Ventilschaftdichtungen wechseln Golf 3 1,4Liter Baujahr 4/1998

VW Golf 3 (1H)

Hallo Männer, Hallo Frauen, hallo Bastelfreunde...

da ich im Internet trotz intensiver Recherche keine genaue Anleitung gefunden habe,
wie man für schmales Geld selbst die Ventilschaftdichtungen wechselt, schreib ich halt nun selbst eine :-)

sorry ich bin hier auf MotorTalk noch nicht so fit, was Bilder einbinden anbetrifft etc., aber ich versuche mein Bestes.
BESCHREIBUNG WECHSEL VENTILSCHAFTDICHTUNG BEI EINGEBAUTEM ZYLINDERKOPF

Also: Seit Juni besitze ich einen Golf 3 Variant 1,4Liter Baujahr 1998. 234.000km Laufleistung
Kleiner Kaufpreis, prima Zustand, auch von uunten kein Rost, ERDGAS-CNG-Anlage, jedoch ein irrer Ölverbrauch von ca. 1,5 Litern Motoröl auf 1000km.

Zunächst wurde über "die Bucht" ein Satz Ventilschaftdichtungen für 9,98 Euro bestellt. Die mit dem grünen Elastomer.

Wir waren zu zweit. Bei der beschriebenen Vorgehensweise schafft man das absolut nicht alleine, es sei denn, man hat 4 Hände *g*

Zerlegen des Motors 1,4 Liter / 60PS:

-Luftfilter weg
-Deckel für Steuerzahnriemen abnehmen
-Zündkerze vom 1.Zylinder ausbauen
-Kolben vom 1.Zylinder auf OT. stellen, das ging bei mir mit einer Rätsche + 20mm-METRINCH-Nuss
-Markierung auf der Kurbelwellen-Riemescheibe reinigen (Schleifpapier), ich habe die Markierungen von Kurbelwelle und Nockenwellenrad mit weißer Farbe lackiert und nochmal zusätzlich den -Zahnriemen + zugehörige Lücken mit weißer Farbe markiert. (Siehe Bilder) Auf dem Nockenwellenrad ist ein kleiner Punkt eingestanzt, dieser mus sich mit dem "Pfeil" auf der Kunststoff-Abdeckung decken.
-Schraube des Nockenwellenrades Lösen, diese ist mit Schraubensicherungskleber gesichert.
-Spannrolle entspannen und Steurzahnriemen ausbauen
-Ventildeckel abschrauben (3 Schrauben)
-Zündverteiler ausbauen, vorher Stellung markieren.
-Nockenwellen-Lagerböcke ausbauen (5Stück), diese nicht vertauschen oder verdrehen.
-Nockenwellen-Rad nach links abnehmen und Nockenwelle nach rechts ausbauen.

So, jetzt operieren wir am offenen Herzen:
-Hydrostößel des ersten Zylinders von Hand nach oben rausziehen, nicht vertauschen.
-Nun kommt der komplizierteste Punkt, der am längsten gedauert hat: Das "Hochhalten" des jeweiligen Ventils.
Zunächst habe ich einen Druckluft-Adapter gebaut: eine alte Zündkerze ausgebeint, durchgebohrt, ein Rocht angeschweißt unnd dieses mit meiner Druckluftpistole verbunden. Mein Kompressor bringt 6 Bar. Das war aber in unserem Fall nicht ausreichend,
nach langen Versuchen habe ich die Aktion mit der Druckluft verworfen.

-wir haben EWIG versucht und probiert, ich beschreibe nun, wie es geklappt hat:
Kolben auf UT drehen (unterer Totpunkt). Eine stabile etwa 1,50m bis 2m lange Nylon-Schnur durch das Zündkerzenloch in den Brennraum fädeln, so dass der Brennraum gut mit der Schnur gefüllt ist. Man sollte sich davor ein Bild vom Brennraum ansehen, damit man weiß, wo die Ventile liegen und wo sich eine Quetschkante befindet.
- ist die Schnur eingefädelt, wird die Kurbelwelle mittles Rätsche sanft "auf Block" gedreht und dort gehalten. Nicht zu stark drehen.
- es hat sich letztlich bewährt, nun im Verpannten Zustand mit einem Stahlrohr-Stück, bei uns eine 19er Nuss, zweimal kurz mit einem kleinen Hammer auf den Federteller des Ventils zu schlagen, um die Verspannung der Ventilkeile zu lösen/zu lockern. Die Ventilkeile sind eventuell durch Ölkohle verklebt.
- Nun kommt ein geschlitztes Rohrstück zum Einsatz, ich habe ein Alu-Rohr mit Innendurchmesser etwa 30mm genommen (siehe Bilder)
- Mit einem ca. 2Meter langen Vierkant-Stahlrohr, das wir an einem Absatz in der Feuerwand abgestützt haben, wird über den langen Hebel das geschlitze Rohr herunter gedrückt und drückt so die Ventilfeder zusammen.
- Der zweite Mann fischt mit einem Stabmagneten die Halbmonde heraus.
- Federteller und Feder abnehmen.
-Mit einer Krankenhaus- Spritze haben wir das Öl aus dem Ventlfederraum gesaugt.
-Nun kann man mit einer kleinen Kombizange oder Schnabelzange die Ventilschaftdichtung nach oben herausziehen, vorher etwas hin-und herdrehen.
- Meine 8 Ventilschaftdichtungen waren allesamt völlig spröde, verhärtet und undicht. Kein Wunder, dass die Karre so viel Öl verbraucht hat.

Muss weg, später geht's weiter mit der Geschichte
Gruß Dirk

Beste Antwort im Thema

Hallo Männer, Hallo Frauen, hallo Bastelfreunde...

da ich im Internet trotz intensiver Recherche keine genaue Anleitung gefunden habe,
wie man für schmales Geld selbst die Ventilschaftdichtungen wechselt, schreib ich halt nun selbst eine :-)

sorry ich bin hier auf MotorTalk noch nicht so fit, was Bilder einbinden anbetrifft etc., aber ich versuche mein Bestes.
BESCHREIBUNG WECHSEL VENTILSCHAFTDICHTUNG BEI EINGEBAUTEM ZYLINDERKOPF

Also: Seit Juni besitze ich einen Golf 3 Variant 1,4Liter Baujahr 1998. 234.000km Laufleistung
Kleiner Kaufpreis, prima Zustand, auch von uunten kein Rost, ERDGAS-CNG-Anlage, jedoch ein irrer Ölverbrauch von ca. 1,5 Litern Motoröl auf 1000km.

Zunächst wurde über "die Bucht" ein Satz Ventilschaftdichtungen für 9,98 Euro bestellt. Die mit dem grünen Elastomer.

Wir waren zu zweit. Bei der beschriebenen Vorgehensweise schafft man das absolut nicht alleine, es sei denn, man hat 4 Hände *g*

Zerlegen des Motors 1,4 Liter / 60PS:

-Luftfilter weg
-Deckel für Steuerzahnriemen abnehmen
-Zündkerze vom 1.Zylinder ausbauen
-Kolben vom 1.Zylinder auf OT. stellen, das ging bei mir mit einer Rätsche + 20mm-METRINCH-Nuss
-Markierung auf der Kurbelwellen-Riemescheibe reinigen (Schleifpapier), ich habe die Markierungen von Kurbelwelle und Nockenwellenrad mit weißer Farbe lackiert und nochmal zusätzlich den -Zahnriemen + zugehörige Lücken mit weißer Farbe markiert. (Siehe Bilder) Auf dem Nockenwellenrad ist ein kleiner Punkt eingestanzt, dieser mus sich mit dem "Pfeil" auf der Kunststoff-Abdeckung decken.
-Schraube des Nockenwellenrades Lösen, diese ist mit Schraubensicherungskleber gesichert.
-Spannrolle entspannen und Steurzahnriemen ausbauen
-Ventildeckel abschrauben (3 Schrauben)
-Zündverteiler ausbauen, vorher Stellung markieren.
-Nockenwellen-Lagerböcke ausbauen (5Stück), diese nicht vertauschen oder verdrehen.
-Nockenwellen-Rad nach links abnehmen und Nockenwelle nach rechts ausbauen.

So, jetzt operieren wir am offenen Herzen:
-Hydrostößel des ersten Zylinders von Hand nach oben rausziehen, nicht vertauschen.
-Nun kommt der komplizierteste Punkt, der am längsten gedauert hat: Das "Hochhalten" des jeweiligen Ventils.
Zunächst habe ich einen Druckluft-Adapter gebaut: eine alte Zündkerze ausgebeint, durchgebohrt, ein Rocht angeschweißt unnd dieses mit meiner Druckluftpistole verbunden. Mein Kompressor bringt 6 Bar. Das war aber in unserem Fall nicht ausreichend,
nach langen Versuchen habe ich die Aktion mit der Druckluft verworfen.

-wir haben EWIG versucht und probiert, ich beschreibe nun, wie es geklappt hat:
Kolben auf UT drehen (unterer Totpunkt). Eine stabile etwa 1,50m bis 2m lange Nylon-Schnur durch das Zündkerzenloch in den Brennraum fädeln, so dass der Brennraum gut mit der Schnur gefüllt ist. Man sollte sich davor ein Bild vom Brennraum ansehen, damit man weiß, wo die Ventile liegen und wo sich eine Quetschkante befindet.
- ist die Schnur eingefädelt, wird die Kurbelwelle mittles Rätsche sanft "auf Block" gedreht und dort gehalten. Nicht zu stark drehen.
- es hat sich letztlich bewährt, nun im Verpannten Zustand mit einem Stahlrohr-Stück, bei uns eine 19er Nuss, zweimal kurz mit einem kleinen Hammer auf den Federteller des Ventils zu schlagen, um die Verspannung der Ventilkeile zu lösen/zu lockern. Die Ventilkeile sind eventuell durch Ölkohle verklebt.
- Nun kommt ein geschlitztes Rohrstück zum Einsatz, ich habe ein Alu-Rohr mit Innendurchmesser etwa 30mm genommen (siehe Bilder)
- Mit einem ca. 2Meter langen Vierkant-Stahlrohr, das wir an einem Absatz in der Feuerwand abgestützt haben, wird über den langen Hebel das geschlitze Rohr herunter gedrückt und drückt so die Ventilfeder zusammen.
- Der zweite Mann fischt mit einem Stabmagneten die Halbmonde heraus.
- Federteller und Feder abnehmen.
-Mit einer Krankenhaus- Spritze haben wir das Öl aus dem Ventlfederraum gesaugt.
-Nun kann man mit einer kleinen Kombizange oder Schnabelzange die Ventilschaftdichtung nach oben herausziehen, vorher etwas hin-und herdrehen.
- Meine 8 Ventilschaftdichtungen waren allesamt völlig spröde, verhärtet und undicht. Kein Wunder, dass die Karre so viel Öl verbraucht hat.

Muss weg, später geht's weiter mit der Geschichte
Gruß Dirk

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Zitat:

Original geschrieben von 2Strokewheeler


So: jetzt kann man einen bösen Fehler machen... die neue Dichtung wird nicht etwa eingepresst, sondern nur aufgeschoben.
Wir haben das mit einer extralangen 13er Nuss gemacht. Nicht hämmern, sondern nur drücken und fertig.

Natürlich müssen die VSD auf die Ventilführung am besten mit einem Hammer draufgepresst werden...wenn das nicht gemacht wird werden die VSD durch den Ventilschaft hin und her bewegt...d.h. erhöhter Ölverbrauch...also nochmal NEU machen...😛

Hallo, die Ventilschaftdichtungen sind schon mit den Dichtrillen innen über die Sitze geschoben worden,..

aber eben nicht mit Gewalt eingeschlagen. Das haben wir bei der ersten Ventilschaftdichtung versucht,
diese hat sich dann am Blechkörper gestaucht und war futsch.

Gibt's von der Stelle eine Querschnitts-Darstellung, dass man sich das besser anschauen kann?

so wie Wikipedia sagt, müsste es der Motor AEX / APQ sein:
1.4Liter 4Zyl/8Ventile 1390 cm³ 44 kW (60 PS) bei 4700 min?1 116 Nm bei 2800–3200 min?1 157 km/h 07/1995–05/1998 Schrägheck, Variant

wenn ich das richtig verstehe, muss man die Ventilschaftdichtungen über die Dichtrillen der Ventilführung ziehen, im Bild links:

http://s7.directupload.net/images/121123/temp/eom9smha.jpg

???

Viele Grüße Dirk

Welcher Blechkörper?
Nenn mal den MKB....ich geh mal von einem AEX aus...
...und NOCHMAL = die VSD müssen auf die Ventilführung aufgeschlagen werden....alles andere ist falsch oder murks...😉

Ich versuch's hier nochmal mit dem Bild darzustellen:
Ich habe diese Ventilschaftdichtungen eingebaut.... grauer Blechkörper und grünes Elastomer.

http://s1.directupload.net/images/121123/temp/sca5rfgj.jpg

Innen hat das grüne Elastomer mehrere gegossene Rillen. Diese müssen doch über die Kontur des Ventilsitzes ?

Bei uns sind die eingerastet, ohne dass man dafür einen Hammer brauchte.
Stimmt das so oder haben wir was falsch gemacht ? Oder ist das einfach schrottige China-Ware?
Die Dichtungen, die wir ausgebaut haben, hatten eine dickere Blechstärke und ein dickwandigeres Elastomer.

Grüße Dirk

Ähnliche Themen

Zitat:

Original geschrieben von 2Strokewheeler


Ich versuch's hier nochmal mit dem Bild darzustellen:
Ich habe diese Ventilschaftdichtungen eingebaut.... grauer Blechkörper und grünes Elastomer.

http://s1.directupload.net/images/121123/temp/sca5rfgj.jpg

Innen hat das grüne Elastomer mehrere gegossene Rillen. Diese müssen doch über die Kontur des Ventilsitzes ?

Bei uns sind die eingerastet, ohne dass man dafür einen Hammer brauchte.
Stimmt das so oder haben wir was falsch gemacht ? Oder ist das einfach schrottige China-Ware?
Die Dichtungen, die wir ausgebaut haben, hatten eine dickere Blechstärke und ein dickwandigeres Elastomer.

Grüße Dirk

Habt Ihr die VSD bei VW gekauft, oder wo anders?

nein, die Schaftdichtungen waren nicht von VW, sondern über ebay bei dem Händler (Name der Firma siehe Bild)
Ich habe mit dem nochn telefoniert und er meinte: "Erstausrüsterqualität blah blah".

hmmmmmmmm, vielleicht sollte ich die Tortur in ein paar Wochen nochmal mit original-VW-Dichtungen wiederholen !? man lernt ja nie aus...

andererseits dauert ein kompletter Motorwechsel auch nicht viel länger....

Zitat:

Original geschrieben von 2Strokewheeler


nein, die Schaftdichtungen waren nicht von VW, sondern über ebay bei dem Händler (Name der Firma siehe Bild)
Ich habe mit dem nochn telefoniert und er meinte: "Erstausrüsterqualität blah blah".

hmmmmmmmm, vielleicht sollte ich die Tortur in ein paar Wochen nochmal mit original-VW-Dichtungen wiederholen !? man lernt ja nie aus...

andererseits dauert ein kompletter Motorwechsel auch nicht viel länger....

Wenn der Motor noch gut läuft, würde ich noch einmal neue VW VSD einbauen. Du hast ja inzwischen Routine und Dir die entsprechenden Hilfsmittel geschaffen.

Wichtig ist schon, daß die VSD fest sitzen. Mit der langen Nuss- so wie Ihr das gemacht habt- war es schon richtig.
Aber auf die Nuss müssen schon mehrere, mittelschwere Hammerschläge kommen.

Viele Grüße

quali

Haben die neuen VSD was gebracht ?

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