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Oktan und Tuning (Erd-/Autogas)

Themenstarteram 11. März 2006 um 8:18

hi@all

ich verfolge seit einiger zeit diverse diskussionen über oktankennfeldabstimmung etc, um aus dem motor mehr rauszuholen, wenn man kraftstoffe mit mehr oktan tankt.

im grundsatz hieß es immer, dass leistungssteigerungen theoretisch möglich oder sehr warscheinlich sind, wenn man seinen motor vom oktankennfeld (z.b. 95, 98 auf 100 oktan) her abstimmen lässt.

einige hatten schon gleich das blitzen in den augen und meinten, da sie ja im gasbetrieb weit über 100 oktan haben und dann mit einer entsprechenden abstimmung wie eine apollo-rakete abgehen würden.

das problem wäre ja nur, dass der motor durch den klopfsensor wieder im benzin-betrieb auf das entsprechende oktankennfeld zurückgeht, was für den entsprechende kraftstoff vorgesehen ist.

nun kam bei mir die frage auf, ob noch nie ein tuner vor mir auf die idee kam, einen entsprechenden chip zu programmieren, der mit dem umschaltsignal der gas-anlage (benzin->gas) auch das entsprechende oktankennfeld ändert, so dass man z.b. bei benzin auf 95 bzw. 98 oktan fährt und bei gas auf 1xx oktan.

so müsste man ja auch keine angst um den motor haben, weil er ja automatisch gesagt bekommt, was er gerade schluckt...

geht das überhaupt?

oder ist darauf schon wer gekommen und es geht... dann bitte mal bescheid sagen.

gruß tobias

 

ps: würde nämlich auch wollen. 23.03. ist mein A4 1.8T da und wird auf LPG umgerüstet...*g*

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3 Antworten

In modernen Motorsteuerungen gibt es in dem Sinne keine stationären "Oktankennfelder" mehr, also ganze Zündkennfelder, zwischen denen man einfach hin und herschalten kann, und die ein Tuner einfach so durch ein anderes für 1xx Oktan ersetzen könnte. Der Motor hat heute eine Grundabstimmung, die in der Regel auf 95 Oktan optimiert ist, einige auch 98 Oktan (VW, BMW). Darüber hinaus gibt es eine Million Zustände, in denen die Zündwinkel im instationären Bereich von irgendeinem Eingangsparameter einfach je nach Bedarf abgeändert werden. Da greifen Kaltstartprogramme, ASR, ESP, Temperatursensoren, Schaltkomfortabstimmung, Schubregelung, Vollastanfettung, etc. etc., einfach alles mögliche ein. Und am Ende natürlich auch die Klopfregelung. Diese nimmt völlig unabhängig davon, auf welche Oktanzahl Dein Basisprogramm abgestimmt ist, immer dann wenn Klopfen eintritt den Zündwinkel zurück. Dies kann in den unterschiedlichsten Bedingungen der Fall sein, hier spielt natürlich der Kraftstoff die Hauptrolle, aber auch Temperaturbedingungen, Ablagerungen im Motor, etc. Und immer wenn's klopft, wird der Zündwinkel nachgeregelt, und immer wenn's nicht klopft, dann eben nicht. Insofern hat man diesen Effekt schon "automatisch" mit dabei, wenn man auf Gas fährt. Einen apolloartigen Tuningeffekt kann man davon aber nicht erwarten, vielleicht eine Leistungssteigerung im einstelligen Prozentbereich. Weitere Tuningmaßnahmen zur Ausnutzung einer höheren Oktanzahl sind mit einer einfachen Kennfeldoptimierung nicht machbar, hier wäre eine höhere Verdichtung vonnöten (was bei manchen monovalenten Gasfahrzeugen, in denen Benzinbetrieb nur ein Notprogramm darstellt, sogar gemacht wird), oder bei Turbomotoren eben ein Eingriff in die Ladedruckregelung. Am Ende muß man beim Ottomotor IMMER sagen, daß signifikant mehr Leistung nur aus mehr Kraftstoff kommen kann, und daß um diesen zu verbrennen IMMER erstmal mehr Luft benötigt wird. Diese liefert ein 1xx-Oktankennfeld noch lange nicht.

Themenstarteram 11. März 2006 um 10:24

fein...

wenn man einen richtigen beitrag erstellt, dann bekommt man auch endlich eine antwort, die was bringt.

dann habe ich das also richtig verstanden, dass der motor keine festen "oktan-bereiche" mehr hat, sondern alles automatisch verläuft.

in anderen foren hieß es jedoch, dass ein motor, der ursprünglich mit 98 oktan lief und dann mal 95 bekam lahmer unterwegs war. erst nach ewigen kilometern (dort als beispiel angegeben 2000km und drei bis 4 tankfüllungen) mit 98 oktan-sprit wieder richtig abging, wie vorher im "ursprungszustand".

dies soll daran gelegen haben, dass der klopfsensor oder was auch immer, erst nach langer zeit wieder antestet, ob es nach oben hin wieder "machbar" wäre...

begründung:

um zu testen, ob der sprit wieder 98 oktan klopffestigkeit hat, müsste er die verdichtung (oder was auch immer) anheben. dabei könnte er gefahr laufen, wenn sich noch immer 95 oktan im tank befindet in den klopfenden bereich reinzukommen. das soll dann nicht so angehen sein. daher probiert die steuerung das nicht ständig, um den motor zu schonen...

 

was ist da dran? habe das so aus nem forum...

würde es was bringen, wenn man das "basisprogramm" auf 98 oktan einstellt oder würde sich der motor automatisch in diesem bereich aufhalten.

wie schon gesagt, bekomme ich einen 2003er Audi A4 Avant 1.8T (163PS). wie sieht das bei dem aus. der ist ja mit super (95oktan) angegeben. wird aber später mit autogas betrieben und würde dann superplus tanken...

Zitat:

Original geschrieben von SuperKermit

fein...

in anderen foren hieß es jedoch, dass ein motor, der ursprünglich mit 98 oktan lief und dann mal 95 bekam lahmer unterwegs war. erst nach ewigen kilometern (dort als beispiel angegeben 2000km und drei bis 4 tankfüllungen) mit 98 oktan-sprit wieder richtig abging, wie vorher im "ursprungszustand".

dies soll daran gelegen haben, dass der klopfsensor oder was auch immer, erst nach langer zeit wieder antestet, ob es nach oben hin wieder "machbar" wäre...

begründung:

um zu testen, ob der sprit wieder 98 oktan klopffestigkeit hat, müsste er die verdichtung (oder was auch immer) anheben. dabei könnte er gefahr laufen, wenn sich noch immer 95 oktan im tank befindet in den klopfenden bereich reinzukommen. das soll dann nicht so angehen sein. daher probiert die steuerung das nicht ständig, um den motor zu schonen...

Ich weiß nicht, wo Du DAS herhast, aber ich habe selten einen so haarsträubenden Unsinn gelesen. Der Klopfsensor selbst ist permanent aktiv. Im Grunde ist er im weitesten Sinne nicht anderes als ein Mikrofon oder Stetoskop, das auf bestimmte Frequenzen wie sie beim Klopfen auftreten und über die Motorstruktur übertragen werden reagiert (So wie dieses eiskalte Ding, daß der Doktor Dir immer auf die Brust setzt um Deine Herztöne abzuhorchen-das Prinzip ist das gleiche). Und IMMER wenn im Motor Klopfen auftritt, eben durch eine unkontrollierte Verbrennung, die mit ganz bestimmten Schallfrequenzen abläuft, wird das registriert und ans Steuergerät weitergegeben. Dies tritt bei 95 Oktan eben häufiger auf, bei 98 Oktan entsprechend weniger (aber auch nicht nie). Daß ein Motor sich nach "ewigen Kilometern" wieder an den "guten" Sprit gewöhnen muß, ist purer Unsinn. Daß das Steuergerät erst "nach langer Zeit" wieder antestet, ist purer Unsinn. Nach welcher Logik sollte das gehen?? Nach x Kilometern? Nach ca. 2 Wochen ? Daß der Klopfsensor die Verdichtung anheben soll, ist der größte Lacher! Wie soll das gehen??? Es kommt unter den verschiedensten Umständen/Fahrbedingungen zum Klopfen, auch mit 98Oktan Sprit. Wie sollte der Motor das erkennen, wenn der nächste "Klopfsensortest" erst wieder irgendwann in 2000 km dran wäre? Du kannst Dich ziemlich sicher darauf verlassen, daß Deine Motorsteuerung Deinen Motor auch ständig überwacht und nicht nur ab und zu. Und es wird jede Änderung des Kraftstoffes, sowie der Im Motor ankommt, auch direkt erkannt.

 

Zitat:

Original geschrieben von SuperKermit

fein...

würde es was bringen, wenn man das "basisprogramm" auf 98 oktan einstellt oder würde sich der motor automatisch in diesem bereich aufhalten.

wie schon gesagt, bekomme ich einen 2003er Audi A4 Avant 1.8T (163PS). wie sieht das bei dem aus. der ist ja mit super (95oktan) angegeben. wird aber später mit autogas betrieben und würde dann superplus tanken...

Im Grunde könnte das was bringen, aber weniger im Bezug auf Leistung, eher im Teillastverbrauch. Kann aber sein, daß der Motor hier eh' schon vom anstehenden Ladedruck geregelt wird. Da wirst Du einen Tuner finden müssen, der sich mit exakt dem Motor und seiner Steuerung sehr sehr gut auskennt. (ABT würde mir da einfallen).

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