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Fön in der Badewanne: Gefahr durch höhere Bordspannung?

Themenstarteram 17. Juni 2003 um 10:54

Hallo zusammen,

seit ich vor vielen Jahren mal einen Wagen auf klassische Weise in einem finnischen See versenkt habe, beschäftigt mich alles, was mit solchen Situationen zu tun hat. Damals hatten Autos in der Regel noch Fensterkurbeln, und so kam ich mit nassen Klamotten und einem gewissen Respekt vor Schotter in Kurven davon. Mein VW 1600 LE war natürlich völlig im Eimer...

Aber nun wird in absehbarer Zeit das 42-Volt-Netz eingeführt. Erste Hybridautos mit noch höheren Spannungen an Bord (Toyota Prius) fahren ja bereits, die Brennstoffzelle wird vorangetrieben, die ja auch eklektrische Energie abgibt.

Was bedeutet das für einen Fahrer beim Wasser-Unfall? Was müssen mögliche Helfer befürchten? Gibt es Untersuchung bzw. Sicherheitskonzepte?

bin gespannt...

mfG michael

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16 Antworten

Ein 42-Volt-Netz ist für Menschen noch ungefährlich.

42 Volt werden zum Beispiel im Naßbereich in der Industrie (wie Brauerei oder Getränkewirtschaft) eingesetzt.

Neben der Spannung sind ebenso wichtig Stromstärke, Einwirkungsdauer, Stromweg (z.B. über das Herz), Widerstand (Art u. Ausdehnung der Berührungsfläche, Feuchtigkeit) und Frequenz.

Themenstarteram 18. Juni 2003 um 8:12

@ Axsimu: Ich habe mal irgendwo gelesen, dass alles ab 40 Volt gefährlich sein kann. Aber wenn das in der Industrie als sicher eingestuft wird, solte es ja ok sein, ich bin da kein Fachmann.

@ All: Ich bin gerade zufällig auf eine Toyota-Werbeaussage zum neuen Prius gekommen:

"...die Batterie kann ... kleiner ausgelegt werden, aus Sicherheitsgründen ist sie nun voll gekapselt..."

Weiß jemand was Genaueres darüber? Meinen die "wasserdicht"?

Auch Brennstoffzellen sind doch schon wegen der nötigen Kabelstärken auf höhere Spannungen ausgelegt, oder?

mfG Michael

Der Toyota hat doch noch 12 Volt???

Ich kenne diese Werbung nicht, aber bei den derzeitigen Batterien verstehe ich unter "aus Sicherheitgründen voll gekapselt" (a) kein Auslaufen der Schwefelsäure und (b) kein Austreten von Knallgas, wobei hier eigentlich eine Entlüftung vorhanden sein sollte.

Hinweis: bei Starthilfe sollte ein Kabel an der Batterie, das andere Kabel weit weg von der Batterie angebracht werden, sonst kann - wenn auch äußerst selten - durch Knallgas die Batterie explodieren. Mit einer erlebten Batterieexplosion bin ich für den Rest meines Lebens bedient!

Wie gefährlich die Spannung für den menschlichen Körper wird, ist ja von vielen Faktoren abhängig, aber ich meine bei Befragung meiner grauen Zellen im Hinterkopf, daß erst ab ca. 80 Volt eine besondere Vorsicht angebracht ist. Autofahrende Mediziner mögen dies doch genauer erklären!

Themenstarteram 18. Juni 2003 um 22:27

Sorry, axsimu, ich habe nicht erwähnt, dass der Toyota Prius das Hybrid-Auto von denen ist. Gibt es seit ein paar Jahren, auch in Deutschland, findet hier aber keine Akzeptanz, da unsere Dieselautos ebenso sparsam sind und der Wagen keinen Schönheitspreis gewinnt. Jetzt kommt Anfang 2004 ein neuer Prius raus, der hat immerhin 40 KW Leistung aus dem E-Motor, dazu sowas wie 70 KW aus dem Benziner. Die 40 KW macht der nie und nimmer mit 12 Volt.

mfG Michael

um mal in den bereich der elektronik auszuschweifen: die meisten elektriker sagen dir, "man stirbt nicht wegen der hohen spannung, sondern am hohen strom"

ein mensch kann auch über 100.000 v aushalten, wenn der strom dementsprechend niedrig ist.

Themenstarteram 31. Juli 2003 um 19:52

@ trebstyle,

Ja, Deine Aussage ist korrekt. Um einen gefährlichen Strom durch den Körper fließen zu lassen, wird eine Mindestspannung benötigt und der Körperwiederstand muss durch feuchte Hände und ähnliches möglichst gering sein. Sind die Hände nicht feucht, so muss mehr Spannung her. 220 Volt sind auch mit trockenen Fingern recht kribbelig. Menschen können gefahrlos (aber nicht schmerzlos) 100.000 Volt berühren, wenn die Spannungsquelle einen so hohen Innenwiderstand hat, dass der als "Verbraucher" draufgeschaltete Mensch die Spannung auf harmlose Werte zusammenbrechen lässt. So funktionieren Weidezaungeräte oder die unbeliebten Schläge beim Zumachen der Autotür nach Hosenboden-Sitzpolster-Reibung.

Um bei (künftigen?) Elektroautos, wozu ja in gewissem Umfang auch der Hybrid-Schlitten von Toyota zählt, mit erträglichen Kabelstärken auszukommen, muss man in der Spannung hochgehen. Dass die Motörchen dennoch einige Ampere ziehen, ist ja klar, Der Gefahrenbereich für Menschen beginnt, soweit mir bekannt ist, irgendwo im Milliamperbereich. Die Batterien hätten wohl locker das Potential, einen Menschen zu töten. Das können, wie wir wissen, Steckdosen auch. Und eine Steckdose liefert nur 2-3 KW. Die Batterien eines Elektroautos müssen 10 mal mehr stemmen.

Was mich interessiert: Sind da konstruktionsseitig Sicherungen eingebaut (nicht "Sicherungen" im Sinne von Kurzschluss-Schutz, wie sie allgemein üblich sind), die bei Wasserunfällen die Gefährdung der Insassen und möglicher Helfer ausschließen? Kann sicher ausgeschlossen werden, dass nicht plötzlich ein paar hundert Volt nach einem Unfall an der Karosserie anliegen?

Ich meine, die Hersteller haben die Pflicht, uns alle über diese Sachverhalte aufzuklären. Sonst könnten Unfallzeugen aus Angst vor eigenem Schaden Hilfe verweigern. Und diese Perspektive werden die Kunden dieser Autos auch nicht so doll finden...

mfG Michael

Wenn die Karosserie unter Spannung kommt die Dich gefährdet, setzt das voraus das die Karosserie (Masse, d.h. minus-Pol) der eine und Du der andere (plus)Pol ist, d.h. Du müßtest den zweiten Pol als einziger elektrischer "Verbraucher" berühren (mit kontakt zur Karosserie). Beim Unfall bleibt der Krempel aber meistens unter der Karosserie und der Pluspol berührt bestenfalls die Karosserie, das heißt Kurzschluß und damit erledigt: der Strom fließt über den geringsten Widerstand (Kurzschluß). Und gegen direkte Kurzschlüsse gibts dicke Sicherungen, die dann aufrauchen und die Batterie vom Bordnetz trennen. Wasser als solches hat einen hohen elektrischen Widerstand, leiten tun die in ihm gelösten Salze usw. Süßwasser hat davon nicht soviel. Heutige Autos mit ihren Sprittanks gehen wohl häufiger in Flammen auf als durch künftige E-Antriebe eventuelle Helfer durch einen Stromschlag ins Jenseits befördert werden. Sorgen brauchst Du dir für solche Fälle wohl nicht machen, es ist wirklich äußerst unwahrscheinlich.

Ciao!

P=I*U...

Es gibt auch Fahrzeuge (E-Klasse?), die bei einem Unfall die Batterie vom Bordnetz absprengen, damit kein Fahrzeugbrand entstehen kann.

Die Bordspannung ist ungefährlich

Die Tödliche Spannung von der man in der Elektrotechnik ausgeht liegt bei

Wechselspannung bei 50V

Gleichspannung bei 120V

Da die Batterie Gleichspannung hat müsste sie fast das 3fache haben um dich (im schlimmsten anzunehmenden Fall) zu töten

Das einzige Problem bei höheren Spannungen ist das es leichter zu Lichtbögen kommen kann wodurch ein Brand entstehen kann aber auch dieses Szenario ist äußerst unwarscheinlich

Hi,

Eine Gefahr bestuende nur dann, wenn du unmittelbar nach untertauchen des Fahrzeuges (also noch bevor sich die Batterie daurch das Wasser entleert hat) unter Wasser sagen wir z.B. die Batterie auszubauen versuchtest. Das wird ja wohl keiner tun und sonst entstehen ja Stroeme durchs Wasser nur da, wo auch eine Spannung anliegt, also z.B. innerhalb von elektronischen Geraeten, Schaltern, Lampen etc. Der finnische See an sich hat zum Auto keinen Spannungsunterschied, daher fliessen keine Stroeme, daher keine Gefahr.

Ausserdem ist es so, dass es einen guten Grund fuer die 48V gibt:

Ein ausgebildeter Automechaniker darf nur mit Niedrigspannungen hantieren. Per Definitonem ist Niedrigspannung <50V. Wuerde man (was die Industrie gern taete, wegen der geringeren Leitungsquerschnitte) 60V oder 72V Bordnetze verwenden, duerfte ein normaler Automechaniker nicht mehr hingreifen.

48V Gleichspannung ist fuer Menschen vielleicht spuerbar, aber in der Regel nicht gefaehrlich. Also keine Bange!

Euer

Jake

Nochwas:

Ich kenne einen, der gern waehrend starker Gewitter tauchen geht, da sieht man die Hagelkoerner so schoen durchs Wasser zischen. Die Blitze? Schon mal einen vom Blitz getroffenen Fisch gesehn? Na eben.

Dennoch ist das Baden bei Gewitter nicht ganz ungefährlich. Fische können wenigstens nicht ertrinken.

Viel spannender ist eigentlich die Frage, ob Du mit elektrischen Fensterhebern (und evtl. vorbildlich automatisch abgetrennter Batterie) noch Chancen hast, das Auto bei Deiner unfreiwilligen Wasserung zu verlassen...

Themenstarteram 13. September 2003 um 10:43

Richtig, Kawabiker, hat lange gedauert, bis ich mich nach meiner unfreiwilligen Wasserung an sowas rangetraut habe. Und ich denke lieber nicht darüber nach...

Gruß Michael

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