LKW - Pflicht für Totwinkel-Assi??
Hallo Forenti,
gestern wurde bei uns um die Ecke eine Radfahrerin vom Laster totgefahren.
Klassischer Abbiegeunfall - Radfahrer wollte geradeaus, LKW nach rechts, Radfahrer war im Totwinkel *knirsch*....
Die Unfallart ist dermaßen häufig das es mich wundert das es keine Pflicht gibt für einen Totwinkel-Assistenten für LKW ab einer bestimmten Länge meinethalben. Auch eine Nachrüstung dürfte doch wg. der paar Sensoren nicht die Welt kosten.
Was meint Ihr?
Gruß
Andy
Beste Antwort im Thema
Bis alle LKW`s den Totenwinkel Assi haben,wird es wohl ein wenig
dauern.
Die neueren werde diese ja wohl schon haben.
Aber es liegt doch an den gesunden Menschen Verstand als Fahrrad Fahrer
rechen zu müssen,das er übersehen werden könnte.#
Also wartet man doch und lässt den LKW vorbei.
Aber heut zu Tage denken die meißten;Ich habe Vorfahrt,also fahre Ich.
90 Antworten
Zitat:
@jottlieb schrieb am 24. Januar 2018 um 17:18:04 Uhr:
Dass es in diesem Zusammenhang überhaupt in Frage gestellt wird, ist schon schlimm genug!Zitat:
@TomF31 schrieb am 24. Januar 2018 um 16:56:45 Uhr:
Und ihr zwei beiden stellt fest wer Opfer und wer Täter ist, oder?
Dabei ist die Lage wohl eindeutig: Der LKW hat den bevorrechtigten Verkehrsteilnehmer tot gefahren. Punkt aus, da gibt's nichts zu dran zu deuteln. Aus welchen Gründen das passiert ist (aus denen sich dann Ausreden ergeben), spielt meines Erachtens keine Rolle. Zumal die Radfahrerin ja wohl kaum in den LKW gefahren sein wird.Aber wie gesagt, es zeigt mal wieder sehr gut, dass Radfahrer oder Fußgänger nicht als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer angesehen werden, obwohl sie es laut StVO im Regelfall sind (gerade hinsichtlich Abbiegesituationen).
Wer stellt hier was in Frage? 😕
Dieses Lamento über die "Gleichberechtigung" geht doch an den Tatsachen vorbei. Natürlich sind alle Verkehrsteilnehmer "gleichberechtigt", denn die StVO regelt ihre Rechte und Pflichten. Das heißt aber nicht, dass alle auch gleich "stark" sind. Das gilt nun einmal nicht nur zwischen Lkw und Radfahrer, sondern auch zwischen Lkw und Pkw und auch zwischen Radfahrer und Fußgänger, wie wir jeden Tag live und in Farbe erleben können. Ein Radfahrer oder Fußgänger wird nun einmal schneller übersehen als ein Lkw. Will jetzt hier jemand dem Lkw-Fahrer unterstellen, er hätte der Radfahrerin bewusst die Vorfahrt genommen und deren Tod billigend in Kauf genommen?
Grüße vom Ostelch
Zitat:
@einsdreivier schrieb am 24. Januar 2018 um 17:37:59 Uhr:
Keine Gleichberechtigung?Für mich stehen Radler und Fußgänger ganz weit oben, denn eins kannst du mir glauben:
Totfahren mag ich so einen Deppen nicht! Deshalb schaue ich immer zweimal, auch für den Fall, dass einer mit Höchstgeschwindigkeit, womöglich ohne Licht und bei roter Ampel ankommt.
Wer Radfahrer pauschal als "Deppen" bezeichnet, der zeigt seine Einstellung zum Thema - und zur genannten Gleichberechtigung.
Auch genug Autofahrer benehmen sich daneben.
Zitat:
@Ostelch schrieb am 24. Januar 2018 um 17:43:17 Uhr:
. Will jetzt hier jemand dem Lkw-Fahrer unterstellen, er hätte der Radfahrerin bewusst die Vorfahrt genommen und deren Tod billigend in Kauf genommen?
Bewusst nein, aber den Tod hat er ja offensichtlich billigend in Kauf genommen, da er beim Abbiegen ja anscheinend nicht die nötige Sorgfalt hat walten lassen. Sonst wäre die Radfahrerin nicht überfahren worden.
Aber das ist halt die typische Argumentation um von eigenen Fehlern abzulenken. Der gleiche Mechanismus wie bei belästigten (oder noch schlimmer...) Frauen denen man vorwirft, sie hätten das provoziert, weil sie zu freizügig angezogen gewesen seien...
Zitat:
@jottlieb schrieb am 24. Januar 2018 um 21:11:11 Uhr:
...
Wer Radfahrer pauschal als "Deppen" bezeichnet, der zeigt seine Einstellung zum Thema - und zur genannten Gleichberechtigung.
...
Das war insbesondere auf die bezogen, die draufhalten, ohne Licht fahren und bei rot über die Ampel.
Ich steige gar selbst manchmal auf den Drahtesel und dann passe ich ebenso schön auf und bin vorsichtig wie mit dem Auto. Das hilft. 🙂
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Zitat:
@jottlieb schrieb am 24. Jan. 2018 um 21:13:33 Uhr:
Bewusst nein, aber den Tod hat er ja offensichtlich billigend in Kauf genommen, da er beim Abbiegen ja anscheinend nicht die nötige Sorgfalt hat walten lassen. Sonst wäre die Radfahrerin nicht überfahren worden.Aber das ist halt die typische Argumentation um von eigenen Fehlern abzulenken. Der gleiche Mechanismus wie bei belästigten (oder noch schlimmer...) Frauen denen man vorwirft, sie hätten das provoziert, weil sie zu freizügig angezogen gewesen seien...
Deine Argumentation ist auch typisch. Offenbar ist dir nicht bekannt, was "billigend in Kauf nehmen" bedeutet. Aber mal munter drauflos diffamieren, in dem du dem Lkws Fahrer Vorsatz unterstellst, um dann auch noch großzügig diesen Unfall mit einem völlig anderen Thema zu verknüpfen, was nun überhaupt nicht passt. Ich kann auch nicht erkennen, wer hier wie von eigenen Fehlern ablenken wollte bzw. von denen des Lkws Fahrers.
Grüße vom Ostelch
Nunja, wie du meinst.
Ich sehe es halt so: Es ist absurd, dass der schwächere Verkehrsteilnehmer die Fehler des stärkeren Verkehrsteilnehmers kompensieren soll. Laut Rechtssprechung hat es nämlich umgekehrt zu sein.
Zudem sollte ich als Fahrzeugführer, wenn ich um den toten Winkel weiß, doch alles daran setzen, die Gefahr zu minimieren. Das bedeutet im Zweifelsfall, dass ich jede Sekunde in die Außenspiegel schaue um zu beobachten, ob von hinten jemand kommt. Oder dass ich mir merke, ob ich auf der Strecke vorher einen Radfahrer überholt habe - die Wahrscheinlichkeit wäre groß, dass er an der Ampel dann rechts neben mir steht.
Außerdem würde ich mich sehr langsam in die Kreuzung tasten, statt mit Schmackes rechts abzubiegen und somit dem Radfahrer keinerlei Chance zu lassen.
Zitat:
@jottlieb schrieb am 24. Jan. 2018 um 22:20:24 Uhr:
Nunja, wie du meinst.
Ich sehe es halt so: Es ist absurd, dass der schwächere Verkehrsteilnehmer die Fehler des stärkeren Verkehrsteilnehmers kompensieren soll. Laut Rechtssprechung hat es nämlich umgekehrt zu sein.
Zudem sollte ich als Fahrzeugführer, wenn ich um den toten Winkel weiß, doch alles daran setzen, die Gefahr zu minimieren. Das bedeutet im Zweifelsfall, dass ich jede Sekunde in die Außenspiegel schaue um zu beobachten, ob von hinten jemand kommt. Oder dass ich mir merke, ob ich auf der Strecke vorher einen Radfahrer überholt habe - die Wahrscheinlichkeit wäre groß, dass er an der Ampel dann rechts neben mir steht.
Außerdem würde ich mich sehr langsam in die Kreuzung tasten, statt mit Schmackes rechts abzubiegen und somit dem Radfahrer keinerlei Chance zu lassen.
Soll? Wer behauptet oder fordert das? Ich mache das als Radfahrer aus reinem Selbsterhaltungstrieb. Ich habe oft nicht den Mut, blind auf das von dir beschriebene Verhalten eines Auto-oder Lkw-Fahrers zu vertrauen. Auch wenn es selbstverständlich sein sollte und auch viele sich so verhalten, nützt mir mein Selbstbewusstsein als gleichberechtigter Verkehrsteilnehmer nichts, wenn mich einer vom Rest umfährt. Da halte ich mich im Zweifel lieber an die alte Regel "Der Klügere gibt nach" - entgegen dem, was in meiner Signatur steht. 😉
Grüße vom Ostelch
Update:
Unser toller Verkehrsminister will angesichts des Anlasses jetzt die "Kreuzungen entschärfen".
Man hat das Gefühl der hat noch nie was vom Totwinkel-Assi gehört. Nicht ein Wort darüber.
Kurios.
Die "Entschärfung" dauert dann bestimmt bis Ende der übernächsten Legislatur.
Wenn Dobi noch Minister wäre, würde er zur Entschärfung erst einmal das Abbiegen verbieten. Dabei passieren an Kreuzungen immer wieder Unfälle!
Grüße vom Ostelch
Zitat:
@jottlieb schrieb am 24. Januar 2018 um 21:13:33 Uhr:
...
Bewusst nein, aber den Tod hat er ja offensichtlich billigend in Kauf genommen, da er beim Abbiegen ja anscheinend nicht die nötige Sorgfalt hat walten lassen. Sonst wäre die Radfahrerin nicht überfahren worden.Aber das ist halt die typische Argumentation um von eigenen Fehlern abzulenken. ...
Na, und das ist die Argumentation von Leuten, die gerne fahrlässig mit Begriffen umgehen, deren Bedeutung sie nicht ganz verstanden haben.
"Billigende Inkaufnahme" bedeutet, dass es dem LKW-Fahrer schnurzpiepegal ist, dass die Radlerin (oder generell andere Personen) aufgrund seiner eigenen Fahrweise zu Tode kommen. Er zieht diese Möglichkeit als naheliegend in Betracht, und es ist ihm gleichgültig. Er nimmt es hin, um sich so verhalten zu können, wie er will.
Das tut er natürlich aber nicht - er hat einerseits diese Möglichkeit des Todes der Frau eben nicht als naheliegend und wahrscheinlich in Betracht gezogen, schon deshalb nicht, weil er eher gar nicht bemerkt hatte, das sie dort ist. Für ein "Inbetrachtziehen" fehlt schon die Kenntnis des Umstandes.
Ferner wird niemand, auch der militanteste und in Eile befindlichste LKW-Fahrer, niemanden einfach tot fahren wollen - selbst wenn manche Postings mancher Forenmitglieder manchmal anderes vermuten lassen könnten.
Deine Unterstellung ist ganz einfach völlig abwegig.
Zitat:
@Ostelch schrieb am 25. Januar 2018 um 09:04:48 Uhr:
Wenn Dobi noch Minister wäre, würde er zur Entschärfung erst einmal das Abbiegen verbieten. Dabei passieren an Kreuzungen immer wieder Unfälle!
😁 Genau. Und dann wären die bösen LKW dran. 😁
Zitat:
@Blubber-AWD schrieb am 25. Januar 2018 um 09:35:19 Uhr:
Na, und das ist die Argumentation von Leuten, die gerne fahrlässig mit Begriffen umgehen, deren Bedeutung sie nicht ganz verstanden haben.
Eben nicht.
Dass meine Argumentation nicht so ganz unsinnig ist, kannst du sogar in der
Wikipedia-Artikel zum Eventualvorsatznachlesen.
Zitat:
Ferner wird niemand, auch der militanteste und in Eile befidlichste LKW-Fahrer, niemanden einfach tot fahren wollen
Das habe ich auch nicht behauptet - das wäre nämlich Totschlag.
Aber es bleibt dabei: Wer seine Pflichten als Fahrzeugführer so fahrlässig verletzt,
Letztendlich bin ich jedoch nicht der Richter in diesem Fall - wobei es schon spannend wäre, wenn wir in Zukunft erfahren, wie geurteilt wird und ob der Richter oder die Richterin meine Rechtsauffassung teilt.
Müßig darüber zu disktuieren, wer jetzt wie viel zu diesem unschönen Unfall beigetragen hat. Amüsant (ja!) finde ich aber, wie in letzter Zeit bei jedem Einzelfall (mehr ist es nicht) gleich wieder drakonische Maßnahmen gefordert werden, die das Zusammenleben aller und die unvermeidliche Teilnahme am Straßenverkehr komplizierter machen, ohne dass ein echter Gewinn an Sicherheit erkennbar wäre. Nimm nur den diskutierten TWA: klar, kann man machen. Viel Geld ausgeben für weitere Technik-Maßnahmen. Aber für den LKW-Fahrer ist das nur noch ein weiteres Gerät, dass mit Blinken und Bimmeln um seine Aufmerksamkeit buhlt. Es KANN helfen, aber es ist KEINE Vermeidungsmaßnahme. Ebenso wenig wie ein eingebauter Tacho verhindert, dass man zu schnell fährt. Die oben zitierte App namens Hirn ist wichtiger dabei, und die hat Schwächen, die auch durch Blinken und Bimmeln nicht eliminiert werden.
Es nützt nix. Die Dame hat zwar womöglich keine Schuld im rechtlichen Sinne gehabt, aber sie hat sich mit dem Falschen angelegt. Und morgen wird das wieder passieren. Wir müssen wieder lernen, damit umzugehen, dass die Teilnahme am Leben manchmal Opfer fordert. ich möchte keins sein, und wünsche das auch keinem anderen. Aber alle(s) in Watte packen, um einen Bruchteil weniger Unfälle zu haben, ist eine schlechte Lösung. Mehr Gefahrenbewusstsein umso mehr. Vielleicht für Radfahrer ab einem gewissen Alter eine Art Fahrschule mit Ablegen einer einfachen Prüfung verlangen. Oder die Teilnahme an einem Sicherheitstraining in gewissen Abständen für ALLE vorschreiben, die ein Fahrzeug mit oder ohne Motor führen? Ich denke davon hätten wir mehr.
Zitat:
@jottlieb schrieb am 25. Januar 2018 um 10:04:58 Uhr:
...
Eben nicht.
Dass meine Argumentation nicht so ganz unsinnig ist, kannst du sogar in der Wikipedia-Artikel zum Eventualvorsatz nachlesen.
😁
Klar.
Danke für den Tip.
😁
Zitat:
@SpyderRyder schrieb am 25. Januar 2018 um 10:07:00 Uhr:
Müßig darüber zu disktuieren, wer jetzt wie viel zu diesem unschönen Unfall beigetragen hat. Amüsant (ja!) finde ich aber, wie in letzter Zeit bei jedem Einzelfall (mehr ist es nicht) gleich wieder drakonische Maßnahmen gefordert werden, die das Zusammenleben aller und die unvermeidliche Teilnahme am Straßenverkehr komplizierter machen, ohne dass ein echter Gewinn an Sicherheit erkennbar wäre. Nimm nur den diskutierten TWA: klar, kann man machen. Viel Geld ausgeben für weitere Technik-Maßnahmen. Aber für den LKW-Fahrer ist das nur noch ein weiteres Gerät, dass mit Blinken und Bimmeln um seine Aufmerksamkeit buhlt. Es KANN helfen, aber es ist KEINE Vermeidungsmaßnahme. Ebenso wenig wie ein eingebauter Tacho verhindert, dass man zu schnell fährt. Die oben zitierte App namens Hirn ist wichtiger dabei, und die hat Schwächen, die auch durch Blinken und Bimmeln nicht eliminiert werden.
Es nützt nix. Die Dame hat zwar womöglich keine Schuld im rechtlichen Sinne gehabt, aber sie hat sich mit dem Falschen angelegt. Und morgen wird das wieder passieren. Wir müssen wieder lernen, damit umzugehen, dass die Teilnahme am Leben manchmal Opfer fordert. ich möchte keins sein, und wünsche das auch keinem anderen. Aber alle(s) in Watte packen, um einen Bruchteil weniger Unfälle zu haben, ist eine schlechte Lösung. Mehr Gefahrenbewusstsein umso mehr. Vielleicht für Radfahrer ab einem gewissen Alter eine Art Fahrschule mit Ablegen einer einfachen Prüfung verlangen. Oder die Teilnahme an einem Sicherheitstraining in gewissen Abständen für ALLE vorschreiben, die ein Fahrzeug mit oder ohne Motor führen? Ich denke davon hätten wir mehr.
Deine Vorschläge machen das Leben aber auch nicht gerade unkomplizierter. Die Behörden freuen sich bestimmt auch schon auf mehr Verwaltungsarbeit.
Der TWA im Lkw sollte schon mehr als bimmeln können. Im "Ernstfall", wenn sich also etwas seitlich vom Lkw bewegt oder etwas im beanspruchten Kurvenradius befindet könnte er auch zusätzlich bremsen. Selbst das "Zuschnellfahren" ließe sich wenn nicht verhindern, dann eindämmen. Der Assitent müsste nur anhand der Ortungs- und Wetterdaten eine Obergrenze festlegen, deren Beachtung er notfalls durch Bremseingriffe durchsetzt. Schon heute gibt es Fahrassistenten, bei denen Navigationssystem, Verkehrszeichenerkennung und Adaptiver Tempomat so zusammenarbeiten, dass das Fahrzeug vor der Kurve selbst bremst bzw. schon vor Erreichen der Kuppe das Gas wegnimmt bevor es abwärts geht. Solange das Auto nicht vollautonom fährt, wird aber, da hast du recht, das Hirn des Fahrers als Zentralrechner mitarbeiten müssen.
Grüße vom Ostelch
Zitat:
@jottlieb schrieb am 25. Januar 2018 um 10:04:58 Uhr:
Eben nicht.Dass meine Argumentation nicht so ganz unsinnig ist, kannst du sogar in der Wikipedia-Artikel zum Eventualvorsatz nachlesen.
Also bei so etwas den Eventualvorsatz ins Spiel zu bringen zeigt umso mehr das du überhaupt KEINE Ahnung hast wovon du schreibst ..... 🙄