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Infos gesucht zu Cadillac Eldorado Biarritz EZ 90

Themenstarteram 24. Juli 2006 um 10:05

Hallo,

habe kürzlich einen optisch gut erhaltenen und gepflegten Caddy Eldorado Biarritz EZ 90 mit 4,5 L Maschine (deutsches Fahrzeug) besichtigt. Wo finde ich im Netz Informationen zu diesem Fahrzeug? Wer kennt einen Caddy-Spezialisten in Stuttgart, dem man dieses Fahrzeug mal vorführen könnte.

Bin Euch dankbar für alle Tipps.

Tom

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9 Antworten

caddy=gm=opel, such dir den größten opel-dealer, der ist auch meist der "all gm ansprechpartner"...

ist ja immerhin fastn neuwagen, da machts wenig sinn, nen speziellen oldie-spezie aufzusuchen...

Dieser Eldorado gilt in Expertenkreisen als der unbeliebteste seiner Gattung. GM machte den Fehler und ließ ihn etwas zu weit "einschrumpfen" Das schlug sich sofort in den Verkaufszahlen nieder. Beim Modellwechsel von 85 auf 86 sank die Verkaufszahl des Eldorado von 74.000 auf 21.000. Das war damals für GM desaströs.

Technisch weist das Auto einige Besonderheiten auf.

Seine kompakte Bauform wurde erreicht, indem ein V8 quergestellt in den Motorraum gequetscht wurde. Das erschwert eindeutig die Wartung und kostet somit Monteurstunden, wenn da etwas kaputtgeht. Der Motor, der sognannte HT-Motor, besteht aus einem sehr präzise gefertigten Aluminiumblock und Graugußzylinderköpfen. Wenn das falsche Kühlmittel im Motor ist, führt das zu elektrolytischer Korrosion, die früher oder später die Wasserpumpe erledigt. Folgeschäden sind teuer. Achte auf den Zustand des Kühlwassers. Ist es ölig-schlammig, Finger weg!

Ein weiterer Schwachpunkt ist das Getriebe. GM hatte seinerzeit eine Menge Garantieausfälle.

Positiv: der 4.5 Liter HT ist - sofern er in Ordnung ist - ein kräftiges Motörchen. Mein DeVille ist damit recht gut zu Fuß. Der Kraftstoffverbrauch ist angemessen und pendelt zwischen 10 und 14 Litern/100 km.

Ich persönlich finde die Sportsitze der Tourig-Version des Baby-Eldo extrem unbequem und würde von Touring-Versionen deshalb abraten. Ist aber subjektiv zu beurteilen.

Das Fahrwerk ist unauffällig und recht komfortabel. Lediglich die pneumatische Niveauregulierung, sofern damit ausgerüstet, neigt zu Undichtigkeiten. Der Kompressor pumpt bei Druckverlust auch bei ausgeschalteter Zündung und morgens darauf ist dann die Batterie leer...

Die Karosserie ist recht gut gegen Rost geschützt. Diese Cadillacs wurden ab 89 mit einer elektrolytischen Tauchgrundierung grundiert, die recht effizient und hochwertig ist. Die Vorderen Kotflügel sind meines Wissens nach aus Plastik (welches auch an diversen anderen Außen- und innenteilen ein wenig zu reichlich und von billigster Sorte verwendet wurde).

Schwachpunkt am gesamten Wagen ist die komplette Elektrik, insbesondere die Motorelektrik und die elektronischen Armaturen im Instrumententräger. Das sollte alles hundertprozentig funktionieren, da Ersatz teuer ist. Elektronikmängel am Motormanagement können fatale mechanische Folgen haben (gebranntes Kind...).

Das Leder der innenausstattung ist von minderwertiger Qualität und wird schnell rissig und unansehnlich, wenn es nicht penibel gepflegt wird. Das gilt auch für Lederlenkräder. Im Innenraum sind noch weiter Teile von extrem minderwertiger Qualität verbaut. Dazu gehören die inneren A-Säulen-Verkleidungen, die Armstützen an den Türen, der Himmel, Verkleidungen der C-Säulen, die Klappe des Handschufachs und die Lüfterdüsen.

Hi!

Kann mich der Meinung von Spechti nur anschliessen! Hatte mal den Eldorado TC 4.9 (sieh unten). War ein feines Auto, aber eben... teuer teuer :(

Würde Dir ehrlich gesagt davon abraten!

Andy

Themenstarteram 25. Juli 2006 um 8:29

Vielen Dank, besonders an Spechti, für Eure Hinweise. Werde das Fahrzeug mit fachkundiger Unterstützung nochmal sehr genau ansehen und prüfen.

Tom

Ich kann dazu auch nur sagen, daß mein Vertrauen in die Marke Cadillac bis zum Erwerb meines DeVille nahezu unerschütterlich war. Dazu sei gesagt, daß Cadillacs der ferneren Vergangenheit dies auch eindeutig rechtfertigen. Es waren gute und zuverlässige Autos. Dies gilt etwa bis Ende der siebziger Jahre. Das "downsizing" downsizte auch gleichzeitig die Qualität.

Mein DeVille hat mich seit dem Kauf dermaßen oft zur Weißglut getrieben und durch seine Macken derart hohe Werkstattrechnungen produziert, daß ich ihn schon mehrmals wutentbrannt verkaufen wollte (natürlich dann mit Verlust), es dann aber doch nicht tat. Ich behalte ihn nur, weil er - wenn er fährt - ein kommodes Auto ist und mit seiner ungewöhnlichen Farbe mein Auge erfreut. Außerdem liebt mein Vater ihn sehr und fährt oft damit.

Tatsache ist, ich würde keinen Cadillac der Baujahre nach 1980 wieder kaufen und kann auch keinem ernsthaft dazu raten.

Cadillac 1989

 

Man kann aber auch Glück haben!

Mein 89er DeVille läuft seit gut 7 Jahren im Ganzjahres-Alltagsbetrieb (ohne Garage) und schlägt sich dabei für ein 17jähriges Auto sehr gut.

Dieses Jahr mußte er zwar oft in die Werkstatt, es waren aber alles normale altersbedingte Verschleißerscheinungen (Kat, Wasserpumpe, Zündverteiler, Radlager...)

Die Klimakompressoren gehen gerne hops.

Die "legere" Verarbeitung und billigsten Materialien im Innenraum (Spechti) kann ich voll bestätigen.

Also am 90er Eldo sollte, wie Spechti schon schrieb, alles funktionieren. Dann ist es ein preiswertes (Kaufpreis) Auto, was teuer (Service) zu fahren ist. Das Fahren selber ist ein absolutes Vergnügen, erzieht zur Gelassenheit. Die kompakten Maße kommen einem bei der Parkplatzsuche entgegen.

Die Erfahrung von Romiman, daß diese Autos offensichtlich eine weite Fertigungssteuung bezüglich ihrer Fehleranfälligkeit haben, kann ich bestätigen. Der Vater des Werkstattinhabers, in der ich den DeVille warten lasse, hat einen 89 Sedan DeVille, mit dem er bereits problemlose 300.000 km abgespult hat, mehrmals im Jahr damit nach Spanien fährt und der lediglich die normale Wartung bekommt. Dort gibt es dann noch einen 90er Allante, der ebenfalls mehr steht als fährt. Das zieht sich bei Cadillac offensichtlich durch die ganze Programmpalette.

Der Wagen macht in der Tat einen gediegenen Spagat zwischen amerikanischem Fahrgefühl und europäischer Handlichkeit (gilt natürlich auch für den Seville und den Eldorado), was sehr angenehm ist (obwohl ich eigentlich Autos von Flugzeugrägerformat wie meinen Mark IV lieber mag).

Auch sind die Platzverhältnisse, speziell im DeVille/Fleetwood/Sixty Special ausgesprochen überzeugend. Das gleiche gilt für den sehr gut dimensionierten Kofferraum.

Viel Platz im S d V

 

Zitat:

Original geschrieben von spechti

...Auch sind die Platzverhältnisse, speziell im DeVille/Fleetwood/Sixty Special ausgesprochen überzeugend. ...

Ach deswegen habe ich in sämtlichen anderen Fahrzeugen (völlig Wurscht ob neuer oder älter, größer oder kleiner...) das Gefühl, sie seien innen alle so eng...

Stimmt.

Und ich habe das Gefühl, daß sie auch immer enger werden. Ich mußte gerade gestern feststellen, daß selbst die neue Mercedes S-Klasse kein wirklich geräumiges Auto ist (Chefetage meiner Firma hat alle leitenden mit neuen Karossen mit Stern und Niere "beglückt").

Gesamtprädikat: bestenfalls "naja"

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