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NOX-Sensor kaputt - vertrauensbildende Maßnahme gescheitert

Seat Alhambra 2 (7N)
Themenstarteram 3. Januar 2019 um 21:01

Als wir 2011 auf der Suche nach einer neuen Familienkutsche waren fiel die Entscheidung auf einen Alhambra, ein Diesel sollte es sein. Angebote von verschiedenen Autohäusern im Umkreis von 100km wurden eingeholt und die Entscheidung fiel auf das beste Angebot in einem Autohaus ca. 45 Minuten entfernt. Hierhin wurden wir dann 2017 auch beordert um das vieldiskutierte Diesel-Update installieren zu lassen. Auch dort sollten wir dann die 5 Adblue-Betankungen aus Kulanz machen lassen als „Wiedergutmachung“. 3x haben wir die Tour zwischenzeitlich auf uns genommen, die letzten beiden Befüllungen darf das Autohaus aber gern behalten nach dem, was uns jetzt kürzlich dort passiert ist.

Unsere Odyssee begann Anfang Dezember 2018. Wir fuhren an einem Sonntagnachmittag auf der Autobahn als aus heiterem Himmel die Motorkontroll-Leuchte anging, zeitgleich mit der Adblue-Warnung, der Wagen würde in 1050km nicht mehr starten. Also schnellstens nach Hause, Montag früh den Wagen direkt zur örtlichen Werkstatt (3 Fahrminuten entfernt) gebracht. Dort wurde uns dann eröffnet, dass der einzige Mechaniker sich soeben für den Rest der Woche mit Grippe krank gemeldet hatte, man könne also erstmal nichts machen. Da wir Bedenken hatten, in diesem Zustand mit dem Wagen zu fahren, haben wir ihn trotzdem da gelassen, nur um Anfang der darauf folgenden Woche die Info zu bekommen, der Mechaniker sei immer noch krank, eine Ersatzkraft sei da und der sagt, da wäre ein Fehler auf dem NOX-Sensor. Ihm wäre aber wohler dabei, wenn wir das direkt bei SEAT abklären lassen. Also unverrichteter Dinge den Wagen wieder abgeholt, Termin bei dem SEAT-Menschen gemacht der uns damals den Wagen verkauft hat, sodass wir dort nach weiteren 3 Tagen Wartezeit auf einen Termin endlich den Wagen vorstellen konnten. Da so ein Leihwagen dort mit üppiger Selbstbeteilung läuft, fuhren wir mit unserem Zweitwagen gleichzeitig hin damit man auch irgendwie zurück kommt.

Am nächsten Tag wurde dann seitens SEAT bestätigt, dass da ein Fehler auf dem NOX-Sensor läuft, man habe jetzt den Fehler gelöscht und zusätzlich eine Partikelfilter-Regeneration durchgeführt. Wir könnten also den Wagen abholen und sollten erstmal weiter beobachten ob der Fehler wieder auftaucht, denn die Reparatur des Sensors läge bei 500€ für den Sensor + 120€ Werkstatt. Und für das auslesen des Fehlers + Regeneration wollte man dann mal eben 240€ schonmal haben!

Kaum auf der Autobahn gingen beide Meldungen wieder an.

Wir also wieder bei unserem KFZ-Menschen im Wohnort ein Vergleichsangebot eingeholt bzw. parallel im Internet recherchiert. Anhand des Fahrzeugscheins fanden wir alternative Sensoren zwischen 90 und 150€ pro Stück statt 500! Unser örtlicher Mechaniker sagte uns ebenfalls zu, dass diese problemlos passen würden, sie seien ja schließlich für unser Auto zugelassen. Also machten wir einen Termin zum Austausch bei uns vor Ort, das war Freitag. Eine gleichzeitige Rückfrage beim SEAT-Händler, womit er seine Wucherpreise rechtfertigt, ergab als Antwort „Ja aber unser Sensor hat auch noch ein Steuergerät dran, das können Sie gar nicht vergleichen. Bauen Sie sich bloß nicht so einen billigen Mist ein, da geht die Fehlermeldung garantiert nicht von weg und das wird nicht funktioniert damit.“ Dass die „billigen Mistteile“ aus dem Internet auch ein Steuergerät haben wollte er nicht glauben.

Meinem Mann ließ es keine Ruhe, er durchforstete das Internet Samstag Abend und stieß durch Zufall auf einen Forumsbeitrag in dem ein User ebenfalls von einem Problem mit dem NOX-Sensor nach dem Diesel-Update berichtete. Und dass VW dafür im Rahmen einer vertrauensbildenden Maßnahme KOSTENFREI den NOX-Sensor tauscht, sofern 1. Keine 2 Jahre nach dem Update vergangen sind und 2. Der Wagen noch keine 250.000km runter hat und 3. Der Wagen durchgängig scheckheftgepflegt ist. Sämtlich Kriterien erfüllt unser Wagen, aber seitens SEAT kein Wort darüber! Montag früh rief mein inzwischen ziemlich angesäuerter Mann wieder bei SEAT an wie denn sowas bitte sein kann, ob die überhaupt keinen Plan haben was der Mutterkonzern da für Angebote veröffentlicht und die wollen uns mal eben über 600€ + 240€ für die Fehlerfeststellung abzocken. Der Herr am Telefon gab dann kleinlaut zu dass das wohl etwas „suboptimal“ gelaufen sei, wir sollten doch bitte den Wagen nochmal vorbei bringen. Montag früh also extra wieder Urlaub genommen spontan, Wagen wieder mit 2 Autos hingebracht um zurückzukommen. Vor Ort bei SEAT dann der nächste Knaller: „Ich kann gern den Kulanzantrag bei VW stellen, aber ich sehe in Ihrem Scheckheft, dass Sie nicht alle Inspektionen bei uns haben machen lassen! Sie waren 1x bei ATU und 2x bei Ihrer Werkstatt im Wohnort! Ich brauche von allen das Inspektionsprotokoll aus dem genau hervorgeht, dass die das auch nach unseren Vorgaben gemacht haben. Ansonsten sehe ich schwarz…“ Da klappte mir wirklich die Kinnlade runter. Zuhause fand ich ein Inspektionsprotokoll von ATU, plus die beiden Rechnungen der anderen Werkstatt, jedoch kein Protokoll, das auch nicht mehr einholbar ist da die Firma nicht mehr existiert wegen Rente des Inhabers.

Also alles was wir hatten nochmal eingescannt und mit dem Kommentar versehen dass das ja nun sicherlich so reichen wird – ein Anruf direkt bei der Hotline von SEAT hatte uns auch nochmal versichert, dass das auch ohne Protokoll kein Problem ist.

Dann war es also Dienstag vor Weihnachten und wir wollten zu Weihnachten mit Sack und Pack und 2 Kindern verreisen. So langsam wurde ich nervös. Donnerstag immer noch nichts gehört wie es mit dem Kulanzantrag aussieht. Mittags dann endlich Anruf vom Autohaus, er habe vor 10 Minuten die Zusage von SEAT erhalten, dass alles kostenlos repariert wird, er würde dann jetzt den Sensor bestellen, könne aber nicht garantieren ob der zum nächsten Tag käme. Zum Glück kam er mit, sodass wir am Freitag vor Heiligabend den Wagen doch noch nachmittags abholen konnten. Unsere Rückfrage, eine Erstattung von den bereits bezahlten 240€ für die Fehleruntersuchung zu bekommen, da dies ja wohl mit zum Kulanzauftrag gehört, wurde abgeschmettert. Ich bin immer noch stinksauer. Der gute Herr H. hat sich da wirklich nicht mit Ruhm und Eifer bekleckert. So geht man nicht mit Kunden um, an die man nochmal irgendwann ein anderes Auto verkaufen möchte. Informationen muss man alle mühsam aus der Nase ziehen, von internen Anweisungen weiß man nichts. Diverse Touren hin und zurück gefahren die einem kein Schwein bezahlt plus Zeit und Nerven.

Der nächste Spaß ging dann direkt Weihnachten los, unsere GPS-Antenne und damit das Navi funktionierte plötzlich nicht mehr. Hier hat uns zum Glück auch die KFZ-Werkstatt vor Ort geholfen und für Gesamtkosten von 40€ eine neue Wurfantenne installiert. Eine neue originale SEAT-Antenne mit Demontage von Dachhimmel und B-Säule hätte 300€ gekostet, und dem Laden dort wollen wir nun definitiv nichts mehr in den Rachen schmeißen…

Dies zum Einen als Info für alle die eventuell auch Probleme mit dem NOX-Sensor haben nach dem Update, zum Anderen als Dank an so tolle Foren wie dieses, ohne das wir jetzt knapp 1000€ ärmer wären.

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1 Antworten

Claudia atme mal tief durch, villeicht hilft auch ein schluck Wein (wenn du kein Fahrzeug oder Mann mehr bewegen musst)

Aber ansonsten Willkommen im realen Leben, und ja Kulanz muss euch keiner geben, in Deutschland gibt es zwei Jahre Gewährleistung (ausser du heisst Apple dann nur 11 Monate :( )

Kulanz und Garantie sind freiwillig, also hatte der Händler zuerst Recht (auch wenn unter aller Sau da er am Endkunden mehr verdient als am Mutterkonzern), ihr habt das Fahrzeug nicht ausschließlich beim Vertragshändler warten lassen.

Ich kann da nur einen Tipp geben, bei mehrern Vertragshändlern vorfahren (Die freie hat genau richtig gehandelt und an den Vertragshändler verwiesen) und nachfragen.

Oder wenn einem was komisch vorkommt, mal im Firmensitz ( in eurem Fall zwar nicht der richtige aber die Damen und Herren in Wolfburg helfen da auch weiter) anrufen und freundlich nachfragen.

Hab ich selber schon miterlebt, das der Anruf beim Firmensitz wunder bewirkt hat, und am nächsten Tag die böse Vertragswerkstatt ganz kleinlaut angerufen hat und gefragt hat ob sie das Fahrzeug zur reperatur abholen dürfen.

Das ist aber in meinen Augen der letze weg, Leben und Leben lassen, und wenn man einen Vertragspartner beim Hersteller anschwärzt, würde ich da auch nie wieder auftauchen

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