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Toller Porsche-Umbau

Themenstarteram 22. Mai 2008 um 13:17

Diesen „Czechballa-Porsche“ hab ich die Woche auf der A6 gesehen – Richtung Westen. Da bleibt nur zu hoffen, dass er wieder rückgebaut wird ...

Beste Antwort im Thema

Also erst mal die Themen chronologisch abarbeiten:

Das Kennzeichen des Transporters und dessen Fahrtrichtung bedeutet nicht zwingend dasss dass Auto schon

immer im Osten war und nicht schon vor Jahren aus Übersee rüberkam um dann im Osten zwecks Restauration

oder preiswerter Ablagerung zu landen.

Ich selbst habe in der Frühzeit des Nachmauerfalls einige Autos hin und her speditiert (Der Thomas Hanna

hatte die Werkstätten vorher sondiert), ein Mitkollegä hat in Rumänien eine Restaurationswerkstatt nach

deutschen Masstäben aufgebaut. ( und ist heute dort Mercedes-Benz Händler )

Für die meisten ToppFlaschner im Ostblock war Restauration nicht interessant die wollten endlich mal wie

im Westen Unfallautos richten und nichts mehr mit Rost und Improvisation zu tun haben.

Zudem mussten die meist schnell Kapital ansammeln weil man ja die Werkstatt kaufen musste und

auch in neues Werkzeug und Lacktechnik investieren musste. Aber direkt nein sagen wollten die auch nicht.

Vielen musste man zwei Autos hinstellen ( Ein Musterauto zum nachmessen ).

Natürlich wurde nur dass in den Osten bewegt was man hier nicht rentabel abarbeiten könnte.

Und die Teile wurden an der Grenze meist mit Zollwerten von 100-200 DM angegeben weil die Werkstatt

sonst nicht mal das Kapital für die Zollsicherung gehabt hätte.

Bei Auslandsveredelungen gabs immer das Problem mit der Zeit das heisst nach 1-2 jahren

musste das Auto in welchem Zustand auch immer aus dem Land ausgeführt werden.

Es gab nun Spezialisten wie der Tscheche Marek der selbst eine Spedition hatte und nur Geld und Papiere bewegte.

Es gab auch eine Art Rotationsprinzip bei dem Autos zum "Durchlüften" durch Europa transportiert wurden.

Wichtig war dass das reale Auto von einem realen Zoll im Ausland als existend gestempelt wurde.

 

Im aktuellen Europa müssen Polen und Tschechen nicht mehr touren.

Schon in den 60ern hat Porsche 911/912er in den Ostblock verkauft.

Ein polnischer Rennfahrer ( Sportler des Jahres in Polen ) hat einen 912 und einen 911 bei Porsche "abgearbeitet".

Otto Wichterle kaufte einen 912 denn er später durch einen BMW ersetzte.

Der 912 war dann länger bei Tatra (Reperatur) und soll bei einem Skoda Rallye Werksfahrer gelandet sein.

(Das Skoda Rallyeauto von dem ist seit langem im Besitz "des" Porsche 924 Sammlers in Deutschland)

___________________________________________________________

Bei der Namensgebung 901/911 ist die reale Faktenlage etwas unklar.

FHvHanstein memorierte (um 1990 nacherzählt vom ehemaligen VW-Porsche Pressesprecher Dudeck)

das er während die IAA Prospekte vorbereitet wurden erste Auslandskontakte nutzte und Gerüchte

zum 901 in Umlauf brachte ( also moderne PR Arbeit ).

HvH nutze dazu Erlkönigfotos von der "Fledermaus" und einige aus dem Prospekt stammenden technische

Detailzeichnungen zu Motor, Achsteilen und Bremse.

Es ging darum die Unterschiede zum 6Zyl Corvair bei der Presse zu lancieren um den dahin abdriftenten

Teil der Kundschaft warm zu halten.

1962 erschienen die ersten Monza mit Turbomotor welche Fahrleistungen auf Porsche level anboten.

HvH deutete deswegen auch die Fahrleistungen des 901 an

(Bei gleicher Motorleistung besser als 356 2,0 Carrera).

Kurz nachdem das IAA Prospektmaterial im Haus angeliefert wurde ereichte HvH der Fernruf eines in

Motorsportkreisen bekannten Pariser Anwalts der im mitteilte das Peugeot das

Namensrecht mit der 0 in der Mitte für sämtliche französischen Märkte reklamierte und gerade

Geschmacksmusterschutz für weitere Märkte einreichen würde.

(Unklar ist ob der Anwalt dies im Auftrag von Peugeot offiziel tat oder einen freundlichen Hinweiss machte)

HvH hatte danach gerade einer der wenigen stillen Momente weil er nicht wusste ob und wo er die Modelbezeichnung

901 überhaupt schon parliert hatte ( Wohl nicht, es gab irgendwo anderst eine undichte Stelle ).

Danach sprintete HvH Le Mans start mässig los und fuhr zu der nächsten grossen Anwaltskanzlei um

sich über Namensrechte und Geschacksmuterschutz zu informieren und rauszufinden ob die von Porsche für die

Markenrechte beauftragte Kanzlei haftbar bzw Schadenersatzpflichtig zu machen sei.

Mit allerlei Informationen gerüstet begann er dann den taktischen Grabenkrieg mit der Rechtsvertrettung von Peugeot.

Auf der IAA besprach sich HvH mit den französischen sprechenden Händlern (also auch den Schweizern).

Nach der IAA korespondierte HvH mit einem Vertretter von Peugeot.

Peugeot wollte eine Abschlagszahlung und Royalities (also Gebühr pro verkauftem Auto), nicht nur für die in

Frankreich sondern für die weltweiten Verkäufe.

Danach gab es noch mehrere Verhandlungen und Vertragsentwürfe bei der HvH´s Bauernschläue es managte das die

Gebühren nur für Serien/Strassenwagen fällig wurden (Obwohl Peugeot auch sicher Rennwagen blockieren wollte).

Peugeot währendessen hat weltweit die Markenschutzrechte für die 0-Nummern verfestigt

HvH gab Peugeot denn Eindruck dass Porsche generel an 901-909 festhalten wollte, aber nicht zu den gewünschten

Konditionen.

Man vertagte sich auf später und während einer Messe in Paris hat HvH die Peugeot Equipe mit den ersten

911 Prospekten beehrt.

In der Ferry/Molter Autobiografie liesst sich das auf Seite 246 wie folgt:

"Der 901 war erstmals auf der IAA 1963 zu sehen. Ein Jahr vor Anlauf der Produktion. Im Herbst 1964 teilte uns die

französische Firma Peugeot mit dass Sie die Typenbezeichnungen mit 3 Zahlen und einer 0 in der Mitte patentrechtlich

haben schützen lassen. Daraufhin wurde der 901 in 911 unbenannt".

Für Ferry war der Punkt weniger wichtig als für HvH.

Wann der 901 konkret in 911 umbenannt wurde ist auch unklar aber wohl nicht schon zur IAA63.

Die Umbennnung war sicher schon zur IAA63 ein TOP auch wenn es bis dahin keine offizielen Peugeot Ansprüche

angemeldet wurden.

___________________________________________________________

Inhaftionszeit von Ferdinand Porsche

Je nach Quellenlage hat F.Porsche während der Haftzeit diverse

Beratungen in Mechanik, Design, Arbeits & Produktionsmethodik gemacht speziel für den 4CV.

Ob und wieviel davon anwendbar waren und später umgesetzt wurden

ist fraglich.

Die französsiche Autoindustrie wehrte sich gegen Comtes Plan das VW Werk nach Frankreich zu deportieren und dort

den VW zu bauen.

Anderseits versuchte man über Erpressung durch Kaes an die in der britischen Zone verwahrten Konstruktionspläne zu

kommen.

Porsche & Piech wurden freigelasen nachdem die meisten der erhobenen schweren Anklagen falsch waren und Ferry

Porsche 1 Million Francs Kaution hinterlegt hat.

___________________________________________________________

Füchse

das Wiki ist im grossen und ganzen korrekt ( nur der falsche Designer ).

Und die wahre Fuchs Flügelrad-Geschichte ist eh bis heute ungeschrieben.

Ich will eigentlich die ganzen fehler der Porsche Wikis nach und nach beseitigen aber nach der

Wütherich Geschichte habe ich keinen Bock und ohne Backup durch Porsche kannst du einfach

viele Sachen nicht korrekt darstellen.

Das es 1964 Füchse in Prototypen gab ist mir bekannt aber offiziel verkauft wurden die zuerst mit dem 911S

( Siehe Bild AMS_1966_16_027 )

Ich habe jetzt einfach keine Zeit mehr zu schreiben vieleicht mache ich die mir bekannte Fuchsgeschichte

im Schnelldurchlauf ( Die ist aber abweichend von der offiziel Bekannten )

Grüsse

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am 23. Mai 2008 um 2:38

Wenn diesen Design-GAU der Butzi sähe..... Sollten's zufällig noch die Original-Felgen sein, möchte der Kern wohl ein 912er sein :(

Zur Erholung hier die Urform:

am 23. Mai 2008 um 11:17

Zitat:

Original geschrieben von Trapattobi

Diesen „Czechballa-Porsche“ hab ich die Woche auf der A6 gesehen – Richtung Westen. Da bleibt nur zu hoffen, dass er wieder rückgebaut wird ...

Oh mein Gott! Selten so ein häßliches Auto gesehen.:eek:

Ich seh's gelassen.  Man muss die Geschichte kennen, um zu wissen das sowas mal sehr stark gefragt war. Einige unter euch waren damals noch zu klein oder noch gar nicht da. Ist dann gut jammern.

Ausserdem - ich denke zwar nicht - könnte es ein Käferumbau sein. Die gab es in allen Variationen mit Testarossaplanken, sogar mit Ferrarihäuschen in GfK. Auch Geschichte. Wird heute auch belächelt und beklagt.

Es war eben damals , anfang der 80er, so ein Stil.

am 23. Mai 2008 um 17:20

Der "Kern" ist mit Sicherheit Butzi Porsches Projekt 901, zur IAA 63 fix umbenannt in 911, den es dann auch als 912 mit 90 PS-4 Zyl.-Motor gab, erkennbar an Stahlfelgen mit Chromradkappen und schmaleren Reifen...

Der Testarossa erschien erst 1984, und die damaligen GfK-Kits für Käfer- oder Datsun 240 Z-Basisfahrzeuge in Form von Ferraris, Lamborghinis und Ford GT 40 waren durchweg gelungener als dieser Czechballa hier und zuweilen täuschend echt nachempfunden, nur stimmten die Proportionen nicht ganz, aber wer die Originale nicht kannte, konnte schon beeindruckt werden; spätestens der Motorklang weckte dann aber doch Zweifel.

Ich sah mal einen sehr schönen Pseudo-Dino 246 GT, dessen Fahrer nach dem Einsteigen erst das Verschwinden der stehengebliebenen Bewunderer abwartete, wohl weil er sich doch schämte, denn als er den Motor startete, entpuppte der sich als Käfer-Triebwerk... Ein zu frühzeitiges Anlassen wäre doch peinlich gewesen!

Themenstarteram 23. Mai 2008 um 22:56

Zitat:

Ich sah mal einen sehr schönen Pseudo-Dino 246 GT, dessen Fahrer nach dem Einsteigen erst das Verschwinden der stehengebliebenen Bewunderer abwartete, wohl weil er sich doch schämte, denn als er den Motor startete, entpuppte der sich als Käfer-Triebwerk... Ein zu frühzeitiges Anlassen wäre doch peinlich gewesen!

Lustig, bei meinem Fiat ists grad umgekehrt. Der schaut nicht ganz so spektakulär aus, aber wenn er startet, röhrt der Dino ...

Nur so am Rande:

Der 901 wurde zum 911, weil Peugeot irgendwelche Rechte auf die Null in der Mitte angemeldet hatte. Porsche wollte das Geld nicht zahlen, also musste er 911 heißen...

mfg

am 24. Mai 2008 um 7:23

Zitat:

Original geschrieben von Go}][{esZorN

Nur so am Rande:

Der 901 wurde zum 911, weil Peugeot irgendwelche Rechte auf die Null in der Mitte angemeldet hatte. Porsche wollte das Geld nicht zahlen, also musste er 911 heißen...

mfg

Moin!

Das habe ich auch mal irgendwo gehört.:)

Gruss

Olaf

 

Hallo

in den 80ern war es üblich rostige Porsche 911 mit Plastikanbauten zu "verschönern" und dann

als Hypertuning zu verkaufen. ( Plastik ist nun mal billiger als Blech )

Bei dem Umbau wurd nicht mal der Kofferdeckel erneuert.

Die Spachtelmasse hat wohl die fehlenden Ausgleichsgewichte in der vorderen Stosstange

kompensiert.

Wenn ich vom Ausstellfenster und den Türgriffen ausgehe muss es ein sehr früher 911/912 sein

( 65er ). Damit ist das Auto für historischen Motorsport interessant.

Wenn ich die Windschutzscheibenkritzelei richtig interpretiere kam das Auto per Container

aus den USA. Dort war das Thema TÜV eh nie die Frage

( und Designverstand haben viele US-Bürger auch nicht, nun ja wenn man sieht mit was die

Domestics im Jahresrhytmus rauswerfen woher solls denn kommen )

Fuchsfelgen kamen erst zum Modeljahr 67. Bis dahin hatten alle 911/912 Stahlscheibenräder.

Chrom war bei beiden Aufpreis.

Inzwischen sind Chromstahlräder wesntlich tuerer als aktuelle 20" BlingBling Aluklötze.

Eine Restauration "lohnt" bei 912 und 911 ab 66 nur noch zu Auslandkursen.

Hier wandert viel Arbeitszeit rein.

Bei Peugeot war man überhaupt nicht gewillt seine X0X Schutzrechte an Porsche zu veräussern.

( Zumindest nicht zu einem reelen Kurs )

Der 901 hätte von Porsche durchaus innerhalb Deutschland und denn USA als 901 bzw 902 verkauft

werden können.

Nur nicht auf den Exportmärkten die bei Porsche als RDW abgekürzt wurden.

Damals wurde vermutet das man bei Peugeot noch immer wegen der Kriegszeit "verstimmt" war

und es um mehr als "Geld" ging ( Ferdinand Porsche hat in Frankreich ja die Autoindustrie an

die deutsche Rüstung angegliedert, nach dem Krieg wurde deswegen Renault verstaatlicht und auch bei

Peugeot gabs mächtiges Köpferollen. Zudem hatten die Franzosen nach dem Krieg ja F.Porsche aus

eher revanchistischen/politischen Gründen inhaftiert ( oder in Baden Baden gekidnapt ).

Ferry Porsche wollte sich einen Rechtstreit mit Peugeot einfach nicht antun und bewiess einmal

mehr seine Intelligenz. ( Andere legten das als Duckmäusertum aus )

Grüsse

Themenstarteram 25. Mai 2008 um 11:27

Zitat:

Original geschrieben von IXXI

Wenn ich die Windschutzscheibenkritzelei richtig interpretiere kam das Auto per Container

aus den USA. Dort war das Thema TÜV eh nie die Frage

Da der Wagen aus Richtung Tschechien auf einem tschechischem Transporter unterwegs war, wird dies in dem Fall nicht unbedingt stimmen. Die tschechischen Seehäfen werden von Containerschiffen aus den USA eher selten angefahren ;-)

Vielleicht wurde er ja als Ausstellungsstück für das neue Porsche-Museum nach Stuttgart überführt.

am 25. Mai 2008 um 12:33

@ IXXI

Meines Wissens haben die Franzosen mit Ferd. Porsche insofern einen Deal gemacht, indem sie ihn erst freiließen, als er das "Crèmeschnittchen" produktionsreif konstruiert hatte. Klar haben da auch revanchistische Gründe mitgespielt, das Verhältnis F : D war lange gespannt, wer weiß schon, daß dt. Kriegsgefangene noch lange widerrechtlich festgehalten wurden zu Schwerarbeiten und daß der Kriegszustand offiziell erst 1951 beendet wurde? Erst Mitte der Fünfziger mit Erlangung der dt. Souveränität normalisierte sich das Verhältnis, und wir bekamen das Saarland zurück, das nach dem Krieg wegen seiner Kohle- u. Stahl-Industrie kassiert worden war.

Zu jener Zeit wurde sogar von der franz. Fa. MANURHIN der Motorroller DKW Hobby in Lizenz gebaut, und die Motorrad-Eskorte des franz. Präsidenten fuhr BMW...

Hier ist Detailwissen en masse zu lesen. Las ich gern, obwohl ich einiges schon wusste aber man "hört" ja gerne immer mehr.

Aber ich möchte nochmal auf den Verunstalteten zurückkommen.

Natürlich stehen einem da die Haare -heute! - zu Berge, aber las ich kürzlich einen schönen Spruch." Dem Auto wurde nicht Geschichte genommen, sondern eine hinzugefügt."

 

So kann man das sehen.  Reif war die Zeit dafür, damals. Nun hat man sich ausgeguckt ob solcher Umbauten und sind dann heute Müll, verbaut, vergewaltigt, verschandelt.

Wer weiss, vielleicht gucken sich in ein paar jahren die Leute unsere Oldies  auch nicht mehr an: so alte Dinger und noch mit Benzin betrieben, die stinken ja, neee, nee.

Wer weiss.

Themenstarteram 25. Mai 2008 um 17:23

flatfour hat schon recht, wenn er sagt, dass man Verständnis für den Zeitgeist der jeweiligen Epoche aufbringen muss. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um einen professionellen Umbau der 80er, wie es z.B. Koenig mit dem überbreiten 512BB gemacht hat, hier hat wohl jemand einen damals alten und relativ wertlosen Porsche mit sehr primitiven Mitteln verschlimmbessert. Allein der Übergang vom Schweller in den Heckspoiler quer durch die Scheibe und der mit Spachtelmasse modellierte Spoiler auf der Haube zeigen, dass sich hier ein relativ unbedarfter "Tuner" gespielt hat.

am 28. Mai 2008 um 12:00

@ IXXI

Wer hat Dir erzählt, daß die FUCHS-Felgen erst 1967 am 911 zu haben waren? Er wurde auf der IAA '63 vorgestellt mit diesen Felgen und war ab 1964 sofort damit lieferbar (Nicht alles glauben, was bei Wikipedia steht :( )

Ob wegen der warenzeichenrechtlich geschützten, mittigen NULL in einer dreiziffrigen Kfz-Typenbezeichnung irgendwelche (nachträglichen) Verhandlungen stattgefunden haben, bei denen es um Geld ging, entzieht sich meiner Kenntnis; Tatsache ist jedoch, daß am ersten Tag der IAA '63, der traditionell jeweils bei jeder IAA dem Fachpublikum vorbehalten ist, die Peugeot-Leute das "901"-Schild vor der Porsche-Neuvorstellung erblickten und umgehend Porsche mit der Rechtslage konfrontierten. Da alle Leitenden, so auch Ferry Porsche (mit seinem Bruder "Butzi", der die Karosserie gezeichnet hatte) anwesend waren, hat dieser nicht lange gefackelt und, soweit dies auf die Schnelle möglich war, auf allen Tafeln und Druckerzeugnissen die "0" durch eine "1" ersetzen lassen, so daß alle Berichte über diesen Wagen in Tages- u. Fachpresse auf Anhieb von "dem 911" sprachen und meist auch das Zustandekommen dieser 2. Typenbezeichnung nicht verschwiegen, so daß diese Umstände der interessierten Öffentlichkeit sehr wohl bekannt waren.

Also erst mal die Themen chronologisch abarbeiten:

Das Kennzeichen des Transporters und dessen Fahrtrichtung bedeutet nicht zwingend dasss dass Auto schon

immer im Osten war und nicht schon vor Jahren aus Übersee rüberkam um dann im Osten zwecks Restauration

oder preiswerter Ablagerung zu landen.

Ich selbst habe in der Frühzeit des Nachmauerfalls einige Autos hin und her speditiert (Der Thomas Hanna

hatte die Werkstätten vorher sondiert), ein Mitkollegä hat in Rumänien eine Restaurationswerkstatt nach

deutschen Masstäben aufgebaut. ( und ist heute dort Mercedes-Benz Händler )

Für die meisten ToppFlaschner im Ostblock war Restauration nicht interessant die wollten endlich mal wie

im Westen Unfallautos richten und nichts mehr mit Rost und Improvisation zu tun haben.

Zudem mussten die meist schnell Kapital ansammeln weil man ja die Werkstatt kaufen musste und

auch in neues Werkzeug und Lacktechnik investieren musste. Aber direkt nein sagen wollten die auch nicht.

Vielen musste man zwei Autos hinstellen ( Ein Musterauto zum nachmessen ).

Natürlich wurde nur dass in den Osten bewegt was man hier nicht rentabel abarbeiten könnte.

Und die Teile wurden an der Grenze meist mit Zollwerten von 100-200 DM angegeben weil die Werkstatt

sonst nicht mal das Kapital für die Zollsicherung gehabt hätte.

Bei Auslandsveredelungen gabs immer das Problem mit der Zeit das heisst nach 1-2 jahren

musste das Auto in welchem Zustand auch immer aus dem Land ausgeführt werden.

Es gab nun Spezialisten wie der Tscheche Marek der selbst eine Spedition hatte und nur Geld und Papiere bewegte.

Es gab auch eine Art Rotationsprinzip bei dem Autos zum "Durchlüften" durch Europa transportiert wurden.

Wichtig war dass das reale Auto von einem realen Zoll im Ausland als existend gestempelt wurde.

 

Im aktuellen Europa müssen Polen und Tschechen nicht mehr touren.

Schon in den 60ern hat Porsche 911/912er in den Ostblock verkauft.

Ein polnischer Rennfahrer ( Sportler des Jahres in Polen ) hat einen 912 und einen 911 bei Porsche "abgearbeitet".

Otto Wichterle kaufte einen 912 denn er später durch einen BMW ersetzte.

Der 912 war dann länger bei Tatra (Reperatur) und soll bei einem Skoda Rallye Werksfahrer gelandet sein.

(Das Skoda Rallyeauto von dem ist seit langem im Besitz "des" Porsche 924 Sammlers in Deutschland)

___________________________________________________________

Bei der Namensgebung 901/911 ist die reale Faktenlage etwas unklar.

FHvHanstein memorierte (um 1990 nacherzählt vom ehemaligen VW-Porsche Pressesprecher Dudeck)

das er während die IAA Prospekte vorbereitet wurden erste Auslandskontakte nutzte und Gerüchte

zum 901 in Umlauf brachte ( also moderne PR Arbeit ).

HvH nutze dazu Erlkönigfotos von der "Fledermaus" und einige aus dem Prospekt stammenden technische

Detailzeichnungen zu Motor, Achsteilen und Bremse.

Es ging darum die Unterschiede zum 6Zyl Corvair bei der Presse zu lancieren um den dahin abdriftenten

Teil der Kundschaft warm zu halten.

1962 erschienen die ersten Monza mit Turbomotor welche Fahrleistungen auf Porsche level anboten.

HvH deutete deswegen auch die Fahrleistungen des 901 an

(Bei gleicher Motorleistung besser als 356 2,0 Carrera).

Kurz nachdem das IAA Prospektmaterial im Haus angeliefert wurde ereichte HvH der Fernruf eines in

Motorsportkreisen bekannten Pariser Anwalts der im mitteilte das Peugeot das

Namensrecht mit der 0 in der Mitte für sämtliche französischen Märkte reklamierte und gerade

Geschmacksmusterschutz für weitere Märkte einreichen würde.

(Unklar ist ob der Anwalt dies im Auftrag von Peugeot offiziel tat oder einen freundlichen Hinweiss machte)

HvH hatte danach gerade einer der wenigen stillen Momente weil er nicht wusste ob und wo er die Modelbezeichnung

901 überhaupt schon parliert hatte ( Wohl nicht, es gab irgendwo anderst eine undichte Stelle ).

Danach sprintete HvH Le Mans start mässig los und fuhr zu der nächsten grossen Anwaltskanzlei um

sich über Namensrechte und Geschacksmuterschutz zu informieren und rauszufinden ob die von Porsche für die

Markenrechte beauftragte Kanzlei haftbar bzw Schadenersatzpflichtig zu machen sei.

Mit allerlei Informationen gerüstet begann er dann den taktischen Grabenkrieg mit der Rechtsvertrettung von Peugeot.

Auf der IAA besprach sich HvH mit den französischen sprechenden Händlern (also auch den Schweizern).

Nach der IAA korespondierte HvH mit einem Vertretter von Peugeot.

Peugeot wollte eine Abschlagszahlung und Royalities (also Gebühr pro verkauftem Auto), nicht nur für die in

Frankreich sondern für die weltweiten Verkäufe.

Danach gab es noch mehrere Verhandlungen und Vertragsentwürfe bei der HvH´s Bauernschläue es managte das die

Gebühren nur für Serien/Strassenwagen fällig wurden (Obwohl Peugeot auch sicher Rennwagen blockieren wollte).

Peugeot währendessen hat weltweit die Markenschutzrechte für die 0-Nummern verfestigt

HvH gab Peugeot denn Eindruck dass Porsche generel an 901-909 festhalten wollte, aber nicht zu den gewünschten

Konditionen.

Man vertagte sich auf später und während einer Messe in Paris hat HvH die Peugeot Equipe mit den ersten

911 Prospekten beehrt.

In der Ferry/Molter Autobiografie liesst sich das auf Seite 246 wie folgt:

"Der 901 war erstmals auf der IAA 1963 zu sehen. Ein Jahr vor Anlauf der Produktion. Im Herbst 1964 teilte uns die

französische Firma Peugeot mit dass Sie die Typenbezeichnungen mit 3 Zahlen und einer 0 in der Mitte patentrechtlich

haben schützen lassen. Daraufhin wurde der 901 in 911 unbenannt".

Für Ferry war der Punkt weniger wichtig als für HvH.

Wann der 901 konkret in 911 umbenannt wurde ist auch unklar aber wohl nicht schon zur IAA63.

Die Umbennnung war sicher schon zur IAA63 ein TOP auch wenn es bis dahin keine offizielen Peugeot Ansprüche

angemeldet wurden.

___________________________________________________________

Inhaftionszeit von Ferdinand Porsche

Je nach Quellenlage hat F.Porsche während der Haftzeit diverse

Beratungen in Mechanik, Design, Arbeits & Produktionsmethodik gemacht speziel für den 4CV.

Ob und wieviel davon anwendbar waren und später umgesetzt wurden

ist fraglich.

Die französsiche Autoindustrie wehrte sich gegen Comtes Plan das VW Werk nach Frankreich zu deportieren und dort

den VW zu bauen.

Anderseits versuchte man über Erpressung durch Kaes an die in der britischen Zone verwahrten Konstruktionspläne zu

kommen.

Porsche & Piech wurden freigelasen nachdem die meisten der erhobenen schweren Anklagen falsch waren und Ferry

Porsche 1 Million Francs Kaution hinterlegt hat.

___________________________________________________________

Füchse

das Wiki ist im grossen und ganzen korrekt ( nur der falsche Designer ).

Und die wahre Fuchs Flügelrad-Geschichte ist eh bis heute ungeschrieben.

Ich will eigentlich die ganzen fehler der Porsche Wikis nach und nach beseitigen aber nach der

Wütherich Geschichte habe ich keinen Bock und ohne Backup durch Porsche kannst du einfach

viele Sachen nicht korrekt darstellen.

Das es 1964 Füchse in Prototypen gab ist mir bekannt aber offiziel verkauft wurden die zuerst mit dem 911S

( Siehe Bild AMS_1966_16_027 )

Ich habe jetzt einfach keine Zeit mehr zu schreiben vieleicht mache ich die mir bekannte Fuchsgeschichte

im Schnelldurchlauf ( Die ist aber abweichend von der offiziel Bekannten )

Grüsse

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