Motorreinigigung mit Wasserstoff (Carbon)
Hi, bin grad drüber gestolpert das es einige Anbieter gibt, die den Motor mit Wasserstoff reinigen können. U. a. auch ATU
Hat das jemand von euch schon mal probiert?
37 Antworten
Irgendwie driften wir hier gerade ab von Carbon-Cleaning hin zu diesen Sprühdosen zum selber machen wo ggf. was ganz anderes drin ist.
Mich würde mal mehr Erfahrungsberichte zu Carbon Cleaning interessieren. Ich habe auch noch Zweifel, dass der Wasserstoff den Verbrennungsprozess im Brennraum wirklich übersteht und dahinter (also AGR) überhaupt was machen kann. Das kann ich mir gerade wirklich sehr schwer vorstellen und denke noch, dass es das H2 einfach mit verbrennt und dann wäre der Effekt ab dem Punkt hinfällig.
Evtl. hat auch einer eine Erklärung wie das gehen soll.
Zitat:
@coolracer schrieb am 17. November 2023 um 09:26:31 Uhr:
Hallo ich hänge mich mal kurz hier mit hinein. Was wird hier eigentlich richtig gereinigt Ansaugbrücke, AGR oder? Komme ebenfalls aus der Nähe von Elsterwerda und mich interessiert das näher. Audi A6 4G 3.0tdi und A6 4F 2.7tdi vorhanden. Grüße
Kannst ja heute mal hinkommen. Ich bin ab ca. 14:30 bei SCN vor Ort.
Schau mal hier https://carbon-cleaning.de/die-kunst-der-motorreinigung/
Da fange ich gerade mit Spätschicht an... Eventuell können wir ja über PN Kontakt miteinander aufnehmen?
@coolracer
Ja klar kein Problem.
Ich finde die Begründung noch interessant wie die verschiedenen Website versuchen den Prozess beim Carbon Cleaning zu erklären.
@pfrumt hat ja die Website https://scn-tuning.de/ genannt mit der Aussage:
Zitat:
Wenn Wasserstoff H² im Benzin- oder Dieselmotor über den Ansaugkrümmer ohne Druck in den Kompressionsraum gelangt, bewirkt die Temperatur im Motor, dass Wasserstoffmoleküle H² die Wasserstoffprotonen (2H +) „zerreißen“.
Aktives H + reagiert mit dem Kohlenstoff, den Ablagerungen und den Oxidniederschlagsstoffen im Motor. Kohlenstoffablagerungen wandeln sich in einen gasförmigen Zustand, in Kohlenwasserstoff (HC) um und werden durch das Abgassystem ausgetragen. Nach der Anwendung müssen Motoröl und Ölfilter nicht gewechselt werden.
--> Hier bleibe ich bei meiner Frage - wie übersteht das Wasserstoff die Verbrennung? Denn das ist ja die Grundlage, wie es SCN-Tuning beschreibt. In ihren Bildern zeigen sie ja auch "nur" die Einlasskanäle und wie es diese säubern soll. Das wäre ja noch VOR der Verbrennung. Da wäre es interessant wie es bspw. das AGR säubern will.
Auf der Website von @HighlineCasy wird auf einmal was ganz anderes beschrieben, wie das Verfahren ablaufen soll. Link: https://carbon-cleaning.de/die-kunst-der-motorreinigung/
Zitat:
Die sogenannte „Carbon Cleaning“-Maschine ist einfach zu gebrauchen, schnell, effizient und funktioniert selbstständig. Das System überwacht automatisch den eingepumpten Wasserstoffstrom. Durch den Heizungseffekt von Wasserstoff wird die Verbrennungstemperatur so weit erhöht, dass eine Pyrolyse, d.h. eine chemische Reaktion, stattfindet, in der der Ruß sozusagen verbrennt.
Sprich hier soll durch das Wasserstoff die Verbrennungstemperatur so weit erhöht werden, dass ab allem was DANACH kommt eine Pyrolyse stattfindet. Ich kenne Pyrolyse bis jetzt nur so weit, dass es Biomasse bzw. organische Verbindung in Kohlenstoff umwandelt (man kennt es bspw. aus dem Backoffen - was Essensreste zu "Kohle" verbrennt). Aber das haben wir ja bereits als Ablagestoff in den Kanälen des Diesels und wollen es ja los werden. Daher verstehe ich hier nicht wie MEHR Hitze diese Ablagerung wirklich lösen soll (also vom chemischen her).
Mich würde da auch ehrlich interessieren, was von der "Hitze" am AGR-Ventil und AGR-Kühler noch ankommt um diese Ablagerung zu reduzieren. Daher würde ich da gern einmal von diesen Bauteilen auch vorher und nachher Bilder sehen wollen.
Wenn man das Internet durchforstet, hört man eher negative Erfahrungen. Rein physikalisch betrachtet dürfte das mit dem Wasserstoff auch nicht funktionieren.
Selbst, wenn das verkokte Agr oder die Ansaugbrücke dadurch gereinigt werden soll. Wohin verschwindet dann die Verkokung? Löst die sich in Luft auf? Landet sie im DPF als Asche und beschleunigt damit den Wechsel meines DPFs? Oder kommt am Ende Wasser oder sogar Rosenduft aus dem Auspuff?
Ich bin da sehr skeptisch bei dieser Geschichte, zumal man bei Erfahrungsberichten nie irgendwelche Vorher-Nacher-Bilder sieht. Lasse mich aber gerne eines besseren Belehren, aber dazu müssten die physikalischen Gesetze auf den Kopf gestellt werden.
es schadet nicht, habe es auch bei meinen 3.0 tfsi machen lassen.
ca. 2 std. mit erhöhtem leerlauf...
danach war er spritziger und ruhiger zu fahren.
es gibt sogar ein kompressiontst per laptop. alle zündspulen raus.
ergebniss beim i30 von 70 % auf 100 %.
Von Schaden hat auch niemand gesprochen. Es geht doch eher darum, ob es hilft. Wenn ich Schmerzen habe und mir einen Placebo einschmeiße wird mir das nicht Schaden, aber vermutlich auch nicht helfen.
Meiner Meinung nach gibt es einfach zu wenig Beweise, die zeigen, dass es wirklich etwas bringt.
Du sprichst zum Beispiel selbst davon, dass er ruhiger und spritziger fährt. Isses tatsächlich messbar oder ist es nur Deine Sichtweise? Wenn ich Ultimate tanke, hab ich manchmal auch das gefühl, dass sich was ändert, glaube aber nicht dass es tatsächlich so ist.
Edit: Mir fehlen da einfach Messwerte, Bilder oder ähnliches. Subjektive Wahrnehmung ist eher kein Beweis. Vielleicht gibt es ja hier noch ein paar Leute, die ihre Erfahrungen mit dieser Methode teilen.
Zitat:
@real_Base schrieb am 17. November 2023 um 10:47:29 Uhr:
Wenn Wasserstoff H² im Benzin- oder Dieselmotor über den Ansaugkrümmer ohne Druck in den Kompressionsraum gelangt, bewirkt die Temperatur im Motor, dass Wasserstoffmoleküle H² die Wasserstoffprotonen (2H +) „zerreißen“.
Das Problem ist, daß, damit man aus H² 2x H+ (das ist ein Wasserstoffproton!) machen kann, erstmal Energie zugeführt werden müßte. Die Bindung H+H (also H² Wasserstoffgas) ist schon sehr stabil. Der Wasserstoff hat gar kein Interesse sich zu Teilen. Bei den Generatoren wird einfach Wasser in Wasserstoff (also H²) und Sauerstoff (O²) durch Elektrolyse zerlegt. Woher die Energie kommen soll, daß stabil H² Gas in H+ umzuwandeln, wird nirgends erklärt. Aus der Verbrennung (im Zylinder) kann es nicht stammen, da es dort mit verbrannt werden würde, bevor es sich überhaupt spalten würde.
Zitat:
@real_Base schrieb am 17. November 2023 um 10:47:29 Uhr:
Aktives H + reagiert mit dem Kohlenstoff, den Ablagerungen und den Oxidniederschlagsstoffen im Motor. Kohlenstoffablagerungen wandeln sich in einen gasförmigen Zustand, in Kohlenwasserstoff (HC) um und werden durch das Abgassystem ausgetragen.
Hier wird suggeriert, daß H+ Gas (also ein Proton und sonst nix) mit Materialien, wie Kohle, usw. in Kontakt kommt, dort eine Bindung eingeht (z.B: als HC) und dann über den normalen Verbrennungspfad im Motor verbrannt wird. Das wird sicherlich (wenn es denn dort H+ Gas gäbe) auch in geringstem Maße passieren. Aber NIEMALS so daß ein 1cm+ dicke Schicht Ölkohle abgebaut wird. Zumindest nicht in 2 Stunden Laufzeit.
Zitat:
@real_Base schrieb am 17. November 2023 um 10:47:29 Uhr:
--> Hier bleibe ich bei meiner Frage - wie übersteht das Wasserstoff die Verbrennung?
Gar nicht. Und als H+ würde es sich VOR der Verbrennung wieder selbst zu H² rekombinieren.
Zitat:
@real_Base schrieb am 17. November 2023 um 10:47:29 Uhr:
Zitat:
Durch den Heizungseffekt von Wasserstoff wird die Verbrennungstemperatur so weit erhöht, dass eine Pyrolyse, d.h. eine chemische Reaktion, stattfindet, in der der Ruß sozusagen verbrennt.
Sprich hier soll durch das Wasserstoff die Verbrennungstemperatur so weit erhöht werden, dass ab allem was DANACH kommt eine Pyrolyse stattfindet.
Auch daß kann nicht in der Wirklichkeit funktionieren. Wenn die Temperatur im rückgeführtem Trakt so heiß bleibt (und daß nach einem wassergekühlten AGR), daß in der Ansaugbrücke, der Drosselklappe, der Drallklappe und den ganzen Gummi- bzw. Kunststoffrohren eine Pyrolyse stattfinden kann, würde:
a.) die ganzen Teile einfach wegschmelzen. Im DPF brauchen wir Temperaturen von 650-700°C um den Kohlenstoff zu Asche zu reduzieren. Da haben wir auch nur (oder fast) Kohlenstoff. Keine Öl-Kohle-Metalloxid, etc Verbindungen.
b.) da immer wieder ein (durch die kontinuierliche Wasserstoffverbrennung weiter) erhitzer Teil des Abgase erneut durchgeführt wird, ein runaway effekt gestartet werden, wo die Temperatur sehr schnell in Bereiche kommt, die auch Kolben, usw gefährden würde.
Dazu kommt, daß wir in den ganzen Rohren, etc beim Diesel ja keine reine "Rußschicht" haben, sondern ein Gemisch aus Kohle, Öl, Verbrennungsrückstände (Zusätze im Diesel), teils nicht brennbare Rückstände, usw. haben. Ich kann auch den Ansaugtrakt nicht einfach mit "unendlich viel" Wasserstoff voll ballern, den dann geht der Motor einfach aus. Wenn daß Gemisch nicht mehr stimmt, entzündet sich auch nix mehr bzw. verbrennt nicht vollständig. Bei Wasserstoff benötigen wir für eine gute Verbrennung übrigens 34:1 anstelle von 14,7:1 beim Benzin bzw. 14,5:1 beim Diesel. Das der Sauerstoff aus der Elektrolyse mit in den Motor geführt wird, davon steht nirgendswo etwas. Dazu kommt, daß wir den Diesel (also unseren normalen Treibstoff) extrem kontrolliert in den Brennraum führen und das Wasserstoffgas (bzw H+H+) wird einfach in den Ansaugtrakt reingepustet. Wie soll da etwas kontrolliert und definiert "wirken"?
@Lightningman Du bist einfach klasse.
Wenn ich schon bei ATU lese: "Wie funktioniert eine Wasserstoffreinigung des Motors?
Bei Raumtemperatur reagieren Wasserstoff und Kohlenstoff miteinander und bilden Methangas."
Na super. Sollte man vielleicht mal veröffentlichen, vielleicht ein Beitrag zur Energiewende.
Ich habe mir mal den Spass gemacht und den Lieferanten des von ATU abgebildeten Gerätes, VEGE, ermittelt: Eine Motoren-Instandsetzungs-Klitsche in der Pampa in Spanien.
Eigentümer der Wortmarke "Carbon Cleaning Deutschland" ist eine Klitsche in der holländischen Pampa, eine Privatbude.
Aber wen es freut... es gibt ja auch diese Kästchen mit blinkender Diode an der Wasserleitung, die zuverlässig Verkalkung verhindern und dann diese Energiesparstecker, die durch "Phasenintegration bei gleicher Leistung" die Stromrechnung halbieren.
@Lighning
Deswegen hatte ich ja bei den beiden die die Links gepostet hatten so kritisch gefragt wie das in der Tat funktionieren soll.
Danke für die Erläuterung und bestätigt meine Vermutung. An den Punkt der thermischen Limits hatte ich auch schon gedacht.
Wird schon einen Grund haben warum man nirgends richtige Bilder von davor und nachher sieht. Wäre ja mit nem Endoskop schnell gemacht.
EDIT: Auch im über mir geposteten YT-Video wird leider nichts gezeigt wie es im Fahrzeug vorher und nachher aussieht. Reines Hochglanz-Werbevideo.
Und wenn es wirklich über die Hitze geht, dann müsste doch bei jeder Regeneration unter Last das gleich passieren, da doch hier durch die Nacheinspritzung zu höheren Temperaturen im System an sich kommt was in Richtung thermisches Limit geht - oder?