Teilschuld bei Überschreitung der Richtgeschwindigkeit
Hallo,
bekanntlich bekommt man ja eine Teilschuld wenn man unverschuldet an einem Unfall beteiligt ist, sofern man mehr als 130 km/h fuhr und den Unfall auch bei dieser Geschwindigkeit nicht hätte verhindern können.
Allerdings ist mir noch nicht ganz klar ob damit "unter normalen Umständen (leichtes Abbremsen)" oder "irgendwie (Vollbremsung)" gemeint ist.
Nehmen wir mal an ich fahre 130 und jemand zieht auf der Autobahn sehr dicht vor mir auf den linken Streifen. Ich führe eine Vollbremsung durch und komme 10 Meter hinter ihm zum Stehen. Nehmen wir jetzt an Ich fahre statt 130 km/h 180 km/h (alles andere bleibt gleich) und kann den Unfall nicht mehr vermeiden. Kommt dann eine Teilschuld auf mich zu?
Wie viel Reaktionszeit steht einem eigentlich zu?
Beste Antwort im Thema
Zitat:
@Geisslein schrieb am 16. März 2018 um 11:42:35 Uhr:
Zitat:
@onzlaught schrieb am 16. März 2018 um 11:11:28 Uhr:
Entschuldige, mein Fehler,
ich korigiere mich:Und den Richtern eine korrekte Anwendung der Gesetzestexte zuzutrauen,
kommt nicht in Frage?Bei dem Urteilsspruch wage ich das zu bezweifeln.
Bringt aber alles nichts.
Diejenigen die Rasen wollen tun das weiterhin und versuchen die Schuld jemand anderem in die Schuhe zu schieben.
Man kann ja von solchen Leuten nicht erwarten, daß vorausschauend gefahren wird.
Scheuklappen auf und alles Andere ist nicht von Bedeutung.
Mein Gott Geisslein
Es fällt mir echt schwer deine Kommentare unkommentiert zu lesen. Obwohl es mir geht wie dir. Ich habe eigentlich immer Recht und trotzdem gibt es Zweifler. Was ist an dem Urteil so schwer zu verstehen? Warum muss der Schnellere als "Raser" abgestempelt werden?
Pferden zieht man übrigens Scheuklappen auf damit sie nur noch voraus schauen (nämlich nach vorne). Vorausschauend Fahren hat nichts mit nach vorne schauen zu tun sondern die Situation zu erkennen, begreifen und sich danach zu richten was kommen wird. Vorausschauend ist somit auch in den Rückspiegel zu schauen und die Situation zu beurteilen und sich danach zu richten. Kommt dort im linken Rückspiegel ein, wie immer du ihn nennen magst, mit deutlich höher Geschwindigkeit um dich und deinen Vordermann zu überholen so gibt es doch keinen Grund ihm hierzu irgendwelche Fallen in den Wg zu legen.
Weiter noch. Siehst du "den Anderen" rechts im Außenspiegel so versucht er dich vermutlich verbotenerweise rechts zu überholen. Selbst dann ist es für dich kein Grund ihm in den Weg zu fahren.
Trotzdem
Einen Gruß
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Da geb ich Dir Recht. Ich fahre zügig bis sehr zügig und kenne sowohl Beschleunigungsvermögen und, wichtiger, Bremsverhalten meiner Autos. Trotzdem hab ich seit Jahrzehnten keine Knöllchen. Weder Tempo noch Abstand auf der AB.
Wildunfälle sind auch 'böse'. Vor 35 Jahren ist mir ein Keiler in den Subaru XT. Mit ca 70kmh mittig getroffen und Totalschaden. Die Wildsau ist noch ca. 100m gelaufen.
Zitat:
@lex-golf schrieb am 25. März 2018 um 09:11:57 Uhr:
...
Hat Jahre gedauert bis ich wieder ohne Angst an LKWs vorbei bin.
100 km/h Differenzgeschwindigkeit können eben etwas (zu) viel sein. Ich weiß, Tacho 180 ist doch "keine" Geschwindigkeit und überhaupt darf das doch gar nicht sein, dass der einfach rüberzieht.
Wenn´s aber passiert, ist die "Unschuld" unter Umständen das einzige was einem bleibt.
Wenn die LKW schon auf der rechten und mittleren Spur "stehen", dann wird´s eben links gerne eng. Ob man durch das Nadelöhr mit 200 durchschießen muss (war doch genau so geplant?), weiß ich jetzt auch nicht.
Man stelle sich vor, zwischen den LKW auf der mittleren Spur fährt noch jemand mit dem Auto, der plötzlich rüberfährt. Der Aufprall ist sicherlich sanfter, für den Schnellfahrer.
Zitat:
@einsdreivier schrieb am 25. Mar 2018 um 11:43:44 Uhr:
100 km/h Differenzgeschwindigkeit können eben etwas (zu) viel sein.
Durchaus. Aber auf Landstraßen hat man üblicherweise 200 km/h Differenzgeschwindigkeit.
Egal, der Aufprall ist der Gleiche, nur ohne Leitplanke und eventuell mit stärkeren Dreher...
Ich bin auch ca 2 Jahre nicht schneller als 150 gefahren, und habe regelmäßig Schweißausbrüche gehabt, aber man wird mit jeder Fahrt wieder sicherer (wobei bei meinem Unfall auch keinen nennenswerten Personenschaden entstand, also eher die Angst vor dem finanziellen Schaden)...
Klar, eine Reduktion der Geschwindigkeit ist sinnvoll wenn man LKWs (oder allg. langsame Verkehrsmittel) passiert, aber es kann auch sein, daß man in einem schnellen Verband fährt und das Bremsen nur in geringerem Maße sinnvoll ist ohne den nachfolgenden Verkehr zu belästigen... somit können die gefahrenen 250 Km/h nur auf 180 reduziert werden, bis man auf Höhe der langsameren Fahrzeuge ist.
Also erst wenn man alle Umstände kennt kann man die Situation richtig beurteilen und die "Schuld" richtig/vernünftig verteilen...
HTC
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Danke HTC, ich war schon deutlich am Geschwindigkeit reduzieren und stärkeres Bremsen hätte genau den Welleneffekt auf der Linken Spur gehabt. Ich war ja nicht alleine dort und wir waren alle aus heutiger Sicht zu schnell (und zu jung für die Autos). Und damals gab es nur Kurven die das Tempo von Wi nach K auf der A3 eingebremst haben. Oder je nach Wagen eben nicht mal diese.
Zitat:
@Scoundrel schrieb am 25. März 2018 um 13:55:12 Uhr:
Zitat:
@einsdreivier schrieb am 25. Mar 2018 um 11:43:44 Uhr:
100 km/h Differenzgeschwindigkeit können eben etwas (zu) viel sein.Durchaus. Aber auf Landstraßen hat man üblicherweise 200 km/h Differenzgeschwindigkeit.
Ist trotzdem nicht schlimmer als mit 100km/h gegen die Wand zu fahren (bei gleichen Massen, Smart gegen SUV könnte sein daß der SUV-Fahrer gar nix merkt 😁). 😉
Gruß Metalhead