Sport Stabi

Audi S5 8T & 8F

Hi Jungs,
spiele mit dem Gedanken eventuell Sport Stabis zu verbauen.
Es gibt ja welche von H&R und Eibach.
Die von H&R sind dicker und dadurch scheinbar steifer.
Eigentlich liegt meiner schön wie ein Brett, aber da er recht tief liegt
und in schnellen langen Kurven gerne mal
Federweg mäßig an seine Grenzen kommt, bzw das kurven innere Rad
zu weit eintaucht, denk ich darüber nach.
Hat wer Erfahrungen damit gemacht?
Negativ fällt mir das hohe Gewicht auf, und das ich eigentlich
sehr zufrieden mit der Straßenlage bin und mir nur
schwer vorstellen kann, das es noch besser wird.
Verschlechtern möchte ich mich auf keinen Fall.
Na was habt ihr für eine Meinung darüber....?

Beste Antwort im Thema

Hallo Leute!
Physikalisch kommt es beim Wanken nur auf die sogenannte Querfedersteifigkeit des Fahrzeuges an. Diese setzt sich immer aus den Steifigkeiten der Federn selbst als auch der Stabilisatoren zusammen.

Man kann also die Querfedersteifigkeit sowohl beeinflussen, indem man die Federn härter macht was nahezu alle Sportfahrwerke bzw. Tieferlegungsfedern machen oder man erhöht die Torsionsfedersteifigkeit des Stabis, der nichts weiter ist als eine Torsionsfeder mit Hebelarmen. Die Steifigkeit am Stabi resultiert zudem aus seiner Torsionssteifigkeit und dem Hebel, an dem die Kräfte ansetzen.

Die Auslegung des Stabilisators ist weniger von der Leistung eines Fahrzeuges abhängig als vielmehr von den Rad- und Achslastverhältnissen.

Da hat Audi wie bei den Federn auch bei den Stabilisatoren vorne 4 und hinten 3 verschiedene Dicken die sie je nach Leergewichtsachslastverteilung einsetzen um ein ideales Resultat für alle Motorisierungen zu erreichen, auch wenn sich diese im Detail deutlich in den Leerachslasten unterscheiden. Sicher ist ein 2,7 TDI Frontantrieb Multitronic Vollausstattung ungünstiger in der Achslastverteilung als ein 1,8 TFSI Quattro Handschalter Basis. Und das wird mit den unterschiedlichen Stabis angepasst.

Der Stabi ermöglicht es, eine weichere Fahrwerksfeder zu verwenden was den Komfort verbessert ohne Abstriche in der Querfedersteifigkeit zu erhalten weil der Stabi da eben einen Teil der Abstützung übernimmt. Man darf allerdings auch nicht vergessen dass er dies tut indem er das kurvenäußere Rad in Z-Richtung noch weiter und stärker belastet als es das sowieso schon in der Kurve ist. Das lässt sich nicht beliebig steigern weswegen der Stabi manchmal kontraproduktiv ist ... Allerdings hat ein Fahrzeug, welches wenig wankt, durch die konstantere Achsgeometrie relativ zur Fahrbahn einen deutlich stabileren Reifenlatsch auf der Straße und damit gewinnt man an Haftung meist mehr als man durch das Zusatzbelasten des kurvenäußeren Rades verliert.

Die H&R-Lösung ist deswegen einstellbar weil die eben aus Kostengründen nur einen Stabi für alle Varianten machen. Sie haben den A6 4G sogar mit hinein genommen weil dessen Achsen geometrisch ziemlich identisch zum B8 sind ... Bei schweren Vorderwagen stellt man den Stabi eben auf hart und bei leichtem Vorderwagen auf weich. Man kann auch anders verfahren und wie beschrieben das Eigenlenkverhalten ändern.

Im Resultat wankt das Auto wesentlich weniger. Allerdings wird der Grenzbereich durchaus spitzer. Das muss einem klar sein. Das Auto schiebt dann mächtig über die Achse wenn man über den Punkt drüber weg ist. Die Traktion wird auch leicht schlechter, je härter der Stabi ist. Aber das alles ist ertragbar gemessen an der ungemein stark verbesserten Querdynamik.

Mit dem richtigen Fahrwerk ist die Symbiose perfekt ... Ein B16 PSS10 zusammen mit dem H&R-Kit ... Ich könnt' mich anfassen ;-) *ggg* ...

LG,
Matse

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Oh man, das innere Rad taucht bei Kurvenfahrt ohne Stabi NICHT ein, es wird entlastet und federt aus!

Es wird über den Stabi durch das eintauchende, äußere Rad ebenfalls nach oben in die Karosse gezogen und somit die Seitenneigung vermindert!

Nimm eine Büroklammer, biege sie U-förmig wie einen Stabi, halte sie drehbar z.B. mit den Fingern in der Mitte und bewege eines der freien, waagerechten Enden mit der anderen Hand nach oben oder unten und beschreibe was du am anderen Ende feststellst.

O-I______I-O Wäre der Stabi unendlich starr, müssten beide Räder im gleichen Maße ein federn (was sie ja auch beim Überfahren z.B. einer über die gesamte Fahrzeugbreite reichenden Querunebenheit auch tun). Deshalb beeinträchtigt der Stabi ja auch die eigentliche Federung im Prinzip nicht.

😉🙂😁

Sorry innen und außen verwechselt

Zitat:

@Audi - Fan schrieb am 4. Mai 2015 um 13:16:19 Uhr:


Das Innere soll eben gar nicht erst soweit eintauchen. Sprich das "starke" einfedern gemindert werden.

Dadurch das der Stabi das andere Rad mit einfedern lassen will,

Stützt die Feder des entlasteten Rades die Feder des belasteten Rades mit ab.

Sozusagen findet mit einem harten Stabi Teamwork statt 🙂

Danke für euere Beiträge, liest sich ja alles sehr positiv

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Zitat:

@unreasonable schrieb am 4. Mai 2015 um 21:45:07 Uhr:


Danke für euere Beiträge, liest sich ja alles sehr positiv

Die Dinger, ob sie nun von Eibach oder H&R kommen, funktionieren genau so wie Du es dir vorstellst 😉

Ich finde die Stabis zudem nicht zu teuer. eher als Schnapper wenn man bedenkt was sonstige Fahrwerksverbesserungen kosten 😉

Ja finde es auch günstig, besonders das dazu funktionieren scheint 🙂
Freitag wird ordentlich abgestimmt auf der Rolle, mal sehen ob ich da auch das bekomme was ich mir wünsche 🙂

Zitat:

@Audi - Fan schrieb am 4. Mai 2015 um 07:27:55 Uhr:


Weiche Einstellung VA --> "übersteuern"
Harte Einstellung VA --> "untersteuern"

Genau das war der Grund warum ich bis jetzt noch die Serienstabis fahre. Ursprünglich hatte ich die Hoffnung, dass harte Stabis dem langweiligen Untersteuern entgegenwirken, was an der VA aber genau der falsche Weg gewesen wäre. Wegen der Verstellmöglichkeit fand ich die H&R Stabis interessanter.

Auch war/bin ich nach dem Einbau des Bilstein Gewindefahrwerks mit dem deutlich verbesserten Handlingverhalten äußerst zufrieden. Bin schon auf den Erfahrungsbericht von @unreasonable gespannt da er ebenfalls ein Gewindefahrwerk verbaut hat.

Hallo Leute!
Physikalisch kommt es beim Wanken nur auf die sogenannte Querfedersteifigkeit des Fahrzeuges an. Diese setzt sich immer aus den Steifigkeiten der Federn selbst als auch der Stabilisatoren zusammen.

Man kann also die Querfedersteifigkeit sowohl beeinflussen, indem man die Federn härter macht was nahezu alle Sportfahrwerke bzw. Tieferlegungsfedern machen oder man erhöht die Torsionsfedersteifigkeit des Stabis, der nichts weiter ist als eine Torsionsfeder mit Hebelarmen. Die Steifigkeit am Stabi resultiert zudem aus seiner Torsionssteifigkeit und dem Hebel, an dem die Kräfte ansetzen.

Die Auslegung des Stabilisators ist weniger von der Leistung eines Fahrzeuges abhängig als vielmehr von den Rad- und Achslastverhältnissen.

Da hat Audi wie bei den Federn auch bei den Stabilisatoren vorne 4 und hinten 3 verschiedene Dicken die sie je nach Leergewichtsachslastverteilung einsetzen um ein ideales Resultat für alle Motorisierungen zu erreichen, auch wenn sich diese im Detail deutlich in den Leerachslasten unterscheiden. Sicher ist ein 2,7 TDI Frontantrieb Multitronic Vollausstattung ungünstiger in der Achslastverteilung als ein 1,8 TFSI Quattro Handschalter Basis. Und das wird mit den unterschiedlichen Stabis angepasst.

Der Stabi ermöglicht es, eine weichere Fahrwerksfeder zu verwenden was den Komfort verbessert ohne Abstriche in der Querfedersteifigkeit zu erhalten weil der Stabi da eben einen Teil der Abstützung übernimmt. Man darf allerdings auch nicht vergessen dass er dies tut indem er das kurvenäußere Rad in Z-Richtung noch weiter und stärker belastet als es das sowieso schon in der Kurve ist. Das lässt sich nicht beliebig steigern weswegen der Stabi manchmal kontraproduktiv ist ... Allerdings hat ein Fahrzeug, welches wenig wankt, durch die konstantere Achsgeometrie relativ zur Fahrbahn einen deutlich stabileren Reifenlatsch auf der Straße und damit gewinnt man an Haftung meist mehr als man durch das Zusatzbelasten des kurvenäußeren Rades verliert.

Die H&R-Lösung ist deswegen einstellbar weil die eben aus Kostengründen nur einen Stabi für alle Varianten machen. Sie haben den A6 4G sogar mit hinein genommen weil dessen Achsen geometrisch ziemlich identisch zum B8 sind ... Bei schweren Vorderwagen stellt man den Stabi eben auf hart und bei leichtem Vorderwagen auf weich. Man kann auch anders verfahren und wie beschrieben das Eigenlenkverhalten ändern.

Im Resultat wankt das Auto wesentlich weniger. Allerdings wird der Grenzbereich durchaus spitzer. Das muss einem klar sein. Das Auto schiebt dann mächtig über die Achse wenn man über den Punkt drüber weg ist. Die Traktion wird auch leicht schlechter, je härter der Stabi ist. Aber das alles ist ertragbar gemessen an der ungemein stark verbesserten Querdynamik.

Mit dem richtigen Fahrwerk ist die Symbiose perfekt ... Ein B16 PSS10 zusammen mit dem H&R-Kit ... Ich könnt' mich anfassen ;-) *ggg* ...

LG,
Matse

@Jettamatse

sehr schön und ausführlich beschrieben !

Danke 😉

Dito.

Hat ein A5 werkseitig eigentlich die gleichen Stabis wie ein A4? Oder gibt es hier Unterschiede?

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