Kurzstreckenfahrten - Mythen und Tatsachen
Hallo, liebe Motor-Talker!
Wieder einmal geht es mir um die Kurzstreckenfahrten. Fakt ist, dass der Verschleiss erhöht wird, solange der Motor noch kalt ist und samt Betriebsflüssigkeiten noch nicht seine Betriebstemperaturen erreicht hat. Dies ist jedoch unvermeidlich, denn auch vor dem Antreten einer Langstreckenfahrt beginnt die Fahrt mit kaltem Motor.
Problem ist jedoch, dass bei einem Kaltstart und beim Fahren im kalten Zustand in geringen Mengen Sprit/Kondenswasser in den Ölkreislauf gerät. Dieser wird erst wieder durch eine längere Fahrt in betriebswarmen Zustand neutralisiert. Fährt man jedoch andauernd Kurzstrecke und stellt das Fahrzeug auch kalt wieder ab, ob lässt man dem Triebwerk keine Chance, den angesammelten Sprit/Wasser wieder aus dem Kreislauf zu entfernen. Somit steigt die Verdünnung immer mehr.
So habe ich die ganze Sache einmal verstanden, bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege.
Nun aber zu meiner eigentlichen Frage: Ist es überhaupt möglich, beispielsweise durch eine längere Autobahnfahrt die unerwünschten Stoffe, welche sich durch den Kurzstreckenbetrieb entstehen, aus dem Öl hinauszubekommen? Sprich, ist eine einstündige Autobahnfahrt ausreichend, um das Motoröl nach einer Woche reiner Kurzstrecke wieder zu "regenergieren"?
Beste Antwort im Thema
Ja, und auch die Ablagerungen im Abgastrakt werden weggebrannt. Das braucht je nach Motortyp verschieden lange und je nach Motortyp ist das auch anders. Eine Stunde musst Du sicher nicht auf der Autobahn fahren, wenn Du es regelmäßig machst.
Zerlege mal einen Motor, der nur Stadtfahrten hatte.
Und zerlege dann einen Langsteckenmotor.
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117 Antworten
Zitat:
Original geschrieben von Kawaman1974
beim benziner sind die abgastemperaturen eben deutlich höher als beim diesel...
Und die Öltemperatur beim Diesel(weiß nur nicht wie Allgemeingültig) 😉
Zitat:
Original geschrieben von Chris492
Wasser hat eine höhere Wärmekapatizität - sprich: nimmt die Wärme schneller auf.
Das Öl braucht dazu länger.
Richtiges Phänomen, falsche Erklärung. Wasser hat eine viel höhere Wärmeleitfähigkeit als Öl, deswegen nimmt es Wärme schneller auf. Zudem nimmt es je °C etwa doppelt so viel Wärme auf wie Öl, eignet sich daher zum kühlen.
Da Öl schlecht Wärme aufnimmt und dessen Kanäle nicht für den Wärmetausch optimiert sind, erwärmt sich Öl langsamer als Wasser. Dazu kommt, dass das Wasser eher dicht an den warmen Stellen des Motors zirkuliert (im Zylinderkopf, neben den Zylindern). Neuere Motoren haben einen Wasser/Öl Wärmetauscher. Das schnell warm werdende Wasser erwärmt das kalte Öl und bringts auf Temperatur.
Wenn der Turbo oder das Bauteil innerhalb des Turbos, welches gefährlich heiß wird, um die 700°C hat, dann würde es im Stand oder auch bei gemütlicher Fahrt auf der Landstraße die letzten 5 km bis zum Stillstand noch ewig dauern, bis der Turbo so weit runter ist mit der Temperatur, sodass das Öl nicht mehr verkohlen/verkoken kann.
Fragen:
1.)
Ab welcher Temperatur verkohlt/verkokt das Öl denn ?
2.)
Wie lange dauert es denn geschätzt, wenn man mit Turbotemperaturen von 700°C nun beginnt, auf der Landtraße bei 1.500 U/min die Temperatur runterkommen zu lassen ?
3.)
Ich denke manchmal, was wohl den Temperaturabfall im Turbo eher begünstigt ...
a) ... bei Gefälle die Schubabschaltung zu nutzen, damit so wenig wie möglich Wärme (durch fehlende Einspritzung) dazu kommt ...
b) ... bei Gefälle den Gang raus nehmen, damit die Leerlaufdrehzahl (850 U/min) nicht so viel Reibungswärme erzeugt wie im Schubbetrieb (z.B. > 1.500 U/min) ?
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Gutes vollsynthetische Öl braucht wohl so 300°C zum verkoken, billiges HC Öl 150+°C.
Turbolader erreicht "maximal" 700°C (dunkelrot-glühend, bei umgebauten Fahrzeugen wohl auch 800°C).
abkühlen tut dieser allerdings sehr schnell.
Denn beide Seiten des Turboladers "schaufeln" Luft.
Also wenn man bei 700°C vom Gas geht und das Auto rollt im Schubbetrieb: 20°C (Umgebungsluft) auf der Frischluftseite und wohl ~40°C maximal eher weniger auf der Abgasseite des Turboladers.
Dabei strömt aber immer noch z.B. 2l Motor etwa ~1l Luft pro 2Umdrehungen (Druck im Motor ist niedirger als Atmosphäre im Schubbetrieb) durch den Turbo, also bei 3000upm z.B. 1500l Luft pro Minute.
Dadurch wird der Turbo durch die Luft sehr schnell abgekühlt.
Beim "cruisen" liegen die Abgastemperaturen bei 100-150 maximal 200°C und reichen so auch zum abkühlen des Turboladers aus.
wobei natürlich 700°C schon heftig ist und es hier sicherlich 5min. Landstraße braucht bis der Turbo soweit abgekühlt ist.
Nur ist das auch schon eine extreme Autobahnhatzt gewesen um eine solche Temperatur in den Turbo zu befördern.
Moin
Ein Turbolader, welchen ich kurz vor abschalten des Motors (Wer zur Hölle sollte das überhaupt aus welchem Grund machen???) noch mal auf Volle Drehzahl bringe, der dreht nicht viel länger nach als einer der im Leerlauf abgestellt wird. Bei voller Drehzahl des Turbos baut dieser auch den entsprechenden Ladedruck auf. Bei stehendem Motor wird er diesen zum einen nicht mehr los, ergo baut sich schlagartig auf der Verdichterseite ein Gegendruck auf, zum anderen bekommt er auf der Abgasseite keine Leistung in Form von Abgas mehr.
Das echte Problem wurde schon beschrieben und wird schon sehr gut gelöst wenn man nach einer BELASTENDEN!!!! Fahrt z.B. über die Autobahn oder mit Anhänger die Berge hoch den Wagen 5-10 Minuten ohne große Last laufen läst. Bevor ich auf den Rastplatz fahre hänge ich mich mit 80 hinter einen LKW für die letzten 2-5 km, nach einer Bergetappe lasse ich den Motor noch ein paar Minuten nachlaufen.
Moin
Björn
Mich würde mal intressieren um welchen Motortyp es hier eigentlich geht. Denn auch hier scheint der TE alles über einen Kamm scheren zu wollen.
Moin
Ist ja auch ein generelles Motorenproblem. Oder kennst du Motoren, welche keinen Kaltstart haben, welche keinen Öleintrag dadurch haben?
(Lassen wir mal die 2 Takter raus)
Moin
Björn
P.S. Antworte nur wenn du nicht wieder ausfallend werden willst, danke.
och, wie gemein!
der zweitakter wäre doch ideal für kurzstrecken!!!😉
grundsätzlich sind häufige kaltstarts für jeden motor schlecht!
deshalb bevorzuge ich kilometerfresser gegenüber kurzstreckenhuren
warum wohl erreichen fahrzeuge im dauereinsatz deutlich höhre laufleistungen?
Zitat:
Original geschrieben von Friesel
MoinIst ja auch ein generelles Motorenproblem. Oder kennst du Motoren, welche keinen Kaltstart haben, welche keinen Öleintrag dadurch haben?
Also ich lese ja nun schon einige Jährchen in diversen Foren mit. Von daher kann ich sagen: Das Problem wird generell überbewertet. Und zwar aus folgenden Gründen: Bei einem der danach fragt wird sich schon herum gesprochen haben das der Motor auch mal betriebswarm werden muss. Und einer der nur Kurzstrecken fährt dem ist das eh egal.
Generell sind Diesel- Motoren anfälliger, Benziner scheinen dies besser zu verkraften.
Generell sind intakte Motoren wenig anfällig gegen die hier geschilderten Umstände.
Was tun in solchen Fällen? Oder anders gefragt: Was macht eine Werstatt? Na Dose auf, Additiv in den Tank und der Kunde ist glücklich. Was macht der Schrauber: Seine Fahrweise ändern. Was macht keiner: Seine Gewohnheiten ändern.
Auch hier gilt wieder: Man kann nicht alles über einen Kamm scheren. Sondern man muss sehr genau hin sehen, die Problematik untersuchen um dann Rückschlüsse ziehen zu können.
Zitat:
Original geschrieben von Schreckschraubaer
Also ich lese ja nun schon einige Jährchen in diversen Foren mit. Von daher kann ich sagen: Das Problem wird generell überbewertet. Und zwar aus folgenden Gründen: Bei einem der danach fragt wird sich schon herum gesprochen haben das der Motor auch mal betriebswarm werden muss. Und einer der nur Kurzstrecken fährt dem ist das eh egal.
Naja, egal würde ich jetzt nicht sagen, aber in der Regel wird es, wie du ja auch schreibst, nicht wichtig genug sein um seine Gewohnheiten zu ändern.
Mein Arbeitsweg beträgt zum Beispiel kaum über 5km. Das ist, gerade für meinen Diesel, viel zu kurz um warm zu werden.
Deswegen werde ich nicht anfangen Umwege zu fahren um den Motor warm zu bekommen.
Vorteil für meinen Wagen, er bekommt auch regelmäßig (mindestens einmal im Monat, meißtens öfters) viel Auslauf auf der Autobahn. Da werden dann an einem Wochenende mal 1.000km runtergerissen. Das sollte eigentlich reichen um alles ab zu bauen, was so auf den Kurzstrecken eingebracht wird.
Ein Zweitwagen, der ausschließlich in der Stadt bewegt wird, kommt natürlich nicht in diesen Genuss. Dort sollte man vielleicht tatsächlich mal in Erwägung ziehen eine Runde auf der BAB zu drehen.
Ich kenne allerdings auch genügend Fahrzeuge die in vielen Jahren noch nie eine Autobahn zu Gesicht bekommen haben und trotzdem ohne auch nur die kleinste Macke laufen.
Zweitakter verkoken mMn. noch schneller als normale Viertakter, also eigentl. gar nicht kurzstreckengeeignet.
Da sammelt sich soviel Ölkohle an, die irgendwann mit blauem Dunst abgetragen wird, das am Ende viell. der Motor überlebt, aber die Abgasanlage einfach zu ist wenn die Bude nie (unter Last!!) warmgefahren wird, alles schon erlebt früher..
Zitat:
Original geschrieben von Larsavant
alles schon erlebt früher..
Ja, früher war das auch so, aber auch bei der Zweitakttechnik ist die Zeit nicht stehen geblieben. Es gibt inzwischen bedarfsgesteuerte Schmierölzufuhr, Direkteinspritzung und wesentlich besseres Öl. Letzteres verbrennt in den dafür gemachten Motoren deutlich besser als das Altöl aus Viertaktern in Schiffsmotoren, wo es als Brennstoffzusatz entsorgt wird.
Zitat:
Original geschrieben von Friesel
Moin
Zweitakter Luftgekühlt.... DAS Kurzstreckenauto!Stimme dir voll zu!
Moin
Björn
Nicht unbedingt. Motoren von Rollern (49 ccm, 3 bis 4 PS) sind ja noch ab und zu als Zweitakter erhältlich, und die verkoken ziemlich, wenn sie nicht richtig heiß werden. Selbst wenn man hochwertigeres Öl verwendet, sind irgendwann die Auslassschlitze nur noch sehr dünn, so dass man keine Leistung mehr hat.