Kristalle im Vergaser - woher?
Moin,
ich muss hier mal fremdgehen, denn im Bulliforum sind nicht so viele Leute mit Vergasererfahrung.
Auf dem Rückweg aus dem Urlaub nahm der Wagen plötzlich Gas weg und fing an zu hoppeln. Vollgas und Standgas ging, so sind wir noch gut nach Hause gekommen.
Heute habe ich mal das Vergaseroberteil abgenommen und einen Klumpen aus Kristallen vor der Hauptdüse gefunden. Leider vergessen, den zu fotografieren. Ich habe aber auch in der Schwimmerkammer Ablagerungen gefunden, von denen einige diesen Kristallen ähnlich sehen. Und direkt unter den Düsen in diesen Hohlräumen (die wahrscheinlich abgesetzten Schmutz von den Düsen fernhalten sollen), ist ein Schmier, der nach kurzer Zeit an der Luft auskristallisiert.
Habt Ihr so etwas schon mal gesehen? Der Vergaser selbst wurde vor zwei Jahren komplett gereinigt und mit neuen Dichtungen versehen. Ich habe direkt vor dem Vergaser noch einen Benzinfilter. Es muss wohl etwas sein, was sich im Kraftstoff befunden hat und langsam auskristallisiert.
Bin völlig ratlos.
Grüße, Ulfert
35 Antworten
Zitat:
Original geschrieben von AHS IMP 1
Aus'n Nachbarort?😉Zitat:
Original geschrieben von Ulfert
.....
Ich habe noch so einen elektromagnetischen Spritparer ...... geschenkt bekommen......
Ach, kanntest Du den? 🙂
Was ich jetzt zusammenfassend als roten Faden aus allen Vermutungen lese, ist eine Reaktion mit einem der verbauten Metalle.
Ich bin im letzten Jahr schon mal stehen geblieben, da hatte ich den Schwimmer im Verdacht. Das könnte aber auch so etwas gewesen sein. Und nicht allzu lange vorher hatte ich den Vergaser gereinigt (mit Spülmaschinenpulver lange im Ultraschallbad).
Könnte also sein, dass ich damit die Patina entfernt und irgendwelchen Reaktionen die Tür aufgemacht habe? Dann würde ich ja tatsächlich den Vergaser jährlich aufmachen und auf Kristalle untersuchen müssen 😰😰
[OT]
Da ich nicht an Morbus Weber erkrankt bin 😁 und es um ein Wohni geht, ist das schon immer erheblicher Aufwand...
[/OT]
Grüße, Ulfert
Mit Spülmaschinenpulver also.....hmmmm...klar, das Zeuchs ist schon alkalisch und als Pulver schon ein zusammenbacken möglich. Das sollteste nicht nochmal machen.
Ist so wie mit Säure Auto waschen.🙂 Oder Alu mit Natronlauge kochen.
Aluminium- oder Zinkdruckguss? Soviel ich weiss ist das eher Zn druck/spritzguss - genauer ZAMAK Zink, Aluminium, Magnesium, Kupfer-legierung. Denn z.B. die Solexx 40PII-4(A) seeeeehr selten, und 48ADDH, davon gabs mehr, haben das A für Aluguss. Ob das bei WEBER IDA auch so ist, wage ich zu bezweifeln; sind italienische Bezeichungen.
Der Grund für Zn-D-guss liegt in den machbaren dünnen Wandstärken ohne Gefahr von Lunkern. Die Schmelze ist sehr dünnflüssig.
Das ist mein Kenntnissstand.
Was du machen solltest: bau die Vergaser aus, trocknen und 1 Woche offen stehen lassen. Vielleicht bildet sich die schützende Patina wieder.
Moin,
alkalische Reiniger sind zum Reinigen und Entfetten in der Industrie grundsätzlich gängig, weil sie eben auch viele Schichtrückstände entfernen. Harte Lösemittel wie PER und TRI sind nur zum Entfetten neuer Bauteile üblich. Spiritus wird manchmal auch verwendet.
Zusammenbacken ist durch mehrere Spülgänge mit destilliertem Wasser im US-Bad eigentlich nicht üblich.
Ist nicht schön für Metalloberflächen aber wenn die danach gleich wieder mit ihrem Kraftstoff zusammen kommen, sollte die Patina daraus neu aufgebaut werden was auch richtig ist. Vielleicht sind da durch E5/E10 aber neue Reaktionen möglich.
Zitat:
Original geschrieben von flatfour
die Vergaser
Ich sach' doch: Morbus Weber 😉😉
Da sieht man Vergaser nur noch doppelt 🙂🙂
Grüße, Ulfert
Aluminium brodelt wenn es mit Laugen zusammenkommt, das löst sich auf.
So'n Motorgehäuse 24h in warme Lauge gelegt, da findeste nix mehr von wieder.
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Zitat:
Original geschrieben von Ulfert
....
Ist nicht schön für Metalloberflächen aber wenn die danach gleich wieder mit ihrem Kraftstoff zusammen kommen, sollte die Patina daraus neu aufgebaut werden was auch richtig ist.
...
Falsch!
Im Vergaser lagert sich über die Jahre irgendwas aus'n Benzin an, was die Oberfläche passieviert + vor Zerfall schützt.
So aus eigener Erfahrung; Mach ein paar Kratzer, weil du den Vergaser besonders gründlich sauber machen willst + schau nach ein paar Jahren nach. Diese Stellen zeigen erhöhte Zinkausblühungen.
OK, ist zwar aus'n Solex-Moppedbereich, aber evtl auch hier hilfreich.
Zinkdruckguss ist so 'ne Sache. Im Modellbau gab's von Märklin mal ein Problem mit der Zinkpest. Auch alte Solexvergaser haben das. Ok, es betrifft nur die Kriegs-+Nachkriegsmodelle, auf Grund falscher Legierung. Gurgeln brint da vlt. noch mehr Erkenntnisse.
...und was ist die End von der Geschicht? Reinige deine Vergaser nicht.😕
Quatsch!😁
Nur sollte man nicht mit Kaltreiniger oder Kalilauge (KOH) ran gehen.
@Flat
Statt Natronlauge nehme ich Back-Soda! Hoffen wir mal, das ich da nix kaput mache.
Uwe
Die Pressmodelle von Märklin zerbröselten in den 70er Jahren, dagegen war man machtlos. Vaters Nachkriegsspielzeug, mit dem er viel Spass hatte, zerfiel schon beim vorsichtigen Auspascken, unter den Augen aller, zu Scherben..
Du meist Backpulver = Natriumbicarbonat-hydrogencarbonat
Ist auch alkalisch. Wie Soda.
Und korrekt, Zn-guss ist käse. Aber das kam daher weil die sauberen, reinen Sorten für den 2.WK gebraucht wurden.
Dieses ZAMAK ist schon 'ne andere Liga.
Übrigens, einer schrieb was über Schwefelverbindungen. Die Verdacht liegt ja nahe wegen der 'Salzfarbe', aber heute ist so wenig S im benzin, ich glaube unter 0,1%. Oder... wo warst du im Urlaub, Ulfert??
Zitat:
Original geschrieben von flatfour
Übrigens, einer schrieb was über Schwefelverbindungen. Die Verdacht liegt ja nahe wegen der 'Salzfarbe', aber heute ist so wenig S im benzin, ich glaube unter 0,1%. Oder... wo warst du im Urlaub, Ulfert??
Norditalien. Da ich ähnliche Ablagerungen aber schon letztes Jahr beim Tausch des Schwimmerventils gesehen habe (habe nicht kontolliert ob das Kristalle waren) würde ich die Ursache eher systematisch sehen. Also entweder durch den Vergaser oder durch das Messing mit dem E10.
Wie verhält sich denn Messing gegenüber Alkohol?
Grüße, Ulfert
Messingschwimmer werden vom Ehanol angefressen und über die Zeit löchrig.
Das Problem haben einige Motorradfahrer, die aus diesem Grund mit versilberten oder Kunststoffbeschichten Schwimmern unterwegs sind.
Messing ist absolut beständig gg. Ethanol. Sonst wären die Düsen und Mischrohre schon längst weggefressen.
Es kann aber sein das sich Essigsäure bildet, so mit der Zeit. Die greift Messing an.
Ok.
dann werde ich den Vergaser mal einige Zeit offen stehen lassen, dann den Tank leerfahren und reinigen und vor dem Winter nochmal nachsehen, ob ich dann neue Kristalle habe. Sollte es so sein, werde ich mich wieder melden.
Danke für alle Tipps, Ulfert
Moin!
Heute mal die Spritleitungen und die Filter getauscht. Den ersten Filter aufgemacht (siehe Bilder) - 😰😰😰😰
Ich dachte eigentlich, der Filter war neu als ich den Tank draußen hatte. Das war etwa 2007/2008. Ich hatte den Tank damals auch untersucht, ob er rostig oder schmutzig ist - dann hätte ich gleich einen neuen eingesetzt. Der sah von innen aber aus wie aus dem Laden. So viel Dreck hätte ich gesehen.
Jetzt also erst recht den Tank mal sauber machen. Vorher leer fahren - ich glaube, ich besuche mal das Bullitreffen in Kassel. Vielleicht kommt Uwe ja mit 😎
Grüße, Ulfert
Moin,
ich war heute auf dem Treffen der Busfreunde Kassel. Dort kam ein Dieselfahrer darauf, dass sich die Beschriebung anhört, als seien es Harnstoffkristalle. So etwas wie AdBlue, nur dass es eventuell in einem Dieseltank beigemeischt war. Und dann kam E10 rein.
Könnte so sein, denn die Kristalle stimmen und Harnstoff wird gut von Wasser und Alkohol gelöst.
Grüße, Ulfert
Zitat:
Original geschrieben von flatfour
Schön ,schön - nur, wie kommt das (Diesel-)Zeug bei dir in den Vergaser?
Ich habe letztes Jahr im Urlaub mal E10 getankt, danach fuhr das Auto so schlecht, dass ich sogar ein
Themadraus gemacht habe. Meine Vermutung in Nachhinein ist, dass die das E10 in einen ungereinigten Tank mit Diesel plus Sonstwas gekippt haben und ich eine Mischsuppe bekommen habe. Denn gleich mit der nächsten Füllung lief es viel besser.
Bei meiner Stammtanke hier an der Ecke haben sie das E10 in den alten Tank für Normalbenzin getan, das läuft im Daihatsu und im Golf wunderbar.
Grüße, Ulfert