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Entfernung Wohnort-Arbeitsplatz bei Firmenleasing

Themenstarteram 26. Januar 2008 um 14:08

Hallo,

ich habe ein kleines Problem. Mein Arbeitgeber würde ein Geschäftsauto leasen und es mir zur Verfügung stellen. Wir haben auch schon eins ausgesucht und den Vertrag so gut wie unterschrieben.

Davor haben wir es aber noch dem Steuerberater gegeben. Der hat jetzt folgendes angemerkt:

Da mein Wohnort ca. 80 KM (einfach) von dem Arbeitsplatz weg ist, muss ich jeden dieser Kilometer extra versteuern (Stichwort geldwerter Vorteil). Das würde in paar hundert Euro im Monat zusätzlich bedeutet. Dieses Problem ist in der Firma noch nie aufgetreten, weil alle anderen Mitarbeiter in direktem Umkreis der Firma wohnen.

Damit wäre dann das Thema Leasing aber gestorben und ein Firmenwagen für mich nicht bezahlbar, da ich diese Steuern privat bezahlen müsste.

Hat jemand dieses Problem schon einmal gehabt? Gibt es irgendeine Lösung? Es kann doch nicht sein, dass ein Mitarbeiter der 10 Km von der Firma weg wohnt das Auto viel billiger bekommt als ein Mitarbeiter, der 80 Km weit weg wohnt. Damit macht ein über die Firma geleastes Fahrzeug ja nur für Mitarbeiter Sinn, die sehr nah an der Firma wohnen.

Für alle anderen wird die Summe der monatlichen Belastungen (Leasingrate, Steuer, Versicherung, 1%Versteuerung und dann noch die Kilometerabhängige Steuer zwischen Wohnort und Arbeitsplatz) so hoch, dass das Leasing überhaupt gar keinen Sinn mehr macht.

Kann ich das irgendwie umgehen? Oder hat der Steuerberater hier etwas falsches erzählt?

Viele Grüße und ein schönes Wochenende...

 

P.S.: vielleicht noch ein paar Zahlen:

Leasingrate für das Auto inkl. Versicherung und Steuer ca. 500€ (ganz genau weiß ich es leider nicht mehr)

Mein Gehalt würde um den Betrag erhöht, den ich brauche um die Steuer für die 1% Regelung zu bezahlen.

Mein bisheriges Gehalt vor Steuern: ca. 3000€

Entfernung Arbeitsplatz - Wohnort: ca. 90Km

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15 Antworten

Hallo,

pro Kilometer kommen noch einmal 0,03% dazu.

Da wir nicht wissen was der Wagen für einen Listenpreis hat, mußt du selber rechnen :)

Es dürfte aber immer noch günstiger sein , als mit dem eigenen Auto zu fahren.

Bei einem Firmenwagen hast du mit nix was am Hut.

Steuer, Versicherung, Inspektionen, Reparaturen, Reifen,Sprit ist alles mit 1% vom Listenpreis + 0,03% pro Km abgegolten.

Jetzt rechne mal zusammen was du alleine an Sprit im Monat verbrennst.

Gruß,

Joschi

Themenstarteram 26. Januar 2008 um 14:38

Danke für die Antwort. Der Listenpreis ist ziemlich genau 24.000 €. Beim Sprit bin ich mir nicht sicher, ob ich den bezahlt bekomme. Das ist ja eine Entscheidung der Firma, oder? Ich werd mal nachfragen...

Zitat:

Original geschrieben von bigahuna

Beim Sprit bin ich mir nicht sicher, ob ich den bezahlt bekomme. Das ist ja eine Entscheidung der Firma, oder? Ich werd mal nachfragen...

Daß die Firma die Kosten für den Firmenwagen übernimmt, schließt natürlich auch die Spritkosten mit ein.

Themenstarteram 26. Januar 2008 um 18:39

Also nach meiner Rechnung komme ich auf folgendes:

BLP Auto: 24.000 €

1% = 240€ + 0,03*80 (für die Kilometer Wohnung-Arbeit) = 240€ + 576€ = 818€

Das bedeutet, ich muss montlich über 800€ Extra Steuern zahlen...

Das ist ja der völlige

Wahnsinn. Das Geld auf die Leasingdauer von drei Jahren gerechnet, ergibt ja mehr als den Neupreis des Wagens...

Damit ist das Thema Firmenleasing wohl gestorben. Beim Finanzamt sind ja wohl komplett alle Schrauben locker. Für wen lohnt sich das denn dann noch? :( So ein Mist...

 

Zitat:

Original geschrieben von bigahuna

Also nach meiner Rechnung komme ich auf folgendes:

BLP Auto: 24.000 €

1% = 240€ + 0,03*80 (für die Kilometer Wohnung-Arbeit) = 240€ + 576€ = 818€

Das bedeutet, ich muss montlich über 800€ Extra Steuern zahlen...

???

Du mußt 818 € zusätzlich versteuern, aber doch nicht mit 100%, sondern mit deinem persönlichen Steuersatz.

Kann man da nicht einfach die steuerliche 1% Regelung nehmen? Also 1% von Listenpreispreis wird bei privater Nutzung eines Firmenwagens versteuert - das sind also dann < 300 eur zu versteuerndes einkommen mehr bei Dir. Bei einem Steuersatz von 40% (hoch angesetzt) sind das dann also 120 eur pro Monat mehr Steuern - all das kann Dir aber Dein Steuerberater am besten erklären :)

Zitat:

Original geschrieben von Leitplanke05

Kann man da nicht einfach die steuerliche 1% Regelung nehmen?

Die soll doch bereits Grundlage der Besteuerung werden (siehe Eröffnungsthread). Hier geht es aber um die zusätzliche Besteuerung der Wegstrecke vom Wohnort zum Arbeitsort.

Zitat:

Original geschrieben von Drahkke

???

Du mußt 818 € zusätzlich versteuern, aber doch nicht mit 100%, sondern mit deinem persönlichen Steuersatz.

So ist das, und der TE muss bei seinem StB nachsitzen...

Bei einem Grenzsteuersatz von 35% sprechen wir von 286,30 € im Monat.

Ob sich das lohnt, hängt nicht zuletzt davon ab, ob der AG neben der Leasingrate die gesamten Betriebskosten (Wartung, Versicherung, Kfz-Steuer, Treibstoff, etc.) übernimmt oder nicht.

Und es stehen ja auch "nur" die 576€ im Raum, da das Gehalt ja angepasst wird um die Steuernachteile auszugleichen.

Also rechnen wir doch gleich mit 3240€ Brutto:

Bei Steuerklasse 1 ergibt das in NRW ( kann in anderen Bundesländern abweichen) bei 13,8% Krankenkasse lockere 1866€ Netto.

Jetzt kommen die 576€ Brutto drauf. Das heißt du zahlst für 3816€ Steuern. Das ergibt Abzüge in Höhe von 1701€

Diese 1701€ werden dir nun von deinen 3240€ einbehalten. So erhälst du Netto 1539€

Der Firmenwagen Kostet dich also 327€ im Monat.

Bei 160 KM täglich sind das mindestens 3200 KM monatlich für die du keinen Cent Sprit bezahlst.

Wenn du nun ein 5 Liter Dieselverbraucher hast, reden wir über 160 Liter Diesel. Was kostet Diesel jetzt? 1,25€/L ?

Dann Reden wir hier über 200€ Spritgeld im Monat.

Kannst du dir für 127€ im Monat einen Neuwagen Leisten? Von den 127€ müsstest du dann aber wieder Steuern, Versicherung und Wartung/rep. zahlen.

Je mehr du fährst um so besser stehst du da. Oder die Spritpreise legen mal wieder 10-15 Cent drauf (pünktlich zu Ferienbeginn).

Also ich würde sagen das ein Firmenwagen kein schlechtes Geschäft für dich ist.

Gruß,

Joschi

Zitat:

Original geschrieben von bigahuna

Hat jemand dieses Problem schon einmal gehabt? Gibt es irgendeine Lösung? Es kann doch nicht sein, dass ein Mitarbeiter der 10 Km von der Firma weg wohnt das Auto viel billiger bekommt als ein Mitarbeiter, der 80 Km weit weg wohnt. Damit macht ein über die Firma geleastes Fahrzeug ja nur für Mitarbeiter Sinn, die sehr nah an der Firma wohnen.

Betrachte die Pauschalversteuerung als eine Art von Kompensation für die Pendlerpauschale, die der weit entfernt wohnende Mitarbeiter in Anspruch nimmt. Es wäre andersrum auch nicht "fair", wenn der Arbeitgeber die kompletten Kosten der Mobilität des Mitarbeiters trägt, und der Mitarbeiter zusätzlich noch die "Subvention" der Pendlerpauschale in Anspruch nimmt.

Oliver

 

Bei uns in der Firma ist es dann möglich "Homeoffice" zu beantragen, dann ist der Anfahrtsweg 0Km. Geht aber nur bei Consultants usw. die praktisch nie im Büro sind.

Vielleicht ist das bei Dir auch möglich.

Falls Benzin auch vom AG bezahlt wird, ist es immer noch günstiger mit dem Firmenwagen als wenn du privat fährst.

Themenstarteram 5. Febuar 2008 um 14:48

Hi,

vielen Dank für die zahlreichen Antworten!

Ich werde mir das nochmal gründlich überlegen.

Viele Grüße...

Zitat:

Original geschrieben von bigahuna

...

Da mein Wohnort ca. 80 KM (einfach) von dem Arbeitsplatz weg ist, muss ich jeden dieser Kilometer extra versteuern (Stichwort geldwerter Vorteil). Das würde in paar hundert Euro im Monat zusätzlich bedeutet. Dieses Problem ist in der Firma noch nie aufgetreten, weil alle anderen Mitarbeiter in direktem Umkreis der Firma wohnen.

Damit wäre dann das Thema Leasing aber gestorben und ein Firmenwagen für mich nicht bezahlbar, da ich diese Steuern privat bezahlen müsste.

Hallo,

du kannst dir ja mal überlegen, wieviel Geld du ausgiebst, wenn du den Weg zur Arbeit selbst bezahlen musst. Da wird Einiges mehr rauskommen, als die höhere Einkommessteuer/Soli/Kirchensteuer, die du für den geldwerten Vorteil des Firmenwagens bezahlen musst. Bei 2 x 80 km je Arbeitstag sind das 35.200 km im Jahr und das bedeutet, dass dich der Weg zur Arbeit (bei 20 Cent/km) 7040€/Jahr kostet. Von der Steuer bekommst du vielleicht 1.500 € zurück und der Rest geht dir direkt ans Portemonaie.

 

Zitat:

Original geschrieben von bigahuna

...

Hat jemand dieses Problem schon einmal gehabt? Gibt es irgendeine Lösung? Es kann doch nicht sein, dass ein Mitarbeiter der 10 Km von der Firma weg wohnt das Auto viel billiger bekommt als ein Mitarbeiter, der 80 Km weit weg wohnt. Damit macht ein über die Firma geleastes Fahrzeug ja nur für Mitarbeiter Sinn, die sehr nah an der Firma wohnen.

Für alle anderen wird die Summe der monatlichen Belastungen (Leasingrate, Steuer, Versicherung, 1%Versteuerung und dann noch die Kilometerabhängige Steuer zwischen Wohnort und Arbeitsplatz) so hoch, dass das Leasing überhaupt gar keinen Sinn mehr macht.

... selbstverständlich muss ein Firmenwagen für einen Mitarbeiter, der 80 oder 90 km zur Arbeit fährt erheblich teuerer sein, als für den Mitarbeiter der nur 10 km fährt. Schließlich fährst du im Jahr um die 35.000 km zur Arbeit (und zurück) und der Firmenwagen bedeutet für dich einen höheren Wert. Als Leidensgenosse (86 km zur Arbeit) kann ich dir nur empfehlen, den Firmenwagen zu nehmen. Preiswerter wirst du mit einem vergleichbarem Gefährt (Neuwagen) nicht zur Arbeit kommen. Als preiswerte Alternative sehe ich nur einen einfachen, zuverlässigen Wagen, den du sseeeeeeeeehr lange fährst, um die Fahrkosten pro Kilometer runterzudrücken.

Schönen Gruß

Michael

Muß das Thema nochmal aufgreifen, da es mich zukünftig ggf. betreffen könnte.

Folgende Daten:

Wohnort und Arbeitsstätte liegen u.U. 650km auseinander. (DO-M)

Diese Strecke wird logischerweise nicht täglich, sondern nur am WE gefahren (Mo & Fr).

Der Einsatzort wechselt. Es können auch nur 200km sein Aber die Dauer liegt zwischen 3 Monaten, 6 oder auch für 12 Monaten.

Wenn ich die Berechnung zugrunde lege ist man bei den Kilometern steuerlich mehr als am Ende.

Macht da der Fa.-Wagen noch Sinn?

Oder greifen andere Regeln als die 0,03% Regel?

Gruß Nobs

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