Kauf im Kundenauftrag mit GW-Garantie

Hallo Community,

seit langer Zeit bin ich schon stiller Mitleser hier im Forum und habe bereits einige hilfreiche Infos entnehmen können 🙂

Nun bin ich an dem Punkt wo ich eure Hilfe/Meinung benötige und gerne ein Feedback erhalten möchte.

Seit längerer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Mercedes E-Klasse Cabriolet, dabei habe ich mir bereits einige Fahrzeuge angesehen.
Nach längerer Suche bin ich auf einen vermeintlich guten Wagen bei einem „Kiesplatzhändler“ gestoßen.
Trotz Skepsis und Vorbehalte vereinbarte ich einen Besichtigungstermin.

Dort angekommen empfing mich ein Herr und überließ mir die Schlüssel um den Wagen in Ruhe anzusehen. Ebenso war spontan eine Probefahrt möglich. Der Wagen machte auf mich einen gepflegten Eindruck, bis auf zwei kleine Dellen in der Fahrertür.
Als ich von der Probefahrt zurückkehrte, gingen wir ins Büro um die Historie vom Wagen zu besprechen.

Anbei ein Link vom Fahrzeug:

https://link.mobile.de/hYPo1hL2cUv7ec3y7

Das Auto ist aus 3.Hand, hat nun 140.000km gelaufen und war regelmäßig bei einer freien Werkstatt zur Inspektion. Die Unterlagen der letzten Besitzerin lagen vor, ebenso eine Rechnung über den Wechsel der Steuerkette (häufiges Problem bei diesen Modellen).

Der Verkäufer sagte mir dann das er den Wagen im Auftrag der Kundin verkauft, Fahrzeugbrief lag vor, Kundin und Autohändler befinden sich im gleichen Ort. Aus diesem Grund erfolgt keine Gewährleistung, da ich darüber nicht erfreut war, bot er mir an, für einen Aufpreis eine GW-Garantie mit dem Kauf abzuschließen.

Mit diesen Informationen bin ich dann gefahren und sagte ich würde es mir überlegen und mich dann melden.
Nun bin ich Hin und Her gerissen, einerseits kenne ich die vielen negativen Geschichten über Kiesplatzhändler und Verkauf im Kundenauftrag, andererseits war ich positiv überrascht über die Transparenz des Verkäufers. Er sagte mir ich könne den Wagen gerne bei Dekra oder TÜV prüfen lassen, er würde aber unabhängig davon nach dem Kauf den Wagen bei der Dekra nochmal vorführen.

Ich bin etwas ratlos, soll ich den Wagen in Kombination mit der GW-Garantie übernehmen (Lohnkosten werden zu 100% übernommen und Materialkosten zu 40% aufgrund Laufleistung und Alter), oder bin ich zu verblendet und gehe ein zu unsicheres Risiko ein?

Hoffe Ihr könnt mir einen Tipp geben!

44 Antworten

Zitat:

@EifelRenner schrieb am 20. Juli 2022 um 11:46:48 Uhr:


Danke nochmals für eure Antworten!

....Und ja, wenn ich 5k mehr investiere, bekomme ich ein besseres Auto, das ist mir bewusst..

Ein anderes !
Du bekommst ein anderes Auto.
Das ist alles.

Ganz genau da ist der Haken bei den gebrauchten. Teuer ist nicht gleich gut. 20.000km weniger heißt nicht: Kein Motorschaden. 2 Jahre HU heißt nicht: 2 Jahre sicher fahren...

Gruß Jörg.

Das führt doch zu nichts.
In der Anzeige steht "im Kundenauftrag".
Somit gibts keine Gewährleistung.
Das weiß man.
Also kauft man den Wagen mit diesem Wissen oder man lässt es bleiben.
Oft genug lässt mans nicht bleiben, da der Preis attraktiv ist.

Es zu kaufen und schon vorher darüber nachzudenken wie man dem Händler einen Strick draus drehen könnte weil es ja vielleicht doch kein Kundenauftrag gewesen sein könnte, bringt außer Ärger doch nichts ein.
Gibt doch genügend Autos mit Gewährleistung, wenns einem wichtig ist.

Da wäre dann noch das unkalkulierbare, menschliche Gen namens Gier.

Man will unbedingt dieses Cabrio.

Zitat:

@Matsches schrieb am 20. Juli 2022 um 12:15:32 Uhr:


Das führt doch zu nichts.
In der Anzeige steht "im Kundenauftrag".
Somit gibts keine Gewährleistung.
Das weiß man.
Also kauft man den Wagen mit diesem Wissen oder man lässt es bleiben.
Oft genug lässt mans nicht bleiben, da der Preis attraktiv ist.

Es zu kaufen und schon vorher darüber nachzudenken wie man dem Händler einen Strick draus drehen könnte weil es ja vielleicht gar kein Kundenauftrag gewesen sein könnte, bringt außer Ärger doch nichts ein.
Gibt doch genügend Autos mit Gewährleistung, wenns einem wichtig ist.

Zitat:

@vwpassat99 schrieb am 20. Juli 2022 um 11:56:27 Uhr:


Da in der Politik eher selten über Folgen nachgedacht wird, halte ich das eher für etwas Fantasie.

Freilich kann es so kommen. Das 9€-Ticket war ja mal ein netter Versuch, Leute zu anderen Verkehrsmitteln zu bringen. Praktisch scheitert das natürlich wieder daran, dass auch nichts so klappt, wie es soll.

Zitat:

@vwpassat99 schrieb am 20. Juli 2022 um 11:56:27 Uhr:



Zitat:

Ja, der Gesetzgeber möchte damit natürlich den Sinn und Zweck erfüllen!?
Zumindest ist es für mich offensichtlich, dass man eben genau diese 10-12 Jahre alten Gurken im Grunde nicht mehr bei einem Händler zum Endkundenverkauf haben möchte...
Das ist doch auch kein Geheimnis mehr, dass sich spätestens in ein paar Jahren die neue Generation fragen soll:

"Oh, ein 5 Jahre alter Polo kostet auf dem Kiesplatz 15t€? Ist es dann nicht besser mal die deutsche Bahn auszuprobieren?"

Für mich gehört die Branche halt schon längst überholt und der Gesetzgeber wird diesbezüglich auch in den nächsten Jahren "nachschärfen".

Nein, es scheitert praktisch daran das Autofahren selbst heute noch viel zu günstig ist.
Gut daran erkennbar, wenn im eigenen Betrieb 8 von 10 Auszubildende/Studierende mit einem Auto anfahren.
Man wird sehen, was passiert wenn in Zukunft Kaufpreise & Unterhaltskosten weiter steigen:-)

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Naja, das wird dann oft von Eltern und Großeltern finanziert.

Mein Sohn geht früh 5:10 Uhr aus dem Haus und ist 17:30 wieder da (da muss er noch die letzten 8 km vom Bus geholt werden), ich mach 3 Kreuze, wenn der selbst fahren darf und kann. ÖPNV klappt halt nicht überall.

20 km Entfernung und man ist 12 1/2 h unterwegs für 8 h Arbeit.

Zitat:

@Zizou12 schrieb am 20. Juli 2022 um 12:24:39 Uhr:



Zitat:

@vwpassat99 schrieb am 20. Juli 2022 um 11:56:27 Uhr:


Da in der Politik eher selten über Folgen nachgedacht wird, halte ich das eher für etwas Fantasie.

Freilich kann es so kommen. Das 9€-Ticket war ja mal ein netter Versuch, Leute zu anderen Verkehrsmitteln zu bringen. Praktisch scheitert das natürlich wieder daran, dass auch nichts so klappt, wie es soll.

Zitat:

@Zizou12 schrieb am 20. Juli 2022 um 12:24:39 Uhr:



Zitat:

@vwpassat99 schrieb am 20. Juli 2022 um 11:56:27 Uhr:

Nein, es scheitert praktisch daran das Autofahren selbst heute noch viel zu günstig ist.
Gut daran erkennbar, wenn im eigenen Betrieb 8 von 10 Auszubildende/Studierende mit einem Auto anfahren.
Man wird sehen, was passiert wenn in Zukunft Kaufpreise & Unterhaltskosten weiter steigen:-)

Nochmals vielen Dank für eure Meinungen und Anregungen, das hilft mir wirklich die Sache für mich besser zu ordnen!

Ich möchte dem Händler keinen Strick drehen, ja natürlich hätte ich gerne eine Gewährleistung, aber ich bin realistisch und weiß dies nicht in diesem Budget zu bekommen.

Für 500 Euro bekomme ich die oben erwähnte GW-Garantie, ich werde nun überlegen müssen ob mir das als Sicherheit reicht.

Wisst ihr, ich war immer total der Vernunftsmensch, jedes Auto beim Vertragshändler gekauft, wenig Km und Garantie sowie Gewährleistung.
Ich bin diesen Wagen vor einigen Jahren mal kurzzeitig im dienstlichen Bereich gefahren, ich hatte daher immer Spaß dran sowas mal besitzen zu wollen.
Ja mit meiner vorherigen Einstellung müsste ich 10k mehr investieren und ein Modell beim Freundlichen kaufen.

Diese Entscheidung ist alles andere als vernünftig, das weiß ich, 140000km ist viel, auch wenn ich nur 10000km im Jahr fahre. Ich hatte den Gedanken hier mal etwas zu riskieren, merke aber wie schwer es mir fällt.

Wie gesagt ich bin nicht der nörgelnde Käufer der dann beim Händler steht und sagt „du bist Schuld“, ich weiß hier trage ich das Risiko ganz allein.

Daher bin ich froh hier im Forum nochmal unterschiedliche Meinungen gehört zu haben

Rufe doch mal die Werkstatt/Werkstätten an, bei denen das Auto war. Oder, noch besser, fahr direkt vorbei.

Vielleicht bekommst Du da was über das Auto raus. Wenn die sich mit Hinweis auf Datenschutz sperren, sollen sie die noch-Eigentümerin anrufen und sich das OK holen, Dir Auskunft geben zu können.

500 € für eine Garantie?

Bei 140 Tkm zahlt die aber nur noch 40% Material und es ist gaaaaaaaaaaaanz viel nicht versichert.

Leg Dir die 500 unters Kopfkissen, da haste mehr davon. Diese Versicherungen sind ihr Geld nie wert, weil deren Geschäftsgegenstand ist eigentlich das Ablehnen von Forderungen. Wenn man mal Einblick darein hatte, dann empfiehlt man keinem Kunden so eine Mogelpackung.

"Wenn man mal Einblick darein hatte, dann empfiehlt man keinem Kunden so eine Mogelpackung."

Warum nicht, zahlt die Garantieversicherung denn keine Provisionen mehr?

Garantieversicherungen zahlen Händlern i.d.R. keine Provisionen.

Ich hatte mal ein relativ freundschaftliches Verhältnis zum Chef einer der größten Garantieversicher. Mehr erzähl ich dazu nicht außer dass der mehrfach in der Woche Gerichtstermine hatte............

Zitat:

@PeterBH schrieb am 20. Juli 2022 um 13:37:55 Uhr:


"Wenn man mal Einblick darein hatte, dann empfiehlt man keinem Kunden so eine Mogelpackung."

Warum nicht, zahlt die Garantieversicherung denn keine Provisionen mehr?

Naja, die Tatsache, dass es Gerichtstermine gibt, sagt nichts aus.

Entscheidend ist, wie die Gerichte urteilen.

Zitat:

@vwpassat99 schrieb am 20. Juli 2022 um 13:54:01 Uhr:


Garantieversicherungen zahlen Händlern i.d.R. keine Provisionen.
Ich hatte mal ein relativ freundschaftliches Verhältnis zum Chef einer der größten Garantieversicher. Mehr erzähl ich dazu nicht außer dass der mehrfach in der Woche Gerichtstermine hatte............

Zitat:

@vwpassat99 schrieb am 20. Juli 2022 um 13:54:01 Uhr:



Zitat:

@PeterBH schrieb am 20. Juli 2022 um 13:37:55 Uhr:


"Wenn man mal Einblick darein hatte, dann empfiehlt man keinem Kunden so eine Mogelpackung."

Warum nicht, zahlt die Garantieversicherung denn keine Provisionen mehr?

Zitat:

@vwpassat99 schrieb am 20. Juli 2022 um 13:54:01 Uhr:


Garantieversicherungen zahlen Händlern i.d.R. keine Provisionen.

Das wäre nun ein Streit um des Kaisers Bart.
Möglich, daß keine Provisionen im Sinne des Begriffs fließen.

Schlussendlich zahlt ein Händler für irgendein Sorglos-Gold-Paket das er 100 Mal pro Jahr vermittelt halt weniger als das, was er von dir und mir dafür verlangt, verdient somit Geld damit.

Das mit den Gerichtsterminen glaube ich dir aufs Wort.
Ich hatte mal vor Jahren eine, bei der die Bedingungen (und meine Pflichten) so geschrieben waren, daß sie eigentlich schon per Definition leistungsfrei war.

Puh mit der Garantie macht ihr mir jetzt keine Hoffnung, dachte das könnte mich ein wenig beruhigen 🙁

Aber wenn dann tausend Dinge ausgeschlossen werden, bringt mir das natürlich nicht viel..

Zitat:

@EifelRenner schrieb am 20. Juli 2022 um 14:50:58 Uhr:


Puh mit der Garantie macht ihr mir jetzt keine Hoffnung, dachte das könnte mich ein wenig beruhigen 🙁

Aber wenn dann tausend Dinge ausgeschlossen werden, bringt mir das natürlich nicht viel..

Da wirds bestimmt solche und solche geben.
Aber das wissen andere sicher besser.
In MT war auch schon zu lesen, daß eine Garantieversicherung den Eigner vor tausenden € Kosten bewahrt hat.

Die meinige von der ich schrieb war damals "WENA-Car".
Suche im Netz liefert Lesestoff für ein ganzes Wochenende.
Das gehört jetzt aber nicht hier her.

Moin,
schade, das selbst die "Alteingesessenen" hier wieder nicht merken, das hier keine Kaufberatung im Sinne des Forums zu Marken und Modellen stattfindet.

https://www.motor-talk.de/.../...t-lesen-update-10-01-13-t3358316.html

Dazu gleitet das hier ganz schön in OT ab.

Ich werde daher hier schließen - das Wesentliche wurde gesagt - und den TE bitten, ggf. einen neuen Thread im E-Klasse-Forum zu erstellen - da sitzen die Kenner - dieser Thread ist dermaßen aus dem Ruder, das ich ihn nicht mehr verschieben möchte.

Gruß Olli
MT-Moderation

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