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Ladezustand der Autobatterie mit Multimeter richtig messen

Themenstarteram 22. Oktober 2015 um 12:04

Hi,

ich würde gerne wissen ob und wie man den Ladezustand einer Autobatterie mit dem Multimeter richtig messen kann. Ich will nur beurteilen können ob man die Batterie aufladen sollte oder nicht. Ich hab schon etwas dazu gelesen, aber die Diskussionen gehen dann öfter auch in die Richtung "alles kannst du damit auch nicht messen". Klar, aber es geht mir nur über die Aussagekraft ob das Ding "leer" ist oder nicht und wann es leer ist. Man kann einfach das Multimeter dran halten und messen, aber das kommt mir zu einfach vor. So Fragen wann man genau Mist und unter welchen Umständen werden da teilweise gar nicht angesprochen.

Der Punkt ist auch, mein Onkel hat sich heute eine neue Batterie besorgt und dann gleich sein billiges kleines "Batteriemessgerät" dran gehängt (Ich vertraue dem Scheißteil nicht). Das Ding hat angezeigt, dass die Batterie halb geladen ist. Er wollte dann gleich laden, weil halb geladen auch orange angezeigt wird was ja "Achtung!" bedeutet. Das "Messgerät" sagt mir aber auch nur ob geladen werden sollte oder nicht, ansonsten muss man den Ding total vertrauen. Ich hab aber vorher noch mal das Multimeter dran gehalten und das Ding hatte 12.69 Volt. Aus meiner Sicht war der Ladezustand ok? Ist aber auch die Frage wie man die 12.69 Volt vom Multimeter bzw. das Ergebnis vom "Messgerät" interpretiert wenn die Batterie nicht im Auto angeschlossen ist?

Ich hatte irgendwo im Netz auch "Richtwerte" gefunden". 1.7 bis 1.8 V stehen für voll geladen. Das war dann auch noch für die anderen Zustände angegeben, aber ich finde jetzt die Seite nicht mehr. Ich weiß auch nicht wie ernst man so was nehmen kann?

 

Mal angenommen ich habe ein Auto, die Batterie ist angeschlossen. Hält man da das Multimeter jetzt einfach nur dran und kann dann den Wert nach irgendwelchen Vorgaben interpretieren? Spielen da am Ende noch so Sachen wie Standzeit (Auto wurde gerade bewegt oder nicht), Wetter, Temperatur oder Art des Autos/Batterietyp eine Rolle. Wenn die Batterie gerade geladen wurde, dann sollte man nicht messen. Also müsste man nach einer Autofahrt auch erst eine Weile (nicht genau definiert) warten?

mfg

Beste Antwort im Thema

Muss ein kleines bischen widersprechen, den Ladezustand kannst Du mit dem MM sehr wohl prima messen. Allerdings kannst Du keinerlei Aussage über die Kapazität der Batterie machen.

Selbst eine total runtergerockte Batterie kann vollgeladen eine Leerlaufspannung von über 13V haben aber nach einer Viertelstunde mit Standlich und Radio an total leer sein. Die war dann auch vorher voll, hat nur leider gar keine Kapazität mehr.

Eine neue Batterie mit 12,7V ist sicher recht voll, Ruhespannung liegt bei etwa 2,1V/Zelle. Baut das Ding ein und gut ist.

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Das Problem ist: Du kannst die Leerlaufspannung einer Batterie messen. Das sagt gar nichts über den Ladezustand aus. Der ist nur bei geeigneter Belastung der Batterie zu beurteilen. Ein Batterietester belastet die Batterie mit einem definierten Entladestrom. Man kann sich höchstens so behelfen dass man bei eingeschalteter Zündung ein paarstarke Verbraucher einschaltet (Licht, Gebläse voll auf) und dann nochmal misst. Allerdings ist das dann doch eher geschätzt.

Am Besten finde ich immer noch sowas hier. Ich hoffe, dass der Link hinhaut; mobil kriege ich das immer nicht so ganz hin.

 

mfg

Muss ein kleines bischen widersprechen, den Ladezustand kannst Du mit dem MM sehr wohl prima messen. Allerdings kannst Du keinerlei Aussage über die Kapazität der Batterie machen.

Selbst eine total runtergerockte Batterie kann vollgeladen eine Leerlaufspannung von über 13V haben aber nach einer Viertelstunde mit Standlich und Radio an total leer sein. Die war dann auch vorher voll, hat nur leider gar keine Kapazität mehr.

Eine neue Batterie mit 12,7V ist sicher recht voll, Ruhespannung liegt bei etwa 2,1V/Zelle. Baut das Ding ein und gut ist.

Zitat:

@volker1165 schrieb am 22. Oktober 2015 um 12:53:11 Uhr:

Muss ein kleines bischen widersprechen, den Ladezustand kannst Du mit dem MM sehr wohl prima messen. Allerdings kannst Du keinerlei Aussage über die Kapazität der Batterie machen.

Selbst eine total runtergerockte Batterie kann vollgeladen eine Leerlaufspannung von über 13V haben aber nach einer Viertelstunde mit Standlich und Radio an total leer sein. Die war dann auch vorher voll, hat nur leider gar keine Kapazität mehr.

Eine neue Batterie mit 12,7V ist sicher recht voll, Ruhespannung liegt bei etwa 2,1V/Zelle. Baut das Ding ein und gut ist.

Das ist mit Ladezustand gemeint! Mit Kapazität bzw restkapazität ist vielmehr die Kapazität gemeint die die Batterie noch hat weil die mit dem Alter sich reduziert.

Ich dachte mir schon, dass Du das so meinst, wollte nur verdeutlichen, dass Du zwar den Zustand der Ladung messen kannst, allerdings keinen Unterschied zwischen einer fitten und einer altersschwachen Batterie

billiges kleines "Batteriemessgerät" dran gehängt (Ich vertraue dem Scheißteil nicht).

Da wird in vielen Fällen das Problem liegen.

Wenn im Meßbereich 20V= ein Messfehler von z.B. 0,5 Volt vorliegt ist die ganze Bewertung schon hinfällig.

.. wer misst misst Mist. :D

Weils zum Thema Bleibatterie passt: bei 11 Volt Leerlaufspannung ist eine 6 zellige Bleibatterie leer. Das ist dann auch bei neuen Batterien schon bei Entnahme von 1/3 bis max die Hälfte der darauf stehenden Kapazität der Fall, sofern die entnommen Ströme nicht im homöopatischen Bereich liegen.

Zitat:

@Anton81 schrieb am 22. Oktober 2015 um 12:04:03 Uhr:

Hi,

ich würde gerne wissen ob und wie man den Ladezustand einer Autobatterie mit dem Multimeter richtig messen kann.

Mit einem handelsüblichen Multimeter allein kann man den Ladezustand höchstens sehr grob schätzen, aber keinesfalls messen.

Außerdem ist der sowieso relativ uninteressant, denn so gut niemand will wirklich wissen, zu wieviel Prozent ein Akku geladen ist. Was man eigentlich wissen will, ist, ob er genug Ladung abrufbereit gespeichert hat, um Aktion X (Fahrzeug starten, Flugmodell 15 Minuten fliegen lassen, einen Tag auf dem Handy daddeln, ...) durchzuführen. Dazu sagt der Ladezustand aber, wie jede Prozentzahl ohne Kenntnis dessen, was 100% denn sind, praktisch nichts aus.

 

Zitat:

Ich will nur beurteilen können ob man die Batterie aufladen sollte oder nicht.

Diese Frage ist eher sinnlos. Wenn du noch genug Zeit hast, sie zu laden, dann häng sie halt einfach an das Ladegerät. Das kann, wenn es nicht gerade ein von Opa geerbtes Modell Marke "Kupferschwein" ist, selbst sehr viel besser erkennen, ob und wie viel noch geladen werden muss, als du mit deinem Multimeter.

Zitat:

Ich hatte irgendwo im Netz auch "Richtwerte" gefunden". 1.7 bis 1.8 V stehen für voll geladen.

Tja, solche zusammenhanglosen Zahlen findet man, wenn man nicht weiß, was man eigentlich suchen sollte. 1.7 Volt Ladeschluss-Spannung mag für einzelne NiCd bzw. NiMH-Zellen stimmen. Bei Blei-Akkus aber sicher nicht.

Zitat:

Mal angenommen ich habe ein Auto, die Batterie ist angeschlossen. Hält man da das Multimeter jetzt einfach nur dran und kann dann den Wert nach irgendwelchen Vorgaben interpretieren?

Eben nicht. Deshalb ja die Aussage, dass man damit eben nicht messen kann, was du wissen willst. Und ohne Annahmen bzw. Kontrolle über sonstige Bedinungen schon erst recht nicht.

Es gibt ziemlich genau eine Methode, mit der man ohne unrealistisch teure Messmittel sicher feststellen kann, ob ein Starter-Akku noch genug Ladung hat, um sein Auto zu starten: man startet sein Auto damit!

Also die Batteriespannung [ ohne Belastung] alleine sagt nur wenig über den Zustand Deiner Batterie aus, wurde ja auch schon geschrieben.

 

Ein ziemlich aussagefähiger Check wäre die Säuredichte der Batteriesäure zu prüfen, wenn Du denn an die

Saure in den Zellen rankommst. Viele Batterien heute sind ja "Wartungsfrei" und haben damit keine Säurestopfen mehr, dann hat sich das erledigt.

Auch bei vielen angeblich "Wartungfreien" Batterien kann man die Batteriestopfen trotzdem noch mit einem Cent Stück o.ä. öffnen um die Säuredichte der Batterie zu prüfen.

Dazu nen "Säureprüfer" im zubehör für ein paar Euronen besorgen.

Und so gehts: Mit dem Säureheber aus den geöffneten Batteriezellen Batteriesäure ansaugen bis der Heber frei in der Säure schwimmt und dann an der Skala des Schwimmers die Werte ablesen. (VORSICHT BATTERIESÄURE IST ÄTZEND, ggf Handschuhe und Schutzbrille benutzen und ein wenig Wasser bereithaben um wenn gekleckert wurde SOFORT zu verdünnen/abzuspülen)

Säuredichte in kg/dm3

1,25 -1,28 geladen

1,20 -1,24 halb geladen

1,19 und kleiner mangelhaft geladen

Ist die Säuredichte in allen Zellen gleichmäßig und über 1.25 kg/dm3?

Ist die Säuredichte in einer Zelle stark abgefallen?

Maximal zulässige Toleranz zwischen höchstem und niedrigstem

Meßwert der 6 Zellen: 0,03 kg/dm3.

Sofern die Säuredichte in allen Zellen gleichmäßig, 1,24 kg/dm3 und kleiner ist,

die Batterie laden.

Die Stromaufnahme beim Laden sollte mindestens 1/20 der Nennkapazität betragen.

(Beispiel 100 Ah Batterie: 100Ah x 1/20 = 5 A)

Das alles gilt natürlich nur für herkömmliche Bleiakkus und nicht für moderne AGM oder Gel Akkus!

Man kann von der Spannung, Rückschlüsse auf Zustand und Ladung der Batterie ziehen.

Die Spannung hängt von der Dichte der Säure ab. Ist die Säuredichte niedrig, ist die Batterie entladen, und oder gealtert. Man sagt so, die Dichte der Säure + 0.84 Volt, ist die Zellenspannung. Also 1,28 + 0,84 = 2,12 bei ner vollen Batterie ergibt das 12,7 V.

Das deckt sich mit meinen Beobachtungen, der Spannung, an einer stationären Batterie hier. Die hat die Säuredichte von Anfangs 1,30 auf 1,28 eingebüßt. Autobatterien haben neu 1,28.

Die "fehlende Säuredichte" ist im permanenten Sulfat, auf den Platten, oder als Schlamm runtergerieselt.

Zum Messen muss das Messgerät genau sein, und die Batterie ein paar Stunden geruht haben.

Zitat:

@Georg266 schrieb am 23. Oktober 2015 um 01:08:28 Uhr:

Man kann von der Spannung, Rückschlüsse auf Zustand und Ladung der Batterie ziehen.

Die Spannung hängt von der Dichte der Säure ab. Ist die Säuredichte niedrig, ist die Batterie entladen, und oder gealtert. Man sagt so, die Dichte der Säure + 0.84 Volt, ist die Zellenspannung. Also 1,28 + 0,84 = 2,12 bei ner vollen Batterie ergibt das 12,7 V.

Die Säuredichte hängt sehr stark vom Ladezustand ab, hat man eine Batterie mit Deckeln erlaubt deswegen der Säureheber den besten Rückschluss auf den Ladezustand.

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