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Qualität der Infrastruktur in Deutschland

Themenstarteram 2. Juni 2012 um 20:39

Guten Morgen aller seits

Wie ja einige wissen, tour ich auf und ab durchs Land. Dabei fährt man auf allerlei Wegen, Straßen und Schnellwegsverbindungen. Von Sylt bis Stuttgart hab ich schon einiges an Straßen gesehen und erlebt. Teilweise seh ich aber in letzter Zeit auch immer mehr Dinge, die mich verwirren und teilweise nachdenklich stimmen.

So hat man z.B. auf der A-4 bei Köln, kurz vor/hinter dem Kreuz Heumar, jenachdem von wo man kommt eine Straßenbrücke. Bei dieser tritt schon deutlich die Stahlarmierung, also das stützende Stahlgerüst der Brücke zum vorschein.

Der Beton ist teilweise auf einer Fläche von ca 40 mal 60 CM abgeplatzt und das Stahlgerüst sichtbar. Die Brückenunterseite ist ähnlich wie ein Wellblech gefaltet, nur mit Kanten statt Kurven. Teilweise sieht man in den Kurven Stücke, an denen noch viel mehr Beton abgeplatzt ist und noch mehr oxidierendes Stahlgerüst sichtbar ist. Ich bin zwar nicht vom Bauamt, denke aber das sowas nicht gesund ist für die Stabilität einer Brücke.

Auch auf der Autobahn bei Siegen sieht es schlimm aus, es reiht sich Brückenbaustelle an Brückenbaustellen und es wird scheinbar nichts fertig. Bei Gießen hab ich sogar das erstemal einen festinstallierten Blitzer in einer Baustelle gefunden, was wohl zeigt das es hier noch etwas länger dauert. Und das bei Köln man mittlerweile seit 30 Jahren an 15 KM rumfrickelt ist ein alter Hut, mittlerweile reißen sogar die Typen im Radio bei den Verkehrsdurchsagen schon Witze. Der A-3 Stau ist hier quasi schon ein Monument, bekannt wie Prominenz und der Dom.

Doch nicht nur die Autobahn ist betroffen. Fährt man hier im Rhein-Sieg-Kreis bestimmte Land- und Nebenstraßen ab, weiß man nicht so richtig wer hier plant oder ob überhaupt geplant wird. Auf der einen Seite gibt es frisch asphaltierte Strecken, auf denen man wie auf Samtkissen gleitet, auf der andren Seite fahr ich momentan lieber einen Umweg zu einem guten Freund, als die schnellere Strecke zu benutzen. Einfach weil dort die Straße nur noch aus Asphaltflicken besteht, es knallt und scheppert andauernd vom Fahrwerk her das es einem wehtut auch nur mit 50 auf einer 70er Strecke zu fahren.

Nun meine Frage, wie schätzt ihr den Zustand der Straßen ein? Sind das bei euch auch zumeist gut ausgebaute Asphaltbahnen oder eher Flickenteppiche die dringend um eine Generalsanierung betteln?

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11 Antworten

Also in den neuen Bundesländern sind die Autobahnen und Brücken sehr gut in Schuss. Mir ist aber auch aufgefallen, dass sich die Autobahn zwischen Flughafen und Bonn holprig fährt, als wär sie nicht neu gemacht worden seit sie vor dem Krieg gebaut wurde. :D

Also das auf der A45 ärgert mich auch schon seit langer Zeit. Und der besagte Blitzer ist ja mittlerweile umgesetzt. Und auf sovielen Brücken muss man mit dem LKW von 85-90 auf 60 (!!) runterbremsen. Wer macht das schon? Für 300 Meter auf 60 runterbremsen und dann womöglich berghoch wieder irgendwie auf die 85 abquälen (wenn überhaupt möglich) Ich denke mir dann immer nur: Wir müssen 60 fahren, weil die Brücken marode sind und das Geld wird an Staaten wie Griechenland oder sonstwohin in der Welt großzügig verteilt. Irgendwas stimmt hier nicht mehr. Eben habe ich gelesen, dass Rot-Grün in NRW das Wahlalter auf 16 senken wollen. Wieso? Kann man die unter 18 jährigen noch einfacher belügen, um mehr Stimmen zu fangen? Oder kann man so langsam bei dem Vertrauen der Leute in die Politik nur noch die unter 18 jährigen als Wähler gewinnen. Wenn ich die im fernsehen auf ihren Wahl-Sieg-Parties sehe, wie sie sich selbst feiern, könnte ich platzen!

Nach der Wende floss viel Geld in den Strassenbau in Ostdeutschland. Das war auch dringend noetig. Denkt nur mal an die Betonplatten auf der Autobahn. Die Absaetze waren jenseits von Gut und Boese. Oder die vielen Kopfsteinpflasterstrassen. Sau glatt bei Naesse und auch schon total zur Sau gefahren. Klar, das wurde nun alles erst seit mitte der 90iger Saniert. Das dies jetzt besser als im Westen der Republik aussieht ist klar. Nun waere der Westen wieder dran. Nur woher die vielen Euros nehmen? Richtig, vom Autofahrer. Und der Jammert hier und da die Foren voll wenns teurer wird ;)

 

zum Thema Wahl: Wenn ich mir so manchen Jugendlichen anhoere was die fuer Vorstellung von Politik haben und was fuer ein Scheiss in der Schule gelernt wird, wundert es mich nicht das sie diese Personenschicht als Waehler wollen ;) 

Zitat:

Original geschrieben von mattalf

Nach der Wende floss viel Geld in den Strassenbau in Ostdeutschland. Das war auch dringend noetig. Denkt nur mal an die Betonplatten auf der Autobahn. Die Absaetze waren jenseits von Gut und Boese. Oder die vielen Kopfsteinpflasterstrassen. Sau glatt bei Naesse und auch schon total zur Sau gefahren. Klar, das wurde nun alles erst seit mitte der 90iger Saniert. Das dies jetzt besser als im Westen der Republik aussieht ist klar. Nun waere der Westen wieder dran. Nur woher die vielen Euros nehmen? Richtig, vom Autofahrer. Und der Jammert hier und da die Foren voll wenns teurer wird ;)

zum Thema Wahl: Wenn ich mir so manchen Jugendlichen anhoere was die fuer Vorstellung von Politik haben und was fuer ein Scheiss in der Schule gelernt wird, wundert es mich nicht das sie diese Personenschicht als Waehler wollen ;)

Wäre ja auch schön wenn die "vielen Euros" die den Autofahrern genommen werden (auch die LKW-Maut) nicht irgendwo anders versickern. Dann "jammert auch niemand hier und da die Foren voll"

Jaja die "Oststrassen" ........... ne Spaß bei Seite, manches verstehe ich och nicht.

Bin beruflich viel Unterwegs auf Serviceeinsätzen und letztens in Meck-Pom wurde ich Zeuge das eine Landstrasse komplett neue Decke bekommt obwohl der alte Belag noch besser war wie manch neuer auf "Westlandstrassen". :o

Und das mitten im Jahr, also kein Grund das noch Geld"übrig" gewese wäre.

Naja man muss och nicht alles verstehn :rolleyes::rolleyes:

Das Problem, das der TE anspricht, wird weiter bestehen, solange es in der Verkehrspolitik nicht endlich einen grundsätzlichen Umschwung gibt. Noch heute ist ständig von Neu- und Ausbau der Autobahnen oder von Umgehungsstraßen die Rede. Man sollte sich aber langsam mal bewusst machen, dass dies zukünftig allerhöchstens punktuell möglich sein wird. Der Erhalt der bestehenden Infrastruktur wird nämlich schwierig und teuer genug werden.

Hier mal ein interessanter Artikel dazu: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,800105,00.html

Nachdem die Politik der 80er und 90er durch Eigenheimzulage und Pendlerpauschale zu einer Besiedelung der Regionen geführt hat, wird sich dieser Trend umkehren. Es gibt ja auch einen Bevölkerungsrückgang und schon heute gibt es Regionen - nicht nur im Osten - die immer mehr ausdünnen. Letztendlich wird man dort sogar Infrastruktur stilllegen müssen.

Unter diesen Umständen sollte man die bereits angegangenen Projekte im Straßenausbau noch zuende führen, etwa die A20 oder den dreispurigen Ausbau der A1. Mittelfristig muss der Fokus aber auf den Erhalt gelegt werden, was man an den zahlreichen maroden Brücken sieht.

Auch muss man bedenken, dass die Zerstörung der Straßen in besonderem Maße von den LKW ausgeht. Nun ist LKW-Verkehr zweifellos notwendig. Aber nicht jeder, denn ich benötige zum Beispiel kein Mineralwasser aus Frankreich. Das von hier schmeckt mir sogar besser, auch wenn es keinen so tollen Namen hat. Heute werden schon die Brötchen aus Polen hergekarrt, sofern man sie im Back-Shop kauft.

Mir schmecken polnische Brötchen aber besser. :D

@18.340

Es gibt keine zweckgebundene Steuer! Oder wie willst du die vielen anderen Steuern gerecht verteilen bzw. einsetzen: Versicherungssteuer, Sektsteuer, Hundesteuer, Vergnügungssteuer, Branntweinsteuer etc. Wie stellst du dir denn die Verteilung derselben vor?

Zitat:

Original geschrieben von fruchtzwerg

Mir schmecken polnische Brötchen aber besser. :D

Polnische Brötchen müssen zu dir aber wahrscheinlich auch nicht so weit fahren, wie zu Hanebuechen.

Zum eigentlichen Thema kann ich nicht so viel Beitragen: kenne zumeist nur die Zustände hier im Osten - und die Bahnen, die ich im Westen befuhr, waren in Ordnung.

Aber im Harz habe ich Landstrassen gesehen - die scheinbar nur aus Flickenteppich bestehen :eek:

Zitat:

Original geschrieben von Dr Seltsam

 

Auch auf der Autobahn bei Siegen sieht es schlimm aus, es reiht sich Brückenbaustelle an Brückenbaustellen und es wird scheinbar nichts fertig. Bei Gießen hab ich sogar das erstemal einen festinstallierten Blitzer in einer Baustelle gefunden, was wohl zeigt das es hier noch etwas länger dauert.

Der Blitzer steht in Richtung Dortmund kurz vor der Ausfahrt Dillenburg, nicht bei Gießen - und der ist immer scharf. Nur so nebenbei. ;)

Ja, die A45 ist ist immer noch ziemlich baustellenverseucht. Von Wetzlar bis Herborn ist es zwar mittlerweile deutlich besser geworden aber auch in der Gegenrichtung zwischen Lüdenscheid und Herborn muss man öfters mit dem Fuß vom Gas.

Und wenn die ganzen Baustellen mal fertig sind, wird in ein paar Jahren die Talbrücke bei Haiger, welche gerade für 17 Mio. Euro repariert wurde, komplett erneuert - das wird erst richtig lustig.

Warum die allerdings noch dazu Parkplätze (aus)bauen und die mitten in der Dauerbaustelle (keine Brems- od. Beschleunigungsspur vorhanden) zur Benutzung freigeben, bleibt mir auch ein Rätsel.

Ich kann mich - im großen und ganzen - über die Qualität der Straßen bei uns in Niedersachsen nicht beklagen. Vor allem im Vergleich zum Ruhrgebiet haben wir es hier echt gut. Besonders in unser Region Lüneburger Heide hat sich in den letzen Jahren echt was getan in Sachen Ausbau und Erneuerung und das sogar (man glaubt es kaum) alles recht fix.

Das mit abstand größte Manko ist hier der Winterdienst. Da wo die Norddeutsche Tiefebene anfängt ist es schon schlimm und in Oldenburg / Ostfriesland ist es schon nicht mehr zumutbar. Straßen werden einfach nicht geschoben, Basta. Und der norddeutsche Michel kennt nunmal nur Wind und keinen Schnee ( :D ). Da sind uns die Hessen und Bayern Lichtjahre vorraus.

Hier brauch ich den Allrad mehr als in Bayern, das ist doch verrückt, oder?

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