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Lohn/Gehalt Kraftfahrer (Aushilfe)

Themenstarteram 10. Juni 2016 um 14:11

Hallo Leute,

ich würde mal gerne eure Erfahrungen in Anspruch nehmen. Es geht um folgendes.

Ein ehemaliger Arbeitskollege und guter Freund, der mittlerweile wie ich auch, schon lange nicht mehr "auf em Bock" sitzt sondern jetzt auch einen "ruhigen" 9 to 5 Job hat, will für ein paar Extrawünsche (für sich und seine Familie) nun zusätzlich einen 450€ Job als LKW Fahrer ausüben. Seine Module hat er günstig (5x45€) bekommen und es ist auch alles Eingetragen.

Gestern Abend saßen wir zusammen und er meinte, dass er die Welt nicht versteht. Jeder Betrieb der einen Fahrer (Klasse CE) auf Minijob Basis sucht und er bis jetzt schon angerufen hatte, will ihm gerade einmal 8,50€/Std.(gesetzlicher Mindestlohn) zahlen. Einer war dabei, der hat 9€/Std. geboten aber zu unmöglichen Konditionen. Mein Kollege hat mehr als 10 Jahren Berufserfahrung mit Sattel, Wechselbrücke und Abrollcontainer auf dem Buckel und er kann mit Bagger, Radlader und Lademaschienen umgehen.

Ich konnte es garnicht Glauben, es wird doch überall behauptet, dass keiner mehr fahren will. Ist es wirklich so schlimm? In unserer aktiven Zeit waren wir beide beim selben Arbeitgeber (Containerdienst) in gleicher Position und hatten im Nahverkehr 12€/Std. bei 160Std/Monat und Überstunden wurden extra bezahlt. Ok, wir bekamen keine Spesen, egal wir waren eh jeden Tag in der Heimat. Aber der Rest (z.B. neuwertige Fahrzeuge) stimmte.

Ich denke selbst als Aushilfskraft kann man doch min. 10€/Std verlangen.

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45 Antworten

Ihr habt es richtig gemacht und habt der Branche den Rücken gekehrt. In den letzten 20 Jahren ging es mit den Löhnen nur noch rückwärts. Bei reinen Transportunternehmen ist nichts mehr zu holen, eine Alternative wären noch Unternehmen, die einen Tarifvertrag haben aus einer anderen Branche. Bau wäre so eine möglichkeit, da bekommt man bei uns als Aushilfsfahrer mind. 12,- die Stunde plus Urlaubsgeld und Schlechtwetterzuschlag, wenn du von Dezember bis Februar unterwegs bist. Aber aufpassen, die Bezahlung muss nach Bautarif erfolgen. Im Baunebengewerbe und beiTransportunternehmen die für Bauunternehmen fahren gilt dies nicht, da haste dann wieder den Mindestlohn.

Ja das stimmt, eine Putzfrau bekommt locker mehr. Ich erkläre das immer mit der Verantwortung. Je mehr, desto mehr Geld steht einem zu. Sagen alle die am Schreibtisch sitzen!! (Beim Staat Land oder So). So würde ich auch mal einen Staatsanwalt fragen wenn es mal wieder heißt: großes Auto große Verantwortung?? Der Std Lohn erklärt doch die höhe der Verantwortung, oder nicht? Der Chef sagt ich kriege einfach keine Leute !!?? Jeder Fahrer weis warum, nur der nicht.!

Bei uns fährt auch ein Fahrlehrer als Aushilfe der sagt: "Bei mir in den Schulungen (95) sitzen nur noch weiße Leute!! (Haarfarbe). Ihr müsst unbedingt junge Leute nachziehen" !! Vor Jahren gab es auch noch Azubis im Bus bereich, heute nichtmehr. Früh, Spät, Samstag, und Sonntags Arbeiten bei dem Lohn ?? Wen wunderts, außer den Chef´s.

Die Angst ist sehr groß, wenn ich einem Neuen richtig bezahle, wollen die Anderen das auch. Erklärt haben die das mit festen Tarifen und den hohen Spritpreisen, da kann man nicht mehr holen und auch nicht geben!!

Spritpreis runter Lohn bleibt, da ja noch nachhol Bedarf da ist, der Ausfall muss ja von irgendwo her wettgemacht werden.

Zitat:

@sldl82 schrieb am 10. Juni 2016 um 14:11:39 Uhr:

Jeder Betrieb der einen Fahrer (Klasse CE) auf Minijob Basis sucht und er bis jetzt schon angerufen hatte, will ihm gerade einmal 8,50€/Std.(gesetzlicher Mindestlohn) zahlen. Einer war dabei, der hat 9€/Std. geboten aber zu unmöglichen Konditionen.

Das liegt daran, daß es leider immer noch Zeitgenossen gibt, die sich für diese Hungerlöhne hinter's Steuer setzen.

Zitat:

@sldl82 schrieb am 10. Juni 2016 um 14:11:39 Uhr:

 

Ich konnte es garnicht Glauben, es wird doch überall behauptet, dass keiner mehr fahren will.

Nun verstehst Du auch warum das so ist.

Es gibt keinen Fahrermangel, das ist absoluter Quatsch. Es gibt mittlerweile nur Gott sei Dank einen Mangel an Deppen die für diese Trinkgelder fahren.

Themenstarteram 10. Juni 2016 um 21:19

Es ist mir echt schleierhaft, warum es immer noch nicht zu den Unternehmer durchgedrungen ist, dass Qualität eben seinen Preis hat. Wobei meiner Meinung nach selbst 10€/Std. für einen erfahrenen Kraftfahrer in einer Aushilfsstelle immer noch viel zu wenig ist. Wie schon geschrieben wurde, ist die Verantwortung eines LKW Fahrers nicht mit dem sprichwörtlich "Apfel und ein Ei" abzugelten. Schließlich hat man nicht nur die Verantwortung für ein Fahrzeug das mit Sonderaufbauten schnell mal eine halbe Million kostet, sondern auch für das Leben der unzähligen anderen Verkehrsteilnehmer. Wenn man(n) mit seinem Vollzeitjob als Kraftfahrer oft nur mit Aufstockung seine Familie ernähren kann sind wir schon weit gekommen. Armes Deutschland, armes Deutschland.

 

Man muss sich auch mal überlegen, dass das gewollte jährliche Wirtschaftswachstum bei 2-3% liegt. Dies bedeutet wenn ein Staat nicht diese 2-3% wächst, geht es ihm nicht gut. Man kann es auch Inflation nennen. Worauf ich hinaus will. Ich habe das Glück, von geregelten Lohnerhöhung die sich auch oft in dem Rahmen des gewollten Wirtschaftswachstum bewegen. Jedoch kann ich mich noch an meine aktive Brummizeit erinnern und dort habe ich in 5 Jahren keine Lohnerhöhung bekommen. Ich denke es gibt viele Kraftfahrer, die dies kennen. Das bedeutet ja im Umkehrschluss, dass man jedes Jahr für weniger real Lohn arbeiten gehen muss. Meist wird die Arbeit durch Einsparungen sogar noch mehr. Da sage ich nur "Prost Mahlzeit".

Es gibt auch im Fernverkehr Fahrer die mehr Netto haben als Kolllegen Brutto.

Hier im Süden mussten die Firmen mit den Löhnen rauf. Eine Bekannter der Jahrelang für einen Hungerlohn gefahren ist, erst Nahverkehr dann Holz und trotz 4Kindern und 200+ Stunden im Monat bei Weitem nicht auf 2000 Netto kam hat sich zwangsweise vom Fahren verabschiedet und verdient jetzt als Leiharbeiter 11,50 die Stunde und hat eine 35 Stundenwoche, muß halt Schichten aber da gibt es wieder Zuschläge.

Ein Exkollege ist über Umwege in den Fernverkehr gerutscht und hat knapp über 2000 Netto plus Spesen bei Steuerklasse 1.

:D Hat Vorteile wenn die Arbeitslosenquote unter 3% liegt und selbst Leiharbeitsfirmen keine brauchbaren Leute mehr finden. Da seilen sich auch ausländische Billigfahrer schnell Richtung Industrie ab.

Hier steht weiter oben : Qualität hat ihren Preis, und genau das macht es aus das manche etwas mehr verdienen

als andere. den ich sag immer es gibt "Trucker" die können im Autohof alles am besten, und es gibt Fahrer, die können einen Anhänger rückwärts an die Rampe schieben.

Die "Qualität" sinkt doch immer weiter, wenn heut das Navi ausfällt, finden doch manche nicht mehr nach Hause.

Auch darüber sollte man nachdenken, bevor man über die Bezahlung meckert.

Letztlich regelt sich die Entlohnung oberhalb des Mindestlohns über Angebot und Nachfrage.

Themenstarteram 11. Juni 2016 um 9:39

Zitat:

@Focus2fan schrieb am 10. Juni 2016 um 22:49:51 Uhr:

Hier steht weiter oben : Qualität hat ihren Preis, und genau das macht es aus das manche etwas mehr verdienen

als andere. den ich sag immer es gibt "Trucker" die können im Autohof alles am besten, und es gibt Fahrer, die können einen Anhänger rückwärts an die Rampe schieben.

Die "Qualität" sinkt doch immer weiter, wenn heut das Navi ausfällt, finden doch manche nicht mehr nach Hause.

Auch darüber sollte man nachdenken, bevor man über die Bezahlung meckert.

Verstehe ich das richtig? Du bist also der Meinung, dass sobald ein Kraftfahrer ein Navigationsgerät benutzt, dies automatisch eine schlechte Leistung darstellt und es auch entsprechend negativ zu honorieren ist. Es sollen sich also deiner Meinung nach, lieber wieder alle auf das gute alte Kartenmaterial zur Orientierung verlassen. Dir ist aber schon klar, dass dies zwangsläufig zu folgenden Probleme führt:

• das wählen von unökonomischen Routen.

• bei vorhanden sein von einem Telematicsystem, ständiger Ärger mit der Dispo.

• ein erhöhter Kostenfaktor, durch unnötige Kilometer.

• und noch viele weitere.....

 

Ich war und bin immer ein Freund von Navigationsgeräten. Sogar in Verbindung mit dem Telematicsystem war es für mich immer eine tolle Sache. Ok, ich war und bin keiner, der sinnlose Pausen gemacht hat oder der jeder Rastplatzbedienung mit Vornamen kannte. Dafür war und ist mir mein Geld zu wertvoll und zu hart erarbeitet um es für einen 0,2ltr Kaffee zum Preis eines ganzen Paketes rauszwerfen. Mein Chef hat mich so auch nicht immer mit seinen Anrufen bombardiert, "Wo bist du, wie lange brauchst du noch, usw." Ich konnte mich auf meine Arbeit konzentrieren und auch mal zwischendurch abschalten. Selbst bei bekannten Stecken, die ich im Jahr 30-40 mal gefahren bin, lief bei mir immer das Navi mit. Das hatte den Grund, dass ich auch mal in Gedanken einfach an einer Abfahrt vorbei gefahren wäre und so wurde ich von Susi stets daran erinnert "Obacht kleiner, jetzt geht's ab"

Ich halte auch die negative Berichterstattung bezüglich der Medien "LKW Fahrer auf abwegen" für ein Unding. Jeder war mal in der Situation, dass er an eine völlig neue Ladestelle geschickt wurde, wo vor ihm noch kein Kollege war und dann muss man sich eben auf sein Navi teilweise verlassen. Mir selbst ist es in der Anfangsphase auch das ein oder andere Male etwas mulmig in der Magengrube geworden. Ein Beispiel blieb mir besonders in Erinnerung.

Ich war gerade 4 Wochen im Betrieb und wurde mit einer Ladung Holzhackschnitzel in die Pfalz geschickt. Ok, gesagt getan und die Adresse ins Navigationsgerät eingegeben. Dies zeigt mir an, dass mein Ziel auf einer unbefestigten Straße liegt. Als ich an meinem Zielort ankam, stand ich vor einem "Durchfahrt Verboten Schild" (Verkehrszeichen 250) mit dem Zusatz "Land und Forstwirtschafter Verkehr frei"

Der Weg war gerade so breit wir die Spur meines Zuges und rechts war ein Gemüsefeld links eine Umspannanlage. Trotzdem bin ich reingefahren und siehe da, nach etwa 1 km kam ein riesiges Betriebsgelände zum Vorschein. So was kann gut gehen, oder eben nicht. Wenn nicht, dann stürzt sich aber die Presse darauf und schimpft darüber, mit welcher unfassbaren Dämlichkeit dieser LKW Fahrer auf einen Feldweg eingebogen ist und sich nun fest gefahren hatte. Die Presse verunglimpft doch alle Fahrer als Idioten, hirnlose Lenker. Dieser Gedanke sitzt doch auch in vielen Unternehmern, sowie in der Bevölkerung fest verankert.

Ich glaube du hast ihn falsch verstanden. So wie ich das sehe, wollte er ausdrücken, dass es Fahrer gibt, die ohne Navi nichtmal aufs Klo finden. Daraus den Umkehrschluss zu ziehen, dass alle blöd sind, die ein Navi benutzen, war wohl kaum die Intention.

mfg

...aber schön, daß es endlich immer mehr leute gibt, die nicht mehr blöd genug sind für einen Hungerlohn zu arbeiten.

Oh oh da hab ich aber jemandem ganz gehörig auf den schlips getreten,

Ich hab nichts gegen Navis solange man sie vernünftig einsetzt und nicht blind darauf vertraut.

Aber es gibt wirklich welche die ohne nicht mehr nach Hause finden würden. Ich war vor kurzem auch auf einer mir unbekannten Ladestelle, laut Navi hätte ich in eine kleine Sackgasse fahren sollen die in einen Feldweg überging.

also Warnblinker an, Auto abgeschlossen und zu Fuß weiter um die Sache abzuklären. war auch gut so den ich hätte mich mit Sicherheit festgefahren. Dann hab ich mich bei den Anwohner der Strasse durchgefragt und bin rückwärts wieder aus der Strasse. als ich in der Firma war bekam ich die Auskunft das fast jede Woche einer in diesen Feldweg fährt und sich festrammelt. Soviel zum Thema Navi,

wenn es in anderen Branchen soviel besser ist, warum kommt man dann auf die Idee als Aushilfsfahrer tätig zu werden. Und ich glaube nicht das ein Aushilfsfahrer auf ein Spezialfahrzeug von einer halben Million€ gesetzt wird.

Beim Thema sinkende Löhne sollte man auch mal daran denken was die Fahrer früher geleistet haben und auch was diese konnten,kleinere Notreparaturen im Ausland z.b. damit man zu mindestens bis nach D kam, wenn du heute manchen zuhörst brauchen die den Notdienst weil sie keine Glühbirne wechseln können.

Beim Vorstellungs-oder Einstellungsgespräch wird doch auch übers Geld geredet und Wenns mir nicht passt sag ich nein Danke. Heut zu tage will jeder alles immer billiger , aber überlegt mal dann muss das Zeug auch billiger transportiert werden. Dies ist die Kehrseite von "Geiz ist geil"

In der Industrie wird momentan mehr verdient, aber was ist mit den ganzen Zulagen im Krankheitsfall oder bei Urlaub oder noch besser bei Stellenabbau und anschließendem Arbeitsamt, da zählt dann wieder nur der Grundlohn. Dann ist die Fahrerei doch wieder gut genug. Ich weis das manche meinen sie wären die größten und total unterbezahlt, aber dann könnte man den Arbeitgeber wechseln. dann aber bitte bedenken ,viele chefs kennen sich und telefonieren untereinander, sind deshalb schon mal vorgewarnt welche Spezies sich vorstellen wird und machen dann dementsprechende Angebote. Übrigens gute Fahrer verdienen dementsprechend und wechseln nicht alle Naselang die Firma.

Nur zur info, ich fahr seit über dreißig Jahren, früher intern. heut nur noch national und ich hatte noch nie Probl. wegen Gehalt, wenns nicht passt wird nein gesagt.

So jetzt reichts erst mal - schönes Wochenende

...mit 85 Cent pro Kilometer für einen 40 Tonnen Sattelzug im Fernverkehr -wie mir das letztens ein Spediteur gesteckt hat, der inzwischen auf "Baustellen, Baumaterialien, Baufirmen-Spediteur" umgesattelt hat- kann man keine anständigen Löhne zahlen.

Die Auskunft betraf den Skandinavienverkehr, den dieser bis vor einige Zeit hauptsächlich bedient hat ... Insider wissen, wer da die Finger als Hauptspediteur drin hat und die Subis, wie die Hasen rennen läßt.

Zitat:

@gast356 schrieb am 11. Juni 2016 um 21:13:55 Uhr:

...mit 85 Cent pro Kilometer für einen 40 Tonnen Sattelzug im Fernverkehr -wie mir das letztens ein Spediteur gesteckt hat, der inzwischen auf "Baustellen, Baumaterialien, Baufirmen-Spediteur" umgesattelt hat- kann man keine anständigen Löhne zahlen.

Wer Aufträge zu solchen Konditionen annimmt, soll sich als Spediteur gefälligst selbst hinter's Steuer seines LKW setzen.

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