ForumOldtimer
  1. Startseite
  2. Forum
  3. Auto
  4. Oldtimer
  5. Vergleichstest - Alfa Romeo Giulia Sprint 2000GTV vs. Ford Capri III 2.8i und Porsche 924S

Vergleichstest - Alfa Romeo Giulia Sprint 2000GTV vs. Ford Capri III 2.8i und Porsche 924S

Themenstarteram 30. September 2007 um 13:43

Alfa Romeo Giulia GTV 2000 – Ford Capri III 2.8i – Porsche 924S

 

Ein nicht ganz ernstgemeinter Vergleichstest aus dem Sommer 2007

 

Der Sommer 2007 war in der Retrospektive eigentlich kein guter Sommer, im Allgemeinen war er wohl zu verregnet, auch wenn die Statistiker feststellten, dass er überdurchschnittlich warm war. Weiterhin dürften im speziellen die Halter und Fans älterer Autos das Jahr 2007 als autofeindlich in Erinnerung behalten. Es fing mit der Diskussion um die Luftreinhalteverordnung der EU und Ihre Folgen für Städte und Kommunen an, ging ansatzlos über in eine Diskussion über viel zu teure und schlecht geförderte Partikelfilter und endete in eine Pflicht unheimlich hässlicher Plaketten, um in Umweltzonen einfahren zu dürfen. Glücklicherweise ist die Situation mittlerweile so, dass Oldies und Youngtimer weitgehend von diesem Quatsch befreit sind, da auch dem Gesetzgeber auffiel, dass die Anzahl dieser Autos vernachlässigbar gering ist. Kaum dachte man jetzt könnte man die schönen Sommerwochenenden genießen, rückten unsere Autos schon wieder in den Fokus der allgemeinen Diskussion, die CO2 und Klimadiskussion erwischte uns ziemlich unvorbereitet und schon wieder mussten wir uns für unser Hobby rechtfertigen, obwohl die meisten Liebhaberfahrzeuge durch die niedrige km-Zahl ebenfalls wieder nicht ins Gewicht fallen. Umso verwunderlicher ist es, das die Fans sich dennoch aus Ihren Garagen trauten und aktiv wurden, so durfte Ich mich doch über einiges an Fahrspass in diesem Jahr freuen. Aus der Sicht des Autofans wohne Ich ja glücklicherweise direkt neben einer der aktuell modernen „Selbstschrauberwerkstätten“. Da Ich ja seit November letzten Jahres ein außergewöhnliches Fahrzeug besitze, kam Ich daher öfters mit dem einen oder anderen Fan zu einem interessanten oder lustigen Plauschchen und auch an die eine oder andere Proberunde. Nachdem Ich nun länger drüber nachgedacht habe, kam ich auf die Idee, aus diesen Fahrten einen Jahresrückblick zu fertigen und die Autos quasi einem Vergleichstest zu unterziehen. Im Zentrum dieses Berichtes soll daher mein eigener Porsche 924S, ein weißer Alfa Romeo GTV Bertone und ein mittlerweile bereits exotisch anmutender roter Ford Capri III stehen. Dieser Vergleichstest fußt allerdings komplett auf subjektiven Eindrücken und Werksangaben, da man im öffentlichen Straßenverkehr nun mal keine fairen Messbedingungen hat.

Ähnliche Themen
18 Antworten
Themenstarteram 30. September 2007 um 13:44

I. Das Design

 

Der erste Testkandidat lief mir an einem sonnigen Mittwochnachmittag über den Weg. Ungewöhnlich an diesem Alfa war die Farbe, denn er war in einem sehr brillanten Weiß lackiert und nicht wie es beinahe schon Usus zu sein scheint in Rot. Das Chrom, der Lack und die Scheinwerfer glänzten in der Sonne miteinander um die Wette, so dass es einen verwundert, warum es nicht mehr Alfas in dieser Farbe gibt. Das schlanke Scudetto des Alfas wird von den klassischen Doppelscheinwerfern eingerahmt, welche durch ihre ungleiche Größe geschickt zur „Bügelfalte“, der Akzentuierung der Kotflügel überleiten. Ein herrlicher Trick der Designer in der Autoschmiede von Bertone, durch die neben der leicht geschwungenen Seitenlinie eine weitere Lichtlinie erzeugt wird, welche der zierlichen Grundgestalt mehr Muskeln bringt. Gekrönt werden die Linien durch die zierlichen Stoßstangen, die wundervollen Seitenspiegel und die chromgefassten Scheiben. Hierzu passend, wenn heute auch nicht mehr modern, sind die wirklich passenden Stahlchromsportfelgen.

Im direkten Vergleich zum Alfa wirkt der Capri III, welcher im Grunde nur ein facegelifteter Capri II ist, wie ein Auto aus einer gänzlich anderen Zeit. Zwei Autos die sich im Grunde niemals begegnen sollten. Wo beim Alfa die grazile Linie betört und die Harmonie der Form im Vordergrund steht, verströmt der Capri Testosteron pur. Der schwarze Grill wird ebenso wie beim Alfa von 2 Scheinwerfern gerahmt, doch die Haubengestaltung, mit Powerhutze und der tiefgezogenen Abdeckung, könnte als Prototyp des heute so modernen „Bösen Blickes“ durchgehen. Wo der Alfa eine Lichtlinie und einen geschwungenen Bogen verwendet, wirkt der Capri wuchtig und beinahe schon brutal, wo der Alfa eine grazile Heckpartie in klassischer Barchettaform aufweist, bedient sich der Ford bei der US-amerikanischen Fastbackausführung. Alles in allem erscheint der Ford merklich maskuliner, was durch den Gummispoiler noch unterstrichen wird. Etwas plump wirkt dann leider das Heck, die Rückleuchten könnten direkt von einem Escort oder Granada stammen, die immerhin zweiflutige Auspuffanlage könnte in Ihrer Optik auch direkt von einem Fiesta abmontiert worden sein. Schade, denn Uwe Bahnsen hat hier den starken Anfang des Capris, vermutlich aus Kostengründen, nicht zu einem krönenden Abschluss bringen können.

Der Porsche 924 ist in diesem Vergleich im Grunde der schmucklose, sachliche Vertreter. Das Design ist schlicht und einfach, wenn auch die gewünschten Proportionen eines Sportwagens beinahe perfekt getroffen wurden. So ist der Porsche nicht effekthascherisch, aggressiv oder modisch, sondern zurückhaltend und dezent. Das einzige Zugeständnis an das Design der 70er Jahre stellen beim Porsche die Schlafaugen dar. Ansonsten wird das Design des 924ers schlicht von der großen Glaskuppel des Hecks dominiert, eine eigenwillige und nicht sehr gebräuchliche Lösung.

So kommt es, wie es kommen muss. Der Alfa erhält 3 Sterne für sein Design, der Wagen gehört zu Recht zu den größten Würfen der Carrozeria Bertone und alles an klassischen Designmerkmalen in geradezu schlafwandlerischer Sicherheit in sich vereint. Der Ford Capri landet auf Platz zwei, da er eine grandiose maskuline Ausstrahlung auf sich vereint. Aufgrund seiner Schmucklosigkeit erhält der Porsche nur noch einen Punkt auf Platz 3.

Themenstarteram 30. September 2007 um 13:44

 II. Innenraum & Feeling

 

Jetzt öffnen wir die Türen zu unseren drei Testkandidaten. Nachdem man die Tür des Alfas mit dem wundervollen Türöffner geöffnet hat, empfängt einen die italienischer Herrlichkeit des Seins. Ein Geschmackvoll eingerichteter Innenraum aus poliertem Metall, Chrom, Holz und duftendem Leder. Das Armaturenbrett wird von chromumrandeten Analoguhren gekrönt, die Sitze fügen sich nahtlos in den Eindruck guten Stiles und Geschmacks ein, leider sind sie etwas rutschig und bieten vergleichsweise wenig Seitenhalt. Die angestellten Kotflügelkanten erweisen sich als sehr praktisch bezüglich der Übersichtlichkeit nach Vorne. So genial das alles wirkt, so gibt es doch Kleinigkeiten, die den Eindruck etwas trüben, so sind die Instrumente je nach Lichteinfall schwer abzulesen und das Getriebe ist leicht kratzig zu schalten. Dennoch kann man sich dem Urteil der Auto Motor Sport aus dem Jahr 1968 bedenkenlos anschließen: „Alfa-Sportwagen wurden nicht als Nebenprodukt einer großen Firma aus dem Boden gestampft, sondern […] von Leuten gebaut werden, die selbst gern und schnell Auto fahren.“, dem ist im Grunde nichts hinzuzufügen.

Der Ford wirkt bereits beim öffnen der Tür hemdsärmeliger, wir haben Florenz und Mailand mit Bochum oder Dortmund getauscht. Die Sitze und Seitenverkleidungen sind mit schwarzem Kunstleder und schwarz/weiss karierten Stoffen bezogen. Überhaupt ist beim Capri beinahe alles nachträglich im Werk eingeschwärzt worden, so ist Schwarz im Innenraum des Capris die dominierende Farbe. Sämtliche Instrumente im Ford verstecken sich in Joghurtbechern, das etwas billig wirkende Lederlenkrad ist, wie sollte es anders sein, ebenfalls schwarz. Für Farbtupfer sorgen die orange abgesetzten Zeiger von Tacho und Drehzahlmesser. Ein wahres Highlight der Innenraumgestaltung stellt die stilistisch überhaupt nicht ins Auto passende viereckige Analoguhr, auf der auch anstelle von Ford Mulinex stehen könnte. Die Stoffsitze des Fords verströmen zwar nicht das Flair der Alfa Ledersitze, bieten aber erheblich mehr Seitenhalt, dafür ist die Übersichtlichkeit des Fahrzeuges, im speziellen nach hinten erheblich schlechter.

Beim Porsche öffnet man die großen Türen mit einem alten Bekannten, dem Türgriff eines beliebigen VWs oder Audis, Dann fällt man quasi in den Porsche hinein, bei dem die dominante Farbe innen ebenfalls schwarz ist, wird jedoch durch die grau-türkisen Sitzbezüge und Türverkleidungen abgemildert. Auch beim Porsche sitzen die Instrumente in Joghurtbechern, die Ablesbarkeit ist nochmals besser, die Sitze sind im Vergleich die Besten, bezüglich Sitzkomfort und Seitenhalt, die Übersichtlichkeit der Karosserie ist ebenfalls die beste von allen 3 Kandidaten. Schlechter als im Ford, ist jedoch die Ergonomie der Schalter, die im Porsche scheinbar keinerlei Logik zu folgen scheint. Für die stilistische Lösung kann die Topwertung auch hier nur an den Alfa gehen, der Porsche folgt hier auf Platz 2, da er zwar Ergonomiemängel hat, aber ansonsten freundlicher wirkt als der Ford.

Themenstarteram 30. September 2007 um 13:45

 III. Motor & Sound

Die ersten beiden Kapitel waren ja beinahe Loblieder auf den guten italienischen Geschmack. Doch kann der Alfa diese Spitzenposition auch im Motorenkapitel halten? Und wie er diese Position zu verteidigen versteht. Alleine der Anblick des 2 Liter Doppelnockers lässt dem Autofan das Wasser im Mund zusammenlaufen. Doch wir reden von einem Sportwagen, also Motorhaube runter, Zündschlüssel in die Hand, Kupplung getreten und gefühlvoll den Motor gestartet. Spätestens jetzt läuft dem Autogourmet ein wohliger Schauer über den Rücken. Ein fantastisches Stakkato aus mechanischen Geräuschen, dem schlürfen des Vergasers und dem wohlgeordneten Takt auspuffender Zylinder. Wer diesen Motor einmal gehört hat, weiß warum Alfafahrer auch bei heftigen Minusgraden und Regen auf das Radio verzichten und mit einem verzückten Grinsen ein geöffnetes Fenster spazieren führen. Doch nicht nur der Sound des Motors verzückt, auch die überaus guten Manieren und das vorhandene Temperament des Motors, der gierig Richtung 6000 Giri dreht und keinerlei Schwächen zu kennen scheint. Auch bei der viel zu kurzen Ausfahrt zeigte sich, dass dieser Motor schon aus dem Drehzahlkeller gut anschiebt und nach oben hin fröhlich trompetend seinem Leistungsmaximum entgegen zieht. Zwar ist die Schaltung, vermutlich altersbedingt, etwas kratzig und könnte exakter sein, aber was soll es. Das Gesamtpaket ist stimmig und bringt einen sehr großen Fahrspass, wie kaum ein anderes ähnlich altes Fahrzeug.

Der Ford Capri ist in diesem Vergleich das einzige Fahrzeug, welches prestigeträchtige 6-Zylinder mit sich bringt, zudem ist er mit einem Hubraum von 2.8L auch der Wagen mit dem größten Motorvolumen. Optisch hingegen fällt der Fordmotor gegen den Alfamotor deutlich zurück. Doch kaum ist der Fordmotor gestartet, verfällt er mit einem leisen sonoren Brummen beinahe unhörbar in einen stabilen und sauberen Leerlauf. Dieses dezente Motorverhalten ist sicherlich einer der Gründe, weshalb die alten Ford V6 Motoren zu recht legendär sind und in einem Atemzug mit den 6-Endern von Mercedes, BMW und Opel genannt werden. Da wir aber von einem Wagen mit sportlicher Ausrichtung reden, ist er akustisch eben nicht präsent genug. Sehr angenehm ist der sanfte aber nachdrückliche Schub, den der Motor bereits kurz oberhalb der Leerlaufdrehzahl entwickelt. So ab 3500/mi. ist es dann aber doch soweit, dass der Motor ein, wenn auch zurückhaltendes, standesgemäßes Grummeln produziert. So verwundert es wenig, dass viele Capris nachträglich mit Sportauspuffanlagen ausgerüstet wurden. Dennoch sind die Motorischen Qualitäten des Ford großartig, der Motor ist elastisch und dreht brav nach oben heraus, ohne dabei wirklich angestrengt zu wirken oder einen ungebührlichen Krach von sich zu geben. Wirklich störend an diesem Motor, könnte eigentlich nur, der teilweise enorme Durst des Graugusstrumms im Fahrzeugbug, sein.

Der Porsche wiederum schöpft die gleiche Leistung, wie der Ford, aus lediglich 2.5 Litern Hubraum, und lediglich 4 Töpfen. Der Motor mit dieser Leistung wurde im 924S lediglich 1 Jahr lang angeboten und darf mit Fug und Recht als die Krönung der Motoren im 924er gelten. Aber im Vergleich zum Alfa, ist auch der Porsche ein diskreter Leisetreter, seine Motorcharakteristik ist ebenfalls sehr bullig, der Motor zieht auch im 5.Gang ab 1500 /min. klaglos hoch bis an seine Drehzahlgrenze von 6500 /min. Der Seriensound ist für einen Sportwagen ebenfalls enttäuschend, lediglich unter Volllast ab 3500/min. fängt der Motor an zu fauchen, dazu passt das fast perfekt abgestimmte 5-Gang-Getriebe hervorragend.

Den besten Sound bietet klar der Alfa, sein Motor verbreitet absolute Fröhlichkeit und Lebensfreude. Der Ford und der Porsche haben herausragende Tourenmotoren, wirken im alltäglichen Betrieb aber nicht unbedingt stärker. Hier gehen ebenfalls 3 Punkte an den Alfa, da der Motor am besten zu einem Sportwagen passt. Der Porsche und der Ford geben sich im Motorenkapitel eigentlich gegenseitig die Klinke in die Hand, dennoch erhält der Porsche hier den 2. Platz, da der Fordmotor einfach zu durstig ist.

Themenstarteram 30. September 2007 um 13:45

 IV. Fahrspass

 

Der Fahrspassfaktor im Alfa heißt ganz klar, Genuss durch Guten Geschmack. Das Gesamtpaket aus Design, Innenraum und Motor ist überragend. Hinzu kommt, dass die Mailänder Ingenieure auch noch ein sportliches und harmonisches Fahrwerk draufgepackt haben. Zwar kann das Fahrwerk sein konstruktives Alter nicht wirklich verbergen, aber auch die hintere Starrachse ist so gut geführt und neigt lediglich auf schlechtem Geläuf und unsauber gefahrenen Kurven zum Trampeln, doch das verzeiht man dem 60er Jahre Alfa gerne.

Der Ford hingegen zieht seine Faszination aus der dargestellten Aggressivität und seiner Motorencharakteristik. Leider ist der Motor für das Fahrwerk merklich zu kräftig, die Hinterachse, eine klassische Konstruktion aus Starrachse mit Blattfedern, neigt bereits bei moderatem Leistungsabruf zum auskeilen, kurze Stöße werden trocken weitergeleitet, ergänzt wird das überforderte Fahrwerk von einer sehr synthetisch wirkenden Servolenkung. Gemeinsam führt das dazu, dass der Capri ganz sicher nicht ein einfach zu fahrendes Fahrzeug ist, sondern eher ein tückischer Übersteuerer ist, der am besten von jemandem bewegt wird, der mit dieser Fahrzeugcharakteristik umzugehen versteht. Dennoch passen diese Unzulänglichkeiten irgendwie zum Charakter des Capris, der eben irgendwo den ganzen Kerl verlangt.

Der Porsche hingegen sticht bereits konstruktiv aus diesem Vergleich heraus. Durch seine Transaxlebauweise mit dem Getriebe auf der Hinterachse ist er hervorragend ausbalanciert, sein Fahrwerk ist sportlich, harmonisch und bietet auch noch ausreichenden Restkomfort, und lässt sich nur durch sehr kurze Stöße aus der Ruhe bringen. Das Traktionsniveau und der Grenzbereich sind jeweils sehr hoch angesetzt, ein Problem das ein unbedarfter Fahrer es in Kurven übertreiben könnte und den Grenzbereich im speziellen auf rutschigen Untergrund erreichen könnte. Zu dem guten Fahrwerk und, wie bereits erwähnt, Getriebe gesellt sich eine sehr gute und zielgenaue Lenkung. Der Porsche ist in diesem Vergleich die Fahrmaschine, er erhält daher die Höchstwertung von 3 Sternen, der Alfa folgt auf Platz 2 und der Ford, weil er der tückischste aller drei ist, kommt hier nur auf den 3. Platz.

Themenstarteram 30. September 2007 um 13:46

V. Fahrleistungen

 

Dieses Kapitel ist auf den ersten Blick unfair, immerhin weist der Alfa im Vergleich mit Porsche und Ford eine Minderleistung von beinahe 30 PS auf. Unterm Strich ist der Abstand des Alfas aber geringer als man vermuten könnte. Auch der Alfa geht gute 200 km/h und in weniger als 10 Sekunden auf 100 km/h, wenn man diese Leistungsdaten überhaupt abrufen mag. Der Ford läuft zwar mit 210 km/h etwas schneller und beschleunigt laut Werk in 9 Sekunden auf 100 km/h, doch das ist im Grunde nicht Nennenswert. Der Porsche ist mit einer Werksangabe von 8.2 Sekunden und 220 km/h nochmals ein Schipplein schneller, also das Fahrzeug, welches seine motorischen Qualitäten am besten in Vortrieb umsetzt. Doch zu den Fahrleistungen gehört auch immer der Bremseindruck, denn schnelle Autos müssen auch wieder zum stehen kommen. Subjektiv gesehen ist die Bremse des Capris die angenehmste und beste, direkt gefolgt vom Alfa. Der Subjektive Bremseindruck des Porsches ist, etwas überraschend, der schlechteste, auch wenn er durchaus ordentlich bremst. Aus diesem Grund sollte die Wertung in dieser Kategorie fairerweise ausgeglichen ausfallen. Daher erhalten alle Fahrzeuge in dieser Kategorie den „zweiten“ Platz.

Themenstarteram 30. September 2007 um 13:47

 VI. Kosten

Die Anschaffungskosten der drei Testfahrzeuge weichen erheblich voneinander ab. Der Alfa ist mit durchschnittlich 13.000 Euro für ein gutes Exemplar eindeutig der teuerste Vertreter. Für einen guten Capri III 2.8i muss man als Interessent sicherlich so 6000 Euro anlegen. Der günstigste Vertreter in diesem Vergleich ist der Porsche, der dank seiner niedrigen Akzeptanz im Porschelager mit lediglich rund 3500 Euro für ein gutes Exemplar zu Buche schlägt. Da alle drei Fahrzeuge heute nicht mehr von Risikogruppen gefahren werden, sind alle Fahrzeuge in der Versicherung sehr günstig. In den Kfz-Steuern jedoch gibt es große Unterschiede zwischen den Fahrzeugen, der Alfa Romeo erhält in jedem Fall ein H-Kennzeichen und daher mit 195 Euro einen günstigen Steuersatz. Der Porsche 924S erfüllt ab Werk Euro2, oder kann kostengünstig aufgerüstet werden, so dass lediglich 181 Euro Steuern fällig werden. Der Ford Capri ist entweder nicht alt genug oder erfüllt nicht Euro2. Für Ihn sind 710 Euro Steuern pro Jahr fällig. Die notwendigen Wartungen sind bei allen 3 Fahrzeugen vergleichsweise günstig. Für bestimmte Ersatzteile und Reparaturen gilt dies jedoch leider nicht, da sie schwer aufzutreiben sind, oder aber sehr aufwändig in der Durchführung sind. Hinzu kommt für den Porsche ein weiterer Vorteil, er ist feuerverzinkt und daher sehr korrosionsbeständig, im Gegenzug verfügt er über einen Zahnriemen. Der Verbrauch trennt die drei Fahrzeuge in 2 Lager. Einmal der Porsche und der Alfa, die beide mit 9-11 Liter Verbrauch im Alltagsbetrieb zufrieden sind, und in den Ford, bei dem man realistischerweise mit 14-15 Litern rechnen muss. Der Porsche erhält 3 Punkte, da man bei Ihm nur selten mit Korrosionsschäden und den damit verbundenen Kosten rechnen muss, der Alfa endet auf Platz 2, da sein Verbrauch und seine Steuern sehr attraktiv sind. Der Ford erhält ebenfalls 2 Punkte, da seine Steuern und sein Verbrauch im Vergleich mit den beiden Opponenten zu stark ins Gewicht fallen, aber im Gegensatz zum Alfa ist seine Anschaffung merklich günstiger.

Themenstarteram 30. September 2007 um 13:54

 VII. Bewertung und Auswertung :

 

Alfa Romeo Giulia Sprint 2000 GTV

Design : 3 Punkte; Innenraum & Feeling : 3 Punkte; Motor & Sound : 3 Punkte; Fahrspass : 2 Punkte; Fahrleistungen :  2 Punkte; Kosten : 2 Punkte

Gesamt : 15 Punkte

Platz : 1

 

Ford Capri III 2.8i

Design : 2 Punkte; Innenraum & Feeling : 1 Punkt; Motor & Sound : 1 Punkt;  Fahrspass : 1 Punkt; Fahrleistungen : 2 Punkte; Kosten : 1 Punkt

Gesamt : 8 Punkte

Platz : 3

 

Porsche 924S

Design : 1 Punkt; Innenraum & Feeling : 2 Punkte; Motor & Sound : 2 Punkte; Fahrspass : 3 Punkte; Fahrleistungen : 2 Punkte; Kosten : 3 Punkte

Gesamt : 13 Punkte

Platz : 2

 

Nun fehlen noch ein paar Schlussworte. Wer sollte welches Auto kaufen? Der Alfa ist sicherlich das Auto für den Autogourmet, der klassische Eleganz und ein vergleichsweise modernes Fahrverhalten sucht und entsprechendes Kleingeld für die Anschaffung mitbringt. Der Ford ist das Auto für den Fan der 70er Jahre, der sich vom hohen Verbrauch nicht schrecken lässt und eben den speziellen Reiz dieser 70er Jahre Testosteronbomber mag. Der Porsche richtet sich dagegen klar an den Fan fahraktiver Autos, die Auswahl an Fahrzeugen mit ähnlichem Charakter, ähnlichen Fahrleistungen und ähnlich günstiger Anschaffungs- und Unterhaltskosten dürfte sehr übersichtlich sein.

 

Autor : Rotherbach

Schön geschrieben!!!

Als ehemaliger 2.8i-Besitzer (und anschliessender 944-Fahrer) kann ich Deiner Beurteilung eigentlich komplett zustimmen, mit einer Ausnahme: die Bremse des Capri war völlig unterdimensioniert!!! Ich habe sprich und sage ALLE HALBE JAHRE neue Bremsscheiben vorne gebraucht, und zwar ohne Renneinsätze! Das hat zwar nur beim ersten Mal Geld gekostet ( weil ich immer wieder in der Garantie war), aber 3X Bremsscheiben in knapp 2 Jahren.mit insgesamt 60.000km......

Das Fahrverhalten war wirklich - naja, sagen wir mal so: im Ford hat meine Holde bei 180 gestreikt, im Porsche waren 220 ein schönes Tempo. Im Winter mussten grundsätzlich hinten Betonplatten rein, sonst ging garnichts... und trotzdem: heute sag ich mir: ich hätte ihn behalten sollen, während ich dem 944 aufgrund seiner "Undramatik" eigentlich gar nicht nachtrauere.

moin

Meine volle zustimmung zu dem "test".

Mir ist es ähnlich ergangen.Und heute trauer ich ja fast meinem capri etwas nach.

Das fahrverhalten war beim capri immer etwas besonderes.

Aber dafür konnte man den capri fast rechteckig um die kurven prügeln,dank heckantrieb und viel kraft von dem unzerstörbaren motor.

Das schöne an diesen autos ist doch die tatsache das sie sich noch fehler leisten durften ,und gerade deswegen so geliebt wurden.

welche autos dürfen sich das heute noch erlauben?

wo alles vereinheitlicht wird um irgend einer sicherheitsnorm zu entsprechen.

mfg

Themenstarteram 1. Oktober 2007 um 15:59

Moin,

Wie groß die Haltbarkeit einer Bremse ist ... kann man aber auf einer Probefahrt nicht feststellen. Jedenfalls bremste der Wagen gefühlt besser als der Porsche. Die Bremse schien mehr Biss zu haben. Wie schon gesagt ;) Das ist eine subjektive Bewertung und keine Messung. Und wer weiß, ob auf dem Capri die Originale Bremsanlage drauf war, ich hab es jedenfalls nicht gefragt gehabt.

MFG Kester

Zitat:

Original geschrieben von 3.0CS

Schön geschrieben!!!

Als ehemaliger 2.8i-Besitzer (und anschliessender 944-Fahrer) kann ich Deiner Beurteilung eigentlich komplett zustimmen, mit einer Ausnahme: die Bremse des Capri war völlig unterdimensioniert!!! Ich habe sprich und sage ALLE HALBE JAHRE neue Bremsscheiben vorne gebraucht, und zwar ohne Renneinsätze! Das hat zwar nur beim ersten Mal Geld gekostet ( weil ich immer wieder in der Garantie war), aber 3X Bremsscheiben in knapp 2 Jahren.mit insgesamt 60.000km......

Das Fahrverhalten war wirklich - naja, sagen wir mal so: im Ford hat meine Holde bei 180 gestreikt, im Porsche waren 220 ein schönes Tempo. Im Winter mussten grundsätzlich hinten Betonplatten rein, sonst ging garnichts... und trotzdem: heute sag ich mir: ich hätte ihn behalten sollen, während ich dem 944 aufgrund seiner "Undramatik" eigentlich gar nicht nachtrauere.

Schöner Vergleich :)

Hätte da allerdings ein paar Werte zur Korrektur. 0-100 beim Capri 2.8i sind 8.3 Sekunden und wie du auf 14-15 Liter im Alltagsbetrieb kommst wundert mich ein wenig. Entweder fast nur Stadtverkehr oder fast mit nur Vollgas unterwegs?

Der Verbrauch liegt nach meiner Erfahrung im Alltag bei etwa 11-13 Liter, auf der Autobahn hab ich den 2.8i auch schon mal mit 8.4 Liter gefahren (weniger als der arme mitfahrende 50PS Polo, welcher dauern Vollgas fahren mußte :D )

Klar 15 Liter gehen auch, aber da ist man dann schon sehr zügig unterwegs :)

Und mit der Serienbremse beim Capri kann ich 3.0CS nur zustimmen, die ist wirklich nicht gerade die Beste, die Wahl der Bremsbeläge macht da allerdings einen Riesen Unterschied.

Ansonsten Kester, weiter so!

Schöner Vergleich;)

hast die ja wirklich Mühe gegeben-danke dafür.

Ich bin bisher leider erst in einem 924er mitgefahren(von den 3en).Da macht das hier Lust auf mehr:)

Themenstarteram 15. Oktober 2007 um 8:54

Moin,

Die Sprintangabe stammt aus einer älteren AMS ... ist also ein damaliger Messwert gewesen. Wenn es dich interessiert, kann ich nachsehen welche Ausgabe das war.

Der Verbrauchswert stammte vom Besitzer. Er meinte ... mit diesem Verbrauch müsse man rechnen, wenn man das Auto nicht nur streichele, sondern Artgerecht bewegen täte. Der Verbrauch des 924S stammt von mir ... ;) Ist quasi ein eigener Messwert. Der Verbrauchswert des Alfas stammt hingegen von einem Bekannten von mir, der dieses Fahrzeug 7 Jahre gefahren hat (bis es ihm zerbröselte). Das Problem hierbei ist ... und das muss man dabei sagen ... jeder den man fragt wird sagen, er fahre ganz normal. Und dennoch machen sich Unterschiede im Verbrauch leicht aus, der eine fährt eben 50 Gewohnheitsgemäß im 3. Gang, ich hingegen im 5. Gang. Das macht im Stadtverkehr je nach Fahrzeug ... sicherlich schon 2-3 Liter aus. Und es bringt ja nichts ... wenn man jetzt die Zahlenwerte irgendwo schönt ... Ich weiß z.B. aus eigener Erfahrung das man einen 300E W124 mit 9.3 Litern auf 100 km fahren kann. Aber es ist je leider nicht die dauerhafte Realität, denn die lag bei rund 12 Litern ;)

Und wie schon gesagt ... bei den Bremsen habe Ich das REINE Gefühl bewertet. Vielleicht gefiel mir die Bremsenabstimmung im Capri einfach nur besser. Gemessen habe Ich da ja nichts, wäre auch etwas kriminell irgendwo einfach ne Vollbremsung hinzulegen um zu guggen wie lang oder kurz der Bremsweg iss. Das wäre dann ein objektiver Wert ... aber der ist derzeit jedenfalls illusorisch für mich zu erhalten.

Ich schreibe im übrigen gerade an einer Fortsetzung, ist aber etwas schwieriger ... weil auch Autos aus dem Jahr 2006 und 2005 dabei sind ... da ist es schwerer ... die Eindrücke wieder in Worte zu fassen.

MFG Kester

Zitat:

Original geschrieben von Cosworth

Schöner Vergleich :)

Hätte da allerdings ein paar Werte zur Korrektur. 0-100 beim Capri 2.8i sind 8.3 Sekunden und wie du auf 14-15 Liter im Alltagsbetrieb kommst wundert mich ein wenig. Entweder fast nur Stadtverkehr oder fast mit nur Vollgas unterwegs?

Der Verbrauch liegt nach meiner Erfahrung im Alltag bei etwa 11-13 Liter, auf der Autobahn hab ich den 2.8i auch schon mal mit 8.4 Liter gefahren (weniger als der arme mitfahrende 50PS Polo, welcher dauern Vollgas fahren mußte :D )

Klar 15 Liter gehen auch, aber da ist man dann schon sehr zügig unterwegs :)

Und mit der Serienbremse beim Capri kann ich 3.0CS nur zustimmen, die ist wirklich nicht gerade die Beste, die Wahl der Bremsbeläge macht da allerdings einen Riesen Unterschied.

Ansonsten Kester, weiter so!

Hallo zusammen,

sehr schöner Bericht. Auch wenn der Capri hier "verloren" hat, scheint er doch die meisten Anhänger zu haben. Umso glücklicher bin ich, dass ich einen 2.3 S mein Eigen nennen kann :).

Etwas hoch scheint auch mir der Verbrauch, da meiner bei 10-11 Litern und normaler Fahrweise liegt (ca. 110 Km/h Landstrasse, zwischen 130 und 180 Km/h Autobahn). Ich denke, dass nicht so ein großer Unterschied ist, da der 2,8er ein Einspritzer und der 2.3er Doppelvergaser ist...

Habe mal ein Bild mit angehängt ;)

Freue mich schon auf die Fortsetzung.

Gruß Holgi

Deine Antwort
Ähnliche Themen
  1. Startseite
  2. Forum
  3. Auto
  4. Oldtimer
  5. Vergleichstest - Alfa Romeo Giulia Sprint 2000GTV vs. Ford Capri III 2.8i und Porsche 924S