Der XC90 T8 als Langstreckenfahrzeug (Fahrweise/Verbrauch/Tankgröße/Reichweite)
Ich mache zu dem Komplex XC90 T8 als Vielfahrerauto mal einen neuen Thread auf, da die Thematik im "normalen" T8 Thread öfter mal gefragt wurde, dort inzwischen aber etwas untergeht. Meinen habe ich nächsten Di. 4 Wochen und er wird dann 6.ooo km auf der Uhr haben, ich würde mich also als Heavy-Autobahnuser bezeichnen und ein paar meiner Gedanken zu dem Auto darstellen.
Eines schonmal vorweg: Möchte man den T8 als Langstreckenfahrzeug einsetzen muß man bereit sein Kompromisse einzugehen, ein perfektes Langstreckenfahrzeug wie der kleine Bruder V60 D6 Plug-In Hybrid ist er auf keinen Fall.
Der wichtigste Kompromiß, der wohl die meisten bei einem Fahrzeug mit Papierdaten von 400+PS und 230km/h TopSpeed etwas herausfordern wird ist der Verzicht auf hohe Geschwindigkeiten, um auf erträgliche Reichweiten zu kommen. Nur am Rande: Wer sich nicht vorstellen kann jemals im Leben den Tempomat auf unter 200 zu setzen braucht ab hier gar nicht mehr weiterlesen, denn für den ist der T8 schlicht ungeeignet.
Bei mir war die Abkehr von hohen Tempi ein eher schleichender Prozeß, der momentan mit dem T8 kulminiert. Meine Hauptpendelstrecke ist 396km lang, davon sind etwa 370km Autobahn. Als ich vor vielen Jahren mit der Pendelei anfing hatten wir noch eine erheblich geringere Verkehrsdichte und ich hatte mit Anfang 30 meinen ersten "250er" unter dem Hintern. Besonders wenn ich in der Nacht von So. auf Mo. ins Büro pendelte hieß es immer Pedal to the Metal. Oft fand sich dann auch ein anderer V8 und man war gemeinsam auf der Bahn unterwegs. Völlig egal ob ABM, die 250er respektierten sich gegenseitig, man machte sich abwechselnd mit den Bi-Xenons die linke Spur frei und hielt gern auch beim Tank-Stop noch ein Pläuschchen. Irgendwann erfolgte dann eine erste Temporeduzierung, da ich nun einen auf Autogas umgebauten V8 fuhr, bei dem die Gasanlage bei 250 ausstieg. Zudem fingen dann die 3L Vertreter-Diesel sich gegenseitig zu bekriegen. Aus dem Miteinander der V8 ABM wurde ein Gehacke der Audis vs. die BMW's und die Daimlers. Da hatte ich auch nicht wirklich Lust zu. Ich fuhr dann "nur noch" so um die 210 - 220 und stellte anfänglich überrascht fest, das sich meine Fahrzeiten praktisch gar nicht veränderten.
Ich griff dann erstmals zum Taschenrechner: Auf den 380km Autobahn waren So. Nachts unter Idealbedingungen (keine Baustellen) etwa 300km unbeschränkt. Mit konstant 250 würde man diese 300km also in 1,2h = 72min fahren können, mit 200 würde es 90min dauern. Theoretisch also ein Zeitgewinn von 18min. der in Realitas aber nie erfahrbar war, da es immer wieder langsamere Fahrzeuge/Elefantenrennen und ähnliches gab. Während man also hinter einem LKW/KloMo oder sonstigem Verkehrshindernis hängt ist es egal, ob man 200 oder 250 fahren möchte, ist die Bremse weg erfolgt ein Zeitgewinn nur noch während der Phase von 200-250, wobei man dabei noch berücksichigen müßte, das man bei 250 viel früher bremsen muß, wenn der nächste rollende Bremsklotz rauszieht.
Nach ein paar Jahren begann ich wochentags zu Pendeln (Mo. oder Di. vormittags hin, Do. oder Fr. nachmittags zurück). Da hatte ich es dann nicht nur mit elektronisschen Schilderbrücken und temporären (6h-20h) Geschwindigkeitsbegrenzungen zu tun, sondern es kamen auch immer mehr massiv beschränkte Baustellen hinzu. Aus den idealisierten 300km freie Fahrt wurden, wenn es hoch kommt 180km. Inzwischen hatte ich mein erstes Auto mit Abstandregeltempomaten, der aber "nur" bis 200 ging, also reduzierte ich meine 210-220 abermals auf nun 200 wo immer erlaubt. Auf meine Fahrzeiten wirkte sich das überhaupt nicht aus, der Verbrauch sank beim Diesel-V8 ML aber durchaus merkbar. Das wurde beim Benziner V8 ML nochmals mehr, als ich anfing mit Tempomat 180 unterwegs zu sein. Bei 180km unbegrenzter Autobahn macht eine Reduzierung von 200 auf 180 einen Zeitverlust von 6min, real (s.o.) noch viel weniger.
Ich blieb dann auch beim D6 bei den 180, selten legte ich mal eine "Alarmfahrt" mit 200 hin (Drüber fuhr ich fast nie, da ACC ja nur bei 200 geht). Der Zeitgewinn war immer völlig für die Füsse, aber es ergab sich meist ein Mehrverbrauch von etwa 1L (7,5L zu 8,5L).
Als ich begann mich etwas konkreter für den T8 zu interessieren und die ersten Verbrauchsangaben im T8-Thread sah wurde mir klar, das ich nochmals an der Temposchraube würde drehen müssen, wenn ich nicht 2x am Tag würde Tanken wollen ....
Beste Antwort im Thema
Ich mache zu dem Komplex XC90 T8 als Vielfahrerauto mal einen neuen Thread auf, da die Thematik im "normalen" T8 Thread öfter mal gefragt wurde, dort inzwischen aber etwas untergeht. Meinen habe ich nächsten Di. 4 Wochen und er wird dann 6.ooo km auf der Uhr haben, ich würde mich also als Heavy-Autobahnuser bezeichnen und ein paar meiner Gedanken zu dem Auto darstellen.
Eines schonmal vorweg: Möchte man den T8 als Langstreckenfahrzeug einsetzen muß man bereit sein Kompromisse einzugehen, ein perfektes Langstreckenfahrzeug wie der kleine Bruder V60 D6 Plug-In Hybrid ist er auf keinen Fall.
Der wichtigste Kompromiß, der wohl die meisten bei einem Fahrzeug mit Papierdaten von 400+PS und 230km/h TopSpeed etwas herausfordern wird ist der Verzicht auf hohe Geschwindigkeiten, um auf erträgliche Reichweiten zu kommen. Nur am Rande: Wer sich nicht vorstellen kann jemals im Leben den Tempomat auf unter 200 zu setzen braucht ab hier gar nicht mehr weiterlesen, denn für den ist der T8 schlicht ungeeignet.
Bei mir war die Abkehr von hohen Tempi ein eher schleichender Prozeß, der momentan mit dem T8 kulminiert. Meine Hauptpendelstrecke ist 396km lang, davon sind etwa 370km Autobahn. Als ich vor vielen Jahren mit der Pendelei anfing hatten wir noch eine erheblich geringere Verkehrsdichte und ich hatte mit Anfang 30 meinen ersten "250er" unter dem Hintern. Besonders wenn ich in der Nacht von So. auf Mo. ins Büro pendelte hieß es immer Pedal to the Metal. Oft fand sich dann auch ein anderer V8 und man war gemeinsam auf der Bahn unterwegs. Völlig egal ob ABM, die 250er respektierten sich gegenseitig, man machte sich abwechselnd mit den Bi-Xenons die linke Spur frei und hielt gern auch beim Tank-Stop noch ein Pläuschchen. Irgendwann erfolgte dann eine erste Temporeduzierung, da ich nun einen auf Autogas umgebauten V8 fuhr, bei dem die Gasanlage bei 250 ausstieg. Zudem fingen dann die 3L Vertreter-Diesel sich gegenseitig zu bekriegen. Aus dem Miteinander der V8 ABM wurde ein Gehacke der Audis vs. die BMW's und die Daimlers. Da hatte ich auch nicht wirklich Lust zu. Ich fuhr dann "nur noch" so um die 210 - 220 und stellte anfänglich überrascht fest, das sich meine Fahrzeiten praktisch gar nicht veränderten.
Ich griff dann erstmals zum Taschenrechner: Auf den 380km Autobahn waren So. Nachts unter Idealbedingungen (keine Baustellen) etwa 300km unbeschränkt. Mit konstant 250 würde man diese 300km also in 1,2h = 72min fahren können, mit 200 würde es 90min dauern. Theoretisch also ein Zeitgewinn von 18min. der in Realitas aber nie erfahrbar war, da es immer wieder langsamere Fahrzeuge/Elefantenrennen und ähnliches gab. Während man also hinter einem LKW/KloMo oder sonstigem Verkehrshindernis hängt ist es egal, ob man 200 oder 250 fahren möchte, ist die Bremse weg erfolgt ein Zeitgewinn nur noch während der Phase von 200-250, wobei man dabei noch berücksichigen müßte, das man bei 250 viel früher bremsen muß, wenn der nächste rollende Bremsklotz rauszieht.
Nach ein paar Jahren begann ich wochentags zu Pendeln (Mo. oder Di. vormittags hin, Do. oder Fr. nachmittags zurück). Da hatte ich es dann nicht nur mit elektronisschen Schilderbrücken und temporären (6h-20h) Geschwindigkeitsbegrenzungen zu tun, sondern es kamen auch immer mehr massiv beschränkte Baustellen hinzu. Aus den idealisierten 300km freie Fahrt wurden, wenn es hoch kommt 180km. Inzwischen hatte ich mein erstes Auto mit Abstandregeltempomaten, der aber "nur" bis 200 ging, also reduzierte ich meine 210-220 abermals auf nun 200 wo immer erlaubt. Auf meine Fahrzeiten wirkte sich das überhaupt nicht aus, der Verbrauch sank beim Diesel-V8 ML aber durchaus merkbar. Das wurde beim Benziner V8 ML nochmals mehr, als ich anfing mit Tempomat 180 unterwegs zu sein. Bei 180km unbegrenzter Autobahn macht eine Reduzierung von 200 auf 180 einen Zeitverlust von 6min, real (s.o.) noch viel weniger.
Ich blieb dann auch beim D6 bei den 180, selten legte ich mal eine "Alarmfahrt" mit 200 hin (Drüber fuhr ich fast nie, da ACC ja nur bei 200 geht). Der Zeitgewinn war immer völlig für die Füsse, aber es ergab sich meist ein Mehrverbrauch von etwa 1L (7,5L zu 8,5L).
Als ich begann mich etwas konkreter für den T8 zu interessieren und die ersten Verbrauchsangaben im T8-Thread sah wurde mir klar, das ich nochmals an der Temposchraube würde drehen müssen, wenn ich nicht 2x am Tag würde Tanken wollen ....
1929 Antworten
Dia Anzeige fehlt komplett, beim T8 hat man nichtmal die Möglichkeit einer manuellen Schaltgasse, allerdings schaltet der T8 -besonders mit Anhänger- vorsichtig formuliert beim Beschleunigen mit PA/ACC deutlich wahrnehmbar, dann muß man nur mitzählen 8 - 7 ein Ruckler 7- 6 zweiter Ruckler 6- 5 dritter Ruckler.
Auch auf die Gefahr hin, dass ich die Angelegenheit zu ernst nehme:
Wie sind Haftungsfragen zu sehen, wenn klar ist, dass das teilautonome Fahren des Autos durch unerlaubte Manipulation des Assistenten "erweitert" wurde und die Aufmerksamkeit des Fahrers nicht in dem vom System für erforderlich gehaltenen sachgerechten Umfang vorlag?
Vor dem Folgenden sicherheitshalber ein paar einleitende Worte:
Meine Lenkrad-Sensor-Beschups-Vorrichtung werde ich aus verschiedenen Gründen nicht En-Detail vorstellen
- Ich möchte verhindern, daß die VOLVO-Jungs entsprechende "Abwehrmaßnahmen" über ein Update ins Auto packen
- Ich möchte nicht, das jemand versucht das einfach blind nachzustellen. Man sollte sich im Vorfeld schon recht genaue Gedanken und Versuche machen (eine Mineralwasserflasche in der Lenkradspeiche führt z. B. dazu, das das Lenkrad am Blinker, bzw. Scheibenwischerhebel anstößt und nicht mehr komplett gedreht werden kann)
- Bin ich damit komplett unzulässig unterwegs. Prinzipiell kommt das Auto damit in Autonomie-Level 3, kann also längere Strecken ohne Fahrereingriff zurücklegen. Das ist zum Einen noch nicht erlaubt, bliebe zum Anderen mit dem XC auch nach dem neuen Gesetz verboten, da er keine Blackbox und keine klare Übergaberegelung an den Fahrer hat
Das Ganze würde nur bei großen Lenkeinschlägen minimal behindern, aber wie geschrieben hatte ich eh nie vor es außerhalb der Autobahn zu testen. Zudem führt es zu einem latenten Lenken nach rechts, also würde ich im Extremfall System- und stelen-Ausfall erst auf den Standstreifen und dann von der Autobahn abkommen, aber nicht in den Verkehr der linken Spur kommen. Während der LKW-Überholvorgänge hatte ich -wie sonst auch- eine Hand locker am Lenkrad. Im Fall der Fälle reicht eine Handbewegung, um das Lenkrad wieder komplett frei zu bekommen.
Zudem erfolgte der Versuch bewußt auf der A20, die ist zwar nicht so schnurgerade, wie manche meinen, aber es sind nur ganz weite Radien vorhanden, die weit innerhalb der Grenzen des PA2 liegen. Die Autobahn ist auch nicht so extrem stark befahren, sodaß überhaupt längere Abschnitte mit Händen vom Lenkrad möglich wurden. Auf der A7 südlich von Hildesheim wäre der gleiche Versuch einem Himmelfahrtskommando gleichgekommen.
Wichtig: Wer eine solche Manipulation am Auto vornimmt kann im Extremfall seinen eigenen und anderer psychischen und/oder finanziellen Ruin herbeiführen
Nehmen wir an ich knalle mit dem manipulierten Wagen in einen anderen und dort gibt es einen Toten, oder noch schlimmer -auch wenn es makaber klingt- einen schwerverletzen Pflegefall, dann trage ich die Verantwortung für das Auslöschen eines Menschenlebens, bzw. das Entstehen einer Schwerbehinderung. Die Haftpflichtversicherung wird die Bezahlung dankend ablehnen und die Pflegeversicherung des Unfallopfers mich bis ans Lebensende in Regreß nehmen. Wer schonmal einen Pflegefall in der Familie hatte weiß wovon ich spreche. Deshalb auch makaber, bei einem Toten bliebe es bei "Einmalzahlungen" fürs Begräbnis und ein Schmerzensgeld.
Man überlege sich also vorher genau, ob man seine Zukunft in die Hände der VOLVO Software-entwickler legt, bevor man mit manipuliertem PA2 ein Nickerchen während der Fahrt versucht.
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Wenn ich schon so bescheuert wäre, solche Manipulationen durchzuführen (nein, bin ich nicht), würde ich dies jedenfalls nicht in Forum setzen. So besonders gut wird die Anonymität hier nicht sein.
Kopfschüttel.
Auch wenn es natürlich total cool ist, sich mit seiner Öberschäue hier so zu brüsten. Ansonsten finde ich ich stelens Beiträge durchaus gelungen, aber ab und an gehts it Dir durch.
Ich hatte gestern ohne Manipulation zu meiner Überraschung ein längeres Stück auf der A1 im Raum HL wo der PA2 dauerhaft aktiv war. Ich vermute, es lag an der sehr schlechten Fahrbahn und den ständigen leichten Erschütterungen im Lenkrad.
Na ja, jetzt halten wir mal wieder die Zügel etwas lockerer!!!
@stelen hat ja nur einen heroischen Selbstversuch gestartet und deutlich auf die Gefahren und Haftungsfragen hingewiesen. Finde da nichts Verwerfliches dran.
Andere drücken ihren Oberschenkel von unten gegen das Lenkrad .......... und schreiben nicht drüber.
@stelen arbeitet halt fast ALLES akribisch auf und teilt es mit uns. Finde ich gut.
Ab davon weiß ich (noch) nicht, wie er wirklich heißt, wo er wohnt (vielleicht in Bitterfeld 😁), nur, daß seine OHL gerade während des SHA Treffens einen runden Geburtstag hatte und er deswegen leider nicht dabei war. Und meine Kontakte zur NSA sind nicht so gut, daß ich das Fehlende ergründen kann😉
LG
GCW
Anonymität wird bei mir wohl eher schwierig, über das Kennzeichen könnte man mich recht schnell ausfindig machen, zudem steht mein Name im Impressum meiner hier auch nicht ganz unbekannten Website zum D6.
Das Ganze würde aber nur dann interessant, wenn ich einen Unfall bauen, ein Gutachter eine Manipulation vermuten und hier nachlesen würde. Ansonsten kann alles was ich bisher geschrieben habe auch dummes Geschwätz eines Wichtigtuers sein.
Das muß jeder für sich selbst beurteilen, ich kann jedenfalls ersteres ausschliessen, da ich nie vorhatte ein Schläfchen zu machen, oder auf die Rückbank zu klettern, oder sonstige Harakiri-Aktionen durchzuführen. Mir ging es eher darum herauszufinden, was Stand heute schon so möglich ist beim autonomen Autobahnabspulen.
Auf dem Hinweg hatte ich das Lenkrad nur noch in die Hand genommen, um LKW zu überholen, auf der Rückfahrt wollte ich auch das noch Weglassen. Die meisten LKW sind heutzutage mit zwischen 85 - 90 km/h unterwegs, mit PA2 auf 90 wäre die Wahrscheinlichkeit recht hoch, das ich auf keinen Laster auflaufe und wenn würde ich mich einfach dahinterklemmen, den Abstand hatte ich vorsorglich auf 5 Balken gestellt.
Direkt nach der Autobahnauffahrt präparierte ich also das Lenkrad, aktivierte PA2, nahm die Füsse von den Pedalen und legte die Hände in den Schoß. Ersteres ist nach vielen 100.oookm mit ACC für mich inzwischen völlig normal, die Hände länger als 15s vom Lenkrad zu nehmen schon noch sehr ungewohnt, auch wenn PA2 schon einige Male von sich aus über ein paar km aktiv geblieben war.
So fuhren wir also dahin, ich schaute zwar weiterhin überwiegend auf die Strasse, bzw. ob meine Position auf dieser noch richtig wäre, hatte hier aber keinen Grund zur Klage. Um ehrlich zu sein fuhr der PA2 auf den geraden Abschnitten viel präziser in der Mitte der Fahrspur als ich das selbst gekonnt hätte. Ich hatte auf den Fahrten zuvor auch bewußt darauf geachtet, wie oft man selber kleine Korrekturen am Lenkrad vornehmen muß, ich zumindest mache das sehr sehr häufig, genau das gleiche tat nur der Automat höchstpräzise und ich konnte mich ausruhen.
Nach 32km mußte ich die Konzentration dann doch etwas hochfahren, heimlich still und leise verließ er die perfekte Mitte der Fahrspur und driftete ganz leicht nach rechts ab. Etwa 1km später überfuhr er dann den rechten Randstreifen und kam auf die Standspur. Als er fast zur Hälfte auf dem Standstreifen fuhr wollte ich gerade amnuell eingreifen, als er sich von ganz allein wieder auf die richtige Fahrspur zurückzog.
Ganz ähnlich war es dann 15km weiter, dort war er dann aber schon so weit auf die Standspur gefahren, das ich ihn doch manuell zurück auf die rechte Fahrspur führte, zudem war da auch für wenige Sekunden das grüne Lenkrad grau.
Beide Situationen wären wahrscheinlich auch bei einem unkonzentrierten / abgelenkten Fahrer unkritisch gewesen, da er sich sehr sehr langsam über die durchgezogene Linie pirschte, diese ja auch aufgeruht ist, damit es im Auto merklich vibriert und auch wenn der LaneKeepingAssist ihn nicht zurücklenkte war zumindest der LaneDepartureWarner weiter aktiv, das Lenkrad vibrierte bei beiden Aktioenndtl. hörbar, mit aktivem LDW Gebimmel, wäre auch ein abgelenkter Fahrer sehr frühzeitig auf das Problem aufmerksam geworden.
Am Kreuz Lübeck deaktivierte ich dann PA2, da ich dort dann auf die A1 mußte, d. h. auf den letzten 165km mußte ich kein einziges Mal mehr eingreifen und es war auch keine einzige Situation wo es potentiell hätte eng werden können. Bei den leichten Kurven würde ein Humanfahrer wahrscheinlich etwas früher einlenken, ansonsten fuhr das System den Rest schlicht perfekt.
Zusammengefaßt habe ich also auf
212km
1x beinahe und
1x real das Lenkrad berühren müssen
die Pedale überhaupt nie
Ich gebe zu das ist ein Ergebnis, von dem ich vorher nichteinmal zu träumen gewagt hätte. Das er ein paar km bis zu einem Systemausstieg schafft hatte ich mir erhofft, aber 165km am Stück ohne jedwedes Zutun meinerseits abspulen zu können haut mich auch heute noch um.
Ich käme auch weiterhin nicht auf die Idee ein Nickerchen während der Fahrt zu machen, oder eine Tageszeitung aufzuschlagen, aber es macht bei solchen Trips (700km in 9h dazu noch 6h Arbeit, alles Non-Stop an einem Tag) einen Riesenunterschied, ob man das Auto aktiv steuern oder nur überwachen muß. Es wurde ja immer wieder die These aufgestellt, das Level 2 (oder nennen wir es 2,5) Autonomie einem nichts brächte, da man ja weiter das Auto überwachen müsse, dem muß ich nun klar widersprechen.
Es ist recht schwierig das in Worte zu fassen, man hat einfach Phasen, bei denen man einfach nur den Blick weit auf der Bahn hat und mit sehr geringer Konzentration das Auto machen lassen kann und fährt dann z. B. wenn jemand einfädeln will kurz mal die Konzentration wieder auf volles Level. Auch wenn man selbst das gar nicht so wahrnimmt, die Lenkerei, auch auf gerader Autobahn ist anstrengender als man selbst glaubt.
Ich mache diese Tages-Trip-Nummer schon ein paar Jahre und hatte es mit den ML und dem Viano mehrfach auf dem Rückweg, das ich auf einem Autobahnparkplatz ein Nickerchen machen mußte, bzw. völlig platt wieder zurück war.
Gestern wußte ich nach dem 15h Tag auch was ich getan hatte, ich war bei weitem aber nicht so kaputt und ausgelaugt wie das sonst immer der Fall war.
Das einzige Problem nach gestern: Ich will so schnell wie nur irgend möglich ein richtiges Level 3 (gern auch 4) Auto
@stelen - Alle Achtung was Du Dir da traust. Ich bin seit über 14 Jahren ACC Fahrer und Fan und träume auch wie Du vom Autonomen Fahrzeug. In unserem Mercedes haben wir das AutoPilot System schon etwas länger - funktioniert dort bis 210km/h - sehr sehr zuverlässig. Meiner Ansichten nach auch besser als im Volvo - aber der Benz hat auch 2 Kameras.
Unseren Xc90 habe ich nun seit einer Woche, knapp 500km bewegt - vieles davon auf der AB. Zugegebenermassen mit 130km/h - rechts und wann nötig eben auf Handbetrieb und ab nach links zum überholen. Das System finde ich ehrlich gesagt oftmals erschreckend gefährlich. Den Drang nach "rechts" hat unserer auch. Fährt das Fahrzeug von einem in eine Ausfahrt, dann mag der Volvo folgen. In Kurven geht das System einfach mal aus - ohne piepsen, ohne Warnung. Man muss ständig das grüne Lenkrad im Blick haben (macht der Benz auch nicht anders - was ich doof finde). Ist kein Wagen vor einem, dann schwimmt er doch sehr auf der Spur umher - was auch unangenehm ist.
Ich dachte gestern - das ist noch ein ganz ganz weiter Weg bis zur Stufe 3 der Automation. Eine zufriedenstellende Stufe 2 würde mir schon reichen, aber selbst dauert es noch ganz ganz lang.
Insofern - Hut ab von Deinem Test - ich finde das spannend zu verfolgen, aber ich trau das den Autos von heute noch nicht zu.
Zitat:
@Lars996 schrieb am 2. Februar 2017 um 18:10:31 Uhr:
Ist kein Wagen vor einem, dann schwimmt er doch sehr auf der Spur umher - was auch unangenehm ist.
Das kann ich so nicht bestätigen. Meiner ist softwaretechnisch auf aktuellem Stand (bis auf ein Teildowngrade wegen Batterieproblemen). Die Fahrweise des Systems entspricht exakt den Beschreibungen von stelen. Nur die Rechtslastigkeit auf einer AB mit guter Markierung konnte ich noch nicht beobachten.
Ich glaube hier irgendwo gelesen zu haben, dass der PA2 kalibriert werden kann, bin mir aber nicht so sicher in welchem Zusammenhang das stand.
Stimmt! Wurde von mir in Zusammenhang von "torkelndem" PA2 genannt - habe ich vom 🙂
Was ich interessant finde ist, daß ich wiederum den Eindruck habe, daß sich meiner eher an der linken Fahrbahnlinie orientiert (auf der linken Spur´) Sonst eigentlich mittig. Und, daß er auch relativ brav die Spur hält und äußerst selten auf Fahrzeuge auf anderen Spuren reagiert.
LG
GCW
@Lars996:
Ich glaube Du irrst. Bisher waren solche Systeme Exoten, nun kommen diese in der Masse an und da wachsen plötzlich Begehrlichkeiten wie einst beim iphone. Bis vor kurzem Utopie und dann kaum noch aus dem Alltag wegzudenken. Da werden jetzt das x-fache an Ressourcen freigegeben, jeder Praxisbericht hilft und die Technik ist von der Hardware her ohnehin längst bezahlbar.
Denke 2017 ist ein Wendepunkt hinsichtlich autonomes Fahren und E-Autos. Nichts wird mehr so sein, wie es lange war.
Deckt sich mit der Meinung einiger Entwicklungschefs größerer Hersteller, die meinten, daß in den kommenden 10 Jahren mehr an Fortschritt implementiert wird, al in den letzten 30.
Und ein erster großer Schrit sei in 2017 und 2018 zu erwarten.
LG
GCW
Bevor ich meine nächsten Versuche schildere erst ein paar Anmerkungen zu dem bisher geschriebenen 😉
Ist das Pilot Assist System im VOLVO gefährlich?
Der Meinung war ich, als ich das Auto neu hatte auch. Dies hat sich inzwischen stark gewandelt und ich bin der Meinung nicht vom System, sondern vom Fahrer geht die Gefahr aus. Wir reden immer noch über Level 2 Autos und sowohl rein rechtlich, als auch in den BDA beschrieben darf man die Hände nicht vom Lenkrad nehmen und das Auto allein fahren lassen. Natürlich tut man es trotzdem, wenn man so ein System hat, es kann einen aber auch in einen fatalen Technikglauben versetzen. Nehmen wir nur die "berühmten" Teslaunfälle. Warum knallt einer auf der Autobahn in einen ausscherenden Bus? Schlicht weil er nicht seiner Aufgabe im Fall der Fälle einzugreifen nachgekommen ist. Bei dem toten Tesla-Testfahrer ist immer noch unklar, ob er selbst den weissen LKW gegen die Sonne gesehen hat/hätte und ob dieser Unfall nicht jedem anderen PKW-Fahrer auch so passiert wäre. So traurig das ist, im Endeffekt profitieren wir nun alle davon, da so weit ich weiß keines der aktuellen Pilot-Systeme nur noch auf Kameras setzt.
Was hat das nun mit dem sich selbst deaktivierenden PA2 zu tun? Nun ganz einfach dadurch, das man nicht minutenlang vor der Abschaltung schon vorgewarnt wird bleibt einem gar nichts anderes übrig, als zumindest noch ein gewisses Maß an Restaufmerksamkeit fürs Auto und den Verkehr zu erhalten. Wenn es lange vorher warnen würde, kämen vmtl. ein paar Leute -ich will nicht bestreiten, das ich da womöglich dazu gehören würde- auf die Idee, mit dem Lenkrad-Tweak sich während der Fahrt mit anderen Dingen beschäftigen zu können. Es gibt da schon ein paar reichlich bescheuerte Videos von Tesla-Fahrern.
Dumm nur, das gerade hier auf MT eine Studie der Uni Southampton veröffentlicht wurde, bei der Probanden im Fahrsimulator mit einem Level 4 Auto fuhren. Es wurde die Zeit gemessen, vom Auslösen des "Bitte übernehmen" Alarms bis sie das aktiv das Fahrzeug steuerten. Es gab zwei Gruppen: Die Erste sollte -ähnlich wie ich das mache- immer noch den Verkehr im Auge behalten. Diese brauchten 2-6s bis sie die Kontrolle über das Fahrzeug wieder hatten. Bei einer zweiten Gruppe, die Zeitung lesen sollten dauerte es bis zu 26s. Das sind Zeitspannen, die keines der aktuellen Systeme abdecken kann.
Ich selber brauche auch etwa 2-3s vom "UPS nun baut er Mist" bis ich ihn wieder auf den rechten Weg geführt habe. Das wäre z. B. auf einer engen Landstrasse viel zu lang, da würde ich sicher im Graben oder Gegenverkehr landen. Auf meinen üblicherweise befahrenen Autobahnen reicht diese Reaktionszeit aus, die entspricht ungefähr dem berühmten kurzen Blick aufs Handy, oder dem Suchen nach einem Bonbon, Öffnen einer Wasserflasche, u. Ä.
Als Autobahnvielfahrer (allein die letzten drei Tage 1500km davon nahezu 100% mit PA2 und etwa die Hälfte manipuliert) hatte ich nun hinreichend Zeit mich mit den Reaktionen des Systems vertraut zu machen. Dies erfordert IMHO einige Zeit, auf den ersten paar tausend km mit der Distronic damals hatte ich auch noch oft zitternd einen Fuß vor dem Bremspedal, inzwischen weiß ich jederzeit, wo ich mit ACC und wo besser ohne fahre.
Die aktuellen Systeme haben noch recht enge Grenzen, Gefahren gehen aber IMHO nicht von den Systemen aus, sondern Fahrern die diese Grenzen ignorieren.
Hat der PA2 einen Rechtsdrall?
Zumindest bei mir nicht. Die von mir beschriebenen Situationen (ich habe das gestern Abend noch weiter verifiziert) wo er nach rechts rüber zog, waren eher darauf zurückzuführen, das PA2 -trotz grünem Lenkrad- das Lenkrad kurz "losließ" und dann von meinem Manipulator nach rechts gezogen wurde.
Im Normalfall fährt das System ziemlich perfekt mittig, es könnte nur, wie schon geschrieben, vor Kurven gern etwas früher einlenken.
Schwimmt der PA2 herum?
Hier muß man die Fahrsituation betrachten:
Auf relativ freier, trockener Autobahn mit klar erkennbaren Begrenzungslinien, fährt er fast wie festgenagelt in der Mitte der Fahrspur. Problematisch wird es zum Einen bei sehr nasser Fahrbahn. Hier interpretiert er -besonders im Dunkeln- die von vor einem fahrenden Fahrzeugen gezogenen Fahrspuren als Begrenzungslinien und versucht diesen zu folgen. Das kann dann im Extremfall dazu führen, das er anfängt den Fahrspurwechsel des Vordermannes mitmachen zu wollen. Meist fängt er sich dann, sobald er die Mittellinie sieht, manchmal überfährt er die auch und steigt anschließend aus. Bei solchen Umgebungsbedingungen schalte ich inzwischen auf reinen ACC um, da ist die HI der KI denn doch noch überlegen.
Eine andere Situation ist bei sehr dichtem Verkehr mit niedrigen Geschwindigkeiten, also auch engen Abständen oder wenn jemand einem "direkt vor die Karre fährt". Hier ist ihm die Sicht auf die Begrenzungslinien in weiterer Entfernung versperrt und er versucht aus dem Vordermann und den sichtbaren Linien die Fahrspur zu berechnen. Dabei eiert er manchmal herum, bleibt aber immer aktiv und hat da bei mir auch noch nie Mist gebaut.
Auf der Anhängertour hatte ich es 2x Mal das große SUFFs mit ziemlichem Tempounterschied an mir vorbei donnerten, da kommt in ein solches Gespann schonmal etwas Bewegung und PA2 brauchte ein paar Lenkkorrekturen bis er ihn wieder sauber mittig hatte. War aber auch komplett unkritisch, ein Humanfahrer hätte da auch aktiv am Lenker kurbeln müssen.
Fährt PA2 zu weit rechts oder links?
Zumindest bei mir nicht, sofern klare Fahrspuren da sind. Es gibt allerdings Situationen, wo es auch mir so vorkommt, das kann zwei Ursachen haben. Einerseits hat er vielleicht eine vom Fahrer als solche wahrgenommene Begrenzung nicht erkannt. Für mich der "Klassiker" der Elbtunnel. Da kommen rechts und links neben der Fahrbahn erst ein paar cm "Rattersteine" dann kommt ein recht massiver Bordstein und dann der ca. 30cm breite Notfußweg. Weisse Linien gibt es keine und meist erkennt er nichtmal den Bordstein als Begrenzung sondern erst die Tunnelwand. Errechnet er allerdings damit die Fahrspur kommt man reichlich dicht an die Bordsteinkanten heran. Da diese wohl mit den 20" nicht so ganz kompatibel wären halte ich entweder leicht gegen oder schalte im Tunnel kurz auf ACC.
Zusätzlich kommt es -wie weiter oben schon beschrieben- im Stau manchmal vor, das er seine Fahrspur erst noch finden muß und während des "eierns" etwas zu weit nach rechts oder links kommt.
Ein anderer Effekt ist ein rein psychologischer. Ich habe da in letzter Zeit mal bewußt drauf geachtet, in Situationen, wo ich dachte "Boah ey, warum fährt der denn so dicht an dem LKW vorbei" war es fast immer so, das er wie gehabt brav mittig auf der Fahrspur unterwegs war und der LKW eher am linken Rand seiner Fahrspur. Ein Humanfahrer hätte vmtl. rein instinktiv ein wenig nach links gelenkt um wieder mehr Platz zwischen sich selbst und den Laster zu bringen, mit dem mittig genagelten PA2 kommt einem das dann komisch vor.
Um das nochmal ganz klar zu formulieren
Pilot-Assist 2 ist ein Assistenzsystem, kein Auto-Pilot, der einem komplett das Fahren abnimmt !!!!!!!
Für mich als Vielfahrer auf überwiegend dafür geeigneten Autobahnen eine echte Hilfe/Erleichterung, für einen der täglich durch den Schwarzwald muß IMHO nahezu völlig unbrauchbar