Optionen für Temperaturoptimierungen

VW Käfer 1302

Hallo zusammen,
habe jetzt viel hier und in anderen Foren gelesen und wollte eure Meinung zu meiner Idee hören.

Aktuelle Situation:
Mein 1302 mit 1385ccm Motor kommt im Bundesstraßen- und Autobahn-betrieb (maximal 100-110kmh, sachter Gasfuß) ohne Problem auf 130° (gemessen per Peilstabthermostat), höher nicht aber ich habe auch noch keine Vollgasfahrt gemacht.

Ich hab bereits die mir bekannten Stellen angeschaut: Luftklappen, Thermostat, Zündzeitpunkt, Vergaser, Pappe im Motor, Dichtungen im Motorraum, Keilriemen etc.

Fahren tue ich Castrol GTX 15-W40, hat ca 2000km drauf.

Zu meiner Idee:
Ich hatte überlegt eine CSP Öl-Pumpe zu kaufen welche Ein- und Ausgang hat, damit könnte ich a) einen Öl Filter realisieren und B) könnte ich ein Sandwich Thermostat hinzufügen und einen zusätzlichen ÖL Kühler an der Hinterachse befestigen. Ich hatte hier an ein Thermostat gedacht welches erst ab 100-110° öffnet.

Den vorhanden internen Kühler würde ich gerne behalten, innerorts hat der kleine um die 100° ich denke das ist i.O.?

Was denkt ihr? Sind die Temperaturen vllt doch akzeptabel so oder eventuell schon alarmierend?! Wäre mein Vorschlag eine potentielle Verbesserung?

Danke euch!
Flo

54 Antworten

Hallo Flo,
solange du keinen leistungsgesteigerten Motor hast, sollte die originale Kühlung ausreichen. Wichtig ist, dass die komplette Verblechung im Motorraum richtig eingebaut ist, so dass z.B. keine Abwärme vom Auspuff in den Motorraum gelangt und dann angesaugt wird.
Für wärmere Monate würde ich 20W-50 empfehlen.

130 Grad ist noch i.O..
Ein Motor ist eigentlich erst warm, wenn er 80 Grad Oeltemperatur hat. Mein luftgekühlter Transporter hatte mit Anhänger in Sommer öfters 150 Grad Oeltemperatur. Da sollte man anfangen sich Gedanken zu machen.

Moderne Öl können das, selbst vor 30-40 Jahren erreichten wir so Temperaturen. Aber mit Herzrasen.
Dein Motor hat ja sicher den Ölkühler außerhalb vom Gebläsekasten.

Ich habe nur in der Firma Serienkäfer geschraubt, alle Käfer mit erhöhter Leistung haben wir immer das Luftklappeklappengedöns im Gebläsekasten ausgebaut. Der komplette Rumpfmotor war mit Wärmeleit-Lack behandelt (damals hat man bei Luftgekühlten Motoren dran geglaubt, kam von den Motorrädern)

Motorhaube leicht aufstellen war mal Mode, NSU TT, Fiat Abarth....Show oder effektiv ? Im Straßenverkehr eher Problem. Dem Motor mehr Luft geben ist im SV-Betrieb schlecht möglich.

Öl kühlen macht Sinn. CSP gabs zu meiner Zeit nicht, sieht gut aus, wenn Verblechung und Riemenscheibe passt, gute Sache. Ein Ölkühler hinten erspart zwar Arbeit aber wenn schon , dann Kühler vorne.

Als es den ganzen Käfer-Hype nicht gab, nahmen wir die Ölpumpe vom Automatik. Die hatte 2 Kreise. Motoröl wie gehabt und den Automatik für den Kühler. Abgesaugt wurde mittels Hohlschraube an der Ablassschraube, dann gings nach vorne zum "Riechert Kühler" und zurück. Aber wo, verdammt noch mal, sind wir wieder rein gegangen? Am Öldruckventil? Der Motor 1600er war mit 85Ps gut gekühlt.

Der Rennmotor hatte ein Schrick Trockensumpfpumpe drin, da passte dann keine Riemenscheibe mehr, b zw nur ein ganz Kleine. Ein Schraubölfilter war da im linken Radkasten.

Ich weiß nicht, ob es inzw. kleinere Riemenscheiben für die Lima gibt, würde die Gebläseleistung steigern aber auch Leistung kosten.

Da eure Käfer nur noch Hobby sind, fahr an warmen Tagen langsamer, wäre die billigste Lösung.
Einen Serienmotor umbauen ist mit Kanonen auf Spatzen schießen.

Ich habe gerade einen Super Artikel gefunden, da gehts um Schmierung,Kühlung, Tuning aus der guten alten Zeit Und was finde ich , ein Foto meine Tuners Veytal-Tuning , der rote Käfer von Harald Sammer (aber meiner ging besser :-) )
https://sowirdsgemacht.com/articles/view/kaefer-tuning

Hallo, ich fahre einen 1915er mit Orginalkühler in Hundehütte und Ölfilterpumpe.
hatte erst mit 09er Verteiler und Original Auspuff auch Temperaturen bei 100 auf der Autobahn von über 120°, auch Peilstab gemessen.
Nach Setup: CSP Sportauspuff Edelstahl, 123 Ignition, Zündzeitpunkt auf Original 7,5° vor OT und 37er Wenisng Vergaser ist nun alles im grünen Bereich, ohne Ölkühlung immer unter 110°
Stimmt Dein Zündzeitpunkt? ist die richtige Riehmenscheibe (Durchmesser) montiert?

Zuendzeitpunkte-vw-motoren

Ich bin zwar auch von meinem 20W-50 überzeugt, aber hier wäre @Suzukagrauer s Vorschlag kontraproduktiv - zäheres Öl drückt sich dank des Regelkolbens noch mehr am Kühler vorbei, das ist auch schon gemessen worden.
Und die Regelkolben hattest Du, @Schmuffian , nicht explizit erwähnt in der Liste der untersuchten Randbedingungen.

Einerseits weiß man, dass die Dinger festklemmen können und auch tun. Wenn er (der in Fahrtrichtung hintere, also der näher an der Pumpe sitzende) in einer unteren Stellung blockiert, kriegt der Kühler weniger Durchfluss.
Andererseits gibt's da auch absurdes Zeug im Ersatzteilhandel, anders geformte Kolben, falsche Federn usw..

Vielleicht wäre ein Blick auf jenen Kolben auch noch den Aufwand wert....

Zitat:

@Robomike schrieb am 20. Juni 2024 um 10:06:20 Uhr:


Einerseits weiß man, dass die Dinger festklemmen können und auch tun. [...]

Vielleicht wäre ein Blick auf jenen Kolben auch noch den Aufwand wert....

Wie kann man den Blick auf diesen Kolben werfen? Kann man das einfach ausbauen und einfach "gucken" oder sonstwie überprüfen, ob sie klemmen oder nicht? Würde mich sehr interessieren.

Zitat:

@schleich-kaefer schrieb am 20. Juni 2024 um 10:44:09 Uhr:



Wie kann man den Blick auf diesen Kolben werfen? Kann man das einfach ausbauen und einfach "gucken" oder sonstwie überprüfen, ob sie klemmen oder nicht? Würde mich sehr interessieren.

Naja, Du hast ja einen Motor im Keller stehen, die große Schraube raus, und dahinter ist das Teil.
Je nach (Rest-)Ölstand im Block läuft mehr oder weniger noch aus.

Ggf. danach nochmal duschen ;-) (Siehe Beitrag "Röhrchen"😉

Hehe 🙂🙂 Wie viel drin ist, weiß natürlich niemand. Ist es die rot markierte Schraube?

Asset.JPG

Ja, der Deckel ist das.
Normal drückt die Feder ganz schön, dann fällt sie raus, und im eingebauten Zustand (d. h. der Motor hängt über dir) darf dann auch der Kolben rausfallen. Das tut er meist nicht, man muss dann ein bissl prockeln (der hat in der Mitte ein Loch), und dann sollte er sich leicht ziehen lassen.
Wenn er dann nur mit Mühe herausgelockt werden kann, heisst das, dass er sich auch durch den Öldruck nur mühevoll bewegt. Ich hab's auch schon gehabt, dass irgendwelche Metallbrocken den völlig verklemmt haben. Regelmäßig hat der auch Riefen, nicht weiter schlimm, aber zeigt, dass er zeitweise was drin hatte, was diese Riefen reingekratzt hat. Und das kann nicht gut gewesen sein.

Ein Beispiel einer Oeldruckfeder neben einer neuen. Ist zwar aus einem 6 Zylinder, aber auch Boxer und luftgekühlt.
Jeder darf sich selbst eine Meinung bilden!!!!

Oeldruckfeder, oben alt, unten neu.jpg

Bevor ich jetzt Prügel, wegen Ölthreat beziehe.....
Man informiere sich beim Ölhersteller über die Viskosität seines Oels bei 130, 150, 180 und 200 Grad ( Kolbenringzone).
Der Warmwert wird etwa bei 100 Grad ermittelt.
Bei mir kam raus, das ein 5-30 bei 150 Grad dicker ist als ein 10-60. Der Oelspezialist der Firma mußte damals aber erst im betriebseigenen Labor anrufen, um die Infos herauszubekommen.

Zitat:

@85mz85 schrieb am 20. Juni 2024 um 12:29:15 Uhr:


Bevor ich jetzt Prügel, wegen Ölthreat beziehe.....
Man informiere sich beim Ölhersteller über die Viskosität seines Oels bei 130, 150, 180 und 200 Grad ( Kolbenringzone).
Der Warmwert wird etwa bei 100 Grad ermittelt.
Bei mir kam raus, das ein 5-30 bei 150 Grad dicker ist als ein 10-60. Der Oelspezialist der Firma mußte damals aber erst im betriebseigenen Labor anrufen, um die Infos herauszubekommen.

Hehe, schön, dass Du das bestätigst. Hab ich schon gelegentlich drüber nachgedacht - ohne jetzt exakt zu wissen, was diese Zahl bedeutet, aber wenn sie irgendeine lineare Bedeutung hat, dann ist die Steigung von "25" bei dem ersten Öl bei gleichen Temperaturen ja deutlich flacher als die von "50" beim zweiten und muss sich irgendwo oberhalb schneiden. - Und könnte dann davon ausgehen, dass 10W-40 und 20W-50 nominell parallel bleiben, theoretisch...

Zitat:

@Robomike schrieb am 20. Juni 2024 um 12:20:52 Uhr:


Ja, der Deckel ist das.
Normal drückt die Feder ganz schön, dann fällt sie raus, und im eingebauten Zustand (d. h. der Motor hängt über dir) darf dann auch der Kolben rausfallen. Das tut er meist nicht, man muss dann ein bissl prockeln (der hat in der Mitte ein Loch), und dann sollte er sich leicht ziehen lassen.
Wenn er dann nur mit Mühe herausgelockt werden kann, heisst das, dass er sich auch durch den Öldruck nur mühevoll bewegt. Ich hab's auch schon gehabt, dass irgendwelche Metallbrocken den völlig verklemmt haben. Regelmäßig hat der auch Riefen, nicht weiter schlimm, aber zeigt, dass er zeitweise was drin hatte, was diese Riefen reingekratzt hat. Und das kann nicht gut gewesen sein.

Danke für die tolle Erklärung! Aber eins wundert mich. Wenn der Regelkolben zum Klemmen tendiert und das wiederum zu großen Problemen führen können, warum überprüft man das nicht regelmäßig? Vor allem wenn der Zugang offenbar so einfach ist. Der Ölwechsel wäre doch der ideale Zeitpunkt dafür. Muss man vielleicht nicht bei jedem machen, aber besser selten als gar nicht. Ich selber habe aber noch nie gehört, dass das jemand macht, geschweige denn, ich habe es in irgendeiner Service-Liste gesehen.
Übertreibe ich vielleicht?

Reicht das Öl oder nicht? Das ist ein Teil der Diskussion.

Aber bei nicht Vollast 130° Öl ist trotzdem eine Ansage. Man könnte zunächst mal die Genauigkeit des Messfühlers prüfen. zB mit einem Topf Wasser kochend.....außer im Hochgebirge wissen wir doch wann Wasser kocht.

Es gibt/gab wilde Lösungen für Ölkühlung, da würde ich aber die Kosten/Nutzen Rechnung anstellen.

Versenke ich hunderte Euro in einen Serien Motor?

Im Sommer könnte man noch erwägen, die Abgänge am Gebläsekasten mit Plastikkappen dicht machen.
Aller Wind für die Zylinder.......

Deine Antwort