Türschloss W124, Schlüssel geht nicht mehr rein
Hallo Leute, ich bin seit wenigen Wochen stolzer Besitzer eines W124 Mopf0 von 05/1987 in noch recht passablem Zustand.
Schon bei Übernahme des Wagens ging der Schlüssel nicht mehr in das Schloss der Beifahrertür. Etwa ab der Hälfte ist ein weiteres Vorschieben nicht möglich, es ist ein harter Widerstand zu spüren. Es gibt ja einige Anleitungen im Internet, wie man das Schloss eventuell wieder gängig machen kann. In den Anleitungen heißt es aber, dass man den Schlüssel beim Ausbau und Zerlegen ganz hineinstecken und drehen muss. Alle Versuche mit Fluten mit Ballistol Gunex und vorsichtiger Manipulation im Schloss waren nicht erfolgreich. Gibt es trotzdem eine Chance, den Zylinder auszubauen und wieder gängig zu machen? Und wenn ja, kann der Wagen über ein anderes Schloss noch abgeschlossen werden, wenn der Schließzylinder fehlt? Vielen Dank für eure Hilfe im Voraus und viele Grüße, Olli
31 Antworten
Hallo Leute, leider war ich weiterhin nicht erfolgreich. Egal ob ich am Türgriff ziehe oder nicht, nach Lösen der Madenschraube kann zwar der Schließzylinder etwas nach hinten und außen bewegt werden, dann kann man ihn aber nicht weiter herausziehen, egal was man macht. In einem anderen Forum hat jemand geschrieben, dass die Entfernung des Schließzylinders ohne Schlüssel erst ab Mopf 1 und 2 möglich ist. Ein zerstörungsfreies Entfernen bei Mopf 0 ohne Schlüssel ist vielleicht nicht möglich. Jetzt habe ich zwei Fragen: 1.: Wie genau wäre die "zerstörungsärmste" Methode, den Schließzylinder zu entfernen?
2.: Gibt es bei Mercedes eventuell eine Art Generalschlüssel? Ich habe nochmal versucht, im Schließzylinder eventuell festgesetzte oder blockierende Teile mit einem Metallstab zu mobilisieren oder zu entfernen, und dabei kam mir Gedanke, dass eventuell ein Vorbesitzer einen anderen Schließzylinder eingebaut hat, aber den entsprechenden Schlüssel nicht weitergegeben hat. Denn ich kann ohne Probleme mit dem Metallstab bis zum Ende hineinfahren und habe auch nicht das Gefühl, dass irgendwo Plättchen oder ein Federchen blockiert.
Der Unterschied liegt meiner Erinnerung nach darin, dass die Stange am Ende noch eine Verbreiterung hat.
Hier sieht man beide Varianten:
https://www.w124-board.de/.../p1.html
Ich vermute mal, mit Gewalt bekommt man die Stange hinten zum Aufgeben/Brechen, ob man dann aber das Schloss noch bzw. eines von Mopf2 benutzen kann?
Ich schreibe es dir nochmal:
Türpappe ab und dann die 3 Schrauben des eigentlichen Türschlosses rausschrauben. Dann kannst du das Schloss durch Bewegen vom losgeschraubten Schliesszylinder befreien. Ist halt nur etwas fummelig, an das Schloss mit der Hand zubekommen, da es noch in einer Plasteschale sitzt.
Geht aber
Mit der von Altekistebenz beschriebenen Vorgehensweise funktioniert es. Ich habe dieses Problem ebenfalls schon mehrfach auf diese Weise gelöst. Beim ersten Mal ist es etwas fummelig, aber danach hat man den Dreh heraus.
Viel Erfolg!
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Zitat:
@Altekistebenz schrieb am 24. Juli 2022 um 17:52:24 Uhr:
Ich schreibe es dir nochmal:Türpappe ab und dann die 3 Schrauben des eigentlichen Türschlosses rausschrauben. Dann kannst du das Schloss durch Bewegen vom losgeschraubten Schliesszylinder befreien. Ist halt nur etwas fummelig, an das Schloss mit der Hand zubekommen, da es noch in einer Plasteschale sitzt.
Geht aberVielen Dank nochmal für den Hinweis, Altekistebenz, ich hatte es zwar gelesen aber dann nicht mehr daran gedacht, dass du diese Möglichkeit ja auch noch genannt hattest. Sorry. Nach dem Urlaub werde ich mich nochmal an die Arbeit machen. Die Türpappe ist zum Glück noch ab. Ich muss mich also von innen mit den Fingern bis an den Verbindungsbereich zwischen Schließzylinder und Türschloss vortasten und dann voneinander lösen, oder? Gibt es eventuell ein Bild, wie die Verbindung zwischen diesen Teilen aussieht? Wenn ich den Schließzylinder so herausbekommen sollte muss ich das eigentliche Türschloss wieder mit den drei Schrauben befestigen und kann dann später den reparierten oder Austausch-Schließzylinder mit dem Schlüssel einfach wieder einsetzen, oder?
Genau so geht es.
Ein Bild habe ich nicht. Es ist am Türschloss oben eine Öse, in dieser sitzt der „Kreuzpin“ vom Türschloss. Der muss da halt raus.
Heute habe ich mich wieder an das Schloss begeben und nach Lösen der drei Schrauben des Türschlosses, wie von Altekistebenz empfohlen, war es relativ problemlos möglich, den Schließzylinder herauszuziehen! Ich bin sehr froh dass es so geklappt hat! Nochmal vielen Dank an alle, insbesondere Altekistebenz für den entscheidenden Ratschlag!
Jetzt noch zwei Fragen:
An dem herausgezogen Teil (Foto 3) hing keine weiße Leitung der Komfortbedienung (wie auf dem Foto einer Anleitung aus dem Internet, s. Foto 1). Kann man von der Beiführerfahrertür aus die übrigen Türen nicht über die Zentralverriegelung öffnen, oder gibt es diese weiße Leitung nur auf der Fahrerseite? Auf dem zweiten Foto der Blick in die Tür.
Und wie kann ich den eigentlichen Schließzylinder aus der Halterung lösen? Denn ich habe in der Anleitung gelesen, dass man dazu den Schlüssel in das Schloss stecken muss, was bei mir aber ja nicht geht. Dass ich vorher den Kerbstift herauslösen muss habe ich gelesen.
In so ein Schloss gehört nur Schließzylinderfett rein und Nichts anderes (Sprühöl oder gar Bremsenreiniger spült nur den Messingabrieb in die Löcher und dann klemmen die Pins richtig). Wenn man dann mit dem Schlüssel Schüttelbewegungen macht, vibriert man mit etwas Glück die kleinen Messingpins wieder richtig in ihr Loch und der Zylinder funktioniert wieder.
Beim Lenkradschloss ist es wichtig, das man es wieder in Stellung 1 bekommt, damit man es überhaupt ausbauen kann. In dem Fall sollte man sich als allererstes einen neuen Schlüssel bestellen, denn nicht nur das Schloss nutzt sich ab, auch der Schlüssel - nur falls damit mal Probleme auftauchen.
Zitat:
@W124-250D-KWG schrieb am 2. September 2022 um 21:43:27 Uhr:
In so ein Schloss gehört nur Schließzylinderfett rein und Nichts anderes (Sprühöl oder gar Bremsenreiniger spült nur den Messingabrieb in die Löcher und dann klemmen die Pins .....
Genau - das Schließzylinder-Fett vom Freundlichen, A 002 989 06 51 09, kann ich nur empfehlen.
Es hat mich und mein Schloß (nach Verwendung von Schloßöl) gerettet.
Zu deinen beiden Fragen Olli:
Auf dem Bild 1 sieht man eine Stange, die da nicht hingehört. Ist also für dich belanglos, da es ja nicht dein Auto ist.
Die ZV lässt sich auch von der Beifahrerseite komplett schließen/öffnen.
Die Ansteuerung dafür ist nicht am Schloss (das Teil in der Tür mit den 3 Schrauben, dass du gelöst hast), sondern am Zentralverriegelungselement etwas tiefer in der Tür sitzend. Dort geht ein Dreipolkabel ein.
Frage wie man den Schliesszylinder ohne passenden Schlüssel aus der Klinke rausbekommt: Ich meine, das austreiben des kleinen Splints müsste reichen, ist aber schon ein paar Jahre her, dass ich das gemacht habe….Probier es aus.
Ich habe mir das am ausgebauten Schloß mit passendem Schlüssel angesehen, es geht nicht ohne passenden Schlüssel. Wenn man den Schlüssel gesteckt aber nicht gedreht bekommt, kann man den Zylinder auch nicht ziehen.
Das weiße Kabel am Schloss gehört zur DWA(Diebstahlwarnanlage). Hat dein Wagen überhaupt eine DWA? Ansonsten ist da schonmal rumgewerkelt worden. Ein Vormopf von mir hatte auch Probleme an den Türschlössern. Das Lenkradschloss wurde auch mal erneuert. Ich habe mir einen kompletten Schlosssatz (beide Türen/Heckklappe/Zünd-Lenkradschloss und Handschuhfach) besorgt. Dieser war zwar auch für DWA, passt aber auch ohne (einfach die Kabel hängen lassen). Sollte der Wagen eine DWA ab Werk verbaut haben, erkennt man dies an dem roten ´Knopf´ auf dem Schlüssel.
Wieder mal danke für alle Hinweise! Mein Wagen hat keine DWA. Das Austreiben des Splints und Entfernen der dünnen Stange war kein Problem. Nur leider komme ich jetzt nicht weiter, der Schlüssel geht nicht ganz rein (s. Foto). Habe das Original Schließzylinderfett reingesprüht und mit dünnen Gegenständen versucht, eventuell blockierende Teilchen zu mobilisieren, auch mit dem nie benutzten Flachschlüssel trifft man auf einen harten Widerstand. Jetzt fällt mir nur noch die Reinigung in einem Ultraschallbad ein. Dass es sich um ein Schloss für einen anderen Schlüssel handelt und einer der Vorbesitzer den passenden Schlüssel nicht weitergegeben hat wäre natürlich noch eine Möglichkeit, kann ich mir aber eigentlich nicht vorstellen. Immerhin könnte ich jetzt einen neuen Zylinder mit Vormopfplatte (ohne Chrom) einbauen. Hat noch jemand eine Idee?
Nach meiner Erfahrung geht auch ein falscher Schlüssel bis Anschlag rein, lässt sich nur nicht drehen.
Wenn der also nicht reingeht, steckt da was drinnen oder die Plättchen bewegen sich einfach nicht mehr. Ultraschallbad ich mir vorstellen, wenn da fühlbar nichts drin steckt.