Gebrauchtwagen ohne Sachverständigen kaufen ?

Hallo,

ich bin gerade dabei mein erstes Auto zu kaufen. Als Student kommt natürlich nur ein 500-1300 € Gebrauchtwagen in Frage.
Mein Problem ist folgendes : ich weiß auf welche Werte ich theoretisch achten muss: HU neu, max 150.000 km, halbwegs seriöser Anbieter, grüne Umweltplakette etc.

Aber ich habe keine Ahnung von Autos und wäre deswegen bei einer persönlichen Begutachtung wahrscheinlich aufgeschmissen.

Ich habe jetzt zb gerade lokal ein Ford Fiesta Baujahr 98 mit 140.000 km, HU neu, Steuerkette etc entdeckt, muss das Angebot aber verstreichen lassen, weil ich keinen kenne der Ahnung von Autos hat und einen Gutachter für 150-200 € zu beauftragen bei einem Kaufpreis von 700€ lohnt sich wahrscheinlich auch nicht, va. wenn man den Wagen dann nicht nimmt.

Müsste mir den Wagen auch komplett alleine anschauen, weil sämtliche Leute aus meinem Bekanntenkreis, selbst die eigene Familie keinen Bock hat und ich es mittlerweile leid bin zu betteln.

Kennt ihr noch irgendwelche Möglichkeiten oder soll man, wenn oben genannte Werte stimmen auch mal Roulette spielen ? Wenn ja, auf was muss man als laie beim Kauf achten ?

mfg

Beste Antwort im Thema

In der Preisklasse ist das immer wie Roulette spielen, die meisten Autos sind verbraucht und mit Wartungsstau. Manchmal hat man Glück und erwischt einen alten Rentnerwagen. Das Übliche in der Liga ist aber eben, dass der Wagen schon bei 4+ Besitzern gefahren ist - und jeder hat weniger drauf geachtet und investiert. Da bleibt Dir nur: nicht auf Marken oder besondere Merkmale Wert legen, die Historie genau prüfen, genau hinsehen und hinhören. Und versuchen das bestmögliche zu erwischen.

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Hier kann man ungefähr mal sehen wie sowas von statten gehen kann - für deinen Zweck sind da einige Sachen übertrieben zB Spaltmaße checken etc.

Aber als erster Start in das Thema nicht verkehrt:

Teil 1
https://youtu.be/o5m7FsLs1Rk

Teil 2
https://youtu.be/ykJfokVEk0o

Ach ja alternativ kannst du auch versuchen eine kleinere Werkstatt/Schrauberbude in der Nähe zu finden und da mal anzufragen ob die für einen 20er in die Kaffekasse den Wagen mal auf ihrer Bühne ansehen ...

Den Typen finde ich ziemlich peinlich. Aber du hast recht, für lau und für Anfänger schon nicht ganz schlecht, weil geringe Einstiegshürde.

Vorher muss man halt erstmal eine Menge Begriffe lernen, wie die Teile und Funktionen im Auto benannt werden. Das ist an sich das erste. Denn sonst kann man sich unter "Domlager" oder "Servopumpe" ja nichts vorstellen. :-D

Also Lektion 1: Die Komponenten eines 500 - 1000 EUR-Autos (typisch: Kleinwagen aus dem Beuteschema des OP).
Die sind schön alt mit wenig Sicherheits- und Komfortklimbim, da geht das alles noch einigermaßen.
Aber so 500 Teile werden das trotzdem.

Guter Check: HU-Checkliste. Die ist ein bisschen fokussierter auf sicherheitsrelevante Sachen.
https://www.tuev-sued.de/.../checkliste-hu-pkw.pdf
https://www.gtue.de/sixcms/media.php/771/gtue-hu-checkliste-pkw.pdf

Und das Buch kann ich noch sehr empfehlen:

"Fachkunde Kraftfahrzeugtechnik"
http://www.europa-lehrmittel.de/t-1/fachkunde_kraftfahrzeugtechnik-53/

Und das:
"So wird's gemacht" und "Jetzt helfe ich mir selbst" für das gewählte Zielfahrzeug.
Da sind auch gute Hinweise zu den Service-Intervallen drin. Und fahrzeugspezifische Prüfhinweise. Für deutsche Volumenmodelle ist das immer zu haben. Soll dann auch vor allem der Ausbildung dienen: Teile richtig benennen, Funktionsgruppen richtig verstehen, Zusammenwirken verstehen.

Zitat:

@Grasoman schrieb am 10. Feb. 2017 um 00:25:26 Uhr:


Den Typen finde ich ziemlich peinlich. Aber du hast recht, für lau und für Anfänger schon nicht ganz schlecht, weil geringe Einstiegshürde.

Ich bin mir sicher du wirst bald das ultimative Tutorial bei YouTube hochladen wo du jeden Fehler anschaulich und kompetente aufzeigen und praktisch für jeden Laien erklären wirst. 😉

Leider ist das wirklich das Beste was ich bisher bei YouTube (deutschsprachig) zu dem Thema gesehen habe.

Der Anfang geht nicht in "Fehler erklären". Der Anfang ist: Komponenten, Bauteile, Funktionen und Zusammenhänge lernen.
Und das an einem konkreten 1000 EUR-Modell (z.B. Fiesta MK4), denn es soll ja überschaubar bleiben.

Modellübergreifende Grundlagen mal in ordentlich und ohne "Susi Sorglos schraubt mal eben was an einem deutschen Automodell (meist BMW) in der Garage rum", findet man hier:
https://www.youtube.com/user/KfzAusbildungskanal

Man muss das Sollverhalten lernen und kennen. Nicht hunderte "1 Problem - hier mal eine Lösung"-Videos machen.

Und zwei gute deutschsprachige Web-Seiten:
http://www.kfztech.de/
http://www.kfz-tech.de/

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Mit einem günstigen Gebrauchtwagen von privat bzw. freien Gebrauchtwagenhändlern kann man sehr schnell auf die Nase fallen. Sie erzählen einem wie fantastisch das Auto in Schuss ist und alles voll funktionsfähig. Ich habe mir ein Auto angesehen, bin Probe gefahren und sogar noch zu einem Sachverständigen... so war alles gut, aber...

Nach nur kurzer Zeit durfte ich so gut wie alle Verschleißteile austauschen, so dass das Auto quasi doppelt so teuer war und ein Ende der Erneuerung war einfach nicht in Sicht. Letztlich habe ich das Auto dann in Zahlung gegeben und mir einen guten Gebrauchtwagen bei einem Online-Händler gekauft. Mit dem habe ich keine Probleme...kaum zu glauben, wenn man das Onlinegeschäft so kennt.

"Auf die Nase fallen" ist relativ.

Ich weiß jetzt nicht, was bei Dir "günstig" ist, aber Autos für 1000 und knapp darunter/darüber haben die besten Jahre nunmal weit hinter sich.

Je nach Fahrzeugklasse sind 1000 € nur noch 5-10% des Neupreises. Meiner Meinung nach bekommt man aber wesentlich mehr als 10% Auto :-)

In dieser Taschengeldkategorie muss man Ahnung haben und bestenfalls selbst schrauben können. Dann kommt man gut über die Runden.

Zitat:

@basti922 schrieb am 21. Juni 2017 um 09:10:23 Uhr:


Mit einem günstigen Gebrauchtwagen von privat bzw. freien Gebrauchtwagenhändlern kann man sehr schnell auf die Nase fallen. Sie erzählen einem wie fantastisch das Auto in Schuss ist und alles voll funktionsfähig. Ich habe mir ein Auto angesehen, bin Probe gefahren und sogar noch zu einem Sachverständigen... so war alles gut, aber...

Nach nur kurzer Zeit durfte ich so gut wie alle Verschleißteile austauschen, so dass das Auto quasi doppelt so teuer war und ein Ende der Erneuerung war einfach nicht in Sicht. Letztlich habe ich das Auto dann in Zahlung gegeben und mir einen guten Gebrauchtwagen bei einem Online-Händler gekauft. Mit dem habe ich keine Probleme...kaum zu glauben, wenn man das Onlinegeschäft so kennt.

Moin,

Nun - Verschleißteile kommen nun einmal. Bei einem Neuwagen, einem jungen Gebrauchten und auch bei einem abgeranzten alten Karren. Der Sachverständige prüft bei solchen Teilen wie der TÜV - geht noch, aber nicht damit fährst du noch 35000 km ... Insofern ?!?

LG Kester

Du findest bei youtube Filme zum Gebrauchtwagenkauf. Bei den Online-Portalen oder dem ADAC gibt's Checklisten. Angebote auf analogen Medien suchen (Zeitung, Anschlagbretter), die werden eher nicht von den Profis abgegrast und manche Rentner können noch nicht Internet... Ansonsten ist's schon auch Glückssache, wobei bei jedem Auto früher oder später was kommt.

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