind. halb voll (da meckert die Ölstandskontrolle dann eh schon). Das ist wichtig für die Langlebigkeit des Turboladers (neben sachtem warmfahren und „abkühlen“ nach schneller Fahrt). Im normalen Tagesgebrauch muss man aber nichts weiter beachten. Man braucht auch kein spezielles Motoröl.

- Ab Modelljahr 2012 ist in den V70 eine VSI 2.0 Anlage von Prins verbaut. Diese kann - besser als die bis dahin verbaute VSI 1.0 - zwischen L- und H-Gas unterscheiden und stellt sich selbständig um (die Änderung ist wohl grösstenteils nur ein Softwareupdate). Ich fahre zu 95% H-Gas.

- Es gibt grundsätzlich beide Gassorten. Im Süden mehr H, im Norden auch öfter L. L-Gas hat etwas weniger Energie (dadurch etwas mehr Verbrauch) als H-Gas. Steht an der Tanke immer dran.

- Der Wagen startet immer mit Benzin. Braucht aber mindestens ca. 7L im Tank – also nie leer fahren!!!

- Umstellung auf Gas erfolgt problemlos nach 20sec-1 Min oder 0.5 – 09.km, manchmal mit einem kleinen Rucken (merkt man etwas mehr, wenn man gerade am Beschleunigen ist).

- Der Gasfüllstand wird an der Anzeige in der Mittelkonsole mit 4 grünen und einer roten LED angezeigt. Also quasi immer ¼ (ca. 50km/Licht)(siehe Bild).

-Man kann jederzeit manuell auf Benzin oder Gas umstellen (Druckknopf an der Anzeige).

- Im CNG-Betrieb merkt man den ca. 10-20%igen Leistungsverlust nur beim starken Beschleunigen. Der Wagen hat immer genug Leistung (wobei das natürlich Ansichtssache ist :-)) um zügig voranzukommen.

- Die CNG-Anlage hat zwei Filter (siehe Bild), die einigermassen regelmässig gewechselt werden sollten (bei der Inspektion), ist aber ansonsten wartungs- und einstellungsfrei. Einen CNG-Filter (Papierfilter in schwarzer „Plastikdose“ nach 30tkm – 25€) und einen Sinterfilter (40€) im KEIHIN-Druckminderer (nach 90tkm). Und hier liegt das einzige, kleine Problem der Wagen. Die Volvo-Werkstätten trauen sich da manchmal nicht richtig ran. Eigentlich muss jede Volvo-Werkstatt einen Gas-Spezi haben (durch die FlexFuel-LPG-Vergangenheit bei Volvo). Diese haben aber eben nur die Niederdruck-LPG-Anlagen gewartet. Das CNG-System ist dagegen ein Hochdrucksystem mit 200bar Betriebsdruck. Ausserdem werden die CNG-Volvos in Deutschland von Volvo nicht offiziell verkauft. Die Firma AFV in Schweden (die mittlerweile zu Westport gehört: www.westport.com) ist hier aber sehr hilfsbereit und bietet den Händlern an, sich auf deren Website zu registrieren. Damit haben die Händler dann Zugriff auf alle Daten, Infos und Anleitungen von AFV. Ausserdem bekommen sie dort auch die entsprechenden Ersatzteile und Filter. Es wäre also wichtig v o r der Anschaffung eines CNG mit der Werkstatt zu klären, ob sie die Arbeiten unter diesen Bedingungen übernehmen. Das Gleiche gilt bei Werkstätten für Kfz-Gas-Anlagen (z.B. Prins) allgemein. Die machen meist nur die Niederdruck-LPG-Systeme und verweigern sich bei CNG auch mal gerne.

- Meine Volvo-Werkstatt macht mir den CNG-Service mit AFV-Support. Die eigentliche Inspektion ist die gleiche wie beim normalen Benziner und wird von Volvo problemlos durchgeführt.

- Durch den Einbau der 4 Gastanks im Kofferraum „erhöht“ sich der Kofferraumboden um ca. 11cm. Dadurch ändert sich die Öffnungshöhe von original 75cm auf 64 cm (siehe Bild).

- AFV baut den Boden sehr stabil mit einer Metallkonstruktion. Rechts und links bauen sie sogar einen (langestreckten) Deckel ein, der es ermöglicht, trotz des zusätzlichen Bodens die Verzurrhaken in den Gepäckschienen zu nutzen (wenn man die hat?) (siehe Bild).

- Die CNG-Tanks dürfen nach 20 Jahren nicht weiter verwendet werden. Das Verfalldatum steht auf dem jeweiligen Tank (siehe Bilder). Ob sie dann 2031 nach einer Prüfung doch weiterverwendet werden dürfen, konnte mir weder TÜV noch DEKRA sagen. (Aber bis dahin fahre ich hoffentlich schon mit Brennstoffzelle).

- Bei der Hauptuntersuchung kann der Prüfer verlangen, die Gasanlage zu „besichtigen“. Daher immer einen 10er Steckschlüssel mitnehmen um die 4 Schrauben des Kofferraumbodens zu lösen. Dieser kann dann – am besten zu zweit – herausgenommen werden. Darunter liegen dann die 4 Gastanks (siehe Bild). Auf jedem Tank ist ein Typenschild angebracht mit Daten zu Herstellungsdatum, Verfalldatum, Fassungsvermögen etc.. Das will der Prüfer normalerweise sehen. Man kann den Boden natürlich auch schon zu Hause ausbauen…….

- Die Prüfung der Gasanlage kostet ca. 27€ extra zur HU (88.-€). Dabei wird Druck auf die Anlage gegeben und geschaut, ob der sich abbaut oder bestehen bleibt (wie beim Wohnwagen-Gastank).

- Das Tankstellennetz hat für mich immer ausgereicht. Auch auf Fahrten von ganz im Süden bis ganz nach Norden der Republik. Manchmal muss man aber schon nach 200km Ausschau halten. Das bedeutet praktisch, dass man alle 2 Stunden eine Pause einplanen muss (ist ja sowieso besser als 8 Stunden durchzufahren…).

- Eine Übersicht der CNG-Tankstellen gibt es im Netz. Entlang der Autobahnen ist es kein Problem. Die meisten Navis haben auch explizit CNG-Tankstellen „im Programm“ (bei Becker-Navis z.B. unter Sonderziele).

- Beim Kauf eines V70 CNG sollte man sich auf jeden Fall die EU-Konformitätserklärung sehr genau anschauen (nennt sich auch CoC = Certificate of Conformity). Darin wird bestätigt, dass das Fahrzeug genau dem Baumuster entspricht, welches der Hersteller den örtlichen Behörden vorgeführt und prüfen lassen hat. Das Zertifikat benötigt die deutsche Zulassungsstelle sozusagen für den „Import“ des Fahrzeugs (wenn er hier nicht schon mal angemeldet war). Mein Zertifikat enthielt erstaunlicherweise keinen einzigen Hinweis auf die eingebaute CNG-Anlage. Dort war nur der ursprüngliche Benziner eingetragen!! Der TÜV verweigerte somit die Zulassung. Ich habe dann alle möglichen Dokumente von Volvo und AFV herangeschafft (teilweise aber leider nur auf Schwedisch). Erst unter Androhung eines Rechtsstreits hat die DEKRA das Auto zugelassen. Schliesslich war der Wagen bereits in einem EU-Land zugelassen worden (na ja, die Details dieser Auseinandersetzung erspare ich Euch). Der DEKRA-Mann hat dann schlussendlich den gesunden Menschenverstand walten lassen (im Gegensatz zu den Heinis beim TÜV) und die CNG-Anlage in ein Datenblatt eingetragen, mit dem bei der Zulassungsstelle die Eintragung gemacht wurde. Also am besten überlasst ihr die Zulassung dem Händler oder kontrolliert das CoC akribisch. Denn genaugenommen war mein Wagen in der EU nicht homologiert – also nicht zugelassen, da er nicht mit den Daten im CoC übereinstimmt. Ich habe keine Ahnung, ob das bei allen CoC so ist. Meiner hat jetzt sozusagen eine „Einzelabnahme“ bekommen. Allerdings mit dem Wohlwollen des DEKRA-Mannes für 27.-€ (ist also keine offizielle Einzelabnahme gewesen)….. es geht alles….. man muss nur wollen.

- Sollten die Daten der CNG-Anlage also nicht im CoC enthalten sein, erstellt der TÜV oder DEKRA-Mensch ein Datenblatt (sieht aus wie der HU-Bericht), indem der einwandfreie Einbau, die Funktionsfähigkeit und Sicherheit der Anlage bestätigt wird. was bei der Zulassungsstelle vorgelegt werden muss (kostet wie gesagt 27€ extra). Darin sind die wichtigsten Bauteile der CNG-Anlage aufgelistet (z.B. E13 Nummer, Seriennummern vom KEIHIN-Druckminderer, vom Steuergerät, etc.). Diese Angaben stehen meistens auch auf einem Prins-Aufkleber im Rahmen der Fahrertür (siehe Bild).

- Da der Wagen aus Schweden kam (das sind meistens Dienstwagen der Volvo-Mitarbeiter in Göteborg, die dann versteigert werden und bei Händlern in Deutschland landen), waren die Menüsprache und die Handbücher auf Schwedisch. Handbücher gibt’s bei Volvo (kostenlos!) zum Runterladen. Das AFV Handbuch für die CNG-Anlage habe ich nur auf Englisch gefunden (und von AFV bekommen). Das „MyCar-System“ (also, der erweiterte Bordcomputer mit den Fahrzeugeinstellungen etc.) kann auch ganz einfach auf die deutsche Sprache umgestellt werden. NICHT aber der Bordcomputer (BC) in der Instrumententafel (siehe Bild). Dort erscheinen alle Hinweis- und Warnmeldungen (rechts im Drehzalmesser). Der Stand bei mir noch auf Schwedisch (hatte ich im Eifer des Gefechtes und der Vorfreude nicht drauf geachtet). Der Hammer kommt dann, wenn man beim Volvohändler diese Sprache umstellen lassen möchte (hab sowieso nicht kapiert, warum die beiden Bordcomputersysteme physisch getrennt sind). Das kostet dann nämlich schlappe 170.-€. Mein Händler wollte mir die Sprachdatei (die ja in jedem deutschen Wagen vorhanden ist) auf einen USB-Stick kopieren und im Auto installieren (sogar kostenlos). Das geht aber nicht!! Diese Datei ist ausschliesslich in Göteborg auf dem Volvo-Zentralrechner vorhanden. Sie kann vom Händler auch nur direkt von dort auf den entsprechenden Wagen kopiert werden. Und dafür stellt Volvo dem Händler auf jeden Fall eine Rechnung über besagte 170 Euronen aus. Alter Schwede: Und dann ist natürlich Schluss mit umsonst. Warum soll der Händler das für einen zahlen? Mal abgesehen davon, dass ich dieses Verhalten für vollständig inakzeptabel halte (bei einem Wagen für ca. 50k€ und einer bereits existierenden Datei. Meinem Händler war‘s monsterpeinlich) kann ich Euch nur raten den BC vor dem Kauf zu testen.

- Das deutsche Serviceheft kostet 25.-€!!! und ist für’n Ar…… Habe es mir angeschafft, weil ich gehofft hatte darin die Wartungsarbeiten zu finden, die bei den entsprechenden Inspektionen gemacht werden (so wie es früher üblich war). Pustekuchen. In dem Ding steht nix, aber auch gar nix Verwertbares drin (u.a. aber ein Hinweis zum Austausch des Motors und des Tachos, hä, hallo ?à£???). Also vergesst es. Das Ding lohnt nicht! Eventuell findet ihr einen Wartungsplan hier im Forum oder der Händler gibt Euch einen oder bei VolvoCar anfragen.

- Reserverad gibt’s keins mehr. Stattdessen Continental Mobility Kit (Reifendichtmittel mit Kompressor und Latexlösung). Ist in einem kleinen Fach hinter den Rücksitzen von oben zugänglich im Kofferraumboden untergebracht. Reserveradmulde ist komplett leer. Liegt unter den Gastanks. Wäre super, wenn man da noch einen CNG-Tank unterbringen würde. Der Continental Reifenkit hat eine Haltbarkeit von 4 Jahren. Die Ersatzflasche mit 560mL Latexbrühe kostet ca. 25€. Für die HU ist weder ein Reserverad noch ein Reifen-Kit relevant! Beides muss nicht mal vorhanden sein. Daher braucht man die Latexlösung des Kits auch nicht erneuern, wenn man es sowieso nicht benutzen will.

So, das war alles, was mir zur CNG-Anlage einfällt. Ich hoffe, ich konnte die meisten Fragen beantworten.

Fazit:

Alles in Allem muss man sagen, dass es sich beim Volvo V70III 2.5T CNG um ein Superauto handelt. Ein echter High-Speed-Cruiser, der sehr vielseitig einsetzbar und souverän ist. Dabei eigenständig im Design, geräumig und wertig (bis auf ein paar Punkte, auf die ich im Teil 2 der Kaufberatung eingehe). Der 2.5L Turbomotor ist ausgereift, macht wenig Probleme und läuft richtig gut. Der CNG-Betrieb war bei mir jederzeit einwandfrei, fehlerlos und unauffällig. Das Getriebe ist gut abgestuft und schaltet gut. Ich persönlich würde einen 50kg CNG-Tank und einen 15L Benzintank vorziehen. Auch im Anhängerbetrieb wirkt er nie angestrengt (mit voll beladenem PKW-Anhänger durch die Alpen – null problemo. Den Hänger merkt man kaum – auch nicht bei 120-130km/h in Frankreich!!). Reisegeschwindigkeiten von 120-180km/h sind absolut easy und entspannt (ohne Hänger natürlich?). Der Tempomat ist der beste, den ich kenne (einfach zu bedienen und funktionell und im Lenkrad sehr gut positioniert). Die Verarbeitung ist grundsätzlich gut und auf dem Niveau der anderen, vergleichbaren Anbieter. Die Sitze sind auch auf längeren Fahrten gut. Hinten ist auch genug Platz für 2 ausgewachsene Basketballer (und die sind richtig gross….). Hund kommt ganz nach hinten.

Potentielle Käufer sollten auf das korrekte CoC und die Spracheinstellung des BC, sowie auf die Unterstützung der örtlichen Volvo- oder Gasanlagenwerkstatt achten. Dann kann eigentlich nichts schiefgehen.

Ich hoffe der Beitrag trägt zur Entscheidungsfindung bei.

Also keine Angst vor CNG………………………………

P.S. Leider kann man nicht mehr als eine Datei mit einem Beitrag hochladen. Daher zwei weitere Bilder zweimal separat.

Volvo-v70iii-2-5t-cng-cng-kante-kofferraum
Volvo-v70iii-2-5t-cng-cng-schalter
Volvo-v70iii-2-5t-cng-gastanks-uebersicht
+6
Beste Antwort im Thema
Themenstarteram 29. Januar 2016 um 13:31

Ich brauchte als Pendler ein Fahrzeug mit dem ich täglich 140km zur Arbeit, plus evtl. bis zu 500km/Tag im Aussendienst fahren konnte. Den Volvo V70 war ich bereits vor 10Jahren als D5 Diesel schonmal gefahren und war mit Platzangebot und Leistung sehr zufrieden. Als Alternative zum Diesel kam da nur ein Erdgasfahrzeug in Frage. Und in der oberen Mittelklasse blieb dann nur der V70 übrig. Ausserdem war er als Gebrauchter bei gleicher Ausstattung ca. 2000 – 7000€ günstiger als BMW, Audi, Mercedes und Co.. Im Prinzip hat er nach 2 Jahren bereits fast 50% des Neuwagenwertes „verloren“. Ausserdem ist die CO2 Bilanz ja auch deutlich besser als beim Benziner (ca.30% weniger Ausstoss).

Neben den wirtschaftlichen Vorteilen gefiel mir aber auch das eigenständige Design und vor allem die Tatsache, dass es noch ein richtiger Kombi ist, in den – dank der senkrechten Heckklappe - auch etwas reinpasst. Die oben genannten „Alternativen“ sind in diesem Punkt dagegen schlicht weg ein Witz geworden (versuche mal einer einen 90cm tiefen Karton – ohne Umlegen der Rückbank – hinten in einen Audi A6 reinzustellen ohne dass beim Schliessen der Heckklappe die Rückscheibe rausfällt).

Alles in Allem bin ich bis heute (120 000km in ca. 3 Jahren) immer noch sehr zufrieden mit dem V70III 2.5T CNG (Summum, gekauft mit 35tkm: 20k€) und würde ihn sofort wieder kaufen. Technisch hatte er – bei täglicher Nutzung - bis heute keine ernsthaften Probleme.

In diesem Erfahrungsbericht/dieser Kaufberatung Teil 1 werde ich versuchen die Besonderheiten der CNG-Technik so gut und ausführlich es geht zu erklären und die wichtigsten Aspekte zusammenzustellen, die man vor einem Kauf und später im Betrieb beachten sollte.

Im zweiten Teil der Kaufberatung (separater Thread) gehe ich dann noch auf ein paar Punkte ein, die eigentlich nichts mit CNG zu tun haben, mir aber beim täglichen Gebrauch des V70III aufgefallen sind. Es gibt ja in dem Bereich auch schon einige Berichte.

Hier jetzt ein paar konkrete Erfahrungen/Informationen speziell zum Thema CNG (sorry, wird ein bisschen länger……):

Der grösste Vorteil ist und bleibt – für mich – dass sich die „Spritkosten“/km halbieren ohne in einer kleinen „Gasgurke“ a la VW Caddy etc. zu sitzen.

- Der Volvo V70III 2.5T CNG ist eigentlich ein FlexFuel Fahrzeug und somit ursprünglich auch für den Betrieb mit Ethanol oder E85 geeignet (hier sei aber gleich angemerkt, dass man E85 mit der CNG-Technik nicht verwenden sollte. Die Gemischaufbereitung ist für Benzin und CNG optimiert. Ein dritter Parameter für E85 funktioniert offensichtlich nicht sonderlich gut). Im Motor sind bei diesen Fahrzeugen u. a. die Ventilsitze gehärtet. Das ist gerade im CNG-Betrieb von Vorteil, da Erdgas heisser verbrennt als Benzin und der dadurch eigentlich verursachte höhere Verschleiss an den Ventilen wieder kompensiert bzw. eliminiert wird. Den gibt es oft an Wagen, die mit Gas-Anlagen (z.B. LPG) nachgerüstet werden. Beim V70III CNG also kein Problem.

- Die CNG-Anlage wird von der Firma AFV in Schweden direkt nach der Fertigstellung des eigentlichen Wagens eingebaut. Der DEKRA-Prüfer in Deutschland war vom professionellen Einbau sichtlich beeindruckt. (Bild Motor Übersicht)

- CNG-Anlagen werden in Deutschland – egal in welches Fahrzeug - nicht nachgerüstet!!

- Die V70III (ab Modelljahr 2012) verfügen gegenüber den vorherigen Modellen über einen etwas kleineren Gastank mit durchschnittlich 15kg Inhalt statt 19kg (Gas wird immer in Kilo gemessen). Dafür ist der Kofferraumboden nicht ganz so hoch, wie bei den älteren Modellen (siehe unten).

- Der tatsächliche CNG-Inhalt schwankt von 14kg (Sommer, 40Grad) bis 17.5kg (Winter, -10Grad), da sich die Dichte des Gases mit der Temperatur verändert.

- Der CNG-Tankstutzen ist direkt neben dem für Benzin unter der Tankklappe angebracht (siehe Bild).

- CNG Verbrauch von 5.2kg/100km (Nord-Schweiz (flach), Frühling, 80% Autobahn (max. 120km/h), ohne Tempomat und andere Verbraucher (Lüftung Stufe 2, Radio Heizung u. Assistenzsysteme aus, Licht an, 2 Personen, kein Gepäck) bis >9kg/100km, gleiche Bedingungen, Autobahn Deutschland mit 140 – 180km/h bis Tank leer.

- Reichweite dadurch von 291km – 150km.

- Im Schnitt verbrauche ich bei meinen täglichen Fahrten 6.2kg/100km (Sommer) – 6.5kg/100km (Winter m. Heizung etc.) bei 50%Landstrasse, 40% Autobahn, 10% Stadt.

- Der Bordcomputer funktioniert im CNG-Betrieb nicht d.h. er aktualisiert sich nicht. Das funktioniert nur im reinen Benzinbetrieb.

- Das heisst jeden zweiten Tag tanken. Bei mir kein Problem da CNG-Tanke auf dem Weg (kann aber manchmal – je nach Gemütslage – auch schonmal nervig sein).

- Beim CNG-Preis von 0.96 – 1.10€/kg entspr. das etwa 6.50€/100km gegenüber 13€/100km mit Benzin (natürlich abhängig vom Benzinpreis (is ja gerade wieder ein bisschen besser für die Benziner)).

- CNG wird noch bis 2018 subventioniert und kosten so zwischen 0.95-1.25€/kg. Ich weiss im Moment nicht, wie sich das weiterentwickelt oder nach 2018 gehandhabt wird. Der CNG-Preis ist in den letzten 3 Jahren bei mir immer konstant geblieben und hat schon gar nicht so geschwankt wie der Benzinpreis (allerdings auch nicht nach unten ?). Ich verstehe eigentlich nicht, warum der CNG-Preis, der ja an den Erdölpreis gekoppelt ist, bei Autos nicht sinkt, für private Haushalte (Erdgas) aber schon???

- Verbrauch mit Benzin 8 – 17L/100km (gemächlich, vorrausschauend – volles Rohr). Im Schnitt liegt der Benzinverbrauch bei ca. 9L/100km. Ich fahre aber 95% auf CNG.

- Ölverbrauch ca. 1.5 – 2L/30 000km (immer auf guten Ölstand achten. Mind. halb voll (da meckert die Ölstandskontrolle dann eh schon). Das ist wichtig für die Langlebigkeit des Turboladers (neben sachtem warmfahren und „abkühlen“ nach schneller Fahrt). Im normalen Tagesgebrauch muss man aber nichts weiter beachten. Man braucht auch kein spezielles Motoröl.

- Ab Modelljahr 2012 ist in den V70 eine VSI 2.0 Anlage von Prins verbaut. Diese kann - besser als die bis dahin verbaute VSI 1.0 - zwischen L- und H-Gas unterscheiden und stellt sich selbständig um (die Änderung ist wohl grösstenteils nur ein Softwareupdate). Ich fahre zu 95% H-Gas.

- Es gibt grundsätzlich beide Gassorten. Im Süden mehr H, im Norden auch öfter L. L-Gas hat etwas weniger Energie (dadurch etwas mehr Verbrauch) als H-Gas. Steht an der Tanke immer dran.

- Der Wagen startet immer mit Benzin. Braucht aber mindestens ca. 7L im Tank – also nie leer fahren!!!

- Umstellung auf Gas erfolgt problemlos nach 20sec-1 Min oder 0.5 – 09.km, manchmal mit einem kleinen Rucken (merkt man etwas mehr, wenn man gerade am Beschleunigen ist).

- Der Gasfüllstand wird an der Anzeige in der Mittelkonsole mit 4 grünen und einer roten LED angezeigt. Also quasi immer ¼ (ca. 50km/Licht)(siehe Bild).

-Man kann jederzeit manuell auf Benzin oder Gas umstellen (Druckknopf an der Anzeige).

- Im CNG-Betrieb merkt man den ca. 10-20%igen Leistungsverlust nur beim starken Beschleunigen. Der Wagen hat immer genug Leistung (wobei das natürlich Ansichtssache ist :-)) um zügig voranzukommen.

- Die CNG-Anlage hat zwei Filter (siehe Bild), die einigermassen regelmässig gewechselt werden sollten (bei der Inspektion), ist aber ansonsten wartungs- und einstellungsfrei. Einen CNG-Filter (Papierfilter in schwarzer „Plastikdose“ nach 30tkm – 25€) und einen Sinterfilter (40€) im KEIHIN-Druckminderer (nach 90tkm). Und hier liegt das einzige, kleine Problem der Wagen. Die Volvo-Werkstätten trauen sich da manchmal nicht richtig ran. Eigentlich muss jede Volvo-Werkstatt einen Gas-Spezi haben (durch die FlexFuel-LPG-Vergangenheit bei Volvo). Diese haben aber eben nur die Niederdruck-LPG-Anlagen gewartet. Das CNG-System ist dagegen ein Hochdrucksystem mit 200bar Betriebsdruck. Ausserdem werden die CNG-Volvos in Deutschland von Volvo nicht offiziell verkauft. Die Firma AFV in Schweden (die mittlerweile zu Westport gehört: www.westport.com) ist hier aber sehr hilfsbereit und bietet den Händlern an, sich auf deren Website zu registrieren. Damit haben die Händler dann Zugriff auf alle Daten, Infos und Anleitungen von AFV. Ausserdem bekommen sie dort auch die entsprechenden Ersatzteile und Filter. Es wäre also wichtig v o r der Anschaffung eines CNG mit der Werkstatt zu klären, ob sie die Arbeiten unter diesen Bedingungen übernehmen. Das Gleiche gilt bei Werkstätten für Kfz-Gas-Anlagen (z.B. Prins) allgemein. Die machen meist nur die Niederdruck-LPG-Systeme und verweigern sich bei CNG auch mal gerne.

- Meine Volvo-Werkstatt macht mir den CNG-Service mit AFV-Support. Die eigentliche Inspektion ist die gleiche wie beim normalen Benziner und wird von Volvo problemlos durchgeführt.

- Durch den Einbau der 4 Gastanks im Kofferraum „erhöht“ sich der Kofferraumboden um ca. 11cm. Dadurch ändert sich die Öffnungshöhe von original 75cm auf 64 cm (siehe Bild).

- AFV baut den Boden sehr stabil mit einer Metallkonstruktion. Rechts und links bauen sie sogar einen (langestreckten) Deckel ein, der es ermöglicht, trotz des zusätzlichen Bodens die Verzurrhaken in den Gepäckschienen zu nutzen (wenn man die hat?) (siehe Bild).

- Die CNG-Tanks dürfen nach 20 Jahren nicht weiter verwendet werden. Das Verfalldatum steht auf dem jeweiligen Tank (siehe Bilder). Ob sie dann 2031 nach einer Prüfung doch weiterverwendet werden dürfen, konnte mir weder TÜV noch DEKRA sagen. (Aber bis dahin fahre ich hoffentlich schon mit Brennstoffzelle).

- Bei der Hauptuntersuchung kann der Prüfer verlangen, die Gasanlage zu „besichtigen“. Daher immer einen 10er Steckschlüssel mitnehmen um die 4 Schrauben des Kofferraumbodens zu lösen. Dieser kann dann – am besten zu zweit – herausgenommen werden. Darunter liegen dann die 4 Gastanks (siehe Bild). Auf jedem Tank ist ein Typenschild angebracht mit Daten zu Herstellungsdatum, Verfalldatum, Fassungsvermögen etc.. Das will der Prüfer normalerweise sehen. Man kann den Boden natürlich auch schon zu Hause ausbauen…….

- Die Prüfung der Gasanlage kostet ca. 27€ extra zur HU (88.-€). Dabei wird Druck auf die Anlage gegeben und geschaut, ob der sich abbaut oder bestehen bleibt (wie beim Wohnwagen-Gastank).

- Das Tankstellennetz hat für mich immer ausgereicht. Auch auf Fahrten von ganz im Süden bis ganz nach Norden der Republik. Manchmal muss man aber schon nach 200km Ausschau halten. Das bedeutet praktisch, dass man alle 2 Stunden eine Pause einplanen muss (ist ja sowieso besser als 8 Stunden durchzufahren…).

- Eine Übersicht der CNG-Tankstellen gibt es im Netz. Entlang der Autobahnen ist es kein Problem. Die meisten Navis haben auch explizit CNG-Tankstellen „im Programm“ (bei Becker-Navis z.B. unter Sonderziele).

- Beim Kauf eines V70 CNG sollte man sich auf jeden Fall die EU-Konformitätserklärung sehr genau anschauen (nennt sich auch CoC = Certificate of Conformity). Darin wird bestätigt, dass das Fahrzeug genau dem Baumuster entspricht, welches der Hersteller den örtlichen Behörden vorgeführt und prüfen lassen hat. Das Zertifikat benötigt die deutsche Zulassungsstelle sozusagen für den „Import“ des Fahrzeugs (wenn er hier nicht schon mal angemeldet war). Mein Zertifikat enthielt erstaunlicherweise keinen einzigen Hinweis auf die eingebaute CNG-Anlage. Dort war nur der ursprüngliche Benziner eingetragen!! Der TÜV verweigerte somit die Zulassung. Ich habe dann alle möglichen Dokumente von Volvo und AFV herangeschafft (teilweise aber leider nur auf Schwedisch). Erst unter Androhung eines Rechtsstreits hat die DEKRA das Auto zugelassen. Schliesslich war der Wagen bereits in einem EU-Land zugelassen worden (na ja, die Details dieser Auseinandersetzung erspare ich Euch). Der DEKRA-Mann hat dann schlussendlich den gesunden Menschenverstand walten lassen (im Gegensatz zu den Heinis beim TÜV) und die CNG-Anlage in ein Datenblatt eingetragen, mit dem bei der Zulassungsstelle die Eintragung gemacht wurde. Also am besten überlasst ihr die Zulassung dem Händler oder kontrolliert das CoC akribisch. Denn genaugenommen war mein Wagen in der EU nicht homologiert – also nicht zugelassen, da er nicht mit den Daten im CoC übereinstimmt. Ich habe keine Ahnung, ob das bei allen CoC so ist. Meiner hat jetzt sozusagen eine „Einzelabnahme“ bekommen. Allerdings mit dem Wohlwollen des DEKRA-Mannes für 27.-€ (ist also keine offizielle Einzelabnahme gewesen)….. es geht alles….. man muss nur wollen.

- Sollten die Daten der CNG-Anlage also nicht im CoC enthalten sein, erstellt der TÜV oder DEKRA-Mensch ein Datenblatt (sieht aus wie der HU-Bericht), indem der einwandfreie Einbau, die Funktionsfähigkeit und Sicherheit der Anlage bestätigt wird. was bei der Zulassungsstelle vorgelegt werden muss (kostet wie gesagt 27€ extra). Darin sind die wichtigsten Bauteile der CNG-Anlage aufgelistet (z.B. E13 Nummer, Seriennummern vom KEIHIN-Druckminderer, vom Steuergerät, etc.). Diese Angaben stehen meistens auch auf einem Prins-Aufkleber im Rahmen der Fahrertür (siehe Bild).

- Da der Wagen aus Schweden kam (das sind meistens Dienstwagen der Volvo-Mitarbeiter in Göteborg, die dann versteigert werden und bei Händlern in Deutschland landen), waren die Menüsprache und die Handbücher auf Schwedisch. Handbücher gibt’s bei Volvo (kostenlos!) zum Runterladen. Das AFV Handbuch für die CNG-Anlage habe ich nur auf Englisch gefunden (und von AFV bekommen). Das „MyCar-System“ (also, der erweiterte Bordcomputer mit den Fahrzeugeinstellungen etc.) kann auch ganz einfach auf die deutsche Sprache umgestellt werden. NICHT aber der Bordcomputer (BC) in der Instrumententafel (siehe Bild). Dort erscheinen alle Hinweis- und Warnmeldungen (rechts im Drehzalmesser). Der Stand bei mir noch auf Schwedisch (hatte ich im Eifer des Gefechtes und der Vorfreude nicht drauf geachtet). Der Hammer kommt dann, wenn man beim Volvohändler diese Sprache umstellen lassen möchte (hab sowieso nicht kapiert, warum die beiden Bordcomputersysteme physisch getrennt sind). Das kostet dann nämlich schlappe 170.-€. Mein Händler wollte mir die Sprachdatei (die ja in jedem deutschen Wagen vorhanden ist) auf einen USB-Stick kopieren und im Auto installieren (sogar kostenlos). Das geht aber nicht!! Diese Datei ist ausschliesslich in Göteborg auf dem Volvo-Zentralrechner vorhanden. Sie kann vom Händler auch nur direkt von dort auf den entsprechenden Wagen kopiert werden. Und dafür stellt Volvo dem Händler auf jeden Fall eine Rechnung über besagte 170 Euronen aus. Alter Schwede: Und dann ist natürlich Schluss mit umsonst. Warum soll der Händler das für einen zahlen? Mal abgesehen davon, dass ich dieses Verhalten für vollständig inakzeptabel halte (bei einem Wagen für ca. 50k€ und einer bereits existierenden Datei. Meinem Händler war‘s monsterpeinlich) kann ich Euch nur raten den BC vor dem Kauf zu testen.

- Das deutsche Serviceheft kostet 25.-€!!! und ist für’n Ar…… Habe es mir angeschafft, weil ich gehofft hatte darin die Wartungsarbeiten zu finden, die bei den entsprechenden Inspektionen gemacht werden (so wie es früher üblich war). Pustekuchen. In dem Ding steht nix, aber auch gar nix Verwertbares drin (u.a. aber ein Hinweis zum Austausch des Motors und des Tachos, hä, hallo ?à£???). Also vergesst es. Das Ding lohnt nicht! Eventuell findet ihr einen Wartungsplan hier im Forum oder der Händler gibt Euch einen oder bei VolvoCar anfragen.

- Reserverad gibt’s keins mehr. Stattdessen Continental Mobility Kit (Reifendichtmittel mit Kompressor und Latexlösung). Ist in einem kleinen Fach hinter den Rücksitzen von oben zugänglich im Kofferraumboden untergebracht. Reserveradmulde ist komplett leer. Liegt unter den Gastanks. Wäre super, wenn man da noch einen CNG-Tank unterbringen würde. Der Continental Reifenkit hat eine Haltbarkeit von 4 Jahren. Die Ersatzflasche mit 560mL Latexbrühe kostet ca. 25€. Für die HU ist weder ein Reserverad noch ein Reifen-Kit relevant! Beides muss nicht mal vorhanden sein. Daher braucht man die Latexlösung des Kits auch nicht erneuern, wenn man es sowieso nicht benutzen will.

So, das war alles, was mir zur CNG-Anlage einfällt. Ich hoffe, ich konnte die meisten Fragen beantworten.

Fazit:

Alles in Allem muss man sagen, dass es sich beim Volvo V70III 2.5T CNG um ein Superauto handelt. Ein echter High-Speed-Cruiser, der sehr vielseitig einsetzbar und souverän ist. Dabei eigenständig im Design, geräumig und wertig (bis auf ein paar Punkte, auf die ich im Teil 2 der Kaufberatung eingehe). Der 2.5L Turbomotor ist ausgereift, macht wenig Probleme und läuft richtig gut. Der CNG-Betrieb war bei mir jederzeit einwandfrei, fehlerlos und unauffällig. Das Getriebe ist gut abgestuft und schaltet gut. Ich persönlich würde einen 50kg CNG-Tank und einen 15L Benzintank vorziehen. Auch im Anhängerbetrieb wirkt er nie angestrengt (mit voll beladenem PKW-Anhänger durch die Alpen – null problemo. Den Hänger merkt man kaum – auch nicht bei 120-130km/h in Frankreich!!). Reisegeschwindigkeiten von 120-180km/h sind absolut easy und entspannt (ohne Hänger natürlich?). Der Tempomat ist der beste, den ich kenne (einfach zu bedienen und funktionell und im Lenkrad sehr gut positioniert). Die Verarbeitung ist grundsätzlich gut und auf dem Niveau der anderen, vergleichbaren Anbieter. Die Sitze sind auch auf längeren Fahrten gut. Hinten ist auch genug Platz für 2 ausgewachsene Basketballer (und die sind richtig gross….). Hund kommt ganz nach hinten.

Potentielle Käufer sollten auf das korrekte CoC und die Spracheinstellung des BC, sowie auf die Unterstützung der örtlichen Volvo- oder Gasanlagenwerkstatt achten. Dann kann eigentlich nichts schiefgehen.

Ich hoffe der Beitrag trägt zur Entscheidungsfindung bei.

Also keine Angst vor CNG………………………………

P.S. Leider kann man nicht mehr als eine Datei mit einem Beitrag hochladen. Daher zwei weitere Bilder zweimal separat.

+6
11 weitere Antworten
Ähnliche Themen
11 Antworten
Themenstarteram 29. Januar 2016 um 13:37

....und hier ein Bild der CNG-Anlage im Motorraum im Detail

Themenstarteram 29. Januar 2016 um 13:38

....... und noch die veränderten Masse des Kofferraums.

Hallo,

Da hast du dir ja sehr viel Mühe gemacht aber dein Bericht ist einfach zu lang.

Ich kann mir nicht vorstellen das das ein Käufer alles liest.

Ich übrigens auch nicht.

Wie so oft weniger ist mehr.

Seelze 01

Dafür ein Danke,

ich fahre meinen jetzt ca. 3 Jahre und fast 90 tsd Km schon, meiner ist aber noch einer der letzten mit den großen Tanks, jetzt im Winter bei gutem Druck der Säule habe ich schon 22 Kg rein bekommen und da war bestimmt noch 1 Kg Gas drin.

Ansonsten hast du alles geschrieben was auch meine Erfahrungen sind.

Gruß

Dan

Also ich finde den Bericht super. Da ich über den Kauf eines solchen Fahrzeugs nachdenke, bin ich gerne bereit mal 10 Minuten zu lesen. Gut so, vielen Dank.

2.639 Wörter, 15.011 Zeichen - da habe ich auch nur quer gelesen. :D

Mir fehlt (falls ich ihn nicht übersehen habe) der Hinweis, dass es sich bei den Fahrzeugen um Importe aus Schweden handelt, die so nie auf dem deutschen Markt angeboten wurden. Insbesondere die Suche nach einem Volvohändler, der bei solch einem Fahrzeug die Wartung/Reparatur (Gasteil) übernimmt kann schwierig (wenn nicht unmöglich) werden.

Klar gibt es freie Werkstätten dafür, aber dies sollte ein Kaufinteressent wissen. Für mich war dies nach anfänglichem Interesse ein Ausschlusskriterium.

In Mobile sind aktuell ganze 14 V70 3 mit CNG gelistet, wer also jetzt zuschlagen will muss sich beeilen. :D

Gruß

Hagelschaden

am 29. Januar 2016 um 15:29

Danke für den Beitrag, für mich als eventueller Käfer sehr nützlich.

Themenstarteram 29. Januar 2016 um 17:55

Vielen Dank für die Kommentare. Ja, ist etwas länger geworden. Dafür sind - glaube ich - alle für eine Kaufentscheidung wichtigen Punkte angesprochen. Übrigens auch die Import und Händlerproblematik.

Aber im Zeitalter von Twitter, zweizeiligen Emails (auch im Geschäft) und WhattsApp kann ich schon verstehen, dass sich einige Menschen nicht mehr so gut für 10 Min konzentrieren können :-)

Allerdings ändert das nichts an der Tatsache, dass unser Leben (und eben auch die Technik und die Bürokratie) immer komplexer und detailreicher wird.

Bei weiteren Fragen, einfach melden.

Themenstarteram 31. Januar 2016 um 20:49

…………..und hier noch ein paar Infos zu Erdgas & Co., die ich gerade beim ADAC gefunden habe.

In der Motorwelt, Heft 11/2015 sind folgende Infos/Artikel zu finden.

Seite 12 Zitat:

Erdgas top, Benzin Flop

Alternative Antriebe überzeugen

Sind Sie mit dem Verbrauch Ihres Fahrzeugs zufrieden? Das haben wir 20.000 Autofahrer im Rahmen des ADAC Kundenbarometers gefragt. Das Ergebnis: Alternative Antriebe können hier am meisten überzeugen. Besonders Besitzer von Erdgasfahrzeugen finden, dass der Kraftstoffkonsum in Ordnung geht. Für Autogas (auch Flüssiggas oder LPG genannt) reicht es dagegen nur zum dritten Platz hinter Elkektro- und Hybridautos. Grund: Wegen der geringen Energiedichte von LPG braucht der Motor rund 20% mehr Kraftstoff (als Benzin). (siehe Bild).

Der CNG-Verbrauch ist ca. 20% geringer als Benzin.

Auf Seite 24, zur Problematik der Dieseltechnik und dem VW-Betrug in Punkt 11:

Zitat:

[b]Gibt es auch umweltfreundliche Alternativen zum Diesel?

Ja. Und will ein Hersteller sein Modell breit aufstellen, muss er möglichst mehrere Motorarten anbieten: VW macht das beim Golf mit fünf Antriebsarten vorbildlich. Schon der Benziner ist im EcoTest relativ umweltfreundlich und verbraucht moderat Benzin. Der Benzin-Hybrid verbraucht - real gemessen - nur etwas weniger, ist aber in der Anschaffung teurer. Im Mittelfeld des Umwelt-Rankings rangiert der Diesel (Euro 6), noch hinter dem Elektro-Golf, der mit seiner geringen Reichweite allerdings sehr teuer ist. Beste Wahl im Modell-Quintett ist der Erdgas-Golf, der sich wegen seines höheren Preises allerdings nur lohnt, wenn man konsequent Erdgas fährt.

Damit is ja eigentlich schon alles gesagt. Und wenn man nicht gerade Golf fahren will………………….. Ich verstehe sowieso nicht, warum Erdgas als Übergangslösung nicht mehr eingesetzt wird. Ist wahrscheinlich eine politische Sache. Hat eben keine grosse Lobby.

 

P1120115

Mir ist aufgefallen, dass am Druckminderer im Bild leichte Rostspuren ringsum auf der Oberseite sind. Nach nun sechs Jahren ist bei meinem Volvo V70 (baugleich wie hier beschrieben) die Oberfläche komplett verrostet ist. Gibt das ein Problem? Kennt das noch jemand?

Themenstarteram 15. August 2018 um 16:04

Mein Gasmann hat gesagt, dass ist nur oberflächlich und stellt kein Problem dar. ich würde das aber beobachten und im Zweifelsfall austauschen lassen.

Deine Antwort
Ähnliche Themen
  1. Startseite
  2. Forum
  3. Auto
  4. Volvo
  5. S60 2, V60, S80 2, V70 3, XC70 2, XC60
  6. Volvo V70III 2.5T CNG Kaufberatung/Erfahrungsbericht