Polizeiwillkür
Hallo!
Ich wurde kürzlich an einer Straße von zwei Polizisten mit einer Laserpistole gemessen.
Ich bin genausoschnell wie alle Fahrzeuge vor oder hinter mir gefahren. Nachdem ich nicht aufgehalten worden bin, dachte ich, es wäre alles OK.
Einige Zeit danach erhielt ich eine Strafe, daß ich im Bereich einer 50km/h Beschränkung bei Nässe 71 km/h gefahren bin. Die Straße war aber am Auftrocknen. Die Strafe selbst betrug 70€ - war also schon sehr saftig.
Ich möchte hier garnicht diskutieren, ob die Straße schon trocken oder noch nass war.
Mich stört, dass es scheinbar möglich ist, dass man von einem Beamten mit einer Laserpistole gemessen wird und ein anderer das Kennzeichen aufschreibt und man vielleicht erst Monate später die Strafe erhält. Dies ist keine Anonymstrafverfügung, sondern eine wesentlich teurere Strafverfügung. Es stört mich auch, dass keine Anhaltung stattfindet. In der Stellungnahme der Polizei stand, daß „viel zu viele Fahrzeuge die Geschwindigkeitsbeschränkung übertraten und daher eine Anhaltung nicht möglich war“.
Die beiden Beamten platzierten sich auch ausgerechnet an den äußeren Rand der Kurve, auf der sämtliche Fahrzeuge viel zu schnell und gefährlich unterwegs waren. Die Beamten standen quasi in der Schusslinie eines evtl. schleudernden Fahrzeuges.
Wenn man von einer Radarbox gemessen wird, wird man im Falle der Geschwindigkeitsüberschreitung fotografiert, und das sogar zweimal. Einerseits, um sicher das Kennzeichen zuordnen zu können, zweitens um anhand der unterschiedlichen Lage der Fahrzeuge auf den Fotos das verursachende Fahrzeug eruieren zu können, als auch die gemessene Geschwindigkeit zu verifizieren.
Wenn man versteckt oder ohne Anhaltung gemessen und aufgeschrieben wird, werden genau solche Fotos (wo man auch den Straßenzustand klar erkennen könnte) nicht gemacht.
Mir ist klar, dass ein Polizist, der eine Kreuzung regelt, Autofahrer aufschreibt, die seine Handzeichen missachten – das ist wie das Überfahren einer roten Ampel oder Stopptafel. Aber im Endeffekt könnten sich Beamte mit Laserpistole und Notizblock in einem Gebüsch verstecken und Fahrzeuge aufschreiben. Oder überhaupt einfach willkürlich aufschreiben. Mit freien Auge Geschwindigkeit schätzen. Wer kann überprüfen, ob da alles mit rechten Dingen zugeht?
Ich hatte einen Schriftwechsel mit der Polizeistelle - aber in keinem der Briefe wurde mir mitgeteilt, auf welcher Rechtsgrundlage so eine versteckte Messung ohne Fotobeweis stattfinden kann. Hier geht es ja nicht um das Überfahren einer roten Ampel - das ist eindeutig feststellbar. Hier muss gemessen werden. Wer kann beweisen, ob richtig gemessen wurde? Und ob die richtigen Zeichen aufgeschrieben wurden?
Und es wird immer öfter genauso durchgeführt. Ist ja auch logisch. Keine Diskussionen mit erzürnten Autofahrern, keine Schreibarbeiten, eine große Liste mit unzähligen Kennzeichen, ein Haufen Strafgelder für die Finanz.
Was sagt Ihr dazu?
LG,
Schlaumy
Beste Antwort im Thema
Momenten - der TE kommt doch nicht etwa aus Ösiland??? Der Begriff Anonymverfügung lässt den Schluss zu. Damit ist der Käs gebissen - jaaaaa, die Polizei im Alpenstaat darf sogar schätzen und es gilt Halterhaftung. Da muss kein Foto und garnix. Mir haben die Alpen-Sheriffs eine Anonymverfügung wegen Überholens vor einer Kurve nach 8 Wo. auf´s Auge gedrückt - aus der Nummer gab es kein Rauskommen.
76 Antworten
Zitat:
@Schlaumy schrieb am 15. Mai 2017 um 16:42:14 Uhr:
Man kann sich nur selbst notieren, falls man ungerechtfertigt aufgeschrieben wurde -
Allerdings wurdest du, nach eigener Aussage, nicht zu Unrecht aufgeschrieben, sondern Du bist dort absichtlich und wohl wissend zu schnell gefahren. Also wogegen genau willst du klagen? 😕
Hi,
Polizisten sind auch nur Menschen.
Wenn man einigermassen vernünftig fährt, ist die Chance, an einer unfairen Kontrolle teilnehmen zu müssen, eher gering.
Und nein, ich bin kein wenigfahrender, schleichender Pensionär im weißen VW Jetta.
Sollte man mal kontrolliert werden, kann man ja auch einfach höflich sein. Meist ist das dann fix erledigt.
Ich fahre viel, ich gehe noch abends aus und ich muss konstatieren, dass die größten Deppen die ich treffe keine Polizeiuniform tragen...
HC
Hallo!
Bitte sinnerfassend lesen! Gut, ich habe die "70 bei Regen"-Tafel nicht gesehen, aber zu dem Zeitpunkt war die Straße schon fast ganz aufgetrocknet, und alle vor und hinter mir sind ebenfalls 70 gefahren, vielleicht eben, weil es schon fast trocken war. Aber darum geht es mir nicht.
Mir geht es darum, daß ich jetzt bereits mehrmals beobachtet habe, daß die Pozilei sich mit Block und Laserpistole irgendwo hinstellt und Kennzeichen aufschreibt, um sie später anzuzeigen. Keine Amtshandlung, kein Gespräch mit den Autofahrern.
Einzige Hilfe ist, daß man sich sowas aufschreibt, wenn man u.U. von so einer Kontrolle gemessen wurde. Man sieht ja nicht, was der Kollege aufschreibt, aber man könnte selbst irrtümlich dabei sein.
Es ist wie bei den Radarstrafen, wenn mehrere Fahrzeuge drauf sind. In Ö werden ALLE Verkehrsteilnehmer bestraft, die auf dem 1. Foto drauf sind. Erst wenn einer der Bestraften die Strafe nicht einzahlt, wird das zweite Foto zu HIlfe genommen, um zu überprüfen, ob die Strafe wirklich gerechtfertigt ist oder nicht. Diesen Tipp erhielt ich von einer Bekannten, die bei dieser Behörde arbeitet. Falls ich wo geblitzt worden bin, schreibe ich mir das auf, mit Datum, Uhrzeit, Geschwindigkeit, "verursachendes" Fahrzeug mit Kennzeichen etc. Damit ich einen Beleg habe, daß ICH es nicht war.
Österreich wird oft als das erste Land des Balkan benannt - und wir sind eine Bananenrepublik. Es ist leider so.
Lg,
Schlaumy
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Zitat:
und ich muss konstatieren, dass die größten Deppen die ich treffe keine Polizeiuniform tragen...
Du hast schon recht, und ich habe selbst vier Kumpel, die Polizisten sind, einer bei der Kripo, drei auf der Straße - zwei von denen sind sogar eingefleischte Metal-Fans. Aber sie halten sich an die Gesetze.
Mir geht es um das System. 100e Autofahrer aufzuschreiben, die auf einer aufgetrockneten Straße zu schnell fahren, weil sie eben aufgetrocknet ist, ist nicht OK. Sich wo hinzustellen, wo man leicht abkassieren kann, und wo es nicht sicherheitskritisch ist, sich aber bei anderen Stellen (z.B. Schulen, Kindergarten, Wohnstraßen, Einkaufszentren) nicht hinzustellen, ist nicht OK. Keine Planquadrate mehr zu machen, ist nicht OK. Auf unseren Autobahnen fahren viele immer mehr wie die Sau, und niemand unternimmt was. Handysurfen beim Autofahren, sogar mit Tablet am Lenkrad - und niemand tut was. DAS stört mich.
So - ich habe fertig.
Schlaumy
Hi,
die Kontrollen an fiesen Stellen lehne ich selbstverständlich kategorisch ab.
Ich hasse diese Wegelagerei.
Aber die unsinnig niedrigen Speedlimits und die Anweisungen, wo die Streifenpolizisten zu stehen haben, werden nicht von Streifenpolizisten angeordnet, sondern von von sehr häufig völlig weltfremden karrieregeilen Politniks abhängigen Oberen vorgeschrieben.
Meine Frau geriet letztens in eine Radarfalle. Sie fuhr 75 Km/h bei erlaubten 60 Km/h.
Die Strecke war bis vor Kurzem mit 80 Km/h ausgeschildert. 100 Km/h wären realistisch (und ja, ich kann das deutlich ebsser beurteilen als die üblichen Schilderaufsteller, denn ich habe mehrere Millionen Km in vielen Ländern auf dem Buckel und kann das somit bestens beurteilen) dort.
Die bösen Raser wurden alle angehalten. Der Polizist erklärte meiner Frau, dies sei ein unfallschwerpunkt, deshalb würde gemessen. Er muss sich sehr nett und freundlich erklärt haben und sagte ausdrücklich, es gehe hier nciht um Abzocke.
Natürlich war sie auch höflich.
Der arme Kerl kann ja auch nichts dafür.
Dass wir 4 Km weiter jedes Jahr eine Einbruchsserie erleben, weiß er auch. Er würde auch lieber Streife fahren.
Nun, ich fahre dort seit Jahren täglich. Einen Unfall habe ich nie gesehen.
Also rief ich auf der zuständigen Polizeidienststelle an und bat um die Unfallzahlen an dieser Stelle. Es waren 3 Unfälle pro Jahr an einer sehr übersichtlichen Ausfahrt. Keine Toten.
Noch Fragen?
Ich glaube die gute Intention sogar, allerdings unterstelle ich, dass diese von ein paar CSU-nahen, wohlhabenden Anwohnern ausging...
Übrigens: ich wurde dort noch nie geblitzt. Ich fahre dort stets 80 nach Tacho. Zwar immer noch zu langsam, aber vom Preis-Zeitverhältnis aus gesehen erträglich...
HC
Zitat:
@hellcat500 schrieb am 27. Mai 2017 um 03:05:30 Uhr:
Hi,die Kontrollen an fiesen Stellen lehne ich selbstverständlich kategorisch ab.
Ich hasse diese Wegelagerei.
Wer bekommt eine Expresszuschlagsrechnung.
Zitat:
Aber die unsinnig niedrigen Speedlimits und die Anweisungen, wo die Streifenpolizisten zu stehen haben, werden nicht von Streifenpolizisten angeordnet, sondern von von sehr häufig völlig weltfremden karrieregeilen Politniks abhängigen Oberen vorgeschrieben.
Die Schilder gelten für die Andern.
Zitat:
Meine Frau geriet letztens in eine Radarfalle. Sie fuhr 75 Km/h bei erlaubten 60 Km/h.
Die Strecke war bis vor Kurzem mit 80 Km/h ausgeschildert. 100 Km/h wären realistisch (und ja, ich kann das deutlich bsser beurteilen als die üblichen Schilderaufsteller, denn ich habe mehrere Millionen Km in vielen Ländern auf dem Buckel und kann das somit bestens beurteilen) dort.
Wer die hzG nur als Empfdehlung sieht dem ist nicht zu helfen.
Eine Geschwindikeitsbegrenzung übersehen hat wohl jeder von uns schon mal.
Zitat:
@Schlaumy schrieb am 27. Mai 2017 um 01:11:32 Uhr:
und wir sind eine Bananenrepublik. Es ist leider so.
Dann könnte es ja eine Vereinigung geben. Wir sind in der Bananenrepublik II.
Zitat:
@Erwachsener schrieb am 27. Mai 2017 um 21:46:52 Uhr:
Da haben sich ja zwei Stammtischhelden getroffen.
Echt? Wo? Genau zwischen die Augen? 😕
Zitat:
@Schlaumy schrieb am 27. Mai 2017 um 01:17:07 Uhr:
Handysurfen beim Autofahren, sogar mit Tablet am Lenkrad - und niemand tut was. DAS stört mich.
61.000 Bußgeldbescheide in 2016 und 23.000 im 1.Quartal 2017 wegen Handybenutzungsverstoß, allein in Bayern. Sag mal, was willst du eigentlich? Nur weil du das nicht siehst, heißt das noch lange nicht, dass das Polizisten nicht ahnden.