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Sind "gute" Reifen zum Spureinstellen nötig?

Themenstarteram 7. September 2012 um 14:07

Hallo Fachleute,

bei unserem Corsa wurden die Lenkkopflager erneuert. Die ausführende kleine Werkstatt (meines Vertrauens) hat selbst kein Vermessungsgerät, also ging's zu einer anderen Werkstatt, wo man behauptete, die Reifen seien zum Spureinstellen zu unterschiedlich abgelaufen. Was hat denn die Abnutzung der Reifen für einen Einfluss auf die Messung bei der Spureinstellung? M.E. wird doch hier an den Felgen gemessen. Und maximal 1,5mm Unterschied in der Profiltiefe können doch nicht im Stand die Achsgeometrie beeinflussen? Oder wird zusätzlich auf einem Rollenprüfstand gemessen? Da kann ich mir einen Einfluss vorstellen. Mir geht es wohlgemerkt erst mal nur um die Einstellung. Die Werkstatt wollte "mit diesen Reifen" keine Spureinstellung vornehmen.

Grüße und danke für fachmännischen Rat

Michael

Beste Antwort im Thema

Man braucht nur genau und kritisch die Beiträge lesen.

Da gibts 2 Sorten:

a) "Kann ich mir nicht vorstellen", "Werkstätten sind doof", "haben eh keine Ahnung" und "die sollen doch das Fahrwerk messen und nicht die Reifen".

b) Genaue Erklärung warum das so ist.

Wenn man das aufmerksam mitliest, kommt man also zum Schluss, dass die Reifen durchaus Thema sind.

 

Und genau so ist das auch. Wenn ein Reifen unterschiedlich abgefahren ist, dann verspannt sich das Fahrwerk schon und dann ist eine gescheite Vermessung nicht mehr möglich. Genau so wenig ist eine Vermessung möglich, wenn keine Originale Bereifung drauf ist. Dann kann man als Werkstatt nur vermitteln...

Das manche Werkstätten da keine Lust zu haben, ist halt so...

Bei nem W211 ist das natürlich was anderes als beim Corsa, ersterer ist da wirklich deutlich empfindlicher, aber grundsätzlich ist die Antwort fachlich richtig und das "Wegschicken" nicht zu beanstanden.

Die nehmen das eben sehr genau :)

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Ich kann es (mit eigener Erfahrung hinterlegt) nur für meinen Wagen sagen.

Bei diesem ist eine Vermessung auf schoief abgelaufenen Reifen nicht möglich. Ja, man kann da zwar die Spur einstellen, die stimmt aber im praktischen Fahrbetrieb nicht.

Das Fahrwerk ist bei meinem Wagen so empfindlich durch die Gummilager, dass er bei schiefen Reifen schon verspannt auf der Vermessungsbühne steht.

Habe nach 3-maliger Vermessung zwei defekte Vorderräder gehabt - innen kam schon das Gewebe raus.

Wie kritisch Dein Wagen ist kann ich nicht sagen.

Allerdings würde ich Dir empfehlen mit neuen Reifen vermesen zu lassen. Dann hast Du den längsten Spass mit den Reifen und einem unverspannten sowie neutral reagierendem Fahrwerk. Mal vom Verschleiß der Gelenke/Lager abgesehen wenn die Spur nicht stimmt.

Den Fuffi sollte man investieren, Vermessung bei MB kostet so 120 Euro.

Hyperbel

Hi zusammen,

ich bin der Meinung ,das der Zustand der Reifen dem Achsvermessungscomputer völlig egal sein dürfte.

Es werden lediglich die fahrzeugspezifischen Daten(Spur,Vorspur,Sturz usw.) zur Achsvermessung

genommen.Dabei gibt es keinen Menuepunkt:Reifenveschleiß.

Viele Grüße

Sancho deluxe

Zum Spaß könnte man mal alle Schlappen abziehen und nur auf den Felgen auf die Vermessungsbühne rollen.)))))

Nur auf Felge ist auch tödlich. ;)

Da würde der Wagen aufgrund des Radstrurzes entweder auf dem Innen- oder Außenhorn rollen und wäre verspannt.

 

Das Bild (selbst aufgenommen) habe ich schon im 211er-Forum benutzt.

Knapp 800km nach der (bereits wiederholten) Vermessung mit leicht schiefen Reifen der VA fotografiert.

Danach 2 neue Reifen an der VA gekauft (einer ging auf die Werkstatt).

Vermessung (im Protokoll stets sichtbar) wurde immer auf die gleichen Werte eingestellt.

Erst nachdem die neuen Reifen drauf waren und nochmals vermessen wurde laufen die Reifen auch nach jetzt ca. 15Tkm einwandfrei ab.

Daher meine Empfehlung ruhig eine Vermessung zu machen.

Wenn man es lässt und hat nachher nochmals zwei Reifen + Vermessung zu bezahlen ist es teuer als jetzt einen Fuffi aus der Geldbörse zu nehmen.

Gruß

Hyperbel

Sdc11513-groessenveraenderung
Themenstarteram 7. September 2012 um 21:26

Also so wie Sancho sehe ich das auch. Alles Andere ist irgendwie zu rund für meinen eckigen Kopf :confused:

Kein noch so schräger Reifen kann im Stand den Vorspurwinkel beeinflussen. Selbst wenn ich an einer Reifenkante eine Holzlatte unterlegen würde, darf sich doch das, was da aus Stahl die Position der Felge bestimmt, nicht verändern. Auch eine unterschiedliche Einfederung ist wohl auszuschließen.

Wohlgemerkt, ich will ja die Spur einstellen lassen. Die Werkstatt will nicht. Vlt kann mir hier doch noch jemand einen aha-Effekt bescheren. Im Moment kommt mir die Aussage der Werkstatt so vor wie in meiner Branche (Musikelektronik), wo 80% des kommunizierten "Fachwissens" aus ungeprüftem Nachplappern besteht ;)

@Hyperbel: Ich kann mir schon vorstellen, dass da 2x "wer misst, misst Mist" passiert ist, oder irgendwas auf doof übersehen wurde. Werkstätten geben sowas ungern zu, spendieren dann aber mitunter einen von 2 Reifen ;)

Aber wie gesagt, ich lass mich gerne überzeugen.

</M.>

Bin auch der Meinung, daß der Zustand der Reifen da keinerlei Rolle spielt.

Denn sonst müsste ja jeder nach einem Unfall erstmal neue Reifen aufziehen, um aussagekräftig beurteilen zu können, welchen Schaden sein Fahrzeug da genommen hat!!

Daß so eine Messung nicht jede Werkstatt vornehmen kann, ist klar, denn der braucht einen sogenannten Richtwinkelsatz vom Hersteller, der auch da oft nur temporär ausgeliehen wird, weil er sauteuer ist.

Bei der Spur und dem Sturz geht es um die Ausrichtung der "Felgen" Daß das bereifte Rad dem folgt, wird da vorausgesetzt!!

Denn sonst müsste jeder Autofahrer nach einem Reifenwechsel die Spur und den Sturz generell neu einstellen lassen....

so long...

Wusste garnicht,dass Opel jetzt auch Motorräder baut mit dem Namen Corsa(Lenkkopflager).

Natürlich müssen zu einer einwandfreien Achsvermessung die Räder bestimmten Anforderungen entsprechen.

Mich beindruckt hier die fachliche Kompetenz von einigen Antwortenden,insbesondere die des Themenstarters.

Themenstarteram 8. September 2012 um 9:36

Zitat:

Original geschrieben von Bopp19

Wusste garnicht,dass Opel jetzt auch Motorräder baut mit dem Namen Corsa(Lenkkopflager).

Natürlich müssen zu einer einwandfreien Achsvermessung die Räder bestimmten Anforderungen entsprechen.

Mich beindruckt hier die fachliche Kompetenz von einigen Antwortenden,insbesondere die des Themenstarters.

Na dann bist DU ja der, der mich fachlich fundiert aufklären kann!

So, dass ich es als Laie kapier.

Mach mal.

Man braucht nur genau und kritisch die Beiträge lesen.

Da gibts 2 Sorten:

a) "Kann ich mir nicht vorstellen", "Werkstätten sind doof", "haben eh keine Ahnung" und "die sollen doch das Fahrwerk messen und nicht die Reifen".

b) Genaue Erklärung warum das so ist.

Wenn man das aufmerksam mitliest, kommt man also zum Schluss, dass die Reifen durchaus Thema sind.

 

Und genau so ist das auch. Wenn ein Reifen unterschiedlich abgefahren ist, dann verspannt sich das Fahrwerk schon und dann ist eine gescheite Vermessung nicht mehr möglich. Genau so wenig ist eine Vermessung möglich, wenn keine Originale Bereifung drauf ist. Dann kann man als Werkstatt nur vermitteln...

Das manche Werkstätten da keine Lust zu haben, ist halt so...

Bei nem W211 ist das natürlich was anderes als beim Corsa, ersterer ist da wirklich deutlich empfindlicher, aber grundsätzlich ist die Antwort fachlich richtig und das "Wegschicken" nicht zu beanstanden.

Die nehmen das eben sehr genau :)

Themenstarteram 8. September 2012 um 10:58

Zitat:

Man braucht nur genau und kritisch die Beiträge lesen...

b) Genaue Erklärung warum das so ist.

Wenn man das aufmerksam mitliest, kommt man also zum Schluss, dass die Reifen durchaus Thema sind.

Also ich komm zu dem Schluss, dass die Reifen kein Thema sind :-(

"Kritsch lesen" bedeutet für mich, das Gesagte nachvollziehen zu können.

Die "genaue Erklärung warum" fehlt immer noch. Ich frag mal genauer: Wie kann es sein, dass 1,5mm Unterschied im Gummi, gefolgt von 10cm Druckluft, das Fahrwerk verspannen können? Noch dazu, wenn die Reifen dabei auf diesen "losen" Platten stehen? Ich würd mich nie wieder in ein Auto setzen. Und wenn Mercedes da noch "empfindlicher" sein soll als Opel...

Aber wie gesagt, (...genau und kritisch die Beiträge lesen ;)) ich bin für jede fundierte Erklärung offen.

man muss auch vor jeder vermessung den reifenluftdruck korrekt einstellen um anständige werte zu erhalten. bei neueren fahrzeugen muss teilweise sogar die fahrzeughöhe an bestimmten punkten gemessen werden. beeinflussende faktoren gibt es also genug.

Themenstarteram 8. September 2012 um 11:24

Fahrzeughöhe leuchtet mir ein. Bei unterschiedlicher Einfederung könnten sich auch die Winkel der Felgen ändern. Je nach Konstruktion.

Und wenn - extrem betrachtet - ein Reifen platt ist, sind die Einfederungen verschieden.

(Der Corsa bekam übrigens hinten neue Federn, weil eine gebrochen war.)

Nur ging es hier um z.T. schräg abgefahrene Reifen mit einem Unterschied von <=1,5mm vom Rand zur Mitte.

Was passiert, wenn sich eine Fliege auf einen Amboss setzt? Der Amboss verformt sich! Und der Corsa fährt im Moment auch ganz ohne Einmessung, ohne Stress für den Fahrer, sicher mit Stress für die Reifen :D.

Ich hab oben den Beitrag falsch gelesen.

Ein abgefahrener Reifen, einseitig führt dazu, dass die Seite mit mehr Profil natürlich auch mehr trägt.

Wenn die Innenseite mehr Profil hat als die Außenseite, dann drückt es den Sturz automatisch ins positive.

Damit hast du bei den heutigen Fahrwerken mit vielen Gummiteilen drinnen eine Verspannung, welche den Sturz erhöht. Den erhöhten Sturzwert stellst du dann nach, aber hast dann wiederum zu wenig positiven sturz / zu viel negativen.

Das macht sich dann im Gradeauslauf und im weiteren Reifenverschleiß natürlich bemerkbar.

Bei meinem Opel Rekord von 1959 ist das egal, da ist alles in eisen gelagert, ob da n Rad n bisschen wo hin drückt oder nicht ist dem völlig latte. Aber die heutigen Fahrwerke sind komplett in Gummi gelagert, also ist da kein Rad richtig fest. Das ist alles völlig dynamisch und drückt sich später im Betrieb da hin, wo es der Hersteller hingeplant hat. Dafür gibt es ja Einstellwerte wie Vorspur, etc.

Das ein Mercedes Benz da erheblich empfindlicher ist, liegt schon an der Fahrwerkskonstruktion welche erheblich aufwendiger ist und daran, dass die Geschwindigkeiten die man daher damit fahren kann, ganz andere sind als mit nem Opel Corsa.

Ich glaube nicht, dass du mit deinem Corsa mit 250km/h und ner Kaffetasse in der Hand und 2 Fingern am Lenkrad ganz chillig über Spurrillen und Querrillen auf der Autobahn durch ne langgezogene Kurve fliegen kannst ;)

So gesehen ist die Aussage mit den Reifen schon ganz richtig.

Wenn der Corsa aber hinten noch ne Starachse hat, an der man eh nix einstellen kann, pack gute Reifen nach vorne und die schlechten nach hinten, bei einer Starachse sind die Auswirkungen erheblich geringer als auf der Vorderachse...

Damit son W211 dann so läuft, wie er soll, geht das wirklich los mit Fahrzeughöhenvermessung, vorgeschriebener Beladung, etc.

Was die Werkstatt machen kann, ist die Spur nach stellen, so dass du dir nun nach der Reparatur die Reifen nicht völligst auf fährst. Das Problem dabei ist nur die Gewährleistung, was man aber mit nem richtigen Satz auf der Rechnung und der richtigen Unterschrift auch aus der Welt bekommt.

Wenn das natürlich ne Firma ist, die entsprechende Herstellerzertifikate und Qualitätsstandards hat, dann geht so ein "beipfuschen" eben nicht.

Mfg, Mark

Mit eigener Messbühne, Achsmessgerät und der nötigen Fachausbildung dazu.

Als Werkstatt hast du nur folgendes Problem:

Du stellst dir Spur wieder grade so dass der Kunde fahren kann und das erstmal grob passt.

Nächsten Monat wenn der Kunde wieder Geld hat, kauft er sich neue Reifen, die Achsvermessung dann spart er ein und sagt sich "die haben das ja vermessen und wird schon passen".

Nach 4 Monaten kommt er an, weil ein Reifen einseitig abgelaufen ist, lässt das dann am besten bei Opel prüfen und die sagen, "die Einstellung ist nur 95%, die ist falsch". Dann bist du als Werkstatt in der Gewährleistung und davon, dass das nur ne Spureinstellung für den Übergang war, will der Kunde dann plötzlich nichts mehr wissen. Also hast du die A****karte...

Themenstarteram 8. September 2012 um 12:27

Danke, Mark für die ausführliche Erklärung.

Gummilagerung war das Zauberwort. Und dass es sich auf den Sturz auswirkt. Vorspur kann ich mir immer noch nicht vorstellen, aber ich kenne ja die Gelenke nicht, die da noch im Spiel sind. (Aber vlt. ist ja bei Opel immer noch alles in Eisen gelagert :D)

Neue Reifen kommen nächste Saison eh drauf. Dann werd ich das jetzt mit der Werkstatt auf Knorz-Basis regeln, oder mal die Winterreifen montieren.

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