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Kindersitz - wo sollte er hin ?

Themenstarteram 27. August 2003 um 18:34

Hallo.

Ich habe eine etwa 30 Monate alte Tochter. Die sitzt in ihrem schönen Kindersitz hinten rechts im Kombi. So weit so gut.

Bald bekommt meine Kleine aber noch eine Schwester, die mit ihrer Babyschale dann diesen Platz einnehmen wird. Somit stellt sich nun die Frage, wohin meine 'Große' dann umziehen muss.

Da meine Frau sich hinten um das Neugeborene kümmern will und muss, kommt daher eigentlich nur der Beifahrerplatz in Frage.

Ich hatte diesbezüglich auch eigentlich keine Bauchschmerzen.

In einem anderen Forum habe ich jetzt aber gelesen, dass die Rückbank auf jeden Fall sicherer sein soll. Begründet wird dies weniger mit der Airbag-Problematik (so 'ne Rückenlehne im Gesicht kommt hinten auch nicht so gut), sondern vielmehr mit allgemeinen Sicherheitsgedanken. So soll sich bei einem Frontalcrash die Aufprallenergie nach hinten hin immer mehr egalisieren.

Ist nachvollziehbar für mich. Außerdem ist ja auch die Knautschzone für's Kind etwa einen Meter länger hinten.

Aber: Warum immer nur von Frontalunfällen ausgehen ?

Ich denke, bei Seiten- oder Heckcrashs ist der Platz vorne gleich sicher oder sogar sicherer als hinten...

Was meint ihr dazu...?

Gruß

-v-

P.S.: Habe Beifahrerairbag vorne, keine Seitenairbags. Hinten gar keine Airbags.

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7 Antworten

Da hast du schon recht. Aber meistens sind die Frontalcrasches um einiges heftiger und wahrscheinlicher, als ein Heckaufprall mit hoher Geschwindigkeit.

Themenstarteram 28. August 2003 um 20:38

Eben das ist es, was ich ein wenig bezweifele.

Horrorszenarien mit total gecrashten Fahrzeugen gibt es meistens, wenn unachtsame Fahrer anderen hinten voll rein semmeln (z.B. Busse/LKW auf Autobahnen).

Frontalcrashs kann ich immer versuchen, aktiv zu verhindern. Als erstes natürlich durch eigene Achtsamkeit. Aber auch andere Kamikaze-Fahrer kann ich von vorne früher sehen und ihnen ausweichen. Von hinten ist es schwierig, weil ich schlecht merke, ob der hinter mir pennt. Auch steht es weniger in meiner Macht, Leuten auszuweichen, die in völliger Missachtung von Vorfahrtsregelungen seitlich in mein Fahrzeug rasen.

Aber lange Rede, kurzer...: Man bräuchte mal verlässliche Statistikdaten, welche Anstoßstellen bei Unfällen mit Personenschäden am häufigsten vorkommen.

Erst so etwas würde mich wohl vollkommen überzeugen.

Gruß

-v-

Statistiken darüber gibt es schon lange. Der häufigste Unfall ist der Frontalcrash mit 40% überschneidung. Das ist ja auch der Grund, warum dieser Unfall immer der Standard-Crash der Autoindustrie ist.

Auch kann ich das aus meinem Bekannten und Familienkreis bestätigen.

Lediglich ein Fall eines Heck-Crashes ist mir bekannt. Die Fahrerin hat sich erhebliche Verletzungen zugezogen, die aber "lediglich" auf eine falsch eingestellte Kopfstütze zurückführen sind.

Wenn Dir aber auf der Autobahn ein PKW oder LKW mit hoher Geschwindigkeit ins Heck knallt, ist es egal, wer wo sitzt ;-)

Aber ich denke auch, egal gegen was man sich schützt, es passiert dann doch ganz anders.

Gruß Andreas

Dass das Baby hinter Dir sitzt und sich Deine Frau vom Beifahrersitz um es kümmert kommt nicht in Frage?

Themenstarteram 1. September 2003 um 19:26

Zitat:

Original geschrieben von Jense77

Dass das Baby hinter Dir sitzt und sich Deine Frau vom Beifahrersitz um es kümmert kommt nicht in Frage?

Die Situation stellt sich nicht ganz so einfach dar: Wie im Eingangsbeitrag beschrieben, haben wir bald zwei Kinder. Und beide hinten würde - zumindest solange das Zweitgeborene noch ein Säugling ist - nicht klappen. Um beide muss man sich eigentlich sofort kümmern können, wenn sie etwas brauchen, wenn sie getröstet werden müssen oder wenn sie sich weh getan haben.

Zudem ist ein weiterer wichtiger Faktor bislang zu kurz gekommen: Die passive Sicherheit.

Soll heißen, dass ein Kind, das vorne neben einem im Kindersitz sitzt, für weitaus weniger Stress sorgen wird, da man sich immer viel besser um es kümmern kann.

Hat man das Kind hinten, kann man schnell überfordert werden, wenn es etwas will, Aua gemacht hat, krakeelt oder mit Stofftieren wirft. Wer dreht sich da als Fahrer nicht mal nach hinten um, um zu schauen, was los ist und ob man nicht helfen kann ?

Und diese wenigen Sekunden können dann schon zu einem Unfall führen. Man sieht es ja anhand ständig neuer Studien zum Mobiltelefongebrauch im Auto:

Ablenkung = mangelnde Konzentration = erhöhte Unfallgefahr !

Daher denke ich, dass es weniger Stress gibt, wenn das Kind vorne neben einem sitzt und dies dann zu einer Erhöhung der beschriebenen passiven Sicherheit führt. Dies dürfte dann den eh (für mich) zweifelhaften Sicherheitsnachteil ausgleichen.

Übrigens: Habe mal die Anleitungen zum Fahrzeug sowie zum Kindersitz studiert: Beide Dokumente geben für eine Verwendung des Kindersitzes auf dem Beifahrersitz grünes Licht.

Gruß

-v-

Hi Vionville, wie Du das schreibst, ist die Entscheidung ja wohl schon gefallen. Es gibt halt praktische Gründe, die man schlecht aushebeln kann.

Zu Deiner Eingangsfrage, wo der sicherste Platz ist bzw. wo die meisten Dellen entstehen. Ich habe die gleiche Info wie Andreas1971, nämlich der häufigste Crash ist ein mehr oder weniger frontaler. Das liegt u.a. daran, dass fast alle Alleinunfälle, Abkommen von der Fahrbahn usw., fast immer vorne ihre Spuren hinterlassen. Auch fremdverschuldete Unfälle können einen gegen den nächsten Baum werfen, wieder eher Gefahr von vorne. Daher die Statistik.

Klar, mit Kind fährt man defensiver, aber wirklich sicher (vor Reifenplatzern in der Kurve, Ölspur bei Regen oder so) ist man nie. Beim Seitencrash ist der hintere Platz etwas besser gerüstet, da das Hinterrad wesentlich dichter am Oberkörper des hinten Sitzenden ist als das Vorderrad am Körper des Frontpassagiers. Die Räder bilden etwas stabilere Puffer als glatte Türflächen und schützen daher ganz erheblich. Auch sind statistisch die seitlichen Aufprallgeschwindigkeiten geringer, je weiter hinten der Wagen gecrasht wird. Wieder Statistik, der Einzelfall kann anders aussehen: Je weiter mein Auto bereits auf die Querstraße gefahren ist, desto mehr Zeit hatte der seitlich Kommende zum Bremsen.

Unabhänging von der Sitzposition kann man auch selbst viel tun. Nur als Tip, da kaum jemand an sowas denkt: Das Fahren mit halb runtergelassener Scheibe ist extrem gefährlich, da der Kopf bereits bei kleinen Seitenmomenten hart auf die Scheibenoberkante schlägt. Eine Bekannte von mir hatte mal eine sehr schwere Kopfverletzung dadurch, obwohl sie korrekt angegurtet in ihrem Golf nur leicht seitlich gedippt wurde. Meine Tochter jedenfalls liebt es, neben einem halb offenen Fenster zu sitzen. Unter anderem, weil ich es streng verboten habe...

Im Polo fährt meine Tochter (6 Jahre) vorn mit, da es hinten grotteneng ist. Und das macht uns beiden mehr Spaß. Sie lernt ohne mein Zutun die Verkehrszeichen und interessiert sich für das, was draußen passiert. Im Scenic sitzt sie hinten, hat einen Klapptisch vor sich, spielt und registriert kaum, wo wir sind.

Gruß Michael

Themenstarteram 13. September 2003 um 14:57

Hallo Michael.

Vielen Dank für die umfangreiche Antwort ! Ist endlich mal was handfestes, was mich auch überzeugt.

Insbesondere die Anmerkungen zur Statistik sowie die Beschreibung der Frontal-/Seitencrash-Problematik ist logisch sehr gut nachzuvollziehen.

Ich denke, ich werde es mittelfristig genau so machen wie Du, denn über kurz oder lang werden wir uns auch n'en siebensitzigen Van zulegen...

Danke nochmal und viele Grüße !

-v-

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