LKW - Pflicht für Totwinkel-Assi??
Hallo Forenti,
gestern wurde bei uns um die Ecke eine Radfahrerin vom Laster totgefahren.
Klassischer Abbiegeunfall - Radfahrer wollte geradeaus, LKW nach rechts, Radfahrer war im Totwinkel *knirsch*....
Die Unfallart ist dermaßen häufig das es mich wundert das es keine Pflicht gibt für einen Totwinkel-Assistenten für LKW ab einer bestimmten Länge meinethalben. Auch eine Nachrüstung dürfte doch wg. der paar Sensoren nicht die Welt kosten.
Was meint Ihr?
Gruß
Andy
Beste Antwort im Thema
Bis alle LKW`s den Totenwinkel Assi haben,wird es wohl ein wenig
dauern.
Die neueren werde diese ja wohl schon haben.
Aber es liegt doch an den gesunden Menschen Verstand als Fahrrad Fahrer
rechen zu müssen,das er übersehen werden könnte.#
Also wartet man doch und lässt den LKW vorbei.
Aber heut zu Tage denken die meißten;Ich habe Vorfahrt,also fahre Ich.
90 Antworten
Zitat:
@TomF31 schrieb am 25. Januar 2018 um 10:24:19 Uhr:
Zitat:
@jottlieb schrieb am 25. Januar 2018 um 10:04:58 Uhr:
Eben nicht.Dass meine Argumentation nicht so ganz unsinnig ist, kannst du sogar in der Wikipedia-Artikel zum Eventualvorsatz nachlesen.
Also bei so etwas den Eventualvorsatz ins Spiel zu bringen zeigt umso mehr das du überhaupt KEINE Ahnung hast wovon du schreibst ..... 🙄
Hast du den extra verlinkten Absatz vollständig gelesen?
Hier für dich extra nochmal zusammengefasst:
Zitat:
Bei der bewussten Fahrlässigkeit kennt der Täter zwar die Gefahr, er vertraut aber (ernsthaft) darauf, dass nichts passieren wird. Beim Eventualvorsatz nimmt der Täter die Verwirklichung der Gefahr in Kauf. Anders gesagt: Bei bewusster Fahrlässigkeit sagt sich der Täter: „Es wird schon nichts passieren.“ Bei Eventualvorsatz sagt er sich dagegen: „Ich hoffe zwar, dass nichts passiert, falls aber doch, so geschieht es eben.“ Die Abgrenzung ist schwierig.
(...)
Wie alle auslegungsbedürftigen Bestimmungen unterliegt auch diese Abgrenzung dem Wertewandel. Aktuell findet eine solche Entwicklung zum Beispiel im Straßenverkehrsrecht statt: So wurde früher bei tödlichen Unfällen praktisch immer auf Fahrlässigkeit erkannt, auch dann, wenn eine extreme Tempoüberschreitung die Ursache war („er vertraute darauf, dass das schon gut gehen wird“).
Aktuell besteht ein Trend, in solchen Fällen vermehrt Eventualvorsatz anzunehmen („wer so fährt, der muss schlicht damit rechnen, dass etwas passiert, und kann sich nicht hinterher darauf berufen, er hätte nicht damit gerechnet“).
@jottlieb:
Deine Bemühungen in allen Ehren. Aber würdest du die Interpretation juristischer Begriffe nicht lieber den Juristen überlassen wollen? Denn, ja: Es gibt tatsächlich einen Grund, weshalb man Rechtswissenschaften studieren muss.
Aber wenn dich die Langeweile plagt, gebe ich dir noch ein Spielchen mit auf den Weg, eine weitere Geschehensvariante, die dir gefallen könnte. Der LKW-Fahrer könnte nämlich auch ein absichtslos-doloses Werkzeug seines bösen Chefs, des Lord Verdammichgehtsgleichweiteroderetwanicht gewesen sein... dieser war der wahre, der mittelbare Täter, der mit dem Instrument der Irrtumsherrschaft ein grausames Regiment über seine Knechte führt. Strafbarkeit des LKW-Fahrers? 😉
Der von dir aus dem link zitierte "Auslegungs- und Wertewandel" bezieht sich auf das sattsam bekannte "Raser-Urteil". Hier ist der Sachverhalt aber ganz, ganz anders gewesen.
Hier noch der Artikel:
Zitat:
@Blubber-AWD schrieb am 25. Januar 2018 um 10:59:41 Uhr:
@jottlieb:Deine Bemühungen in allen Ehren. Aber würdest du die Interpretation juristischer Begriffe nicht lieber den Juristen überlassen wollen?
Die zitierte Interpretation stammt doch gar nicht von mir.
Wenn diese in deinen Augen falsch ist, dann darfst du diese gerne in korrigieren.
Zitat:
Denn, ja: Es gibt tatsächlich einen Grund, weshalb man Rechtswissenschaften studieren muss.
Das ist so. Deshalb interpretiere ich auch keine Gesetze.
Aber wenn dich die Langeweile plagt, gebe ich dir noch ein Spielchen mit auf den Weg, eine weitere Geschehensvariante, die dir gefallen könnte. Der LKW-Fahrer könnte nämlich auch ein absichtslos-doloses Werkzeug seines bösen Chefs, des Lord Verdammichgehtsgleichweiteroderetwanicht gewesen sein... dieser war der wahre, der mittelbare Täter, der mit dem Instrument der Irrtumsherrschaft ein grausames Regiment über seine Knechte führt. Strafbarkeit des LKW-Fahrers? 😉
Zitat:
Der von dir aus dem link zitierte "Auslegungs- und Wertewandel" bezieht sich auf das sattsam bekannte "Raser-Urteil". Hier ist der Sachverhalt aber ganz, ganz anders gewesen.
Danke für die Präzisierung. Das ändert aber nichts daran, dass sich Rechtssprechung auch in anderen Fällen in die Richtung bewegen könnte, dass es - je nach Umständen - nicht beim Vorwurf der (unbewussten oder bewussten) Fahrlässigkeit bleibt.
Ähnliche Themen
Zitat:
@Ostelch schrieb am 25. Januar 2018 um 10:23:25 Uhr:
Deine Vorschläge machen das Leben aber auch nicht gerade unkomplizierter. Die Behörden freuen sich bestimmt auch schon auf mehr Verwaltungsarbeit.....
Grüße vom Ostelch
Mir ging es nur darum, WENN schon etwas getan werden soll, DANN sollte es etwas mit Vermeidung/Prävention zu tun haben. Und vor allem Bewusstsein. Wie erkenne ICH gefährliche Situationen? Nicht "wir brauchen noch mehr Systeme an Bord".
Zitat:
@jottlieb schrieb am 25. Januar 2018 um 11:15:04 Uhr:
...
Danke für die Präzisierung. Das ändert aber nichts daran, dass sich Rechtssprechung auch in anderen Fällen in die Richtung bewegen könnte, dass es - je nach Umständen - nicht beim Vorwurf der (unbewussten oder bewussten) Fahrlässigkeit bleibt.
Das stimmt sicherlich. Wobei man doch recht kritisch anmerken muss, dass sich auch die Rechtsprechung (wenn nicht gar bereits die staatsanwaltschaftliche Verfolgungs- und Anklagepraxis) unter dem Druck der Öffentlichkeit und der mittlerweile superschnellen Medien mit ihrem Hang zur live-Berichterstattung in einer bedenklichen Weise publikumswirksamen Überlegungen unterwirft und eine Tendenz zur "öffentlichkeitswirksamen Unrechtskompensation" einzunehmen beginnt. Man sieht dies an vielen Verfahren, in denen sehr medienwirksam die Nebenklage den tatsächlichen Verfahrensgang bestimmt, oder an solchen, die aus etwas unterkühlterer Sicht bald nur noch als "Siegerjustiz-Prozesse" bezeichnet werden können. Auch Aussagen von Richtern und Staatsanwälten, man wolle den Opfern Genüge tun, sind aus menschlicher Sicht und in ihrer Empathie sehr nachvollziehbar und durchaus löblich, mit der ursprünglichen Intention und Zweckbestimmung des Strafrechts aber nur noch sehr schwer in Einklang zu bringen.
Man begibt sich da schnell auf eine rechtsphilosophisch zu diskutierende Schiene, die nicht nur eine Figur von Sühneopfer hochhält, sondern auch in eben dieser Bemühtheit schnell die Funktionsfähigkeit und letztlich auch die Verlässlichkeit der Rechtsprechung zerstören kann.
Ich muss zugeben, dass ich lieber einen wirklichen Täter davonkommen sehe, als einen Unschuldigen zu Unrecht verurteilt, oder einen Schuldigen verurteilt, aber über alle Maßen und über seine eigene Tatvorwerfbarkeit hinaus zu hoch, nur um die Massen ruhig zu stellen.
Wir verbrennen heute keine Hexen mehr.
Zitat:
@SpyderRyder schrieb am 25. Januar 2018 um 11:15:10 Uhr:
Zitat:
@Ostelch schrieb am 25. Januar 2018 um 10:23:25 Uhr:
Deine Vorschläge machen das Leben aber auch nicht gerade unkomplizierter. Die Behörden freuen sich bestimmt auch schon auf mehr Verwaltungsarbeit.....
Grüße vom Ostelch
Mir ging es nur darum, WENN schon etwas getan werden soll, DANN sollte es etwas mit Vermeidung/Prävention zu tun haben. Und vor allem Bewusstsein. Wie erkenne ICH gefährliche Situationen? Nicht "wir brauchen noch mehr Systeme an Bord".
Fahrtenschreiber wurden ja auch vor Jahrzehnten eingeführt um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Da hat sich keiner beklagt. Und die ganze Mauttechnik in die LKW reinzupacken war wohl auch nicht das Thema, weils ums Geld ging.
TWA zwingend für eine best. LKWgröße zur Vorschrift zu machen halte ich für die Hersteller nicht für unüberwindbar. 😉
Wir verbrennen heute keine Hexen mehr. Heist heut nur anders : Exempelstatuiren, Zeichen für Abschreckung usw.
Zitat:
@Bitboy schrieb am 25. Januar 2018 um 11:47:08 Uhr:
Wir verbrennen heute keine Hexen mehr. Heist heut nur anders : Exempelstatuiren, Zeichen für Abschreckung usw.
So genannte Generalprävention... grundsätzlich richtig, nur eben manchmal heillos übertrieben.
Und dies deshalb, weil diese übertrieben drakonischen Sanktionen in der Bevölkerung offenbar Anklang finden, wie man in so vielen Beiträgen dieses Forums sehen kann. Da wird für einen Unfallverursacher alles mögliche an Maximalstrafen gefordert, bis hin zur möglichst qualvollen Todesstrafe.
Was für eine verkehrte Welt.
Zitat:
@Blubber-AWD schrieb am 25. Januar 2018 um 11:49:38 Uhr:
So genannte Generalprävention... grundsätzlich richtig, nur eben manchmal heillos übertrieben.
Und dies deshalb, weil diese übertrieben drakonischen Sanktionen in der Bevölkerung offenbar Anklang finden, wie man in so vielen Beiträgen dieses Forums sehen kann. Da wird für einen Unfallverursacher alles mögliche an Maximalstrafen gefordert, bis hin zur möglichst qualvollen Todesstrafe.
Ganz ehrlich? Ich wüsste nicht, welche Strafe für so einen Unfall (unabhängig davon, welcher Tatvorwurf nun angenommen oder zur Begründung herangezogen wird) nun richtige bzw. gerechte* wäre.
Mit einer Haftstrafe wäre eigentlich niemandem geholfen und der Präventionseffekt (sofern ein solcher durch ein entsprechend hartes Urteil forciert werden soll) wäre vermutlich wohl gering.
Zitat:
@jottlieb schrieb am 25. Januar 2018 um 12:04:06 Uhr:
...
Ganz ehrlich? Ich wüsste nicht, welche Strafe für so einen Unfall (unabhängig davon, welcher Tatvorwurf nun angenommen oder zur Begründung herangezogen wird) nun richtige bzw. gerechte* wäre....
Tja, das ist das tägliche Dilemma der Berufsrichter. Und in gewisser Weise auch das der Verteidiger und Staatsanwälte. Nur, dass der Richter eben entscheiden muss.
Zitat:
@jottlieb schrieb am 24. Januar 2018 um 17:18:04 Uhr:
Zitat:
@TomF31 schrieb am 24. Januar 2018 um 16:56:45 Uhr:
Und ihr zwei beiden stellt fest wer Opfer und wer Täter ist, oder?
Dass es in diesem Zusammenhang überhaupt in Frage gestellt wird, ist schon schlimm genug!
Dabei ist die Lage wohl eindeutig: Der LKW hat den bevorrechtigten Verkehrsteilnehmer tot gefahren. Punkt aus, da gibt's nichts zu dran zu deuteln. Aus welchen Gründen das passiert ist (aus denen sich dann Ausreden ergeben), spielt meines Erachtens keine Rolle. Zumal die Radfahrerin ja wohl kaum in den LKW gefahren sein wird.Aber wie gesagt, es zeigt mal wieder sehr gut, dass Radfahrer oder Fußgänger nicht als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer angesehen werden, obwohl sie es laut StVO im Regelfall sind (gerade hinsichtlich Abbiegesituationen).
Wie kann man nur so ein Dummfug verzapfen... 😕
Glaubst du allen Ernstes, wirklich, dass LKW-Fahrer in irgend einer Form, egal welcher, jemanden absichtlich zusammenfahren ?????? Hast du mal in einem LKW, oder ähnlichem gesessen ? Oder gefahren ????
Ich habe jahrelang in der Saison Rüben, Getreide und Raps gefahren, mit einem knapp 20m langen, 40 to schweren, und aus 6 Achsen bestehenden Zug, zwar mit einem Traktor, ist aber fast egal.
Da gab es weder Totwinkelspiegel, noch sonst irgendeinen Assi.
Wenn du da abbiegen musstest, hast du auf zig Sachen gleichzeitig achten müssen, Gegenverkehr auf der Straße die du verlässt, und in die du einbiegst (ausholen), Poller, Verkehrsschilder uä, Fussgänger, Radfahrer bzw alles auf zwei Rädern, inkl. Kinderwagen und Rollstühle. Glaube mir eins, das ist nicht nur Arbeit pur, sondern Arbeit hochkonzentriert.
Von den Autofahrern bekommst alle Zeichen und Gesten die du dir nicht vorstellen kannst, da wird sogar der Schädel aus dem offenen Fenster gehängt und geplärrt, das die Scheiben vibrieren. Nur weil du ausholst und auf seine Spur kommst. Das du 20m um die Kurve bekommen musst, interessiert keinen...
Alle 2-Räder, Fussgänger uä stehen an absolut erster Stelle, ohne Fragen. Trotzdem kannst du nicht alles sehen. Gott-sei-Dank sind die meisten aber so cool und warten kurz darauf, bis du rum bist.
Es gibt aber auch die, die "draufhalten", besonders die Rennradfahrer haben da wohl im Hirn den Punkt "überleben" ausgeschaltet.
Weit über 10 Jahre habe ich das gemacht, ich hatte nicht eine einzige brenzlige Situation.
Ausser 2 Aussenspiegel von parkenden PKW habe ich nichts erwischt.
Als Feuerwehrmann habe ich deformierte Körper in Wracks gesehen.
Meinst du wirklich, jemand wünscht sich sowas freiwillig ????
Nein, mit Sicherheit nicht....
Gruß Jörg.
Zitat:
@63er-joerg schrieb am 25. Januar 2018 um 13:17:48 Uhr:
Wie kann man nur so ein Dummfug verzapfen... 😕
Glaubst du allen Ernstes, wirklich, dass LKW-Fahrer in irgend einer Form, egal welcher, jemanden absichtlich zusammenfahren ?????? Hast du mal in einem LKW, oder ähnlichem gesessen ? Oder gefahren ????
Die Frage musst du an dich selbst richten. Denn nicht ohne Grund gehts im Eröffnungsbeitrag um die Frage möglicher, zusätzlicher Hilfsmittel für den LKW Fahrer. Dennoch wird im Threadverlauf immer mehr auf „irgendwie sind die Radler immer ein wenig selber Schuld“ umgeschwenkt.
In darmstadt wurden ende 2017 innerhalb weniger tage in der selben szrasse 2 personen tödlich verletzt vom rechts abbiegenden lkw.
Zitat:
@Brunolp12 schrieb am 26. Januar 2018 um 21:04:17 Uhr:
Zitat:
@63er-joerg schrieb am 25. Januar 2018 um 13:17:48 Uhr:
Wie kann man nur so ein Dummfug verzapfen... 😕
Glaubst du allen Ernstes, wirklich, dass LKW-Fahrer in irgend einer Form, egal welcher, jemanden absichtlich zusammenfahren ?????? Hast du mal in einem LKW, oder ähnlichem gesessen ? Oder gefahren ????
Die Frage musst du an dich selbst richten. Denn nicht ohne Grund gehts im Eröffnungsbeitrag um die Frage möglicher, zusätzlicher Hilfsmittel für den LKW Fahrer. Dennoch wird im Threadverlauf immer mehr auf „irgendwie sind die Radler immer ein wenig selber Schuld“ umgeschwenkt.
Entschuldigung, aber du hast schon gelesen, oder ?
Natürlich geht es um die Hilfsmittel.
Aber genauso wurde dargestellt, dass LKW-Fahrer scheinbar uninteressiert, und ohne Gewissen Leute zusammen fahren würden, und nur die Hilfsmittel dem ein Ende bereiten würden.
Das, und genau das konnte ich so nicht stehen lassen.
Und ja, es gibt Radler, die völlig rücksichtlos auf der Straße fahren, darüber willst du doch sicher nicht anfangen zu diskutieren ? Oder ?? Sicher sind sie zusammen mit Fussgänger und anderen Zweiradfahrer die schwächsten, das entbindet sie aber nicht davon, wie jeder andere im Verkehr aufzupassen.
Wenn ich als Fussgänger, Radler, oder sogar mit der kleinen Honda (Sig) unterwegs bin, stecke ich lieber zweimal zurück, wie einmal unter die Räder zu kommen, das sagt mir schon mein Überlebensinstinkt. Auf mein Recht die Vorfahrt zu haben, pfeife ich, denn es garantiert mir nicht gesund nach Hause zu kommen.
Gruß Jörg.