Die Unzulänglichkeiten des Verbrennungsmotors
Seit gegrüsst Elektrophobiker und Auspufffans, werte Elektrophile und Stromconisseurs.
Tagtäglich werden hier Versuche unternommen uns den Explosionsmotor schmackhaft zu machen, bzw den Elektroantrieb in Misskredit zu bringen. Es wird einem der Automobilehimmel auf Erden versprochen.
Jedoch sei der Elektrofahrer der Versuchung gewarnt, so bestehen einige Unzulänglichkeiten die gerne verschwiegen werden.
Alltag:
Zunächst muss man seinen Alltag stark nach dem Auto ausrichten.
Der Preis des Kraftstoffes und seiner Qualität unterliegt starken Schwankungen.
Mitunter nimmt das derart groteske Züge an dass der Preis für einen Liter Kraftstoff binnen eines Tages um 10 Cent steigt. Hier muss der geneigte Fahrer die Preise stets vergleichen und planen wann er sein Automobil betankt.
So muss man lange Wartezeiten von bis zu einer halben Stunde in Kauf nehmen, wo man mit anderen Automobilisten mit laufendem Motor auf einen freie Säule warten und an einem sonnigen Tag in einer Abgaswolke steht oder einen saftigen Aufpreis bezahlt weil die Erhöhung dann doch unvorhergesehen kam oder es zeitlich nicht in den Alltag gepasst hat und im unpassenden Moment der Tank leer ist. Komfortables zu Hause tanken ist schwer möglich und die Lagerung hunderter Liter Benzin nicht ungefährlich.
Kraftstoffqualität.
Auch hier erfordert der Verbrennungsmotor Einschnitte in den Tagesablauf.
Hier schwören viele Automobilisten auf eine Marke oder eine Sorte.
So ist manchem Motor nur der Kraftstoff der Muschel bekömmlich. Und im Winter muss insbesondere bei Diesel der Aufpreis für die Premiumsorte bezahlt werden, da der normale Sprit schon bei dauerhaft minus 15 grad und dem sog. Windchill-Effekt im Filter versulzt und man dann gerne mal 3 Stunden auf den ADAC waren muss.
Insbesondere bei Dieselmotoren ist es heuer nötig 2-Tank Öl bei jedem Tankvorgang beizugeben, da ansonsten der Motor laut nagelt und die Kraftstoffpumpe schnell verschleißt. Ein Austausch derer gerne mehrere Tausend Euro kosten kann.
Abgase.
Wo Kraftstoff verbrannt wird entstehen Abgase. Dank Aromaten und "Fuselstoffe" sind diese äußerst Giftig und Erbgutschädigend. Trotz Abgasnachbehandlung ist man diesen gerade beim Kaltstart ausgesetzt.
Jedoch wird einer Sucht gleich dem Odeur des Auspuffes gefröhnt. Je fettiger der V8 Geruch desto stärker die Erregung des Verbrennerfahrers, dies nimmt Züge einer starken physischen Abhängigkeit an.
Was schädlich für den Menschen ist, tut auch der Maschine nicht gut.
So verkoken Ventile, Ventilsitze. Das Motoröl wird Verschmutzt und die Zündkerzen altern.
Wartung
So kommen wir zu einem weiteren Punkt.
Nach 15.000km Betrieb ist das o.g. Motoröl Verbraucht und muss als Schadstoff entsorgt und ausgetauscht werden. Auch hier fallen exorbitante Kosten an, denn Ohne spezielles Leichtlauf Motorenöl kann man heute keinen Motor mehr betrieben. Preise von bis 20€ für einen Liter Werden klaglos hingegenommen, gelsten sogar als minumum für guten Stoff, obgleich mancher Motor fast 10 Liter davon benötigt.
Im Gegenteil SEKTENARTIG werden hier die verschiedensten Öle gepriesen mit dem quasi die Sünden aus dem Motor gewaschen werden.
Jedoch ist das Motoröl nicht das einzige Verbrauchsmaterial.
Ebenfalls im Getriebe muss man dies tauschen. Hinzu kommen Ölfilter, Zündkerzen, Steuer- und Keilriemen, Kupplungen und Endtöpfe verschleißen ebenso. Diese Teile zu wechseln bedarf es Planung zeit und Geld.
Oftmals ist es sehr aufwändig den Zahnriemen zu wechseln so dass man einen Leihwagen benötigt und wieder Einschnitte und Zeitverlust in seinem Alltag hat.
Winter
Ich habe oben schon den Winter angesprochen.
Hier leiern die Anlasser, laut klappernd und röchelnd springen die Motoren an. Und dann dauert es mitunter sehr lange bis es im Auto warm wird. - Dies ist die Zeit der Pannenhelfer.
Versagt dann die Starterbatterie in Form der billigsten Nass-Zelle oder verklumpt der Diesel muss man im schlimmsten Falle muss man lange Warten da sämtliche Verbrennungsautos zugleich ihren Schwächen erliegen.
Komfort
Hier gibt es mehrere technisch bedingte Eigenarten.
Zunächst sei die Schaltung genannt.
Ein Verbrennungsmotor muss immer drehen, er kann bei Stillstand keine Kraft erzeugen.
Dies erfordert ein ständiges mitlaufen des Motors. Egal ob dieser ebnötigt wird oder nicht.
Der ohnehin schon teure Sprit wird so nutzlos in Abermillionen Autos verbrannt.
Es geht soweit dass der eingefleischte Verbrennerfan sich von modernen Autos mit sog. start-stop Technologie ängstigen lässt und panisch werden, sobald der Motor steht.
Das Thema in Foren ist die Deaktivierung dieser Systeme.
Jedoch hilft diese Technik nicht beim Bergabfahren, ein Gleiten oder Segeln ist nicht möglich. Oder nur mit komplexen Steuerungen.
Und so steht man im Drehzahlkonzert an der Ampel und die Anwohner erfreuen sich über das muntere Gebrumme und den köstlichen Duft von der Straße.
Die Schaltung:
Der beliebteste und in den Augen der verblendeten Fans auch sportlichste Typ ist die Handschaltung.
Ständig erfordert diese die Interaktion des Fahrers.
Insbesondere in der Stadt, im Stau oder im Berufsverkehr ist man ständig am schalten. Alternativ wird der Motor mit schaltfaulem Fahren gequält was zu hohem Verschleiß und Verbrauch führt.
Automatik:
Hier braucht man schon 7,8 oder gar 9 Gänge aber das Getriebe findet nie seinen passenden Gang. Auch nicht in der Obersten Oberklasse, versucht man hier entspannt zu cruisen stuckert das Getriebe.
Abhilfe versprechen auch DSG und DKG jedoch rupfen und rucken diese insbesondere wenn es Kalt ist.
und wer damit nur ein wenig Last zieht der verbrennt seine Kupplungen
Darüber hinaus thront es im Fahrzeuginneren und raubt dem Fahrer kostbahren platz.
Auspuff.
Der Auspuff ist ein besonderer Fetisch der Automobilisten mit Explosionsmotor.
Fast könnte man meinen dass eine besonderst große Öffnung sexuelle Gefühle weckt, anders sind chromblitzende und gigantischen Endtöpfe nicht zu erklären.
Aber auch die mehrflutige laut dröhnende und brabbeldne Abgasanlage die tausende Euro kostet ist ein begehrtes Accessoire.
All das nur um nach einer langen Autobahnfahrt völlig ermattet durch das ständige Gebrüll und Gedröhne aus seinem Wagen zu steigen.
Laufkultur
Es rattert und klappert, es vibriert. ständig. auch das ist so ermüdend wie eine laute vibrierende Maschine oder ein lauter Computer an dem man arbeitet. hat man dann endlich Feierabend setzt man sich in seine laute Büchse und dröhnt weiter.
Dann zehrt die Klimaanlage beim Fahren spürbar an der Motorleistung.
Bei Start-Stop funktioniert diese nicht, oder der Motor muss anbleiben damit die kühle Luft weiter strömt.
Zusammenfassend kann man also nur sagen, dass hier eindeutig die Nachteile überwiegen.
Man muss schon ein blinder Fan sein um diese hinzunehmen oder diese als erstrebenswert zu erachten und sogar noch zu Verstärken, in dem für ein Rohr bezahlt welches LÄRM in das Fahrzeuginnere leitet.
So setzt man sich freiwillig vor einen brüllenden "Lautsprecher". Wer das Stundenlang tut der muss wirklich ein Sektierer sein!
:-P
Beste Antwort im Thema
Zitat:
Original geschrieben von KaJu74
Du willst damit wirklich wieder einen neuen Nebenkriegsschauplatz aufmachen, oder?
Das glaube ich kaum. Jene die darauf anspringen sind ebenso intelligent wie der "Themen Starter".
Unabhängig der Meinung vieler hier werden beide Antriebstechniken über einen sehr langen Zeitraum Co-existieren.
Persönlich halte ich es für nicht nur dumm, sondern traurig sich als radikaler Fanatiker auf die eine oder andere Seite zu schlagen. Denn beide Konzepte bieten lustige und unterhaltsame Möglichkeiten sich individuell fort zu bewegen.
Stellt man sich bewusst gegen ein Konzept, verschließt man sich nicht nur vor der Realität, sondern entgeht lustigen Momenten voller Lebensqualität und Fun Fun Fun.
Alles vergebens, mit radikalisierten Gruppierung lässt sich nicht reden. Irgendetwas fehlt denen?
16 Antworten
Ich denke, dass im Fernverkehr immer kleinere (Zusatz)-Motoren gegenüber immer gößeren Batterien unter dem Gesichtspunkt von Wirtschaftlichkeit in Kombination mit Praktikabilität die Oberhand behalten werden.
Sicher wird der Verbrennungsmotor nicht aussterben, aber um die weltweit immer schärferen aber mehr oder weniger unterschiedlichen Umweltstandards zu erfüllen wird man bei ihm immer abenteuerliche Klimmzüge machen, will man nicht für jede Region eigene Motoren entwickeln.
Es wird eben immer mehr ein technisch hochkomplexer Kompromiß werden damit man einen "Weltmotor" hat - und das wird a) sicher teuer und b) das was Verbrennungsmotoren "geil" gemacht hat verschwinden lassen.
Natürlich ist ein 2 oder 3 Zylinder 0,7 Liter Quad-Turbo Motor in einem Sportwagen irgendwann machbar und fährt sich vielleicht auch gut aber mich würde der weniger reizen als ein Elektrofahrzeug, das dann irgendwann vermutlich auch nur die Hälfte kostet.
Verbrennermotoren werden zwangsweise immer venünftiger werden - und auch wenn diese Autos gut sind, im Premiumsegment will ich eben ein "Unbedingt Haben will" und ich denke das erfüllen Elektroautos schon jetzt langsam besser zumindest für mich.