Mercedes-Benz Abstandstempomat - Gesetzwidrig?
Meine E Klasse Baujahr 2010 verfügt über eine sogenannte Abstandstempomat ( Distronic Plus).
Der Abstand zwischen Min und Max kann man selber einstellen.
Mit minimalen Abstand eingestellt fährt mein Auto viel zu dicht auf, der Abstand zum Vordermann ist also nicht nur unerlaubt sondern auch sehr gefährlich.
Bei Tempo 100 beträgt der abstand c.a 25 Meter.
Bei Tempo 130 c.a 35 Meter.
Ist das nicht sehr unverantwortlich, dass einem Hersteller so ein System einbauen, dass der Fahrer zu wenig sicherheitsabstand selber einstellen kann?
Es kann zu gefährlichen Situationen kommen!!
MfG Henrik
Beste Antwort im Thema
Die Entscheidung, welcher Abstand eingehalten wird, trifft der Fahrer. 😛
95 Antworten
Zitat:
Original geschrieben von AMenge
Dein Beitrag suggeriert, dass in früheren Zeiten die Fahrer ihre Autos alle toll beherrscht haben.
Sollte eher das Gegenteil aussagen. Nur bei dem Thema kommen halt immer die Posts mit "früher konnten wir das auch ohne ABS".
Wobei es mit weniger PS auch etwas einfacher war. Bei 34PS mal etwas unbedacht auf das Gas machte oft nicht viel, bei }100PS sieht das ganz anders aus. Zu Käfer-Zeiten lagen die Durchschnittsgeschwindigkeiten die im Alltag gefahren wurden doch deutlich niedriger. Die Kisten schafften es doch kaum auf der Landstraße zwischen 2 Kurven überhaupt wieder auf 100 zu kommen. Heute tippt man eben auf das Gas und hat ruck-zuck auch mal 120 auf dem Tacho. Oder wenn man mal guckt wie oft auf der linken Spur der BAB gefahren wird, vor 30 Jahren schaffte das Tempo kaum ein Auto überhaupt als Höchstgeschwindigkeit, heute läuft ein Basis-Kompaktwagen schon an die Tacho 200.
Zitat:
Original geschrieben von Moers75
Sollte eher das Gegenteil aussagen. Nur bei dem Thema kommen halt immer die Posts mit "früher konnten wir das auch ohne ABS".
OK, dann habe ich dich falsch verstanden.
es sind halt etliche ewig gestrige im forum unterwegs, die früher alles besser fanden....wenn früher alles besser war frage ich mich, warum wir nicht mehr mit der pferdekutsche durch die gegend fahren... 😕
Ich verstehe das so, dass man mit dem Gerät regelkonform fahren kann. Die Regel lautet (aus Wikipedia) "... nach § 4 Abs. 1 StVO muss der Abstand so groß sein, dass angehalten werden kann, auch wenn das vorausfahrende Fahrzeug plötzlich gebremst wird. Was das im Einzelnen bedeutet hängt damit stark von Fahrgeschwindigkeit und Verkehrsverhältnissen ab. Nach gängigen Faustformeln gilt innerhalb geschlossener Ortschaften ein Sicherheitsabstand als ausreichend, der gleich der in 1 Sekunde gefahrenen Strecke (15 m bei 50 km/h oder 3 Pkw-Längen) ist, außerhalb geschlossener Ortschaften gleich der in 2 Sekunden gefahrenen Strecke (2-Sekunden-Test siehe unten; dies ergibt ähnliche Ergebnisse wie die Faustformel: Abstand gleich halber Tacho – bei 100 km/h also 50 m, entsprechend dem einfachen Abstand zwischen zwei Leitpfosten in Deutschland ...".
Ich verstehe aber auch, dass das Gerät konzeptionell auch auf eine Möglichkeit zum regelwidrigen Fahren ausgelegt ist. Die Betonung liegt auf 'Konzept', d.h. die Möglichkeit zum Fahren ohne ausreichenden Sicherheitsabstand (laut TE: bei 100 km/h ca 25 m) ist eine gewollte Eigenschaft des Gerätes. Das ist eigentlich bedenklich, insofern kann ich den Eröffnungsbeitrag des TE sehr wohl nachvollziehen.
Es gibt m.E. eigentlich auch keinen nachvollziehbaren Grund, warum man die Unterschreitung des Sicherheitsabstandes optional einstellen kann. Eventuell noch, dass Fahrer sich ansonsten in ihrer Autonomie eingeschränkt fühlen könnten. Aber die gibt man sowieso ein Stück weit ab, indem man solche Geräte benutzt. Im Gegenteil, die Einstellmöglichkeit eines eigentlich zu geringen Sicherheitsabstandes suggeriert sogar eine vermeintliche aber eben nicht gegebene Sicherheit.
Und ja, am Ende ist natürlich der Fahrer, der sein Hirn nicht ausschalten sollte, verantwortlich. Und damit ist natürlich der Gesetzgeber und der Hersteller immer auf der sicheren Seite. Aber eigentlich sollte ein Hersteller ein solches Gerät, dessen gewollte Funktion auch eine unsichere und ungesetzliche Benutzung beinhaltet, gar nicht erst so anbieten, bzw der Gesetzgeber sollte es nicht erlauben.
meint der HHH1961
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Edit: Ich sehe gerade... Quatsch... 🙄
Wird tatsächlich schon geahndet und unter einem Viertel sogar richtig teuer.
Die Frage, ob 25 m auch wirklich nur 25 m entsprechen und nicht doch eher 30, bleibt dennoch.
Zitat:
Original geschrieben von achjaso
Edit: Ich sehe gerade... Quatsch...
Aber ich hatte es schon gelesen und bin nun verwirrt ;o)
Zitat:
Original geschrieben von HHH1961
Aber ich hatte es schon gelesen und bin nun verwirrt ;o)Zitat:
Original geschrieben von achjaso
Edit: Ich sehe gerade... Quatsch...
Das "nicht weniger als" hatte mich verwirrt...
http://www.verkehrsportal.de/bussgeldkatalog/bkatv_04.phpFür so dumme wie mich gibt es aber auch ganz einfach den Rechner:
http://www.verkehrsportal.de/abstandsrechner/index.php
Bleibt also die Frage warum Mercedes das so anbietet und vermutlich auch andere Hersteller. Man vertraut offenbar den eigenen Fahrzeugen. Immer regelmäßig in einer Fachwerkstatt gewartet und die richtigen Reifen aufgezogen, mag viertel Tacho sogar funktionieren. 😉
Wenn es kracht, war es der Kunde.
Mercedes baut das so, weil die Kunden es so wollen. Teure Fahrzeuge werden eher selten von Leuten gekauft, die sich widerspruchslos bevormunden lassen.
In den entsprechenden Markenforen kann man genügend Beiträge lesen, in denen ein noch kürzer einstellbarer Abstand für die Distronic eingefordert wird, weil bei dichtem Verkehr immer noch Spurwechsel in die "Lücke" gemacht werden.
In der Betriebsanleitung wird allerdings auch lang und breit auf die Verantwortung des Fahrers hingewiesen, sich eben nicht auf Assistenzsysteme zu verlassen, sondern Eigenverantwortlich zu fahren. Scheint ja im Großen und Ganzen auch zu klappen. Und richtig gute Bremsen haben die Dinger ja auch noch...
Zitat:
Original geschrieben von achjaso
Wenn es kracht, war es der Kunde.
Nicht der Kunde, aber der Fahrer.
Wer denn auch sonst?
Fahrhilfen sollten auch als "Hilfen" wahr- und angenommen werden.
Nicht als Garantie, den Verstand ausschalten zu dürfen.
Oder gar als Krücke um in Bereichen zu fahren, die individuelle fahrerische Defizite per se verhindern würden.
Wie man sieht, sehen das nicht alle so.
Hallo,
DaimlerChrysler kann anbieten was sie wollen. Die Verantwortung wird jedoch nicht von einem solchen System übernommen. Für das Fahrverhalten ist jedermann selbst verantwortlich. Diese Systeme sollen doch sicher nur unterstützend wirken.
Es wäre schon lustig, wenn man dem Sachbearbeiter der Busgeldstelle mitteilt, " Bitte senden Sie den Bußgeldbescheid an mein Fahrzeug ", oder stellvertretend an DaimlerChrysler. Die sind Schuld. 😁
Zitat:
Original geschrieben von S HKE 438
Mit minimalen Abstand eingestellt fährt mein Auto viel zu dicht auf, der Abstand zum Vordermann ist also nicht nur unerlaubt sondern auch sehr gefährlich.Bei Tempo 100 beträgt der abstand c.a 25 Meter.
Bei Tempo 130 c.a 35 Meter.
Ist das System denn fähig, das Fahrzeug auch bei solch geringen Abständen unfallfrei abzubremsen, wenn der Vordermann eine Vollbremsung hinlegt?
Möglich, der vorgeschriebene Sicherheitsabstand ist ja rel. konservativ gewählt.
Drauf verlassen würde ich mich lieber nicht.
In den ersten Generationen war das übrigens NOCH interessanter. Wenn der Abstand da nach einer starken Bremsung des Vordermanns oder durch plötzliches Einscheren eines Fahrzeugs in den Sicherheitsabstand zu gering wurde, setzte das System einen Signalton ab und schaltete sich aus.
Motto: Lieber Fahrer, ich kriegs nicht mehr hin, mach du es jetzt.😁
Zitat:
Original geschrieben von buggymaxi
Ist das System denn fähig, das Fahrzeug auch bei solch geringen Abständen unfallfrei abzubremsen, wenn der Vordermann eine Vollbremsung hinlegt?Zitat:
Original geschrieben von S HKE 438
Mit minimalen Abstand eingestellt fährt mein Auto viel zu dicht auf, der Abstand zum Vordermann ist also nicht nur unerlaubt sondern auch sehr gefährlich.Bei Tempo 100 beträgt der abstand c.a 25 Meter.
Bei Tempo 130 c.a 35 Meter.
eine gute Elektronik kann das sicher, die kennt weder Schrecksekunde noch rätselt sie lange über die Stärke des Bremsvorgangs des voraus fahrenden Fahrzeugs.
Ich frage mich allerdings, warum man diesen Mindestabstand einstellen sollte. Bremst das System sonst in Situationen, in denen das (noch) nicht notwendig wäre ?
Zitat:
Original geschrieben von Matsches
Möglich, der vorgeschriebene Sicherheitsabstand ist ja rel. konservativ gewählt.
Drauf verlassen würde ich mich lieber nicht.
In den ersten Generationen war das übrigens NOCH interessanter. Wenn der Abstand da nach einer starken Bremsung des Vordermanns oder durch plötzliches Einscheren eines Fahrzeugs in den Sicherheitsabstand zu gering wurde, setzte das System einen Signalton ab und schaltete sich aus.
Motto: Lieber Fahrer, ich kriegs nicht mehr hin, mach du es jetzt.😁
So wie mein Einparklenkassistent, wenn ich zu schnell bin(also wie gewohnt einparke ...)
Zitat:
Original geschrieben von EX-Porschefahrer
Ich frage mich allerdings, warum man diesen Mindestabstand einstellen sollte. Bremst das System sonst in Situationen, in denen das (noch) nicht notwendig wäre ?
Wenn du den gesetzl. geforderten Sicherheitsabstand oder mehr einstellst (oder ohne Abstandssystem auch "manuell" einhältst) führt das auf einer (deutschen) Autobahn dazu, dass permanent Fahrzeuge von rechts in diesen Sicherheitsabstand hinein fahren (weil sie sich einen Dreck um DEINEN Sicherheitsabstand scheren).
Permanentes Abbremsen beim automatischen System ist die Folge.