US Import gekauft und auf Carfax anderen Kilometerstand entdeckt
Hallo liebe Forenmitglieder,
Ich hoffe ich bin hier im richtig und finde Hilfe. Und zwar habe ich heute über einen Autohändler einen Audi von 2015 gekauft . Der Händler hat leider nur als Vermittler agiert. Das Auto hat heute bei Kauf 49000km . Auf dem Heimweg haben wir bereits die Auszüge von carfax einsehen können wo steht, dass er bei Import nach Deutschland (Ende 2017, als Unfallwagen) bereits 78000km hatte. Anfang 2018 wurde er in Deutschland instand gesetzt und sicher auch noch gefahren bis heute, daher steht außer Frage, dass der Kilometerstand nicht stimmen kann.
Im Kaufvertrag steht bei Laufleistung „lt Tacho“. Wie sieht meine Rechtslage nun aus da der Verkäufer nur als Vermittler gehandelt hat? Kann ich ihn nun Montag überhaupt zulassen daweil oder verändert sich dann die Rechtslage wenn ich alles zum Anwalt gebe? Hat jemand schon einen ähnlichen Fall erlebt ? Danke im Voraus ??
Beste Antwort im Thema
Die Angabe des Tachostandes finde ich das kleinste Problem. Ich würde eher schauen ihn wieder los zu werden weil es ja anscheinend ein Totalschaden war (salvage title), richtig?
109 Antworten
Nochmal zum Carfax.
Dort wird jedes mal wenn das Fahrzeug in der Werkstatt war, es einen Versicherungsfall gab oder wen der Halter gewechselt hat oder wenn es sogar polizeilich Auffällig war, Ort, Datum und Milenstand notiert.
Ergo müsste in dem Bericht 3 bis 5 Einträge sein.
Und zwar in Milen.
Selbst wenn der Wagen D mit der metrischen Einheit verlassen hat, so soll das in den USA niemanden aufgefallen sein?
Bei der Übergabe an den ersten Halter, bei den 3. Serviceaufenthalten, beim Protokollieren und der Reparatur nach dem Unfall und nach dem Verkauf und Re-Import zurück nach D?!
Sehr unglaubwürdig. Hört sich eher nach Ausrede und Hinhaltetaktik an.
Zitat:
@guruhu schrieb am 30. April 2019 um 15:55:08 Uhr:
Eine ganz andere Theorie: Ich bin immer wieder erstaunt wie dämlich manche Leute sind. Es mag jetzt natürlich nur ein Zufall sein, dass die beiden fraglichen Kilometerstände ziemlich genau um den Umrechnungsfaktor Miles<>Kilometer unterschiedlich sind... Aber vielleicht war hier einfach ein dämlicher "Betrüger" (oder wirklich nur ein Dyskalkulierer) am Werk, der nicht verstanden hat, dass eine derartige "Fälschung" eben falsch herum ist 😉
So nach dem Motto: "Ich Teile die Meilen durch 1,6 und habe dann ja die Kilometer und das erzähle ich dann so dem Kunden"
😁 soll's geben 😁
Zitat:
@Sila2311 schrieb am 30. April 2019 um 15:45:59 Uhr:
Doch ihr habt völlig Recht. Ich hab ehrlich gesagt erst Samstag das erste mal von Carfax gehört. Bin einfach super naiv an die Sache rangegangen. Aber nun ist es eben so.
Du, es hätte schlimmer kommen können.
Die Bilanz an reparierten, Unfall-Autos aus den USA ist verherrend. Meistens verschwiegen und selbst wenn nicht, sind die häufig schlecht hergerichtet. Die werden sogar ohne Hinweis in den Anzeigen auf Ihre Historie verkauft. Wenn das Auto prinzipiell technisch in Ordnung ist, hast du Glück gehabt.
Zitat:
@bobbymotsch schrieb am 30. April 2019 um 16:15:21 Uhr:
Zitat:
@Sila2311 schrieb am 30. April 2019 um 15:45:59 Uhr:
Doch ihr habt völlig Recht. Ich hab ehrlich gesagt erst Samstag das erste mal von Carfax gehört. Bin einfach super naiv an die Sache rangegangen. Aber nun ist es eben so.Du, es hätte schlimmer kommen können.
Die Bilanz an reparierten, Unfall-Autos aus den USA ist verherrend. Meistens verschwiegen und selbst wenn nicht, sind die häufig schlecht hergerichtet. Die werden sogar ohne Hinweis in den Anzeigen auf Ihre Historie verkauft. Wenn das Auto prinzipiell technisch in Ordnung ist, hast du Glück gehabt.
Bin auch grad mehr als erleichtert dass ich zumindest sicher fahren kann, solange das ganze beim Anwalt liegt. Mal sehen wie das ausgeht. Aber mein Gefühl sagt auch dass der Händler genau weiss was er macht
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Zitat:
@bobbymotsch schrieb am 30. April 2019 um 16:15:21 Uhr:
Du, es hätte schlimmer kommen können.Die Bilanz an reparierten, Unfall-Autos aus den USA ist verherrend. ...
was ja wohl der Hauptgrund für eine Carfax-Abfrage ist!!!
so eine Unklarheit beim km-Stand ist allenfalls netter "Beifang", um ein wenig Munition in den Preisverhandlungen zu haben 😉
Moin,
Selbst wenn der Händler das wusste - du musst ihm NACHWEISEN, das er es wusste. Sonst sagt der einfach - sorry mein Kunde hat mir das so gegeben und gesagt - optisch plausibel, das war es. Der Händler ist nicht verpflichtet Carfax zu nutzen.
Dann machst du das Spielchen beim nächsten - schwubs, der erzählt dir das gleiche. Irgendwann verlässt du dann den Rechtsraum DE und eventuell sogar den der EU.
Speziell wenn die irgendwie zusammenhängen wirst du da kaum ne Chance haben.
LG Kester
Die KM-Meilen Nummer ist zu perfekt um ein Fehler zu sein. Da wurde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der Tacho von Meilen auf KM umgestellt und dann an der Zahl gedreht um die ursprüngliche wieder anzuzeigen. Wer das wann gemacht hat ist aber wohl nicht herauszufinden.
Es fällt dem Kunden nicht auf dass da jetzt km statt mls steht und falls doch mal einer kommt der sich ein carfax zieht, passt die Zahl auf den ersten Blick auch.
OT aber ich teile mal eine extreme Variante damit man nicht überstürzt in so eine Situation kommt. Lieber extra kritisch sein bei Autos die so eine Story haben, da lassen sich leicht wichtige Details verstecken.
Prinzipiell würde ich persönlich meine Finger von deutschen Importen aus USA lassen, insbesondere wenn die mal einen Unfall hatten und keine Gewährleistung haben. Was man da offiziell gezeigt bekommt ist i.d.R. nur ein Bruchteil des echten Schadens. Die Dinger werden billigst wieder zusammengeklöppelt (wenn du Glück hast in Polen und nicht in den USA) und dann an unaufmerksame, unerfahrene Käufer vertickt.
Mein (schon recht alter) Vater hat sich vor ein paar Jahren so einen A6 andrehen lassen der angeblich einen kleinen „Streifschafen“ hatte und fachmännisch bei Audi repariert wurde (gefälschte Reparaturbelege von einem nicht existenten Audi Autohaus im Osten). Als ich den das erste mal gesehen hab wusste ich gleich dass da nichts stimmt. Mal genauer angeschaut und folgendes sofort entdeckt:
- Rundum schlecht lackiert (Läufer, Orangenhaut)
- Spachtel an allen Karosserieteilen außer dem Dach
- A-Säule rechts bestand im Grunde nur aus Spachtel
- Alle Türen waren mal eine andere Farbe bevor sie lackiert wurden
- Xenon Scheinwerfer waren nachgerüstet/modifizierte Halogengehäuse ohne Höhenverstellung/Sensoren/etc.
- Frontstoßstange hatte zwar Deckel für die Reinigungsdüsen, die gab es aber nicht und die Deckel wurden mit Draht in Position gehalten! So viel Mühe haben sie sich gemacht um das falsche Xenon zu verschleiern.
- Rückleuchten waren nachbauten ohne E Prüfzeichen aber nicht mal die LED Variante passend zum Fake-Xenon.
- Serviceheft war zwar gestempelt aber jeder Eintrag mit dem gleichen Stift und Schrift. Der Aufkleber mit der Ausstattung war nicht drin. War sicher auch nicht echt...
Das hat viele Nerven und Anwälte gekostet bis der (private) Verkäufer den zurückgenommen hat. Weil es so dreist war und der Wagen sowieso nur Schrottwert hatte, hat der VK auch keinen Wertausgleich für den weiteren Halter + KM bekommen... dass der sich überhaupt getraut hat das zu fördern 🙄
https://www.focus.de/.../...sa-ist-ein-getarntes-wrack_id_7371449.html
Dies ist ein lukratives Geschäftsmodell. Es sind nicht nur teure deutsche Autos. Es sind auch andere Marken betroffen, insbesondere Asiaten, die sich in den USA gut verkaufen. Ich behaupte 70 % der Mazda SUV aus den USA die hier verkauft werden sind kompletter Müll.
Ich würde definitiv die Finger davon lassen. Die Betrugsquote ist extrem hoch.
Nun, nicht alle US RE-Importe müssen so laufen.
Wenn man ein paar Regel beachtet, konnte man bis vor ein paar Jahren richtige Schnapper machen.
Hab selbst 2014 einen US Mercedes r107 direkt vom Impoteur gekauft.
Und nicht solche Überraschungen erlebt.
Wie gesagt, nicht blindlings kaufen, aber machen kann man es schon.
Zitat:
@digidoctor schrieb am 30. April 2019 um 19:48:51 Uhr:
Der Schnapper macht ein Schnäppchen. Nicht umgekehrt.
Kommt drauf an von wo man kommt!
Sprüche können schon mal regional abweichen!
Zitat:
@der_Nordmann schrieb am 30. April 2019 um 19:03:54 Uhr:
Nun, nicht alle US RE-Importe müssen so laufen.
Das versteht sich von selbst aber ein Unfallwagen aus dem Ausland (schwieriger nachzuvollziehende Geschichte) und vom „Vermittler“ (noch schwieriger nachzuvollziehen und gerne genutzter Trick um Gewährleistung zu umgehen) sind schon deutliche Signale ganz genau hinzusehen.
Zitat:
@obermuh schrieb am 30. April 2019 um 20:30:15 Uhr:
Zitat:
@der_Nordmann schrieb am 30. April 2019 um 19:03:54 Uhr:
Nun, nicht alle US RE-Importe müssen so laufen.Das versteht sich von selbst aber ein Unfallwagen aus dem Ausland (schwieriger nachzuvollziehende Geschichte) und vom „Vermittler“ (noch schwieriger nachzuvollziehen und gerne genutzter Trick um Gewährleistung zu umgehen) sind schon deutliche Signale ganz genau hinzusehen.
Deswegen schrieb ich ja auch " wenn man ein paar Regeln beachtet!
Moin,
Das Problem an dieser Geschichte sind eben diejenigen, die den Markt ausnutzen und Menschen abzocken. Die machen zwar nur einen vergleichsweise kleinen Teil aus - aber haben die größte Durchschlagskraft und fallen eben irgendwann auch massiv auf.
Es ist ja kein Problem Unfallwagen zu kaufen, fachmännisch zu reparieren und zu einem fairen Preis zu verkaufen. Das Problem sind diejenigen, die an irgendeiner der Stellen fuschen und betrügen.
LG Kester
ich mache das ja auch mit US importen, hole die selber rüber dokumentiere die reparaturen alle und gepfuscht wird nicht ausgelöste airbags oder gurte werden ersetzt entweder neu oder gebraucht, Blechteile entweder gebraucht, wenn nicht verfügbar neu gekauft und dann wird halt das Auto repariert.