Motorrad beim Rangieren vor Wand gerollt / was wirken da für Kräfte

Suzuki Motorrad GSF 650 Bandit

Moin

Beim Rangieren in der Garage habe ich mich etwas verschätzt und habe das Motorrad vor die Wand gerollt.
Quasi wie in Mini Auffahrunfall.

Wenn ich nicht ganz blöde bin, wirken da doch die gleichen Kräfte wie beim Bremsen, oder?
Wieviel Geschwindigkeit braucht es wohl, bis da mal was kaputt geht? Das von so einem bisschen Schiebestopp nix passieren sollte ist klar, aber was ist da die Schmerzgrenze?
Spielen beim Bremsen die Kräfte, die vom Bremssattel aufgenommen werden, auch eine Rolle?

Habt Ihr da Theorien zu? Gibt's da vielleicht auch Lesestoff?

34 Antworten

Zitat:

@Hempelssofa schrieb am 21. September 2023 um 10:35:53 Uhr:


Männers... alles cool.

Mich hat nur die Physik dahinter interessiert.

Die auf die maschine wirkende kraft beim aufprall mit der wand ist nicht vergleichbar, bei der beschleunigung eines bremsvorgangs.

Das liegt daran, dass beim aufprall die maschine eine kraftwirkung in gegen-gesetzter richtung zur bewegungsrichtung erfährt. Also wenn du die maschine frontal in die wand schiebst, ist die kraft normal auf die wand gerichtet.

Im Gegensatz dazu der Bremsvorgang. Hier wird die kraft am berühurungspunkt der reifen, mit dem untergrund übertragen. Da die haftreibungskraft nach unten entlang der gravitation zeigt, und die bremskraft gegen die Richtung der geschwindigkeit, ist die resultietende Kraftrichtung nicht normal zur fahrtrichtung, sondern die superposition von bremskraft und haftreibungskraft. Salopp formuliert: Die resultierende kraft zeigt gegen fahrtrichtung in den boden.

Ein weiterer Punkt der unbedingt erwähnt sei: das moment, welches auf die federgabel wirkt, wenn die Maschine in die wand rollt. Das federrohr hat nur eine bewegungsrichtung. Wenn die maschine zb in ein schlagloch fährt, ist der aufprall auf einer linie mit diesem bewegungsfreiheitsgrad, die feder staucht und nimmt somit die kraft des aufpralls auf.
Anders beim aufprall mit der wand. Der kontaktpunkt liegt hier nicht auf einer achse mit der stauch-richtung des Rohrs. Dadurch entsteht ein drehmoment am auflagepunkt des reifens an der federgabel.
Dieses Drehmoment (kraft x hebelarm) wirkt nur beim aufprall an der wand an der federung, nicht aber beim federn des stoßes durch ein schlagloch, oder beim einfedern der gabel beim bremsvorgang durch die verlagerung des gewichts. Weil der federweg da auf einer achse liegt.

Soweit mal die oberflächlichen unterschiede der beteiligten kräfte. Es könnte sein dass die maschine beschädigt ist. Ich halte es für unwahrscheinlich.
In fallender reihenfolge könnten folgende teile am motorrad betroffen sein: Reifen - Felge - Radlager Vorne - Federgabel vorne - Lenkkopflager - rahmen.

Die wahrscheinlichkeit dass etwas kaputt geht steigt mit der kinetischen enetgie, hier mit m * v^2 * 0.5 angenähert. An der m Masse wird sind nicht viel ändern, die Geschwindikeit v geht quadratisch ein,also je schneller desto quadrat-schlechter. Bist du wirklich nur schritttempo gerollt,ist hoffentlich nichts passiert.

Zitat:

@KapitaenLueck schrieb am 21. Sept. 2023 um 14:34:31 Uhr:


Apropos Otto, mit dem fahre ich Sonntag.

Otto fährt noch Mopped?

Nur auf der Autobahn nachts um halb eins....

Ja, mein Otto fährt noch Mopped und das mit fast an die 80. Wahnsinn!

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Cool!

Zitat:

@krauthappelHeizer schrieb am 21. September 2023 um 14:38:40 Uhr:



Zitat:

@Hempelssofa schrieb am 21. September 2023 um 10:35:53 Uhr:


Männers... alles cool.

Mich hat nur die Physik dahinter interessiert.

Die auf die maschine wirkende kraft beim aufprall mit der wand ist nicht vergleichbar, bei der beschleunigung eines bremsvorgangs.

Das liegt daran, dass beim aufprall die maschine eine kraftwirkung in gegen-gesetzter richtung zur bewegungsrichtung erfährt. Also wenn du die maschine frontal in die wand schiebst, ist die kraft normal auf die wand gerichtet.

Im Gegensatz dazu der Bremsvorgang. Hier wird die kraft am berühurungspunkt der reifen, mit dem untergrund übertragen. Da die haftreibungskraft nach unten entlang der gravitation zeigt, und die bremskraft gegen die Richtung der geschwindigkeit, ist die resultietende Kraftrichtung nicht normal zur fahrtrichtung, sondern die superposition von bremskraft und haftreibungskraft. Salopp formuliert: Die resultierende kraft zeigt gegen fahrtrichtung in den boden.

Ein weiterer Punkt der unbedingt erwähnt sei: das moment, welches auf die federgabel wirkt, wenn die Maschine in die wand rollt. Das federrohr hat nur eine bewegungsrichtung. Wenn die maschine zb in ein schlagloch fährt, ist der aufprall auf einer linie mit diesem bewegungsfreiheitsgrad, die feder staucht und nimmt somit die kraft des aufpralls auf.
Anders beim aufprall mit der wand. Der kontaktpunkt liegt hier nicht auf einer achse mit der stauch-richtung des Rohrs. Dadurch entsteht ein drehmoment am auflagepunkt des reifens an der federgabel.
Dieses Drehmoment (kraft x hebelarm) wirkt nur beim aufprall an der wand an der federung, nicht aber beim federn des stoßes durch ein schlagloch, oder beim einfedern der gabel beim bremsvorgang durch die verlagerung des gewichts. Weil der federweg da auf einer achse liegt.

Soweit mal die oberflächlichen unterschiede der beteiligten kräfte. Es könnte sein dass die maschine beschädigt ist. Ich halte es für unwahrscheinlich.
In fallender reihenfolge könnten folgende teile am motorrad betroffen sein: Reifen - Felge - Radlager Vorne - Federgabel vorne - Lenkkopflager - rahmen.

Die wahrscheinlichkeit dass etwas kaputt geht steigt mit der kinetischen enetgie, hier mit m * v^2 * 0.5 angenähert. An der m Masse wird sind nicht viel ändern, die Geschwindikeit v geht quadratisch ein,also je schneller desto quadrat-schlechter. Bist du wirklich nur schritttempo gerollt,ist hoffentlich nichts passiert.

Danke. Das ist super erklärt.
An alle anderen: Danke auch für Eure Mühen

Ist mir ein vergnügen. Schön dass es dir geholfen hat.

Sorry, dass ich jetzt den Spaß verderben muss, aber die ganzen wunderschönen theoretischen Abhandlungen vergessen eine klitzekleines, aber entscheidendes Detail. Das Motorrad wird zwar gegen eine Wand geschoben, dennoch geht ein erheblicher Teil der kinetischen Energie in die Gabel. Die steht nämlich nicht 90°, sondern etwas schräg je nach Lenkkopfwinkel. Dadurch entsteht ein Nachlauf, durch den ein Kraftvektor auch vertikal einen erheblichen Energieanteil in die Federung ableitet. Da passiert der Maschine beim "Gegen-die Wand-Rangieren" nullkommagarnix. Bei jedem Radwechsel Front wird ganz genau dieser "Unfallhergang" simuliert, um die Gabel zu entspannen. Maschine wird frontal ohne Bremse mit nicht ganz fester Achse/Achsklemmung gegen ein Hindernis gedrückt. Dabei geht die Maschine in die Federung, da verbiegen sich keine Felgen, Gabeln oder Rahmen. Bei einer Vollbremsung aus 100km wirken wesentlich höhere Massekräfte auf die Fahrwerkskomponenten, da wie gesagt die Geschwindigkeit zum Quadrat eingeht.

Es ist völliger Unsinn, hier mit physikalischen Formeln zu arbeiten, da es viel zu viele Variablen gibt - "Aufprall"geschwindigkeit, Masse des Fahrzeugs, "Aufprall"winkel, Lenkopfwinkel, Nachlauf, Federrate, Druckstufendämpfung, Reifenelastizität/Luftdruck etc.

Mach Dir da keine Waffel, die Karre kann wesentlich mehr einstecken, als Du ihr aus eigener Kraft aufdrücken kannst 😉

Das beste Wort kommt zum Schluss und Ende.

Zitat:

@twindance schrieb am 21. September 2023 um 22:34:22 Uhr:


Sorry, dass ich jetzt den Spaß verderben muss, aber die ganzen wunderschönen theoretischen Abhandlungen vergessen eine klitzekleines, aber entscheidendes Detail. Das Motorrad wird zwar gegen eine Wand geschoben, dennoch geht ein erheblicher Teil der kinetischen Energie in die Gabel. Die steht nämlich nicht 90°, sondern etwas schräg je nach Lenkkopfwinkel. Dadurch entsteht ein Nachlauf, durch den ein Kraftvektor auch vertikal einen erheblichen Energieanteil in die Federung ableitet. Da passiert der Maschine beim "Gegen-die Wand-Rangieren" nullkommagarnix. Bei jedem Radwechsel Front wird ganz genau dieser "Unfallhergang" simuliert, um die Gabel zu entspannen. Maschine wird frontal ohne Bremse mit nicht ganz fester Achse/Achsklemmung gegen ein Hindernis gedrückt. Dabei geht die Maschine in die Federung, da verbiegen sich keine Felgen, Gabeln oder Rahmen. Bei einer Vollbremsung aus 100km wirken wesentlich höhere Massekräfte auf die Fahrwerkskomponenten, da wie gesagt die Geschwindigkeit zum Quadrat eingeht.

Es ist völliger Unsinn, hier mit physikalischen Formeln zu arbeiten, da es viel zu viele Variablen gibt - "Aufprall"geschwindigkeit, Masse des Fahrzeugs, "Aufprall"winkel, Lenkopfwinkel, Nachlauf, Federrate, Druckstufendämpfung, Reifenelastizität/Luftdruck etc.

Mach Dir da keine Waffel, die Karre kann wesentlich mehr einstecken, als Du ihr aus eigener Kraft aufdrücken kannst 😉

Schönen strohmann haste da verbrannt!

Hat halt nur keiner gesagt dass dir gabel den aufprall ned abfedert. Oder, dass an der maschine ein schaden entstanden ist.

Das man das drehmoment des aufpralls nutzt um direkt nutzt um die achsklemmung beim radwechsel zu öffnen war mir neu. Ist wohl eine direkte anwendung der beschriebenen kräfte. Angewandte Physik im echten leben.

Siehst, so ist das eben mit den Hobby-Inschenören, die vor lauter Theorie-Wissen etwas lebensuntauglich werden 😁.
Von Achsklemmung hab ich garnix geschrieben, sondern vom Entspannen der Gabel.
Angewandtes verstehendes Lesen im echten Leben 😁

Moin twin
Don't Feed the Troll ..,..

Was ist mit den Kräften, die in die Arme des Schiebenden gehen 😕

Bodybuilder, 150KG-Leichtgewicht oder 65KG Schwergewicht, Badesplipper, Turnschuhe (welche Sohlenausführung) Motorradstiefel (welche Marke) 😁

Ist doch klar, beide Arme glatt durchgebrochen. Diese Kräfte, die hält doch keiner aus🙂🙂

Vielleicht sollte man auch die "untere Hälfte des Motorrads" lesen...

😁

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