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Helfen oder nicht ?

Themenstarteram 14. November 2008 um 22:09

Autsch !

Opel braucht Liquiditätshilfen in Höhe von einer Milliarden Euro. :eek:

So, jetzt gehen die Hosen so langsam runter und die Tatsachen kommen auf den Tisch. Erinnert irgendwie an die Anfänge der Finanzkrise. :rolleyes:

Wenn Opel sich zu solchen (notwendigen) Maßnahmen entschließt, dann hat die Uhr 5 vor 12 geschlagen.

Jetzt wird Opel und natürlich WIR für einen Konzern zur Kasse gebeten, der jahrelang die Zeichen der Zeit verkannt hat und nun mit einer völlig falschen Produktpalette dasteht.

Geil ! :mad:

Und wer hält als nächstes die Hand auf ? So könnten aus einer Milliarden Euro mal schnell fünf oder sechs werden, je nach Anzahl der Hersteller.

Und so was ist in der Geschichte noch nie gutgegangen! Jahrelang wurden Gewinne eingefahren und Dividenden ausgeschüttet und jetzt?

Dann lieber ein Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende. Durch Firmen-Misswirtschaft darf nicht eine endlose Steuer-Geldverbrennung ausgelöst werden.

Denn das Problem der automobilen Überproduktion ist nicht neu. Absatzprobleme hat die Automobilbranche schon seit Jahren, das hat demographische Gründe, die Zahl der Ersterwerber sinkt seit Jahren in den Absatzmärkten stetig.

Die durch die Finanzkrise verursachte Geldverknappung beschleunigt nun diesen Trend. Sie fungiert als Auslöser und Beschleuniger der längst fälligen Marktkorrektur.

Insider haben diesen GAU schon vorraus gesagt, nicht in diesem Ausmaß, aber man war sich der Problematik bewusst.

Und jetzt?

Nun sind die Verbraucher richtig aufgeschreckt und werden ihre Gewohnheiten noch extremer ändern als befürchtet.

Wer wird sich in den nächsten Wochen noch einen neuen Insignia kaufen oder irgendein anderes GM-Produkt ?

Beste Antwort im Thema

Zitat:

Original geschrieben von Linear Cycle

 

Das gesamte Wirtschaftssystem schwankt und ist auf Unterstützung angewiesen.

Nein, nein und nochmals nein!

Auf Unterstützung war und ist die "Finanzbranche" angewiesen und das auch nur insoweit, als genügend Liquidität zur Verfügung gestellt wird und nur deswegen, weil mit dem Kollaps von Großbanken möglicherweise der Rest der sog. "Realwirtschaft" (als wenn Banken keinen Mehrwert erwirtschaften und ihre Mitarbeiter mit Monopoly-Spielgeld bezahlen würden) in einen Sog geraten könnte.

Alle anderen mögen sich bitte dem Wind der Marktwirtschaft stellen wie jeder andere auch. Wenn ich der Meinung bin, statt meinen Kindern ein Weihnachtsgeschenk zu kaufen lieber Opelmitarbeiter zu beschenken, werde ich das selbst erledigen. Dazu brauche ich keinen Staat, der mir diese Entscheidung abnimmt.

Ich befürchte aber, daß Herr Koch im Wahlkampf nicht um eine Bürgschaft herumkommen wird. Der Herr Rütgers muß sich sowieso als der bessere Sozi darstellen und will auch unser Geld verschenken. Nur der Herr Steinbrück will das nicht, obwohl er Sozi ist. Der will nämlich nicht, daß der Koch die Wahl gewinnt und die Leute denken, der Rüttgers wäre der bessere Sozi. Und wenn der Koch und der Rüttgers Geld verschenken, dann will das der Herr Wulf auch und dann der Herr Öttinger und der Herr Seehofer. Der Steinbrück muß dann noch mehr dagegen sein, damit alle denken, er wäre der einzige, der mit unserem Geld umgehen kann. Und dann ist da der Lafontain, der war mal Sozi. Der sagt erst mal gar nichts, sondern erklärt den Leuten hinterher, was richtig gewesen wäre.

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Es hört sich brutal an und lässt sich natürlich auch leicht vertreten, wenn man nicht unmittelbar betroffen ist. Aber grundsätzlich bin ich gegen Subventionen. Subventionierte Arbeitsplätze verhindern, daß solche entstehen, die ohne Subventionen auskommen oder verdrängen solche. Wir hatten in Deutschland historische Überkapatitäten im Baugewerbe, die später mit indirekten (Eigenheimzulage, div. Steuersparmodelle) und direkten Subventionen (Holzmann) künstlich erhalten wurden. Gebracht hat es nichts. Das Geld, das dort verbrannt worden ist, hätte man anders investieren können.

Gleiches gilt für die Autoindustrie. In GB gibt es keine einheimische Autoindustrie mehr. Kurzfristig war das bitter für die ehemaligen Arbeiter, langfristig sind Dinosaurier gestorben und haben sich besser angepasste Säugetiere durchgesetzt. Manche sind - angelockt von den passenden Rahmenbedingungen - sogar von Fernost eingewandert.

Das Problem ist, daß es unmöglich ist, dies dem Wahlvolk zu vermitteln, wenn gleichzeitig Heilsbringer vom Land quasseln, in dem Milch und Honig fließen.

am 18. November 2008 um 12:03

Zitat:

Original geschrieben von Exschwede

Zitat:

Original geschrieben von saab stockcar

 

bin jede Woche bei meinen Kunden vor Ort,

das Krank-Gerede geht allen schon auf den Sack.....

die allermeisten haben nämlich genug Aufträge

bei manchen etwas geringeres Wachstum und alle kriegen die Panik.....

das mit dem Strick hinter dem Zug (:D) sollten nur die ewigen Krankjammerer beherzigen !!!

Na, dann arbeiten deine Kunden evtl. für VW/Audi oder schieben noch einen Berg von unerledigten Aufträgen vor sich her. Ist in der Automotiv-Branche normal, wird aber mit Sicherheit nicht so weiter laufen.

Hallo,

vorab bemerkt kann ich nur von der Situation in Österreich sprechen.

ich beliefere von der kleinen Schlosserei bis zum grossen Fahrzeugbauer alle diejenigen, die mit Metall arbeiten, dabei ist speziell die Schweisstechnik ein Schwerpunkt.

In den letzten Jahren war eklatanter Facharbeitermangel angesagt, jeder arbeitswillige mit 2 halbwegs gesunden Händen wurde mit Handkuss eingestellt und angelernt, und trotzdem haben sich die modernen Sklavenhändler (Leiharbeitsvermittler) krumm und dämlich verdient. Wenn jetzt von den Tausenden in den letzten Jahren zusätzlich entstandenen Arbeitsplätzen ein grosser Teil wegbricht, bleibt aber immer noch ein gewisser Rest an zusätzlich entstandenen Arbeitsplätzen übrig !

Einige Hersteller (z.B. Öfen, Fenster) profitieren nach wie vor vom Renovierungs-Boom.

So manche haben natürlich weniger nach USA exportiert, da der Dollarkurs das verhindert hat.

Andere haben aber auch von diesem niedrigen Kurs profitiert.

Daher mein Resümee,

wo einer verliert, gewinnt ein anderer, Geld wird nicht vernichtet, es hat nur plötzlich ein anderer :eek:

Panik ist jedenfalls kein guter Ratgeber, sobald sich z.B. an den Börsen wieder positives Denken durchsetzt, wird man sehen, dass alles eigentlich gar nicht sooo schlimm war....die derzeitigen Aktienkurse spiegeln ja zum Teil nur mehr einen Bruchteil des tatsächlichen Wertes der Betriebe dar !

Jeden Tag werden nach wie vor Autos kaputt oder zu Schrott gefahren, glaubt wirklich jemand dass diese Leute dann aufs Fahrrad umsteigen werden ?

Positiv denken und handeln ist angesagt, wenn allerdings jetzt jeder seine letzten Euros unter der Matratze versteckt, wird davon nichts besser werden....

Gruss

Saab Stockcar

Zitat:

Original geschrieben von Linear Cycle

...

Lieber einen subventionierten Arbeitsplatz, wie tausende Arbeitslose!!!...meine Meinung!!!

...

Was ist denn besser???

Millionen an Arbeitslosengeld löhnen???...oder lieber ein paar Millionen an Subventionen in Arbeitsplätze stecken???

und wo zieht man da die grenzen? bei wieviel arbeitsplätzen, bei wieviel milliarden euro?

als die innerdeutsche grenze viel, musste man sich im osten so manche häme anhören:

bei euch war ja alles subventioniert... ich zeig euch mal, wie es auch anders geht...

in vielen regionen waren über 30% damals im tagebau und in davon abhängigen industriezweigen beschäftigt, die quasie in handumdrehen weggefallen sind!

und nun sollen aufeinmal gelder für eine riesige fehlkalkulation - dem automobilzweig - locker gemacht werden, die die gesamten in den osten geflossenen kosten lächerlich aussehn lassen?

in den letzten 10 jahren sind die autohäuser aus dem boden geschossen wie pilze. die ganze branche ist mit dem wachstum gen himmel geschossen, ohne sich überhaupt mal gedanken zu machen, dass der markt irgendwann einmal gesättigt ist. und jetzt wo es soweit ist, hält man die hände auf zum "betteln"?

eine subvention an dieser stelle signalisiert doch nur, das es ja trotzdem nochmal gut gegangen ist. was wird sich dadurch langfristig ändern und wer ist dann der nächste, der die hände aufhält?

der markt wandelt sich, ob mit oder ohne subventionen. und arbeitsplätze werden in beiden fällen wegfallen :(

autos wird es weiterhin geben und auch genug leute, die sich welche kaufen. eben in gesundem rahmen. und mein auto muss auch irgenwann mal wieder in die werkstatt ;)

Hallo.....

 

 

 

das Thema ist sehr interessant......

Ich würde mich natürlich freuen, wenn Opel und vor allem auch SAAB nicht vom GM-Debakel getroffen werden, sprich, den Betrieb einstellen müssen auf Grund von offenen Forderungen.

 

Der deutsche Mittelstand hat allerdings etwas selber Schuld. Tante Emma Läden gibt es ( leider ) auch nicht mehr. Warum haben sich Unternehmen nicht zusammengeschlossen, um einen Gegenpol zu bilden und um Preisdumping entgegen zu wirken ?

 

In Japan z.B. gibt es kaum mittelständische Unternehmen und fast alles ist in Großkonzerne aufgeteilt. Und die Arbeitslosenzahlen sind auch nicht höher als bei uns.........schlechter geht es denen auch nicht.

 

 

Betrachtet man es aber mal ganz nüchtern, dann wird man feststellen, dass es schon immer Autounternehmen gab, die auf einmal vom Markt verschwunden sind. Wer letztendlich dafür verantwortlich war, sei doch mal dahingestellt.....

was ist aus Borgward, NSU , Adler , Talbot geworden ? oder jüngst Rover ?

 

Die Zeiten ändern sich und man muss sich kontinuierlich anpassen.

 

Ich habe mich z.B. auch globalisiert und bin Ende Oktober mit meiner Partnerin nach Australien ausgewandert.

Mein größtes Opfer war der Verkauf unseres geliebten , drei Jahre alten SAAB , den wir 2005 neu gekaift hatten. Aber das Mitnehmen nach Down Under hätte einfach zu viel gekostet ( ca. 14000 € ).

Wir leben jetzt zwar nicht in einem Land, wo Milch und Honig fließt aber dafür an einem schönen Fleck auf dieser Erde mit einem besser funktionierenden Sozialsystem als in Deutschland. Hier gibt es SAAB 10 % günstiger und die australische Regierung hat schon einen Hilfsfond für Holden aufgestellt, falls die US-Mutter GM die Tore für immer schließt.

Man verdient gut, hat schönes Wetter, an die Tierwelt gewöhnt man sich schnell...ebenso an das Lenkrad auf der rechten Seite.

Aber vor allem wird hier viel weniger Panik gemacht und gejammert was die Weltwirtschaftskrise angeht.

 

Das einzige was auffällt, das die Australier jetzt richtig hinter Ihren Automarken stehen und auf Einkaufstour gehen. Die jammern ihre Marken nicht ins Grab, wie es momentan in Deutschland passiert.

 

Was ich auch nicht verstehe.......die deutschen Bürger haben weltweit das am meisten angesparte Kapital unter irgendwelchen Matratzen liegen....für den nächsten Krieg und so weiter und so fort....jammern ständig wie schlecht es ihnen geht. Warum geht man denn nicht los und kauft nun Opel und Saab zu bestimmt besten Konditionen......jetzt kann man losziehen und Neuwagen kaufen. Was wollen wir mit dicken Scheinen unter den Matratzen . Diejenigen, die das Geld in Deutschland haben , die sind nun in der Pflicht. Natürlich kann kein Hartz IV-Empfänger ins nächste Opel Autohaus hüpfen und die nächste Neuwagenbestellung klarmachen. Aber warum fahren Merkel und Koch und Steinmeier und Co. jetzt nicht Opel ?????

Und unsere millionenschweren Bosse, die für Missmanagement noch Abfindungen kassieren und diese nach Liechtenstein oder auf die Cayman Inseln schaufeln. Warum gehen die jetzt nicht los und kaufen Neuwagen ???

 

 

Ich hoffe wir finden eine vernünftige Lösung......

 

 

 

The Moose

 

 

Zitat:

Original geschrieben von Swedishmoose

Aber warum fahren Merkel und Koch und Steinmeier und Co. jetzt nicht Opel ?????

Und unsere millionenschweren Bosse, die für Missmanagement noch Abfindungen kassieren und diese nach Liechtenstein oder auf die Cayman Inseln schaufeln. Warum gehen die jetzt nicht los und kaufen Neuwagen ???

Deinen Stammtisch hast Du ja offensichtlich auch mit nach Australien genommen...

Wieviel Autos sind es denn, wenn alle Behördenflotten auf Opel umgestellt werden? Woher nehmen "die da oben" denn das Geld für die Erneuerung der Fahrzeugflotte? Was ist denn der regierungsamtlich verordnete Kauf nutzloser Autos anderes als eine Subvention? Was passiert denn mit Mitbewerbern, die Produkte entwickelt haben, die ohne Subvention absetzbar und gerade wegen der Subventionierung einzelner Marktteilnehmer schwerer absetzbar sind?

Weder sind alle Bosse millionenschwer noch sind alle Bosse Steuerhinterzieher. Wenn es Steueroasen gibt, bedeutet das auch, daß rings um diese Oasen Steuerwüsten liegen. Es soll im übrigen Menschen geben, die in erster Linie durch harte und gute Arbeit gutes Geld verdienen. Die anderen müssen mein neuer Job XXL spielen.

Zitat:

Original geschrieben von Advokat

Es hört sich brutal an und lässt sich natürlich auch leicht vertreten, wenn man nicht unmittelbar betroffen ist. Aber grundsätzlich bin ich gegen Subventionen. Subventionierte Arbeitsplätze verhindern, daß solche entstehen, die ohne Subventionen auskommen oder verdrängen solche. Wir hatten in Deutschland historische Überkapatitäten im Baugewerbe, die später mit indirekten (Eigenheimzulage, div. Steuersparmodelle) und direkten Subventionen (Holzmann) künstlich erhalten wurden. Gebracht hat es nichts. Das Geld, das dort verbrannt worden ist, hätte man anders investieren können.

Gleiches gilt für die Autoindustrie. In GB gibt es keine einheimische Autoindustrie mehr. Kurzfristig war das bitter für die ehemaligen Arbeiter, langfristig sind Dinosaurier gestorben und haben sich besser angepasste Säugetiere durchgesetzt. Manche sind - angelockt von den passenden Rahmenbedingungen - sogar von Fernost eingewandert.

Das Problem ist, daß es unmöglich ist, dies dem Wahlvolk zu vermitteln, wenn gleichzeitig Heilsbringer vom Land quasseln, in dem Milch und Honig fließen.

..einer der besten Beiträge die ich jemals in Foren gelesen habe.

 

Themenstarteram 19. November 2008 um 9:44

Zitat:

Original geschrieben von 9000cse

Zitat:

Original geschrieben von Advokat

Es hört sich brutal an und lässt sich natürlich auch leicht vertreten, wenn man nicht unmittelbar betroffen ist. Aber grundsätzlich bin ich gegen Subventionen. Subventionierte Arbeitsplätze verhindern, daß solche entstehen, die ohne Subventionen auskommen oder verdrängen solche. Wir hatten in Deutschland historische Überkapatitäten im Baugewerbe, die später mit indirekten (Eigenheimzulage, div. Steuersparmodelle) und direkten Subventionen (Holzmann) künstlich erhalten wurden. Gebracht hat es nichts. Das Geld, das dort verbrannt worden ist, hätte man anders investieren können.

Gleiches gilt für die Autoindustrie. In GB gibt es keine einheimische Autoindustrie mehr. Kurzfristig war das bitter für die ehemaligen Arbeiter, langfristig sind Dinosaurier gestorben und haben sich besser angepasste Säugetiere durchgesetzt. Manche sind - angelockt von den passenden Rahmenbedingungen - sogar von Fernost eingewandert.

Das Problem ist, daß es unmöglich ist, dies dem Wahlvolk zu vermitteln, wenn gleichzeitig Heilsbringer vom Land quasseln, in dem Milch und Honig fließen.

..einer der besten Beiträge die ich jemals in Foren gelesen habe.

Richtig ! Dem kann ich mich nur anschließen.

Das die Automobilisten jetzt heulen und die Hand aufhalten, grenzt an Ironie. Sie haben sich die Suppe zum Großteil selber eingebrockt, wir sollten sie jetzt nicht auslöffeln.

Die Krise war vorprogrammiert und von Insidern angekündigt worden. Die Finanzkrise hat die ganze Sache nur extrem beschleunigt.

Einige kleine Zulieferer der Automobilindustrie haben sich rechtzeitig aus der Automotiv-Branche verabschiedet und fertigen heute Komponenten für die Energiegewinnung.

Da gibt es keine Krise, bei denen gibt’s sackvolle Auftragsbücher. Siemens kann vorhandene Aufträge aus der Energiesparte (z.B. Windkraft) nicht abwickeln, es fehlen schlichtweg Kapazitäten bei den Herstellern dieser Komponenten.

Die Zeiten ändern sich und man muss sich den neuen Gegebenheiten anpassen, auch wenn es erst mal weh tut. Desto schneller desto besser.

Nehmt die Milliarden und steckt sie in die Förderungen von neuen Technologien zur Energiegewinnung, bzw. zur Steigerung der Energieeffizienz.

Den Leuten bei Opel am Band sollte es egal sein, ob sie in Zukunft Autos oder Solaranlagen montieren, dass wichtigste ist eine Beschäftigung mit Perspektive.

Bei diesen Technologien ist Deutschland z.Zt. noch Weltmarktführer und der Markt bietet ein gigantisches Potenzial, erst recht, wenn Obama seine Ankündigungen von heute wirklich umsetzten kann.

Es wäre ein Jammer, wenn diese aufstrebende Branche jetzt durch die Finanzkrise verursachten Mangel an Krediten ausgebremst würde.

In 10 Jahren wird in Deutschland nicht mehr die Automobilindustrie Arbeitgeber Nr.1 sein, sondern die Energiebranche. Somit ist klar, wo die Milliarden besser aufgehoben wären.

 

Zitat:

Original geschrieben von Advokat

Es hört sich brutal an und lässt sich natürlich auch leicht vertreten, wenn man nicht unmittelbar betroffen ist. Aber grundsätzlich bin ich gegen Subventionen. Subventionierte Arbeitsplätze verhindern, daß solche entstehen, die ohne Subventionen auskommen oder verdrängen solche. Wir hatten in Deutschland historische Überkapatitäten im Baugewerbe, die später mit indirekten (Eigenheimzulage, div. Steuersparmodelle) und direkten Subventionen (Holzmann) künstlich erhalten wurden. Gebracht hat es nichts. Das Geld, das dort verbrannt worden ist, hätte man anders investieren können.

Gleiches gilt für die Autoindustrie. In GB gibt es keine einheimische Autoindustrie mehr. Kurzfristig war das bitter für die ehemaligen Arbeiter, langfristig sind Dinosaurier gestorben und haben sich besser angepasste Säugetiere durchgesetzt. Manche sind - angelockt von den passenden Rahmenbedingungen - sogar von Fernost eingewandert.

Das Problem ist, daß es unmöglich ist, dies dem Wahlvolk zu vermitteln, wenn gleichzeitig Heilsbringer vom Land quasseln, in dem Milch und Honig fließen.

Nun ja, zöge man alle Subventionen aus dem Wirtschaftskreislauf, würden einige Branchen sterben, dann würde es erstmal ganz finster, und dann heißt es Gold und Munition kaufen. Dass die Landwirtschaft und der Rest der Bergbauindustrie komplett alimentiert sind, dürfte bekannt sein. Die Luftfahrtindustrie ist es, das Taxigewerbe, der ÖPNV, die Werften. Und so weiter, und so fort. Ach ja - @Ex-Schwede - Windkraft? Schon mal was vom "Erneuerbare Energien-Gesetz" gehört??

Die Eigenheimzulage (übrigens seit ca. 1935, die "Wohlfühldiktatur") und die Pendlerpauschale haben ja erst zu einem Boom der Bauindustrie geführt, erst als in den 90er Jahren nach dem Wendeboom der Markt gesättigt war (Neubaugebiete zugepflastert, alle Zubringerstraßen gebaut) blieben die Überkapazitäten ungenutzt. Das ist also nix Neues. Die Stützung von Holzmann war ein Politikum, ein Kotau gegenüber den Gewerkschaften, als Gegenleistung gab es Wählerstimmen.

Im übrigen war der Strukturwandel in GB auch politisch gewollt und gesteuert - die Finanzindustrie wurde auch dort mit optimierten Rahmenbedingungen empfangen; die Industrie vernichtet, um die Gewerkschaften zu schwächen.

Der einzig konsequente Schritt wäre die vorübergehende Verstaatlichung von Opel, die Sanierung und dann der Verkauf an einen Investor.

Themenstarteram 19. November 2008 um 13:44

Zitat:

Original geschrieben von Exschwede

 

Den Leuten bei Opel am Band sollte es egal sein, ob sie in Zukunft Autos oder Solaranlagen montieren, dass wichtigste ist eine Beschäftigung mit Perspektive.

Muss mich schon selber zitieren...

So, nun wird die Sache mit Opel und den Solarzellen schon etwas konkreter.

Herr Asbeck, ein Hauptaktionär der Firma SolarWorld hat doch tatsächlich Interesse an den deutschen Opel-Werken bekundet und will ein ernst gemeintes Angebot abgeben.

SolarWorld soll über liquide Mittel zwischen 800 Millionen und einer Milliarde Euro verfügen.

Wie ernst gemeint dieses Angebot ist, bleibt aber fraglich und die Umsetzung bei einem Kauf wäre wohl fast unmöglich.

Zitat:

Original geschrieben von Exschwede

Zitat:

Original geschrieben von Exschwede

 

Den Leuten bei Opel am Band sollte es egal sein, ob sie in Zukunft Autos oder Solaranlagen montieren, dass wichtigste ist eine Beschäftigung mit Perspektive.

Muss mich schon selber zitieren...

So, nun wird die Sache mit Opel und den Solarzellen schon etwas konkreter.

Herr Asbeck, ein Hauptaktionär der Firma SolarWorld hat doch tatsächlich Interesse an den deutschen Opel-Werken bekundet und will ein ernst gemeintes Angebot abgeben.

SolarWorld soll über liquide Mittel zwischen 800 Millionen und einer Milliarde Euro verfügen.

Wie ernst gemeint dieses Angebot ist, bleibt aber fraglich und die Umsetzung bei einem Kauf wäre wohl fast unmöglich.

Sehe ich mit der Umsetzung auch so. Die europäischen Werke scheinen doch sehr miteinander verwoben zu sein, Saab eingeschlossen. Und GM wäre schlecht beraten, einen Gewinn erwirtschaftenden Konzernteil zu verkaufen. Dann könnten die den Rest gleich abwickeln. Sanieren müsste man Opel wohl nicht, die haben ja Milliardenaußenstände in Richtung GM.

Jörg

Zitat:

Original geschrieben von europäer

 

Nun ja, zöge man alle Subventionen aus dem Wirtschaftskreislauf, würden einige Branchen sterben, dann würde es erstmal ganz finster, und dann heißt es Gold und Munition kaufen. Dass die Landwirtschaft und der Rest der Bergbauindustrie komplett alimentiert sind, dürfte bekannt sein. Die Luftfahrtindustrie ist es, das Taxigewerbe, der ÖPNV, die Werften. Und so weiter, und so fort.

Im übrigen war der Strukturwandel in GB auch politisch gewollt und gesteuert - die Finanzindustrie wurde auch dort mit optimierten Rahmenbedingungen empfangen; die Industrie vernichtet, um die Gewerkschaften zu schwächen.

Der einzig konsequente Schritt wäre die vorübergehende Verstaatlichung von Opel, die Sanierung und dann der Verkauf an einen Investor.

Uns ist allen klar, daß sehr viele Branchen nur durch Subventionen in ihrem derzeitigen Bestand existieren. Und bei jeder Subvention kann man mehr oder weniger plausible Sachargumente (er)finden, warum gerade der Bergbau, gerade die Landwirtschaft, gerade die Werften, gerade die ... mit Geld beschenkt werden müssen, das andere durch wirklich produktive Arbeit verdienen.

Richtig ist, daß es Maggi T. wohl nicht unlieb war, das es gebildete und erfolgsorientierte Fachkräfte im Dienstleistungssektor weniger in Gewerkschaften drängt sind als manche altgedienten Industriearbeiter. Daß die Industrie in GB vernichtet wurde, um die Gewerkschaften zu schwächen, wird aber ernsthaft nur von den bekannten Marktplatzschreihälsen vertreten.

Der inkonsequenteste Schritt wäre, Opel zu verstaatlichen. Warum soll "der Staat" bessere Autos bauen? Wie soll denn "der Staat" sanieren, wenn nicht durch Arbeitsplatzabbau? Wie will "der Staat" dem VW-Schrauber erklären, daß er entlassen wird, weil Opel gerade mit staatlicher Unterstützung Marktanteile (zurück)erobert? Warum sollen wir die Kosten tragen, damit ein Investor (am Ende gar eine Heuschrecke?) die Früchte einfährt? Was machen in einer vernetzten Wirtschaftswelt andere weise Staatslenker, wenn die Autoindustrie in anderen Ländern massiv staatlich unterstützt werden? Warum fahren wir denn nicht aus lauter Solidarität Opel, sondern Saab?

Und weil ich gerade so in Fahrt bin: alle gehen jetzt nach Hause, durchforsten ihren Kleiderschrank, verbrennen ihre in China produzierten Textilien und kaufen heimische. Diejenigen von euch, die im Anlagenbau tätig sind, und den Chinesen die zur Textilproduktion erforderlichen Maschinen herstellen und verkaufen, machen das bitte nicht.

Zitat:

Original geschrieben von Advokat

 

Und weil ich gerade so in Fahrt bin: alle gehen jetzt nach Hause, durchforsten ihren Kleiderschrank, verbrennen ihre in China produzierten Textilien und kaufen heimische. Diejenigen von euch, die im Anlagenbau tätig sind, und den Chinesen die zur Textilproduktion erforderlichen Maschinen herstellen und verkaufen, machen das bitte nicht.

Wenn ich das machen würde, hätte ich sicher ne menge Platz im Schrank. Ich wüsste aber nicht, wo ich Kleidung "Made in Germany" herkriegen sollte.

Jörg

@advokat

Nun, dass MT auch höchst ideologisch getrieben war, dürfte unstrittig sein. Man hätte in GB versuchen können, die Industrie auch staatlich zu stützen, zumindest Teile davon, man wollte das damals nicht. Eine Labour-Regierung hätte das sicher getan.

Verstaatlichung von Opel: Dies wird - auch wie die diskutierten Bürgschaften - sowieso nur für den Fall zu überlegen sein, sollte GM Konkurs gehen. Dann kann Opel nämlich seine Milliarden-Außenstände abschreiben und wäre - gäben die Banken kein Geld - ebenfalls pleite. Verstaatlichung ist so ein großes Wort - schon mal was vom VW Gesetz gehört? Nur, um Dein Beispiel des entlassenen VW Schraubers heran zu ziehen: Keine Angst, da wird niemand entlassen; und VW hat immer ein AAA-Rating dank VW Gesetz.

Also, streiche "Verstaatlichung", setze "signifikante Beteiligung" für den Fall einer GM Insolvenz. Im übrigen wurden in GB gerade Banken "verstaatlicht", die werden nach Wiederherstellung eines tragfähigen Finanzsystems wieder abgestoßen, im Idealfall mit Gewinn für den Staat. Ein Modell, das in Schweden Anfang der 90er Jahre übrigens gut funktioniert hat.

am 19. November 2008 um 16:57

Servus,

mein Senf dazu.

Wenn Solarworld über liquide Mittel von 800-........? Millionen Eur verfügt,

ist das meiner Meinung nach eine Riesensauerei !!!!!

Er fertigt doch diese Solarzellen auf den Dächern und diese werden doch

über erhöhte Strompreise SUBVENTIONIERT !!!!

Also auch mit unsere Geld !

Wir zahlen den erhöhten Strompreis und diese Dinger werden in China gefertigt !

Mit unseren Subventionen kann sich dieser Mann als Retter aufspielen und sich

OPEL kaufen.

Zur Verstaatlichung kann ich nur sagen : Diese Herren von den Landesbanken

haben doch bewiesen dass sie es auch nicht können.

Oder wir holen uns Mr.Calves aus Venezuela. NEIN DANKE !!!!

Wir hatten das alles schon mal bei unseren Brüdern in der DDR.

Wenn die unfähig sind Autos zu bauen sollen die Pleite gehen.

Schönen Abend noch. Saabheinz

Zitat:

Original geschrieben von Advokat

Gleiches gilt für die Autoindustrie. In GB gibt es keine einheimische Autoindustrie mehr. Kurzfristig war das bitter für die ehemaligen Arbeiter, langfristig sind Dinosaurier gestorben und haben sich besser angepasste Säugetiere durchgesetzt. Manche sind - angelockt von den passenden Rahmenbedingungen - sogar von Fernost eingewandert.

Einspruch Euer Ehren :D

Das ist genau das Übel, an dem Großbritannien gerade krankt. Eine diversifizierte Wirtschaftsstruktur wurde durch fehlende Unterstützung vernichtet, da man in GB glaubte, dass man das große Geld auf den Finanzmärkten holen kann und keine "altbackene" Industrie mehr braucht. Dummerweise wird jetzt GB um ein Vielfaches härter von der Krise getroffen als Deutschland, da hier die industriellen Strukturen recht intakt und in alle Richtungen diversifiziert sind.

In GB haben übrigens mehrere Labour-Regierungen die Industrie extrem geschwächt und gerade Blair/Brown haben ab 1997 viel zu stark auf den Bankensektor gesetzt.

Richtig finde ich übrigens den Satz von Schwedishmosse (der Rest ist allerdings kritikwürdig): "Das einzige was auffällt, das die Australier jetzt richtig hinter Ihren Automarken stehen und auf Einkaufstour gehen. Die jammern ihre Marken nicht ins Grab, wie es momentan in Deutschland passiert".

In Deutschland wird viel zu viel gejammert. Alles ist immer sozial unverträglich und immer sind es die bösen Manager und Unternehmer. Da brauchen wir uns doch gar nicht wundern. Seit ich hier bei MT schreibe, gibt es im Saab-Forum regelmäßig einen neuen Thread über den Untergang von Saab, über die böse Konzernmutter GM und dass früher natürlich alles besser war. Die alten Kisten waren Superqualität, die neuen sind nur GM-Schrott oder Billig-Opel: Weltuntergang. So kann man sich auch in den Untergang reden. Falls ein Interessent hier nachliest, dann wird er niemals einen Saab in Betracht ziehen. Schaut man im BMW, Mini oder anderen "Premium"-Foren hier, dann sieht man genau die umgekehrte Tendenz. Da wird über "Schrott" geredet, als sei es Gold. Nicht das ich das toll fände, aber so kann man sich auch einen Ruf erarbeiten. Und man sollte nie vergessen, dass hier Hundertausende lesen.

Wir brauchen uns keinen Träumereien hingeben. Saab steht und fällt mit GM. Keine Firma wird zur Zeit ernsthaft eine (andere) Automobilfirma kaufen. Und schon gar nicht eine mit GM eng verzahnte wie Saab oder Opel. Das schafft alles nur zusätzliche Probleme. So und jetzt? Wir reden seit mehrern Jahren Saab hier tot. Bisher konnten wir fast jeden potentiellen Käufer abschrecken (ok, erwas übertrieben). Ist doch toll, Saab geht vielleicht unter, und alle Schwarzseher haben dann recht gehabt. Freut sich schon einer? :(

Diesmal ohne Grüße :mad:

Celeste

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