Kaufberatung / Probefahrt Knistern, knacken und Quietschen im W221 Innenraum / Unrund im Standgas

Mercedes S-Klasse W221

Hallo,

ich liebäugle mit den Kauf eines S500 oder S450 und habe heute meinen ersten S500 4matic probegefahren.

Erste Hand, Vertrags-Händler, Bj. 2007, rund 145.000 Kilometer - erster Eindruck von Außen: Jahreswagen-Zustand. Kaum Steinschläge, winzige Kratzer an der Motorhabe. Laut Händler noch nicht abschließend aufbereitet, vor allem im Innenraum nicht.

In vielen Aspekten ein tolles Auto, der 5,5-Liter-Motor hat mir beim Fahren sehr gefallen. Auch auf der Autobahn sehr leise. Von der Airmatic hatte ich vielleicht etwas zu viel erwartet. Ein Bekannter hat mir erzählt, da spüre man KEINE Fuge mehr auf der Autobahn. Verglichen mit meinem aktuellen Audi A4 Avant aber deutlich besser gefedert und leiser. (Beide Autos 17"-Räder)

Was mir negativ aufgefallen ist:

1. Knistern Mittelkonsole
Sobald mein Arm auf der Mittelkonsole lag, knisterte es dort deutlich hörbar. Wie wenn Hartplastik an Hartplastik reibt. Mit Wackeln an dem Deckel der Mittelkonsole ließ sich das reproduzieren, hier war auch deutlich spürbares Spiel vorhanden.

Ist das normal bei dem Alter oder sollte das auch heute noch fest und leise sein?

2. Quietschen und klappern im Innenraum
Auf der Autobahn war die Mittelkonsole fast das einzige, das man hörte. Auf schlechter Straße in der Stadt allerdings lautes Klappern und Quietschen (hinten unter dem Fahrersitz eher metallisch, vorne Links am Knie eher wie Plastik, oben rechts/mitte auch noch irgendwo). Ich würde sagen die Geräusche kamen aus dem Innenraum.

Ich hatte erwartet, dass eine S-Klasse nach der Laufleistung nicht so "runtergerockt" klingt. Und ich habe auch schon in Taxen gesessen, die deutlich mehr Kilometer auf der Uhr hatten, aber dennoch innen nicht so laut auf schlechter Wegstrecke klapperten.

Der Verkäufer meinte, man dürfe bei dem Alter und der Laufleistung keinen Neuwagen erwarten. Liegt er damit richtig? Erwarte ich zu viel? Wie ist das bei Euren S-Klassen im Innenraum, wenn die Musik aus ist?

3. Unrunder Motorlauf im Leerlauf
Im Stand gab es eine Vibration, die man im Lenkrad spüren konnte. Sie kam und ging und war zum Beispiel auch zu spüren, als ich an der offenen Fahrertür lehnte. Ich meine auch, auf der (in Fahrtrichtung linken) Seite des Motors bei offener Motorhaube ein Ticken gehört zu haben. Auf der rechten Seite war das deutlich leiser.

Ich war davon ausgegangen, dass der 500er absolut rund und ruhig läuft. Erwarte ich da zu viel?

4. Multikontursitz
Mit dem Sitz bin ich gar nicht zurecht gekommen. Insbesondere die Lordosenstütze war entweder gar nicht zu spüren oder schon auf Stufe 3 (relativ weit unten) sehr hart zu spüren. Sie hat auch nicht immer die Luft ausgelassen, wenn ich sie zurück auf 0 gestellt habe. Allerdings gingen bei dem Sitz auch die beiden Seitenpolster auf der Sitzfläche nicht und in der Lehne ging das linke Seitenpolster nicht. Die Lordosenstütze auf der Beifahrerseite war allerdings ähnlich brutal.

Ist es normal, dass die Lordosenstütze schon auf Stufe 3 (von 20 glaube ich) schon so hart ist?

Ich habe mich dann entschieden, das Fahrzeug nicht zu kaufen, weil ich ein schlechtes Bauchgefühl hatte und der Händler das inzahlunggenommene Auto dann wohl lieber an Gewerbe/Export verkaufen würde, bevor er es komplett durchrepariert.

Allerdings wüsste ich gerne vor der nächsten Probefahrt gerne, ob ich von einer gebrauchten S-Klasse zu viel erwarte und mich besser nach einem anderen Modell umsehe.

Schon mal vielen Dank für Eure Antworten!

Beste Antwort im Thema

Also, ich muss mich schon wundern.

Selbst fahre ich eine S Klasse aus 2008, mit dem 320cdi Motor.
Die Kiste ist alt - egal, wie man es dreht. wenn ich zwischen SL und S wechsle, denke ich oft: Wahnsinn, dass der nach 13 Jahren noch so leise und ruhig ist. Irgendwann klappert dann doch die Kopfstütze vom Beifahrersitz kurz und ich bekomme innerlich einen Hörsturz. Warum? Weil es eine S Klasse ist und man dort keine Geräusche erwartet - nein - wünscht.

Wenn ich dann aber in meinen zwei Monate alten Golf Variant (DW) einsteige, dann denke ich, ich sitze in einer Seifenkiste. Da hört man sogar die Bremse, wie sie arbeitet, im Innenraum.

Ich denke, bei den alten Kisten darf auch mal was knarzen und klappern, denn sie wurden schon über ein Jahrzehntlang gebraucht. Da sind andere Fabrikate schon fertig.

Nun noch zu den leider sehr dämlichen "Garantie-Beiträgen":
1. Wo bekommt man für einen 13 Jahre alten Wagen heute Garantie?
2. Was glaubt ihr, bekommt ihr bei der Händlergewährleistung, wenn man was am Auto ist?
3. Wenn man so eine große Panik vor den Kosten einer S Klasse hat, dann sollte man sich einen Golf kaufen.

Das ist einfach lächerlich, was ich immer lese. Ständig heißt es "Ohne Scheckheft Hände weg!". "Auf jeden Fall nur mit Garantie". Geredet wird dann über Autos, von denen bereits zwei weitere Generationen in den Autohäusern stehen (W222, W223). Wer sich einen über 10 Jahre alten gebrauchten kauft, der bekommt auch gebraucht. Wer dann einen Neuwagen erwartet, mit Komplettpaket und Blumenstrauß, der hat etwas nicht verstanden. Die Autos kosten heute im günstigen Drittel 10% von dem, was sie neu gekostet haben.

Also vielleicht auch mal ein bisschen die Erwartungen anpassen.

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@Carsten 253, Daumen hoch.
Es ist unglaublich, was da an Erwartungen gestellt werden bei Gebrauchtwagen. Kein Wunder das man als normaler Privatmann beim Vertrags Händler keine älteren Fahrzeuge mehr erwerben darf. Na, mich als Selbstständiger freut es (:.

Entschuldigung dass ich auf eine Möglichkeit hingewiesen habe eine Garantie abzuschließen sofern die Möglichkeit gegeben ist. Sehr wohl gibt es Garantien die auch in diesem Alter noch 60-70% Lohnkosten und 40-50% Material übernehmen. Abschlusskosten der Garantie 350€. Ob sich das nicht doch rentiert kann doch jeder selber entscheiden. Das als dämlich zu bezeichnen ist unter aller Sau und gehört auch nicht zum guten Ton.

Ein Schaden am 7G Tronic und dann ist das Gejammer riesig wenn man von Privat gekauft hat ohne Gewährleistung.

Ist natürlich leicht Tipps zu geben wenn man selbst keinen S500 fährt. In meinem Fall hat die Jungsterne Garantie bei einer zweiten S Klasse Bj 2010 bis Dato 10.000€ ausgezahlt. Verlängerungskosten 950€.

Zur Airmatic. Sie hat Beim Vormopf definitiv keinen eigenen Knopf. Die Knöpfe S/M/C sind für die Dämpfer mit zuständig. Das was der Kollege meint ist vielleicht beim ABC Fahrwerk der Fall.

Zitat:

Also vielleicht auch mal ein bisschen die Erwartungen anpassen.

Danke für Deine Einschätzung.

Zitat:

@alxs schrieb am 17. September 2020 um 07:08:26 Uhr:


Das mit den Phaeton ist eine gute Idee. Dann merkst Du, was eine Luftfederung leisten kann. Ich fand sie merklich besser als in meiner S jetzt, gemessen am "keine Fuge" Anspruch.

Die Benz-Airmatic kann zwischen Comfort und Normal mit einem Schalter verstellt werden unabhängig von der Getriebestellung die E-S-M bietet. Der Phaeton hat vier Stufen für die Dämpferabstimmung. Er ist jedoch meines Wissen nicht ganz so schrauberfreundlich wie der 221 weil etwas komplexer/komplizierter zusammengeschraubt, was ich bis jetzt gesehen habe. Guck mal im P-Forum hier.

Danke für das Feedback zum Phaeton. Wie hast Du denn den Motor empfunden? Mit 4.2 Litern hat er doch etwas weniger Hubraum als der 5.5er in der S-Klasse. Und der Motor hat mich schon echt begeistert.

Es bleibt auch die Sorge, ob ich für den eine Werkstatt finde. Bei der S-Klasse erwarte ich, dass das zumindest jeder Vertragshändler kann und vieles vielleicht auch eine spezialisierte freie Werkstatt. Beim Phaeton habe ich irgendwo gelesen, dass selbst die Vertragswerkstätten oft überfordert sein sollen.

Selber Schrauben will ich nicht, dazu fehlen mir mechanische Fertigkeiten und Geduld.

Zitat:

Innenraumgeräusche habe ich zwar keine, aber das Leder der Mittelarmlehne und der Tür-Armauflagen wird mit 8 Jahren und 160 tkm mittlerweile wellig. Wenn DIe Luftkissen im Sitz nicht gehen, bist Du irgendwie auch gleich wieder viel Geld los. Das ist kein gutes Zeichen.

Da Du die Autos ja sehr aufmerksam testest und nur nachvollziehbare Fehler findest wie mir scheint - nimm kein Auto, an dem Dir schonbei der Probefahrt was negativ auffällt. Warum sollst Du die Fehler vom Vorbesitzer nachbessern? Guck mal ob der Vorbesitzer Geld hatte, Reifen einer guten/teuren Marke aufzuziehen. Halte ich für ein gutes Indiz.

Die welligen Mittelarmlehnen habe ich schon auf vielen Fotos gesehen. Das würde mich wahrscheinlich weniger stören als ein ständiges Knarzen. Zu den Reifen: Es waren Michelin-Sommerreifen drauf und laut Mercedes-Händler hat der Vorbesitzer zumindest mehrmals Reifen dort gekauft. Man sieht im Netz aber auch Autos, wo No-Name-Reifen drauf sind. Da frage ich mich dann schon: Wer zum Teufel macht auf ein Auto mit über 300 PS Billig-Reifen.

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Zitat:

@jayjayokocha schrieb am 17. September 2020 um 08:11:33 Uhr:


Entschuldigung dass ich auf eine Möglichkeit hingewiesen habe eine Garantie abzuschließen sofern die Möglichkeit gegeben ist. Sehr wohl gibt es Garantien die auch in diesem Alter noch 60-70% Lohnkosten und 40-50% Material übernehmen. Abschlusskosten der Garantie 350€. Ob sich das nicht doch rentiert kann doch jeder selber entscheiden. Das als dämlich zu bezeichnen ist unter aller Sau und gehört auch nicht zum guten Ton.

Ein Schaden am 7G Tronic und dann ist das Gejammer riesig wenn man von Privat gekauft hat ohne Gewährleistung.

Ist natürlich leicht Tipps zu geben wenn man selbst keinen S500 fährt. In meinem Fall hat die Jungsterne Garantie bei einer zweiten S Klasse Bj 2010 bis Dato 10.000€ ausgezahlt. Verlängerungskosten 950€.

Zur Airmatic. Sie hat Beim Vormopf definitiv keinen eigenen Knopf. Die Knöpfe S/M/C sind für die Dämpfer mit zuständig. Das was der Kollege meint ist vielleicht beim ABC Fahrwerk der Fall.

Ist die Junge-Sterne-Garantie eine 100% Garantie? Kann man sie übertragen? Wahrscheinlich geht sie auch nur bis zum 10. Jahr ab Erstzulassung, oder?

Ich habe tatsächlich eine ähnliche Erfahrung mit dem anderen Hersteller aus Stuttgart gemacht:

2011 habe ich einen 996 Targa mit rund 110.000 km gebraucht von privat gekauft, ohne viel Ahnung zu haben und ihn von unten durchzuchecken. Tatsächlich hatte er auch viele (ich glaube 5) Vorbesitzer. Er hatte aber die porscheeigene Garantie und ich habe darauf vertraut, dass sie im Zweifelsfall zahlt. Das hat sie auch, denn das Auto hat Öl gefressen und hatte laut PZ einen beginnenden Kolbenfresser. Also Austauschmotor - ohne wenn und aber und ohne einen Euro Kosten für mich. Selbst ein defekter Lichtschalter wurde ohne Eigenanteil gewechselt.

Die Garantie konnte man bis zum 10. Fahrzeugjahr verlängern, was ich auch gemacht habe, solange es ging. Der Preis lag allerdings auch bei rund 1.500 € pro Jahr für diese "Rundum-Vollkasko". Trotzdem hat sie sich für mich mehr als gelohnt.

Irgendwann bin ich dann bei einem durchgerosteten Auspuff zu einer freien auf Porsche spezialisierten Werkstatt gewechselt, die mir von vielen empfohlen wurde. Das was ich seither an Reparaturkosten hatte, lag deutlich unter dem Preis, den ich für die Versicherung gezahlt hätte.

Über viele der Gebrauchtwagenversicherungen der freien Händler habe ich wie gesagt viel Schlechtes gelesen. Ausschlüsse, Probleme im Schadensfall etc.

Danke auch für den Hinweis mit den Airmatic-Einstellungen. Dann war ich definitiv richtig. Wie gesagt war das auch schon gut. Ich habe es allerdings bei der Probefahrt weniger wahrgenommen als auf der Rückfahrt, als ich wieder im Audi A4 saß.

Ich habe nur den 3 Liter Diesel gefahren. Es gibt heute nur noch wenige ernstzunehmende Händler, die einen P verkaufen. In Ettlingen gibt es zwei, die seriös sind, eins sogar ein VW Autohaus. Sonst sind mit einer in Blaubeuren und einer bei hannover bekannt. Das mit den Werkstätten stimmt offenbar laut P Forum Angaben, mangels Erfahrung traut sich keiner wirklich ran und hat keine Lust das zu lernen für ein, zwei Autos. Offenbar fahren viele mit aufwändigeren Sachen nach Lüdinghausen zu einem Spezi. Also kein Vergleich zu Mercedes.

Fahre doch mal ein zwei andere S Probe, dann verfestigt sich Dein Eindruck was Sache ist. Häng Dich nicht am ersten Auto auf, und wenn doch soll der Verkäufer alle offensichtlichen Mängel auf seine Kosten beseitigen. Fertig.

Also ab und zu knarzt mein Auto von 2012 auch etwas, aber nicht so störend, dass ich gross gesucht hätte. Die Qualität eines Felsblockes hat Mercedes wohl nicht mehr bei neueren Baujahren. Der C240 meinter Eltern von 1998 hat diese Qualität hingegen noch in vollem Umfang.

PS Meine Airmatic Angaben beziehen sich auf MOPF und passen damit nicht auf das genannte Auto. Hatte ich überlesen.

Zitat:

@motzendorfer schrieb am 17. September 2020 um 07:25:11 Uhr:


Also meine S-Klasse ist jetzt im 43. Lebensjahr, und nicht mal da knistert, knarzt, oder quietscht auch nur irgendwas... (bei einem 'Neue(r)en' dürfte da erst recht nix sein.)

Schöne alte S-Klasse. Meine ersten beiden Autos waren aus der gleichen Zeit. 200D/8 von 1975 und ein W123 - allerdings sahen die schon Anfang der 90er nicht mehr so gut aus...

Zitat:

@alxs schrieb am 17. September 2020 um 08:50:08 Uhr:


Ich habe nur den 3 Liter Diesel gefahren. Es gibt heute nur noch wenige ernstzunehmende Händler, die einen P verkaufen. In Ettlingen gibt es zwei, die seriös sind, eins sogar ein VW Autohaus. Sonst sind mit einer in Blaubeuren und einer bei hannover bekannt. Das mit den Werkstätten stimmt offenbar laut P Forum Angaben, mangels Erfahrung traut sich keiner wirklich ran und hat keine Lust das zu lernen für ein, zwei Autos. Offenbar fahren viele mit aufwändigeren Sachen nach Lüdinghausen zu einem Spezi. Also kein Vergleich zu Mercedes.

Fahre doch mal ein zwei andere S Probe, dann verfestigt sich Dein Eindruck was Sache ist. Häng Dich nicht am ersten Auto auf, und wenn doch soll der Verkäufer alle offensichtlichen Mängel auf seine Kosten beseitigen. Fertig.

Also ab und zu knarzt mein Auto von 2012 auch etwas, aber nicht so störend, dass ich gross gesucht hätte. Die Qualität eines Felsblockes hat Mercedes wohl nicht mehr bei neueren Baujahren. Der C240 meinter Eltern von 1998 hat diese Qualität hingegen noch in vollem Umfang.

Ja, ich werde mir noch ein paar andere S-Klassen anschauen. Beim Phaeton habe ich Sorge, dass ich im Bayerischen Wald, wo ich hinziehen werde, niemanden finden werde, der mir mit dem Auto helfen kann. Und wenn ich für jede Inspektion / Reparatur eine mehrtägige Reise machen muss, wird das Auto auf Dauer einfach zu teuer.

Ich hatte selbst drei Mercedes. Zwei als Diesel (200D/8 und W123), da hätte der Motor ohnehin jedes Innenraumgeräusch übertönt und einen SLK von 2001. Denn hatte ich neu bis etwas über 100.000 km und kann ich auch an keine großen Geräusche erinnern. Vielleicht ist das aber auch eine verklärte Wahrnehmung der Vergangenheit...

Ja die Junge Sterne Garantie ist vergleichbar mit der Approved ;-)

Irgendwie schon bezeichnend ... ich hatte damals 2 996, der eine ein Werkswagen hat kurz nach Übernahme mit 13 tkm einen neuen Austauschmotor bekommen, der andere - ein Mopf - dann später ebenfalls. Scheint ne üble Zeit (nicht nur) bei Porsche gewesen zu sein ;-)

Verehrter Threadstarter,

schön, dass unsere Erfahrungen bzgl Garantie übereinstimmen. Da war mein Kommentar dazu wohl doch nicht so dämlich. Gerade beim Porsche hätte ich nämlich auch immer zur approved Garantie geraten, sofern möglich. Die aktuellen Bedingungen der Jungsterne Garantie kenne ich leider nicht, müsstest du dann im Einzelfall vor Ort abklären.

Ich muss aber meine Ausführung vielleicht etwas näher erläutern. Natürlich kaufe ich nicht nur Autos mit Garantie, es kommt immer auf den Einzelfall an. Vor dem Urlaub liebäugelte ich mit einem A6 Avant 4.2 FSI mit 350PS V8 Motor. Anschaffungspreis unter 10.000€, für mich als Drittwagen zum verheizen wenn man es so ausdrücken möchte. Mit vielen privaten Verkäufern in Kontakt getreten, 2 Stück Probegefahren. Beide Fahrzeuge waren trotzt ausdrücklicher Bitte vor meiner Ankunft schon betriebswarm, bei einem brannte nach 1 Minute die Airbagleuchte (er hatte den Fehler mal eben gelöscht und gehofft dass wir es nicht merken). Das waren beides deutsche Privatpersonen von denen ich mir eine saubere Fahrzeughistorie erhofft hatte, einer davon sogar ein gut betuchter Unternehmer. Enttäuscht fuhr ich nach Hause und dachte mir 2 mal Pech ist noch kein Grund den Teufel an die Wand zu malen. Ich habe mir 3 weitere Fahrzeuge ausgesucht mit der Absicht nach meinem Urlaub alle abzuklappern. 2 von den 3 Autos wurden nach meinem Urlaub erneut inseriert, jeweils mit dem Hinweis "Kette macht Geräusche". Vorher waren sie alle angeblich in einem super Zustand. Was heisst das jetzt für mich? Ich hätte das Auto mitgenommen und mir wäre auf dem Weg nach Hause aufgefallen was für ein Idiot ich doch bin. Macht in diesem Preissegment eine Garantie viel Sinn? Nein, tatsächlich nicht. Eine Gewährleistung aber schon, Rasselt die Kette bringe ich den Wagen zurück. Ganz einfach. Rasselt die Kette nach 6,5 Monaten habe ich Pech gehabt, kann ich mit leben.

Ich vermute der Wartungsaufwand für den Phaeton unterscheiden sich nicht großartig von der S-Klasse, sowohl vom Aufwand als auch vom Preis. Es wird sich sicher jemand finden der die Wartungen und Reparaturen für dich erledigen kann. Der schlimmste Phaeton an den ich mich erinnere hatte 234 aktive Fehlerspeichereinträge(!), einen Phaeton würde ich PERSÖNLICH(!!!!) daher eher nicht von privat kaufen. Das Teil ist wie der w221 bis oben hin vollgepackt mit Elektronik.

Ketten Rasseln kann aber in diesem Segment ( Fahrzeug Alter, KM Stand) normaler Verschleiß sein. Dann ist mal nix mit einfach zurück geben.

Steuerkette ist laut vieler Hersteller bis heute(!) wartungsfrei, also kein Verschleissteil. Es war ja nur ein Beispiel, ich denke jeder hat verstanden worum es geht. Der TE hat doch ein wunderbares Beispiel mit seinem Porsche gemacht, aus eigener Tasche treibt das den einen oder anderen fast in den Ruin einen neuen Motor reinhängen zu müssen.

Es geht hier auch eher um Kaufberatung und nicht um Grundsatzdiskussionen. Der TE will ein sorgenfreies Auto kaufen, dann muss ich meine Tipps auf seine Situation ausrichten. Wenn jemand beim Kauf schon sehr genau hinsehen kann, vielleicht sogar auslesen und auf der Bühne angucken, nach dem Kauf das eine oder andere gleich selbst in Angriff nehmen, kann gerne auch mit Fahrzeugen aus dem niedrigen Preissegment sein Glück versuchen.

Letztens rief mich ein Freund an, " ich habe einen 177PS 7 Sitzer Diesel gefunden für 1999€ 120.000km bj 2004". Und das einzige was mir einfiel: nächste Woche rufst du mich an und sagst, hömma ich habe das Auto gekauft es fährt aber nur noch rückwärts, ist das teuer das zu reparieren? :-)

Naja abschließend muss man aber sagen, dass es für Fahrzeuge diesen Alters keine wirklich funktionierende Gebrauchtwagengarantie gibt ... wenn es teuer wird, streiten die verständlicherweise bis aufs Blut. Dieser ganze Gewährleistungsquatsch für Gebrauchsfahrzeuge ist doch zum Himmel schreiender Unsinn! Und das sage ich ohne nähere Bekanntschaft oder gar Verwandschaft zu einem Händler zu haben.
Bei hochpreisigen Fahrzeugen sehe ich das auch anders, da gibt es dann aber auch ne Marge für den Händler

Ich wollte hier auch keine Grundsatzdiskussionen über den Sinn und Unsinn von Garantien anzetteln. Klar hat Garantie seine Vorteile, ich denke aber wie schon gesagt wurde, dass es bei Autos >10 Jahre schwierig wird.

Bleibt die Frage, warum dann so ein altes Auto?

1. Hubraum, V8, nicht aufgeladen
Mich reizt ein V8 ohne Turbo und ich denke, dass man solche Autos bald gar nicht mehr sorgenfrei/sorgenarm fahren kann, weil ja keine neuen mehr nachkommen. Dass für die Langstrecke ein 3 Liter Diesel vernünftiger wäre, ist mir tatsächlich klar. Aber Vernunft muss ja nicht immer siegen 😉

2. Wertverlust
Wertverlust ist so sicher wie das Amen in der Kirche - mit Ausnahme von Glücksfällen wie meinem Porsche, der nur wenig Wert verloren hat. Ich würde als Faustformel davon ausgehen, dass sich der Wert alle drei Jahre halbiert.
Bei einer großen Limousine habe ich den Wertverlust also immer. Je teurer und neuer das Auto, desto mehr. Reparaturen KÖNNEN kommen, MÜSSEN aber nicht kommen. Wenn sie kommen, werde ich gegenüber dem Wertverlust keinen Gewinn machen, wenn nicht, komme ich günstiger weg. Insofern also eine Art Wette, bei der ich die Wahrscheinlichkeiten gerne zu meinen Gunsten verschieben möchte und keine "Gurke" kaufen will.

Ich hoffe, mein Gedankengang ist nachvollziehbar.

Zu den Innenraumgeräuschen habe ich eben mit einem Bekannten gesprochen, der einen W211 vorMopf bis vor kurzem gefahren und dort am Ende deutlich über 300.000 km auf der Uhr hatte. Er meinte dort hätte bis zum Schluss nichts geklappert im Innenraum.

Ein E500 S211 wäre für mich durchaus eine Alternative und hätte nach Außen noch etwas mehr Understatement. Ich bin aber davon ausgegangen, dass bei ähnlich komplexer Technik (gleicher Motor, Airmatic etc.) der Unterhalt nicht wesentlich günstiger als beim W221 sein wird und ich in der S-Klasse wahrscheinlich doch noch etwas mehr Komfort bekomme.

Was meint Ihr dazu? Falscher Gedanke? Ist ein W211 im Vergleich zum W221 das "sorgenfreiere" Auto?

Ich sehe das wie Du und denke, dass ein S211 vielleicht ein wenig günstiger immUnterhalt ist aber ein 500er hat ja auch Airmatik und wir da ähnliche Kosten bei Defekten verursachen!
Ich finde auch der 221 ist angenehmer zu fahren!

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