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Differential Cadillac 1963

Themenstarteram 7. Juni 2015 um 16:46

Hallo,

aktuell ist meine Werkstatt dabei, sich das Differential mal anzusehen - Hintergrund sind komische Geräusche beim Fahren und sie tippen aufs Diff als Verursacher.

Sollte ich da einen Reparatursatz o. ä. benötigen - hat jemand eine gute Bezugsquelle?

Beste Antwort im Thema
Themenstarteram 22. November 2015 um 8:31

"Beizeiten" ist jetzt....

Die Sache ist nun schon seit einer Weile durch, aber ich komm' irgendwie erst jetzt dazu, dies Thema mal abzuschliessen. Interessiert ja evtl. doch den einen oder anderen, was nun eigentlich los war.

Vorweg: Der Wagen hat praktisch die gesamte Saison (alles verpasst!) in der Werkstatt verbracht.

Die ursprüngliche Vermutung des Differentials als Geräuschursache (Diagnose Getriebefirma) hat der Chef der Werkstatt in Wardenburg von Anfang an für eher unwahrscheinlich gehalten, konnte aber bei Probefahrten auch zunächst keinen eindeutigen Schuldigen ausmachen. Nur das Prüfen des Differentials hat keine Probleme dort ergeben. Wir haben uns dann mangels Alternativen dazu entschlossen, nach dem Ausschlussprinzip vorzugehen - die erste Maßnahme war der Ausbau der Kardanwelle und deren Verschickung an einen Spezialbetrieb in Bielefeld (Name ist mir doch tatsächlich unbekannt, hab ich nie erfahren) zwecks Kontrolle und Auswuchten. Dort hat man -und nun wird es etwas nebulös- die Welle aber nicht nur ausgewuchtet, sondern auch gleich in Eigenregie von den original zwei Gelenkwellen hinten auf eine umgebaut...mit der Erklärung, dort wäre auch etwas nicht in Ordnung.

Leider hat sich nach Wiedereinbau der Welle nichts verbessert.

Nun hatte ich Glück - der Werkstattbesitzer hatte noch ein 63er Automatikgetriebe verfügbar, was sie dann testweise in meinen Wagen eingebaut haben. Auch keine Änderung, also war meine Hydramatic auch nicht schuld.

Der Chef war dann der Meinung, es kann eigentlich nur noch (wieder) die Kardanwelle sein und -wieder Glück gehabt- hat sich eine andere aus irgendeinem Restaurationsobjekt geliehen und bei mir eingebaut - nun war alles wieder gut. Geräusche weg.

Also hat sich meine Kardanwelle wieder auf den Weg nach Bielefeld gemacht - was die dort dann gemacht haben, weiß ich ehrlich gesagt nicht so genau, aber es hat nach Rückkehr und erneutem Einbau wieder nicht funktioniert.

Schließlich gab es einen Rüffel von Wardenburg nach Bielefeld und dann eine erneute Versendung - wiederum meine Welle, aber zusammen mit der Originalwelle aus dem Restaurationsobjekt als Muster. Die hat man in Bielefeld dann exakt nachgebaut, wieder mit zwei 'Gelenkknicken' im hinteren Bereich, usw.

Das sah optisch schon mal Klasse aus, als sie wiederkam - schön seidenmattschwarz und neu. Und prima funktioniert hat es auch endlich. Nun läuft der Cadillac wieder schön ruhig - noch ruhiger als vor den Geräuschproblemen. Meine neuen Reifen (235/75R15) tragen dazu sicher auch ihren Teil bei.

Tja, was war nun die eigentliche Ursache? Weiß nun keiner so genau, aber u. U. hätte es ja gereicht, wenn der Betrieb in Bielefeld es beim ersten Mal einfach mit Auswuchten hätte gut sein lassen? Keine Ahnung, kann ich nicht beurteilen, aber das Lehrgeld in dieser Sache hat Bielefeld bezahlt.

Ich selbst habe in Form einer beachtlichen Geduldsprobe bezahlt, da sich das Ganze über Monate hinzog - und mit dem unschönen Anblick meines Autos, das oft und lange bei praller Sonne oder Regen draußen herumstand, da man nicht immer Platz irgendwo in der Halle hatte (Als ich es zurück hatte, musste ich u.a. vier Spinnen vertreiben, die sich widerrechtlich in und an meinem Wagen eingenistet hatten.

Was die finanzielle Seite angeht, hielten sich meine Aufwendungen für diese Episode in erfreulich engen Grenzen; vor allem dank der äußerst kulanten Handhabung der Berechnung der Arbeitszeiten - und in Wardenburg hat man ja durchaus Einiges an Aus- und Einbauaktionen durchgeführt, um der Sache auf den Grund zu gehen. Berechnet hat man mir aber nur einen Bruchteil davon. Das gibt's auch nicht alle Tage.

Das war's soweit - Ende gut, alles gut, könnte man wohl sagen. Nur schade, dass man die Kardanwelle so selten sieht - sie sieht jetzt echt gut aus! :-)

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Wenns Mahlgeräusche sind, helfen Dir sicherlich neue Lager weiter.

Da hilft Rockauto.

Wenns jault, sinds wohl eher die Kegelräder. Dann siehts schlechter aus.

Da hilft dann wohl nur jemand wie der Winterwerber oder ein guter junk yard in den Staaten.

Themenstarteram 7. Juni 2015 um 20:15

Zitat:

@deville73 schrieb am 7. Juni 2015 um 19:56:58 Uhr:

Wenns Mahlgeräusche sind, helfen Dir sicherlich neue Lager weiter.

Da hilft Rockauto.

Wenns jault, sinds wohl eher die Kegelräder. Dann siehts schlechter aus.

Da hilft dann wohl nur jemand wie der Winterwerber oder ein guter junk yard in den Staaten.

Ich würde es eher als Mahlgeräusche bezeichnen. Jaulen jedenfalls nicht. Es murkelt so vor sich hin beim Beschleunigen, in Kurven. Dröhnen, Rumpeln....schwer zu beschreiben, dass Geräusch.

(Ähnlich schwer, wie die, die letztes Jahr die Gelenkwellen gemacht haben - dieses Klickern)

Meine Werkstatt hat auf Getriebe getippt und mich an eine Fachwerkstatt dafür verwiesen, die aber schon bei der ersten Probefahrt auf Differential getippt hat - irgendwie kommt das auch eher von hinten.

Die Hydamatic schaltet gut, ATF riecht gut und sieht gut aus.

Auf jeden Fall erstmal Danke.

Anfang der Woche gucken die mal rein da..

Themenstarteram 19. Juni 2015 um 17:11

Mist.

Die Werkstatt kommt nicht weiter....seit zwei Wochen steht der Wagen jetzt dort.

Man ist immer noch der Meinung, das Differential verursacht die Geräusche, aber sie bekommen es nicht auf.

Ist ausgebaut und nun sind da noch zwei Buchsen/Lager (für die Steckachsen, oder wie die heissen), die raus müssen, aber nicht rausgehen.

Eigentlich werden die mit je einer Schraube, die zwei 'Backen' zusammendrücken, gehalten, aber die Schrauben sind längst raus und trotzdem kriegen sie die Dinger nicht raus und damit das Gehäuse nicht auf.

Ich kapier nicht so ganz, wie das sein kann, können die Dinger so fest siitzen?

Lt. Werkstatt müssen sie drinnen nachsehen, welche Maße die Lager haben, um die richtigen neuen bestellen zu können. Hätte ich jetzt auch nicht gedacht, aber ich weiß es leider auch nicht besser.

Nun blockiert der Wagen eine Bühne, mein Differential liegt aufm Arbeitstisch, aber es geht nicht voran.

Das ist ein Getriebefachbetrieb...ich hab schon überlegt, das Differential da mal wegzuholen und es meiner Werkstatt des Vertrauens vorbeizubringen, damit die sich das mal angucken.

Oder hat hier noch jemand eine Idee, wie ich am besten weiterverfahre? Mir dauert das alllmählich etwas lange; mit unsicherem Ausgang.

Zitat:

Nun blockiert der Wagen eine Bühne, mein Differential liegt aufm Arbeitstisch, aber es geht nicht voran.

Kann man denn am Differential irgendwas erkennen. Ist da irgendwas eingelaufen ? Gibt es Spuren am Tellerrad ? Wenn nicht, dann ist am Differential schon mal nichts dran. Dann kann es nur an den Lagern liegen. Da die Teile aber schon 52 Jahre ihren Dienst tun, würde ich mir überlegen Tellerrad und Kegelrad gleich mit zu wechseln. Das Flankenspiel wird über sogenannte Shims (Unterlegscheiben) eingestellt. Ich kann nur hoffen, daß die noch genau wissen wieviel Shims da verbaut waren, ansonsten stimmt das Flankenspiel nicht mehr und das Diff hast Du innerhalb wenige 1000 KM ruiniert. Das Flankenspiel wird mit speziellen Meßuhren eingestellt und mit Markierungsfarbe gegengeprüft.

Ein Deutscher Getriebefachbetrieb wird sicher nicht unbedingt Ahnung von US-Hinterachsen haben.

Wem willst Du denn die Teile zeigen ? Es gibt nur wenige Leute in Deutschland die Ahnung von US-Achsen haben, weil an Deutschen Fahrzeugen im Normalfall direkt der gesamte Achskörper gewechselt würde.

Mir ist nicht ganz klar, was die Werkstatt offenbar nicht ausbauen kann. Vielleicht kannst Du von dem Teil mal ein Foto machen und hier reinstellen.

Themenstarteram 19. Juni 2015 um 19:16

Au backe...ich hoffe auch, die wissen, was sie tun..

Ein Foto kann ich derzeit (Wochenende) nicht machen, aber es ist bisher eigentlich nur der 'vordere' Teil des Gehäuses abgebaut worden, in dem das Differential sitzt - also die Hälfte zwischen Antriebswelle und dem hohlen Hinterteil des Gehäuses; die Räder sind ab und diese dünnen Achsstäbe sind raus.

Kannst du vielleicht noch etwas über die shims sagen? Wo sitzen die denn? Ich bin leider technischer Laie.

Ausgebaut ist also eine noch zusammenhängende Baugruppe - man sieht vorn ein großes, schräg gezahntes Rad (ist das das Tellerrad? Das ist i.O.) und seitlich sind Öffnungen mit den besagten Buchsen oder Lagern, in die diese Achsstangen reinkommen.

Diese Buchsen meint er, müssen raus, um o. g. Baugruppe zerlegen zu können und die Lager tauschen zu können.

Er kriegt sie aber nicht raus.

Zeigen wollte ich das meiner US-Werkstatt, die mich an diese Getriebewerkstatt verwiesen hat (aufgrund der Vermutung, das Getriebe würde die Geräusche verursachen...siehe ganz oben)

Nun muss ich aber aufpassen, dass hier kein Mist passiert - wird mal sicher eh nicht billig, aber dann muss es auch richtig gemacht werden.

Ich kann jetzt nur von meinem 76 Buick sprechen. Da wurde auf eine kürzere Achsübersetzung gewechselt. Ich denke mal die Achse vom 63 Caddi wird sich nur unwesentlich zu meiner unterscheiden.

Die Shims sitzen am Kegelrad, damit wird die Tiefe des Kegelrades eingestellt und das Tellerrad wird links und rechts zum Gehäuse mit diesen Shims eingestellt. Mit einer sogenannten Stauchhülse wird dann das Kegelrad und mit einer riesenmutter in dem Achsgehäuse fixiert. Das Drehmoment dieser Mutter muß unbedingt eingehalten werden. Bin mir aber nicht sicher ob der 63er Caddi schon diese Stauchhülse hatte.

Wenn man jetzt keine Ahnung hat und das Differential einfach rausnimmt fallen die Shims im schlimmsten Fall einfach auf den Boden und der Monteur weiß mit Sicherheit dann nicht mehr, wieviel von den Shims auf welcher Seite gesessen haben.

 

Die Buchse die nicht rausgeht, kann man doch mit Sicherheit rausschlagen. Nicht von innen, sondern von außen, da wo die Bremse sitzt.

Themenstarteram 19. Juni 2015 um 20:01

Seh ich das richtig - wenn die shims so wieder reinkommen, wie sie drin waren, stimmt die Justierung wieder?

Ich bin nicht sicher, ob der das im Griff hat(te).

Auf jeden Fall vielen Dank und ich werde deinen Text mal kopieren und drucken und ihm mal vorlegen.

Meine US-Werkstatt hat mir gesagt, sie selbst könnten keine Differentiale einstellen, ich kenne aber noch eine gute Werkstatt. Ich glaube, ich frage dort mal an, ob die das können und ob sie notfalls den Fall übernehmen können.

Hätt' ich viellleicht gleich machen sollen.

Die Lager bekommste mit nen langes passendes Rohr heraus.Aber an solche sachen sollte nur nen Spezi ran,der was von Achsen versteht,oder Leute die auch an Jeep´s rumschrauben.Da fliegen die Diff´s schon mal öfters auseinander.

ORB Bochum wäre die erste Adesse wenn es ums Diff geht,der hat reichlich Ahnung von der Materie

Wenn die Shims wieder so reinkommen wo sie ursprünglich gesessen haben, dann müßte das Flankenspiel noch stimmen. Zur Sicherheit würde ich aber diese Markierungsfarbe auftragen und es nochmal gegenprüfen.

 

Ich habe Dir mal Fotos im Anhang beigefügt.

Die Shims sitzen auf dem Kegelrad direkt hinter dem Kegellager, also unmittelbar hinter der Verzahnung. Da kann eigentlich nichts passieren. Aber bei dem Tellerrad könnten die einfach auf den Hallenboden fallen. Das große Tellerrad auf dem Foto zeigt die andere positionierung der Shims. Bild 1

 

Und so kann es danach aussehen, wenn es nicht fachmännisch gemacht wurde. Bild 2

Ring-and-pinion-small-push-away
Broken-ring-pinion-0586
Themenstarteram 19. Juni 2015 um 21:36

Dankeschön.

Das darf natürlich nicht passieren (Bild 2)

Gar nicht so einfach als Laie, hier durchzusteigen. Momentan ist das Tellerrad ja noch Teil der Baugruppe in der vorderen Halbschale der Verkleidung; also nicht lose und einzeln. Dann müssten die shims ja noch an ihrem Platz sein, oder?

Diese Buchsen herauszubekommen, hat die Werkstatt bisher auf die schonende Art versucht - die irgendwie rauszuziehen. Ging aber nicht. Daran herumgehämmert haben sie aber noch nicht.

Wenn Du das Tellerrad aber bereits lt. eigener Aussage auf dem Werkstatttisch liegen hast, dann müssen auch logischerweise die Shims mit rausgekommen sein, es sei denn er hat das Tellerrad innerhalb des Achsgehäuses vom Achsträger geschraubt, was ich mir allerdings nicht vorstellen kann.

Themenstarteram 20. Juni 2015 um 7:03

Wie gesagt, schwierig für mich, hier zu folgen.

So wie ich es gesehen habe, ist die 'vordere' Hälfte des Gehäuses inkl. Tellerrad noch eine komplette Baugruppe; das Tellerrad ist jedenfalls nicht einzeln, so wie auf deinem Foto.

Ich bin den Rest des WE nicht da, aber ich denke, ich werd Montag mal bei Werkstatt No.2 meines Vertrauens nachfragen, inwieweit die sich mit Differentialen auskennen. Deren Diagnosen und nachfolgende Maßnahmen waren bisher immer richtig.

Auf jeden Fall aber vielen Dank für deine Erklärungen und die Bilder.

Ich berichte dann demnächst mal über den weiteren Verlauf.

Es wäre sinnvoll mal die bisherigen Aktivitäten mit Fotos zu dokumentieren, damit man sich ein halbwegs aussagekräftiges Urteil erlauben darf.

Mich würde interessieren, was für Teile vom Differential er auf der Werkbank liegen hat.

Zitat:

Nun muss ich aber aufpassen, dass hier kein Mist passiert - wird mal sicher eh nicht billig, aber dann muss es auch richtig gemacht werden.

Das ganze Szenario erinnert mich an meine Anfangszeit mit US-Fahrzeuge. Ich hatte damals einen TRANS AM und mußte mein flexibles Auspuffrohr von den Sidepipes umschweißen lassen, weil es zu tief hing und ich nicht ohne aufzusetzen in die Tiefgarage kam.

Ich bin dann in eine damals bekannte US-Werkstatt gefahren und habe es machen lassen. Als ich den Wagen abgeholt hatte, fielen mir sofort bisher noch nicht aufgetretene Geräusche auf. Den Wagen auf die Bühne genommen und der Monteur meinte, die Hinterachse hätte einen weg. Ich fragte wie teuer ? Er meinte ca. 2000 DM. Zu hause habe ich mich selbst druntergelegt und stellte dann fest, daß lediglich das neu verlegte Auspuffrohr an die Karosserie schlug. Habe es dann einfach weggebogen und das Problem war beseitigt.

Jemand anderes hätte wahrscheinlich die 2000 DM gelatzt und nichts hätten sie reparieren müssen, da ja auch nichts defekt war. Das Geld hätten sie trotzdem genommen und hätten sich später über den Kunden kaputt gelacht und auf die Schenkel geklopft (sogenannter Schenkelklopfer).:p

Die Firma hat Monate später Konkurs anmelden müssen. Einige Kunden hatten wohl Anzeige wegen Betruges gestellt. Ich kann da gewisse Ähnlichkeiten zu Deinem Fall feststellen.

Vielleicht gibt es aber auch noch Werkstätten, die nicht nur an die Kohle denken, sondern den Kunden auch einfach nur zufrieden stellen möchten. Wollen wir es in Deinem Fall hoffen.

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