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Soll man die BKF Ausbildung noch machen?

Themenstarteram 2. Mai 2016 um 20:36

Hallo, ich habe im Juni ein Praktikum in einer Spedition für die dreijährige BKF Ausbildung. Ich hab mich schon extrem informiert und war einfach immer ein Fan von LKW.

Mein ganzer Familienkreis, als auch meine freunde schauen mich komisch an wenn die hören was ich machen will. Immerhin hat mir ein Trucker der seit 11 Jahren auf dem bock ist, den Beruf empfohlen, aber auch gesagt das es viele abzüge im Privatleben geben wird. Das wusste ich auch.

Übrigens war die Personalinchefin extrem begeistert bei einem Gesrpäch bei meinen schon vorhandenen Wissen, sodass Sie mich gefragt hat ob ich nicht bei den einsteigen will und das wortwörtlich :D

Würdet ihr mir es trotzdem empfehlen trotz der schlechten Arbeitsbedingungen, schließlich ist der beruf an sich ganz toll und ein Azubi von der Spedition (2 Lehrjahr) hat auch noch nichts schlechtes berichtet, bis auf den Normalzustand im Beruf ;)

Also machen oder nicht machen?

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12 Antworten

Wenn du Glücklich damit bist und noch Single, warum nicht.

Später wenn du Familie hast, kannst du immer noch auf eine Firma umschwenken wo du einigermaßen Geregelte Arbeitszeiten hast. Zum Beispiel Baufirma, Müllabfuhr, Baumarkt, Auslieferungsfahrten im Nahverkehr (zb. Fa. Nagel, Aldi, Rewe, Lidl usw.), Milchfahrer, Werksverkehr oder bei einer Spedition im Nahverkehr.

Ich bin zb. bei einem Großen Handwerksbetrieb und beliefere unsere Baustellen. Arbeitszeit: Mo. - Fr. 7.00 Uhr bis 16.15 Uhr und noch ca. 10 Überstunden im Monat.

Meik

Lern einen anständigen Beruf... fahren um die Abenteuerlust zu befriedigen kannste auch mit Grundquali + CE noch.

Eine Lehre zum Lastwagenfahrer ist verschwendete Zeit und wird Dir zudem immer wieder auf die Füße fallen... einmal LKW-Fahrer immer dummer LKW-Fahrer. Ein späterer Ausstieg aus diesem Teufelskreis ist sehr schwer zu bewerkstelligen und ohne einen anständigen Beruf in der Hinterhand praktisch nicht möglich.

Und von wegen, da suchste Dir mal eben eine gut bezahlte Stelle irgendwo im Nahverkehr, etc.... vergiß es, diese Stellen sind heute schon wie ein Sechser im Lotto und werden zukünftig noch schwieriger zu bekommen sein - ich sehs bei uns in der Baufirma, bei unseren hochbezahlten Snob-LKW-Fahrern... denen geb ich noch 5 bis 10 Jahre, dann sind die wegrationalisiert und durch billige Russen, CZ, PL,... usw. ersetzt.

Der Spediteur der gelegentlich für uns fährt stellt generell nur noch Ausländer ein, erstens sind die billiger, motzen nicht rum und außerdem ists von der Sprache her ned schlecht, wenn die Fahrer die gleiche Sprache, wie die Baukranführer und das Baustellenpersonal sprechen.

Themenstarteram 3. Mai 2016 um 7:42

@meik-m Danke für deine Antwort. Mir wurde oft gesagt wenn ich den BKF mache sollte ich mich bei einem StädischenBetrieb bbewerben, die ja oft Fahrer für ihre Müllsammelfahrzeuge suchen... Aber rigendwo muss man schließlich anfangen.

@gast356 Kann nicht verstehen wieso das kein anständiger Beruf sein soll... Es werden ausgebildete BKF gebraucht weil ja immer , mehr kommen die es nicht wirklich drauf haben ausserdem brauchst auch du den Lkw. Desweiteren bin ich osteuropäischer Herkunft und dieser Sprache mächtig, vielleicht nicht unbedingt ein Vorteil, aber irgendwie schon.

...ausgebildete BKF werden eben nicht gebraucht. Ums mal ganz hart zu sagen... gebraucht werden Idioten, die für weniger als 1500,- EUR brutto rödeln was die Lenkzeitverordnung hergibt, ihr Familienleben in die Tonne kloppen, ihre Freizeit gerne auf irgendwelchen Rastplätzen absitzen, ständig bei Polizei und BAG in der Kreide stehen und sich obendrein noch von jedem dahergelaufenen Lageridioten schikanieren lassen.

Dazu kommt dann noch, dass Du alle 5 Jahre deine sauer verdienten paar Kröten in irgendwelche Schulungen, Untersuchungen investieren darfst mit dem Risiko, dass du deine Pappe nicht mehr verlängert bekommst -mag vielleicht bei einem jungen Menschen noch nicht so relevant sein, aber im Alter haut das voll rein.

Ich habs in der Firma schon öfter gesehen, wie die alten Herren um ihren Job bangen und Ende / Anfang dieses Jahres hats sogar einen der jungen fitten Hüpfer erwischt... da haben bei der Blutuntersuchung ein paar anormale Werte ausgereicht, dass die Pappe erstmal nicht verlängert wurde. In der Baufirma durfte der dann Hofdienst als Hilfsarbeiter schieben... Doka, Stützen, Holz sortieren, usw.

Bei einer Spedition hätte das den sicheren Jobverlust bedeutet... was willste mit einem Fahrer, der nicht fahren kann, weil er keine Pappe hat - da werden welche wegen kleineren Sachen rausgeschmissen.

Du kannst mir das ruhig glauben, ich hab 2007 den CE aus eigener Tasche gemacht, mir die Branche angesehen und mich 2013 wieder verabschiedet... hier (klick) eine kleine Photozusammenstellung, der meisten Züge die ich so gefahren hab... etwa chronologisch von oben links nach unten rechts.

Natürlich versucht man sich gut darzustellen, aber diese Schönmalerei, wie man das z.Zt. z.B. auf Dmax und ähnlichen Medien sieht oder irgendwelche aufgemotze LKWs sind ein einziges Trugbild und haben mit der Realität nichts aber auch garnichts zu tun.

Das ist die Realität,und nicht anders.

Na ja, die Zukunft wird aber anders aussehen:

Die Spitzenverbände schlagen Alarm: Es fehlt an Lkw-Fahrern.

Das hatten wir bei unseren Schulungen auch schon bemerkt, 80% aller anwesenden waren über 50 Jahre. Unsere Baustoffhändlern bekommen kaum noch Nachwuchsfahrer, denn die alten gehen langsam und kaum einer will den Job machen. Wir haben im Nachbarort eine Große Spedition mit ca. 250 LKW's, diese Firma hat vor 2 Jahren sogar eine eigene Fahrschule aufgemacht um Willige Fahrer sogar Kostenlos zum BKF Auszubilden, Bedingung ist natürlich einen mehrjahriger Arbeitsvertrag. Und die Osteuropäer wollen auch nicht mehr, die Lohndifferenz ist langsam zu gering. Das merken wir auch in unserem Betrieb, wir bekommen nur noch ganz schlecht Subunternehmer.

Also malt nicht alles ganz so schlecht. Aber klar ist auch, das der Beruf "Kraftfahrer" kein Beruf ist wo man zum Spitzenverdiener wird.

Aber wie heißt es so schön: "Lieber einen Job den man gerne macht, als einen Job wo man Morgens mit Magenschmerzen hingeht."

Meik :D

Zitat:

@Meik-M schrieb am 3. Mai 2016 um 20:19:37 Uhr:

Na ja, die Zukunft wird aber anders aussehen:

Die Spitzenverbände schlagen Alarm: Es fehlt an Lkw-Fahrern.

...

Es fehlt keinesfalls an LKW-Fahrern. Es fehlt nur an Sklaven und Leibeigenen, die sich zu diesen katastrophalen Arbeitbedingungen und Hungerlöhnen ausbeuten lassen.

Wenn ich allein sehe wie viele potentielle LKW-Fahrer bei uns in der Baufirma sind... da könnten wir sämtliche LKW problemlos mit Dreifahrerbesatzungen losschicken...

Zitat:

...Wir haben im Nachbarort eine Große Spedition mit ca. 250 LKW's, diese Firma hat vor 2 Jahren sogar eine eigene Fahrschule aufgemacht um Willige Fahrer sogar Kostenlos zum BKF Auszubilden, Bedingung ist natürlich einen mehrjahriger Arbeitsvertrag....

Um die Leibeigenen nachzuzüchten, die man anschließend ein Berufsleben lang ausbeuten kann... in der Speditionsbranche kann man als Fahrer nur halbwegs menschenwürdig überleben, wenn man frei & unabhängig ist. Wenn man dem Chef von einer auf die andere Minute die Kündigung um die Ohren hauen kann, wenn er mit Unverschämtheiten kommt... und dazu hat man am besten eine gute Ausbildung in einem anderen Beruf als Option, als Joker in der Hinterhand um nicht als Spielball zwischen den Speditionen aufgerieben zu werden - was willste denn bist doch nur ein dummer Fahrer.

Zitat:

...Das merken wir auch in unserem Betrieb, wir bekommen nur noch ganz schlecht Subunternehmer.

...

...müßt ihr halt mal anständige Frachtpreise bezahlen... für unter 1,- EUR / km für einen 40 Tonnen Sattelzug, wie es LKW-Walter für den Fernverkehr nach Skandinavien bezahlen wollte wirds schwierig allein die großen Posten, wie Diesel, Fahrerlohn, Maut, Versicherungen, usw. auf der Ausgabenliste zu begleichen.

Zitat:

...

Also malt nicht alles ganz so schlecht. Aber klar ist auch, das der Beruf "Kraftfahrer" kein Beruf ist wo man zum Spitzenverdiener wird.

...

Spitzenverdiener... wie putzig, das nenn ich mal euphemistisch. Bei diesen Ausbeuterlöhnen in Relation zur geforderten Leistung fehlt erstmal noch ein gewaltiges Stück bis man überhaupt den untersten Rand eines normalen Arbeiterlohnes erreicht hat.

 

Ne Pseudo-Lehre, ein paar Kurse und Pseudo-Qualifikationen, welche die Fahrer auch noch selbst bezahlen und ihre Freizeit dafür opfern dürfen reicht eben nicht um aus dem Hilfsarbeiterjob "LKW-Fahrer" einen Beruf zu machen... da gehören auch ne anständige Entlohnung und menschenwürdige Arbeitsbedingunen dazu. So wie die Lage ist und sich auch in Zukunft entwickeln wird ist das kein Beruf sondern ein Hilfsarbeiterjob für Leute die keine Chance in einen anständigen Beruf haben.

Es mag einzelne Ausnahmen geben, aber die sind mehr als rar - Enthusiasten halt, aber die arbeiten meist unter den Konditionen, wie ich sie dem TE raten würde... Lehre in einem anderen Beruf als Absicherung in der Hinterhand.

Bzgl. Löhne... ich hab mal das Bild von einem Aushang der IG-Bau vom letzten Jahr angehängt. Und wohl gemerkt, das sind keine utopischen Lohnforderungen, sondern Löhne die bezahlt werden.

 

...da verdienen die Lehrlinge im Baugewerbe im 3. und 4. Lehrjahr mehr als ein großer Teil der LKW-Fahrer im Fernverkehr.

Tarifloehne-bauhauptgewerbe

In diesem Berufsfeld gibt es extremste Unterschiede so das man vorweg zu einem Ja oder Nein keine passende Anwort geben kann.

Der Beruf des Lkw Fahrers geht vom Stückgut Kutscher über Fernvekehrsfahrer hin zu spezialisierten Kraftfahrern, die sind zb Tankwagenfahrer,Schwerlastfahrer, Kranfahrer,und und und. Auch die Freizeit und Bezahlung ist je nach Tätigungsfeld sehr Unterschiedlich geregelt.

Ja und es gibt sie noch die guten rahen Jobs mit 40 std Woche bei der Gemeinde, bei der Stadt auf dem Flughafen um mal einige zu nennen, selbst eine Weiterbildung zum Berufsfeuerwehrmann ist möglich.

Was man in diesem Job nicht machen sollte ist sich festlegen und 30 Jahre lang von HH nach DD Linienverkehr fahren, da verblödet man und davon fahren so viele rum so wie ich zb der seit 25 Jahren einen Tanklastzug für die Belieferung von Tankstellen fährt, und auch schon ziemlich verblödet is....

Ach und es geht in diesem Job nicht wirklich ums Geld, reich werden tut man als Fahrer nicht viel wichtiger ist es das es zum Leben passt und die Firma in der man tätig ist ok ist.

Zitat:

"Da verblödet man [...] so wie ich"? :D:D

SCNR :)

Im Ernst: Was bisher imho noch nicht erwähnt wurde: Der Job ist ein Familienkiller, wenn es nicht 100%ig passt oder du nicht wirklich einen Job mit 40h-Woche hast.

 

mfg

am 5. Mai 2016 um 14:30

Es ist ja einfach so das sehr viele Speditionen mit ihrem Deutschem Fuhrpark Ausländische Fahrer auf ihren Fahrzeugen sitzen haben. Die Fahren dann die komplett Ladungen von A-B.

Und der deutsche Michel darf dann die Ladung mit 10 Entladestellen runterreißen bzw mit dem Mitnahmestapler oder Kran entladen.

Mitlerweile auch schon Polnische Lkw gesehen mit DHL Wechselbrücken.

Das tolle ist wenn es den Ausländischen Fahrern zu viel wird bleibt die Kiste stehen wo sie gerade ist und die Kerle sind weg, erst letzte Woche bei nem bekannten in der Firma mitbekommen da stehen halt mal 10Züge weil die Fahrer abgehauen sind.

Ich kann mich noch erinnern vor dem ganzen Ausbildungswahn und Weiterbildungswahn wurde groß geschrien wir wollen das Niveau anheben und die Löhne das nicht mehr jeder einen LKW fahren darf .... Das interessiert doch mittlerweilen niemanden mehr. Tüv, Dekra, etc schmeißen so viele Grundausgebildete Fahrer auf den Markt in Kooperationen mit Speditionen das es gar kein Problem mehr ist. Und diese machen noch den großen Reibach ebenso wie die sich angeschlossenen Speditionen die die Fahrer dann für 1500€ verblasen.

Zitat:

@Kipptransporteur schrieb am 5. Mai 2016 um 14:30:50 Uhr:

 

Das tolle ist wenn es den Ausländischen Fahrern zu viel wird bleibt die Kiste stehen wo sie gerade ist und die Kerle sind weg, erst letzte Woche bei nem bekannten in der Firma mitbekommen da stehen halt mal 10Züge weil die Fahrer abgehauen sind.

Ist doch gut für Fahrer die anständig bezahlt werden wollen.

Der Kunde eines Bekannten ist wegen solchen Scherzen wie auch viele Schäden und chronische Unpünktlichkeit zu einem Auftrag für 3 LKW und 6 Aufliegern gekommen. Die Bezahlung ist so das gute Fahrer anständig bezahlt werden können, denn das Billig am Ende Teurer kommt hat die Firma die letzten Jahre davor lernen müssen.

Themenstarteram 8. Mai 2016 um 21:42

Also ich gehe trotzdem erstmal zu meinem Praktikum und schaue mal nach wie das bei den so läuft, wobei ich sagen muss das ich weiss das diese Firma keine auslänidischen Fahrer hat.

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