Premiumkunden?

BMW 1er E87 (Fünftürer)

Liebe Premiummarken-Fangemeinde,

die aktuelle Diskussion auf unserem Board zum „Premiumkunden“ möchte ich zum Anlass nehmen ein paar Gedanken meinerseits für euch zu posten.

Früher war alles besser. Das war es in der Tat. Das Verkaufsargument für Automobilmarken unserer Klasse war Qualität. Zwar zu einem angemessenen Preis, aber eben Qualität. Die Freude am Fahren basierte nicht auf Illusionen, sondern auf guter Wertarbeit über Generationen von stolzen Ingenieuren, selbstbewussten Händlern und anspruchvollen Kunden. Eine Marke wie BMW war ein Wert an sich, für die Inhaber und Mitarbeiter, und für die Autofahrer ein Teil ihrer Kultur. Das hat sich geändert.

Das Verkaufsargument heute ist gute Werbung, und parallel dazu Maßnahmen zur Kundenzufriedenheit. Das ist etwas grundlegend Anderes. Werbung verkauft Illusionen, assoziiert in den Gedanken der Kunden die Markenprodukte mit Gefühlen, Vorstellungen und dem Erfüllen von künstlich geweckten Bedürfnissen. Maßnahmen zur Kundenzufriedenheit beinhalten (als ein Beispiel) die Auslieferung in der BMW-Paradieswelt, in der jeder Kunde durch ein inszeniertes Spektakel, vergleichbar der Trumanshow, vom Fahrer mit Bodenhaftung zum in den Himmel gepimpten stolzen Besitzer eines Traumfahrzeugs mutieren soll. Dabei wirkt ein Konzert aus bombastischen Sinneseindrücken, erstklassiger Aufmerksamkeit und rhetorischer Gehirnwäsche. Alles ist kostengünstig zu inszenieren und verspricht bessere Identifikation der Kunden mit dem Produkt und den Leistungen des Herstellers, schließlich gilt es die bestehenden Kunden an die Marke zu binden und über Mundpropaganda weitere Kunden zu gewinnen. Dass das wirkt, erkennt man schnell in den Beiträgen auf diesen Seiten. Auf gut Deutsch hat man dem Kunden mit hohlen Phrasen und einem Potemkinschen Dorf gehörig den Ar… geleckt.

Dahinter steckt die neue Philosophie unseres Zeitalters. Ich will alles, mehr davon, und zwar sofort. Geiz ist Geil, koste er was es wolle.
Und das Produkt unserer Zeit ist Illusion, immer raffinierter gestrickt. Die Qualität geht den Bach hinunter, ob bei BMW, Mercedes, Siemens oder sonst wo. Muss. Die Qualität muss nicht nur den Bach hinunter gehen, sie muss die Isar, die Donau, ja die Niagarafälle hintergeschwemmt werden, wenn der neue Götze nur noch Umsatz und kurzfristige Ertragssteigerung und gepimpte Kundenzufriedenheit ist. Addidasturnschuhe und Markenklamotten müssen bei der Konkurrenz und diesen Vorstellungen der Kunden aus China kommen, und die Arbeitsbedingungen und Umweltauflagen dort kennen alle. Aber unser Geiz und unsere geweckten Bedürfnisse kosten eben. Warum sollte das bei einem bis zum Himmel gepimpten Markenauto anders sein? Das einzige was billig zu produzieren ist: dem Kunden den Ar… lecken. Ihm den roten Teppich auslegen. Ihm einreden, er ist der König. Ihm von Kundenbetreuern mit den richtigen einstudierten Redewendungen 1000%ige Aufmerksamkeit zukommen lassen, ihm immer Recht geben und die Illusion verkaufen, er sei wichtig. Das kostet einen Pfurz im Vergleich zur Qualität. An der kann man dann sparen.

Es werden also unsere Bedürfnisse ins unermessliche getrieben, und der angebotene Gegenwert wird immer flacher. Unsere Bedürfnisse werden immer flacher (Wer braucht einen persönlichen Kundenbetreuer = Ar…lecker?), die Produkte werden immer illusionärer. Willkommen in der Matrix.

Aber unsere Psyche ist nicht illusionär, unsere Psyche besteht nicht vorrangig aus den einsuggerierten Bedürfnissen der Werbestrategen, die langfristig in Enttäuschung münden müssen. Die Versprechen sind für diesen Einsatz nicht haltbar, vielleicht überhaupt nicht. Und das wird unsere Zukunft bestimmen. Willkommen in der Realität.

22 Antworten

Amen.

Kann ich teilweise nur unterstreichen, wenn ich mir manche Geschichten meiner Verwandten zu ihren Autos anhöre...

Da hat sich einer was von der Seele geredet, wow!
Aber recht hast Du!
Viele Menschen wollen einfach nur noch in Illusionen leben, ist ein großes Problem in unserer Gesellschaft.
Ach ja und schuld sind immer die anderen!!!

gute gebrüllt, löwe ;-)

so ähnlich sehe ich das auch, früher galt immer "wer billig kauft, kauft zweimal", heute ist es völlig gleich ob billig oder teuer, man kauft immer zweimal....weil teuer sich von billig fast ausschliesslich durch erhöhte marketingausgaben und dummes premiumgewäsch unterscheidet...

aber man sieht doch selbst hier und in den anderen foren diese völlig benebelte arroganz gegenüber anderen produkten, welche nach eigener (marketingverseuchter) sicht, schlechter sind, weil ein anderer name drauf steht...insofern klappt die strategie ja für die "premiumhersteller"...und selbst lässt man sich auch gern beeinflussen, man fährt halt lieber bmw als opel oder ford...obwohl die objektiven unterschiede viel geringer sind als es die preisdifferenz vermuten liese...

oder anders, wäre ein pre-facelift-einser von opel oder ford nicht von allen (zeitschriften, kunden usw) einfach in der luft zerrissen worden? - so viel geld für so viel offensichtlichen NICHT-premium-schrott? ja er wäre, aber weil das bmw ist, wird die karre einfach schöngeredet, image und geschicktes marketing is alles...ähnlich ja bei der ersten A-Klasse, der ersten M-Klasse usw.

dann hat man begonnen ein wenig aufzuhübschen (aber nur dort, wo der kunde meint, dass wäre jetzt aber angemessene qualität, also an ein bisschen softlack und chrom hier und da) und verkauft das alles zu noch höheren preisen als neue innovation und super-duper-premium

was premium wirklichw ert ist, dass merkt man dann, wenn man das inzahlungnahmeangebot des unfreundlichen auf dem tisch hat, nämlich nix... ;-)

aktuelles beispiel aus der bekanntschaft:
E90 330i, 1,5 jahre, 30TKM, NP 56.000€, Inzahlungnahmeangebot bei Kauf 335i waren sage und schreibe 30.000€...premuim? wo denn?

das billigste zum maximalen preis an den kunden bringen, so funktioniert die wirtschaft...wer will nicht mit minimal möglichem einsatz das maximale gehalt bekommen? - ich schon

;-)

@ergoprox

46,5 % Verlust für ein Premiumfahrzeug in 1,5 Jahren ist vollkommen normal.
Leider wird oft die Rabatt Diskussion hoch gehalten, aber der Wertverlust unserer sogenannten Premiummarke wird dabei vergessen. Das Wort PREMIUM bedeutet nach Fremdwörter-Duden "von besonderer bester Qualität" aus den engl. abgeleitet. Dieses Wort wurde nun von Verkaufsgenies😁 aufgeladen mit jeder Menge Superlativen, die nur in unserer Fantasie existieren. Die wir aber vom Hersteller erwarten. Von besonderer bester Qualität scheint mir hier nur unser EURO zu sein, der vom Hersteller aus unserer Tasche gezogen wird. Für ein Produkt, das nach Geiz ist Geil Maßstäben produziert wird. B M W Aus Freude am Fahren.

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Zitat:

was premium wirklichw ert ist, dass merkt man dann, wenn man das inzahlungnahmeangebot des unfreundlichen auf dem tisch hat, nämlich nix... ;-)

aktuelles beispiel aus der bekanntschaft:
E90 330i, 1,5 jahre, 30TKM, NP 56.000€, Inzahlungnahmeangebot bei Kauf 335i waren sage und schreibe 30.000€...premuim? wo denn?

Warum hast Du nicht die Gelegenheit genutzt und den Wagen zum Superschnäppchenpreis selbst eingekauft ...? :-)

ganz einfach, wir haben 2 fzg. mit denen wir zur zeit vollkommen zufrieden sind, eines davon ist nahezu neuwertig, wozu dieses, mit ebenfalls dann immensem wertverlust wieder verkaufen um ein anderes fzg zu kaufen - nur weil es ein "schnäppchen" ist?😉

Zitat:

Original geschrieben von schluckgummi


Aber unsere Psyche ist nicht illusionär, unsere Psyche besteht nicht vorrangig aus den einsuggerierten Bedürfnissen der Werbestrategen, die langfristig in Enttäuschung münden müssen. Die Versprechen sind für diesen Einsatz nicht haltbar, vielleicht überhaupt nicht. Und das wird unsere Zukunft bestimmen. Willkommen in der Realität.

@Schluckgummi
Wer diese ganze Marketingscheiße glaubt ist selber Schuld. Wir werden mit Versprechungen zur Marke des Herstellers gelockt, dabei gehen alle Hersteller mittlerweile gleich vor. Sie belügen uns mit Inhalten die sie Versprechen aber nicht meinen. Etwas meinen und es aussprechen, ist etwas anderes als etwas sagen und es nicht zu meinen. Wir wollen von den Herstellern belogen werden, aber bitte so das wir nicht bemerken das wir belogen werden. So gesehen haben wir an der Entwicklung der Manipulationstechniken selber mitgeholfen. Produkte verkaufen sich heute nicht mehr über Qualität, sondern mit geschickten MANIPULATIONEN unsere Gefühle. Wer das nicht akzeptiert lebt in einer TRAUMWELT.

Nörgel, Nörgel, Nörgel,

soso früher war alles besser. Besonders in den siebziger Jahren. Da waren die Karren nach drei bis fünf jahren drchgerostet und die Motoren nch 100 tkm fertig. Hat halt keinen verwundert. Nach Unfällen bei denen man sich heute höchstens die airbaggeschützen Augen reibt, wäre man vor dreissig Jahren tot gewesen usw. Marketing ist keine Erfindung der letzen 10 Jahre. Und überhaupt, kauft halt keinem Auto bei dem Ihr Euch verarscht vorkommt. Es gibt noch genügend gute E30 am Markt.

Zitat:

Original geschrieben von schluckgummi


Früher war alles besser. Das war es in der Tat. Das Verkaufsargument für Automobilmarken unserer Klasse war Qualität. Zwar zu einem angemessenen Preis, aber eben Qualität. Die Freude am Fahren basierte nicht auf Illusionen, sondern auf guter Wertarbeit über Generationen von stolzen Ingenieuren, selbstbewussten Händlern und anspruchvollen Kunden. Eine Marke wie BMW war ein Wert an sich, für die Inhaber und Mitarbeiter, und für die Autofahrer ein Teil ihrer Kultur. Das hat sich geändert.

Nein, dies ist einen BMW zu fahren noch heute, wenn auch nicht mehr wie früher wo es sich kaum jemand leisten konnte und die „Familie“ zusammen gehalten hat um das Gesicht zu wahren. Ich selber bin jahrelang auch mit Ford gut gefahren und VW ist für mich nur mental eine Feindmarke (Die Streber mit ihren Volkswagen… ;-). Alle die meinen dass nur ihre Marke ganz allein auf dem Podest ganz oben steht sind wohl noch nie ernsthaft und länger ein anderes Fabrikat oder mehrere gefahren.

Ford kann auch sportlich, auch wenn Design und Finish echt nicht BMW mithalten können, fahren lassen sich die Dinger auch einwandfrei, dafür sind sie ja auch etwas günstiger.

Womit sich die „Premiumautos“ tatsächlich absetzen ist die Motorenauswahl. Bevor ich mir einen 116i auf den Hof stelle wird es eher ein Focus, der genauso gut und schnell ist. Alle anderen Marken jetzt mal ausdrücklich ausgenommen, die kenne ich nicht wirklich, was nicht bedeuten muss das sie schlechter sind. (außer VW und Franzosen natürlich ;-) Einen 200PS Diesel gibt es in dieser Klasse aber sonst nicht, zumindest nicht mindestens mit Heckantrieb und nun, der kostet halt ein wenig extra, ist halt so ist auch woanders nicht anders.

Zitat:

Original geschrieben von schluckgummi


Werbung verkauft Illusionen, assoziiert in den Gedanken der Kunden die Markenprodukte mit Gefühlen, Vorstellungen und dem Erfüllen von künstlich geweckten Bedürfnissen.

Kann man so sehen, ich sage eher die Werbung erfüllt unsere Erwartungen. Ford oder VW könnten ebenso aggressiv werben, tun die aber nicht weil es dort die Erwartung schon nicht gibt. Ich habe Tränen gelacht bei dem ganzen Zeug die es zum BMW dazugibt, inklusive Clubmitgliedschaft und unschlagbare Vergünstigungen bei Greenfees, 5 Sterne Buden oder feinsten Restaurants. Ich muss also nur …Mal Golf spielen und ich hab den Aufpreis zum Ford wieder drin.

Erinnert nicht entfernt an diese wirklich auch netten Gutscheinbücher, die insgesamt einige tausend Euro Preisvorteil bieten aber nur 15,95 kosten, warum wohl?

Nebenbei stellt BMW aber trotz allem echt gute Autos her, gut mir springen die Weiber auch nicht reihenweise ins Bett um mal mit einem BMW-Fahrer zu schlafen aber trotzdem ist die Marke anerkannt und das auch zu recht!

Mit meinem ersten BMW war ich in 2 Jahren ca. 30 mal in der Werkstatt und trotzdem war es ein gutes Auto, sogar ein sehr gutes und es sah schick aus, Pech kann man überall haben. Mein neuer 123d hat keine Probleme bis jetzt, fährt gut und macht einfach Spaß hat also einen gewissen Eigenwert, etwas Vergleichbares hätte ich bei Konkurrenten nicht gefunden.

Zitat:

Original geschrieben von schluckgummi


Alles ist kostengünstig zu inszenieren und verspricht bessere Identifikation der Kunden mit dem Produkt und den Leistungen des Herstellers, schließlich gilt es die bestehenden Kunden an die Marke zu binden und über Mundpropaganda weitere Kunden zu gewinnen.

Tja früher, also mit meinem alten BMW, mit dem war ich ja öfters bei diversen Händlern, hab ich auch noch gespottet das der einige Unterschied zwischen Premium und „Normal“ Hersteller die kostenlosen Kaltgetränke sind, während es bei Ford immer nur Kaffee gab.

Ich habe aber inzwischen meinen Frieden mit BMW gemacht und bleib auch gerne dort, denn auch abgesehen vom Geschwurbel müssen es andere ja erstmal besser oder entsprechend günstiger machen. Ich erwarte jedenfalls nicht mehr dass der Freundliche mir die Sterne von Himmel holt, es ist nur BMW und nicht die Borg.

Zitat:

Original geschrieben von schluckgummi


Dass das wirkt, erkennt man schnell in den Beiträgen auf diesen Seiten. Auf gut Deutsch hat man dem Kunden mit hohlen Phrasen und einem Potemkinschen Dorf gehörig den Ar… geleckt.

Bei dem Alter so mancher „Kunden“ hier scheinen die auch nichts anderes zu kennen. Ansonsten kann ich das gut verstehen, wenn ich mir einen VW kaufen würde wäre der allerdings wahrscheinlich auch nach 2 Wochen mindestens schon O.K. Menschen sind wandlungsfähig, die bringen sich nicht um wenn sie ihren Popo irgendwann nicht mehr auf Samt und Seide parken können.

Zitat:

Original geschrieben von schluckgummi


Dahinter steckt die neue Philosophie unseres Zeitalters. Ich will alles, mehr davon, und zwar sofort. Geiz ist Geil, koste er was es wolle.

Ich fürchte das ist nicht neu, sehen wir es doch mal so. Man hat so und so viel Geld, davon bleibt nach Festkosten, Lebensversicherung und neuerdings der Altersvorsorge so und so viel übrig. Ob man sich im Zweifelsfall dann eine goldene Kaffeemaschine oder einen BMW kauft ist jedem selbst überlassen. Wenn man wissen will was man wirklich braucht sollte man mal einen Hartz4-Empfänger interviewen. Alles darüber ist nicht notwendig aber man mag die Kohle ja auch nicht verbrennen bzw. halt sparen bis der Arzt oder gleich der Bestatter kommt.

Zitat:

Original geschrieben von schluckgummi


Und das Produkt unserer Zeit ist Illusion, immer raffinierter gestrickt. Die Qualität geht den Bach hinunter, ob bei BMW, Mercedes, Siemens oder sonst wo. Muss. Die Qualität muss nicht nur den Bach hinunter gehen, sie muss die Isar, die Donau, ja die Niagarafälle hintergeschwemmt werden, wenn der neue Götze nur noch Umsatz und kurzfristige Ertragssteigerung und gepimpte Kundenzufriedenheit ist.

Mag sein, die Autos sind trotzdem immer besser geworden und DAS ist im wesentlichen Qualität

Zitat:

Original geschrieben von schluckgummi


Addidasturnschuhe und Markenklamotten müssen bei der Konkurrenz und diesen Vorstellungen der Kunden aus China kommen, und die Arbeitsbedingungen und Umweltauflagen dort kennen alle.

Addidasturnschuhe und Markenklamotten kommen aus China, wenn der Standort dafür inzwischen nicht sogar zu teuer geworden ist.

Zitat:

Original geschrieben von schluckgummi


Aber unsere Psyche ist nicht illusionär, unsere Psyche besteht nicht vorrangig aus den einsuggerierten Bedürfnissen der Werbestrategen, die langfristig in Enttäuschung münden müssen. Die Versprechen sind für diesen Einsatz nicht haltbar, vielleicht überhaupt nicht. Und das wird unsere Zukunft bestimmen. Willkommen in der Realität.

Unsere Psyche ändert sich nicht, die Mittel sie zu streicheln aber professioneller. Lasst den Verkäufer doch einfach machen, wenn er etwas anpreist was ihr ohnehin haben wollt, fühlt euch gut aber lasst euch nicht einlullen, allerdings wer hat jemals einen Neuwagen gekauft den er nicht wollte, nur weil man betratscht wurde? Eben…

@Schneise
Wie wir von "Klugen" sogenannten Menschenverstehern aufs Kreuz gelegt werden sollen ist hier in dem Anhang gut von einer solchen Person erklärt. Bitte macht eure Umkehrschlüsse seiner Aussagen selber. Für mich ist er ein Spitzbub, der die Schwächen unserer Psyche gnadenlos ausnutzt, und sein Wissen an die Premiumhersteller und Marketingfuzzis verkauft um die Gewinnmaximierung der Anwender in die Höhe zu treiben. Davon kann er sehr gut leben. Er muss nicht um jeden Prozentpunkt beim Händler feilschen. Ihm wird die Kohle von unserer Dum ...... in den A..... geschoben.

Vita
"Daniel Zanetti, 42, (Kontakt: ist Geschäftsführender Mitinhaber der Mystery-Check- und Trainingsfirma Neumann & Partner in Meggen bei Luzern. Mit seinem Team berät er 600 Kunden aus 14 Ländern zu Kundenorientierung, Verkauf und Führung. Seine Bücher "Kundenverblüffung" (Redline Wirtschaft 2005) und "Vom Know-how zum Do-how" (Econ 2006) sind Bestseller;

Also wo ist denn hier eigentlich das Problem?

Glaubt hier etwa tatsächlich jemand, das wenn er einen Red B... trinkt er tatsächlich fliegen kann und springt vom Balkon?

Jeder der sich ein Auto kauft kann doch entscheiden ob es ein Neuwagen oder Gebrauchtwagen , ein Kia oder ein BMW
sein soll.

Ich hab mich noch nie vor einem Autokauf von einem Verkäufer beraten lassen.

Ich entscheide selbst was mir gefällt und welche Eigenschaften mein Auto haben soll.

Und dieses nehme ich dann auch.

Schaut hier jemand so viel Werbefilme oder glaubt wirklich alles was ihm erzählt wird ?

Und das was uns heute so geboten wird ist halt das was machbar ist und was Stand der Technik und
Qualität ist.

Perfekt gibt es nicht.....

Das ist auch der Grund warum hin und wieder mal ein Flugzeug abstürzt, oder eine Raumfähre beim Start expoldiert
obwohl X Millionen aufgewendet werden um dies zu verhindern.

Zum Glück ist es beim Auto meistens nicht so schlimm nur das mal die Heckklappe nicht schließt oder
etwas "Geräusche" macht.

Wer ewig auf der Suche ist nach der perfekten Qualität macht sich nur selber das Leben schwer.
Weil finden wird er sie nicht.

Hey Sroko,
das ist doch super, wenn du dich davon nicht beeinflussen lässt. Es geht darum zu erkennen, wie mit perfiden Methoden unseren Egos bewusst geschmeichelt wird, damit der Rubel für die Schmeichelanwender rollt. Das bedeutet, wir als Mensch sind gar nicht mehr gemeint, sondern wir werden nur noch als Faktor benutzt, damit wir scheinbar zufrieden mit der Elefantenherde mitstampfen. Was der Herr Zanetti macht, ist ja nicht von ihm gemeint, sondern wird als Strategie angewendet, um damit Managern und Verkaufsförderen Handwerkszeug mit auf den Weg zu geben, wie sie uns ganz bewusst belügen sollen, um unseren Egos zu schmeicheln. Sie erzählen uns ja nicht, dass sie uns nicht meinen, und nur ihren eigenen Erfolg sehen wollen, sondern sie benutzen uns und unsere Schwächen wie einen Geldscheinautomaten. Das ist das Perfide daran.

Zitat Zanetti:
Frage:Erwartet ernsthaft jemand Glücksgefühle beim Einkaufen?

"Wir sind heute in den Unternehmen auch dazu da, Streicheleinheiten an die Kunden zu verteilen, Zärtlichkeiten zu geben. Viele Menschen werden zu Hause nicht mehr in den Arm genommen. Die sehnen sich nach einem tollen, warmen, emotionalen Erlebnis. Das kann ihnen auch eine Verkäuferin geben, die sich so liebevoll um sie kümmert wie um den wichtigsten Kunden der Welt."

Genau das wollen wir dann haben, obwohl es von Zanetti und Co überhaupt nicht gemeint ist, sondern als mega Management Seminar Essenz an die Entscheider weitergegeben wird. Solch eine Aussage lassen sich viele Manager an einem Wochenende locker mehrere Tausend Euro kosten. Oder wie würdest du dich fühlen, wenn deine Freundin dich in einer Tour umarmt, liebevolle Zärtlichkeiten ins Ohr bläst, nur um dein Bankkonto zu leeren? Oder dich dazu bringen möchte, ihr einen BMW zu kaufen. Sie meint nichts von den wohlklingenden Aussagen, sie wendet nur die von Zanetti erprobte Methode an. Emotionale Prostitution. Na, klingelts?

Zitat:

Original geschrieben von MGB-GT


...
Basis unseres Wohlstandes, des wissenschaftlichen Fortschritts und Grund der Entfemdung vieler Menschen von ihrer Tätigkeit ist die arbeitsteilige Gesellschaft. Mit den bekannten Folgen. Jeder macht seinen partikularen Job so gut er kann so auch der Automobilentwickler und der Marketingexperte. Er will dafür bezahlt werden und bemisst dann häufig den Wert seiner Arbeit an der einzigen Anerkennung derer er habhaft werden kann, der Bezahlung.

Das hast du klasse gesagt! Anerkennung spielt in dieser Show (mit uns als Statisten) eine ganz zentrale Rolle!

(Anerkennung in all ihren "individuell" ausgeprägten Formen)

Aber warum?

Zitat:

Original geschrieben von MGB-GT


Ich kann höchstens mich und mein Leben verändern, aber die Gesellschaft?

Ich würde da gerne zwei Schritte auseinander halten. Die arbeitsteilige Gesellschaft mit der Entfremdung von der Arbeit ist das eine. Arbeitsteilung bietet meiner Meinung nach zunächst einmal genau so viele Chancen wie auch Risiken: Die Entfremdung von sich selbst ist das Risiko. Das tun zu können, was einem selber liegt und sich dafür engagieren zu können, ist die Chance.

Natürlich bewegt sich alles im von der Gesellschaft abgesteckten Rahmen, und in unserer entwickelt sich tatsächlich alles immer mehr in Richtung Ersatzbefriedigung: Wir üben also eventuell einen Job aus, dessen Ziele nicht die unseren sind. Möglicherweise internalisieren wir aber diese Ziele (Verkaufsmargen, Effektivität, Produktivität, Expansion, ...) und machen sie zu unseren eigenen, weil wir dann besser funktionieren, somit weniger innere Konflikte durchleben (oberflächlich), und wir tagtäglich mehr Anerkennung bekommen in der Gesellschaft unserer Kollegen.

Der zweite Schritt ist dann, was wir mit dem schwer verdienten Geld anfangen? Erst einmal dient das Geld ja der Deckung des Lebensunterhalts. Weil sich damit aber das Bruttosozialprodukt nicht jährlich steigern lässt, wurde der Tick mit dem „Lifestyle“ und der „Individualisierung“ erfunden (Welcher Subkultur „fühlst“ du dich verbunden? Und welches Konsumentenverhalten ist wiederum mit dieser Subkultur verbunden?). Und der wird kräftig in unsere Hirne einmassiert, in meinen Augen viel perfider, wirkungsvoller und massiver als die vergangenen Propagandamaschinerien zur Festigung des Steinzeitkommunismus. Aber Manipulation ist Manipulation, real existierende Manipulation! Das alles funktioniert so reibungslos, dass wir es noch nicht einmal mehr in Frage stellen! Wir leben hoffnungsvoll und erfolgreich in der Schönen Neuen Welt, und amüsieren uns gleichzeitig über die Idee, dass wir es tun könnten. In der Verkaufswelt wird so etwas „Einwandvorwegnahme“ genannt. Wir sind gefangen in unserem eigenen Denken! (… das allerdings gehörig manipuliert wurde). Und wenn wir beschließen dagegen zu revoltieren, es anders zu machen, dann hält die Industrie schon ihre Produkte bereit, um auch diese Einstellung angemessen durch Kaufverhalten ausdrücken zu können (Öko, Alternative, Bildungselite, Skater, Gangsterrapper, …)

Wenn ich hier meinen Blick auf die Gesellschaft richte, sehe ich jede Menge Konfliktstoff (den ich so drastisch früher nicht wahrgenommen habe): die einen sind nie zufrieden, weil sie ihr Leben dem Lifestyle und Konsum gewidmet haben und immer mehr zu brauchen glauben, und die anderen, erfolglosen, die nicht mithalten können, haben jahrelang das Nachsehen und erleben tagtäglich und unmittelbar ihren Frust. Wir leben in einem großen Durchlauferhitzer. Was passiert, wenn immer mehr Menschen dieses Spielzeug verwehrt wird?

Wenn ich meinen Blick auf mich selbst richte, dann merke ich, wie wichtig mir Anerkennung ist, und wie manipulierbar ich bin, wenn sie mir in Aussicht gestellt wird. Aber wofür ist Anerkennung der Ersatz? Oder benötigen wir sie tatsächlich in dieser überpimpten Weise?

Wo steht eigentlich das bmw ein premiumprodukt ist?

ich hab bmw noch nie von premium reden hörn...

ausserdem hört sich das alles ehr nach nem waschprogramm an...mit unterbodenwäsche bitte.

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