Den Ami verkloppen?

Ich wende mich heute mal mit einer sicher etwas ungewöhnlichen, vielleicht sogar nicht in diesen Forenbereich passenden Frage an die Gemeinde.

In meinem Besitz befindet sich seit einigen Jahren ein altes US Car, das mir als reines Hobbyfahrzeug dient und mir sehr viel Spaß bereitet, allerdings nur bei schönem Wetter und wenn es die Zeit erlaubt bewegt wird. Im vergangenen Jahr bin ich leider kaum zum Fahren gekommen, da das geistig behinderte Kind (SB 100) meiner Partnerin sehr viel Aufmerksamkeit erfordert und in dem Auto nicht mitgenommen werden kann, da es keine Möglichkeiten gibt, das Kind während der Fahrt vernünftig zu sichern - der Wagen hat keine Gurte und eine Nachrüstung wäre nur äußerst aufwändig zu realisieren.
Der Vater des Kindes kümmert sich so gut wie gar nicht um den Jungen, im besten Fall nimmt er ihn alle sechs bis acht Wochen mal für's Wochenende zu sich, Babysitting durch andere ist gelegentlich möglich, aber schwierig - soviel zu den Rahmenbedingungen.
Dieses Jahr wollen wir zusammen ziehen, wahrscheinlich werde ich / werden wir daher noch weniger Zeit haben, das Auto zu nutzen, deshalb stehe ich vor der Frage, ob ich den Wagen behalten oder verkaufen soll und interessiere mich für die Meinung der Gemeinde.
Welche Entscheidung soll ich treffen, oder besser: Was würdet Ihr tun?

PS: Sollte das Thema hier unpassend sein, bitte ich einen Moderator, den Faden in einen passenderen Bereich zu verschieben oder auch zu löschen.

Beste Antwort im Thema

Gerade wenn man sich wie du so nett für andere einsetzt (Hut ab), ist es meiner Ansicht nach enorm wichtig, einen Ausgleich zu haben. Ein schönes Auto ist dafür bestens geeignet finde ich. Man muss auch seine eigenen Bedürfnisse befriedigen. Wenn es finanziell verkraftbar ist, würde ich den Ami auf jeden Fall behalten.

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Gerade wenn man sich wie du so nett für andere einsetzt (Hut ab), ist es meiner Ansicht nach enorm wichtig, einen Ausgleich zu haben. Ein schönes Auto ist dafür bestens geeignet finde ich. Man muss auch seine eigenen Bedürfnisse befriedigen. Wenn es finanziell verkraftbar ist, würde ich den Ami auf jeden Fall behalten.

Zitat:

@cactusami schrieb am 21. Januar 2015 um 11:23:14 Uhr:


Gerade wenn man sich wie du so nett für andere einsetzt (Hut ab), ist es meiner Ansicht nach enorm wichtig, einen Ausgleich zu haben. Ein schönes Auto ist dafür bestens geeignet finde ich. Man muss auch seine eigenen Bedürfnisse befriedigen. Wenn es finanziell verkraftbar ist, würde ich den Ami auf jeden Fall behalten.

Volle Zustimmung!!!

Hut ab vor Dir. Ich würde auch sagen, dass Du auch etwas nach Dir schauen musst. Nur wenn Du genug Power und Kraft hast, kannst Du Dich auch um Deine Lieben gut kümmern.

Deine Fürsorge ehrt Dich aber Du darfst Dich selbst nicht dabei vergessen. Es ist ein Freiraum, den Du brauchst, um auch wieder zu Dir selbst zu finden. Es macht Dich quasi wieder "fit" für Deine Aufgabe und ein mürrischer, müder oder nicht ausgeglichener Partner ist da eher kontraproduktiv.

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Hi,

eine Kosten /"Nutzen" Rechnung kann da durchaus Sinn machen. Der Nutzen lässt sich natürlich nur schwer berechnen.

Du müßtest dir halt überlegen ob du mit dem Geld das dich dein US Car kostet vielleicht einen anderweitigen Ausgleich für dich schaffen kannst. Besteht z.b. die Möglichkeit das Geld in einer Betreuung zu infestieren die dir/euch einen unabhänigen Urlaub ermöglicht?

Aber auf jeden Fall brauchst du einen Ausgleich, dein US Car ist da sicher eine Möglichkeit von vielen.

Gruß Tobias

Erstmal: Hut ab vor soviel Engagement! Das kann nicht jeder.

An dieser Stelle sei mir mal ne blöde Frage erlaubt:

Warum nicht den Oldie vertickern und gegen etwas amerikanisches ersetzen das auch kompatibel (in puncto Sicherheit, Anzahl der Türen etc.) mit dem Kind ist? Ich zum Bleistift hab mit einer 4-türigen Limousine genau soviel Spaß wie mit einem Coupe und ich denke der Jung (Kinder lieben große, bunte Autos die tollen Krach machen! 😁) wird auch seinen Spaß an einem US-Car haben 🙂

Ich erinnere mich da an eine Geschichte die mal in der Chrom und Flammen stand. Da hatte eine kleine Familie mit einem behinderten Kind mal Ihren Barracuda vorgestellt und der war durchaus tauglich für kleinere Sonntagsausfahrten und treffen.

Wäre doch bestimmt eine gute Lösung um Leidenschaft und Familie unter einen Hut zu bekommen. Vorausgesetzt deine Partnerin spielt da mit 🙂

Moin,
wurde schon viel gesagt und da wiederhole ich mich jetzt auch nur.

Ich kann dir nur den Tipp geben, sorg dafür das du einen Ausgleich für DICH hast.

Auch wen du den Wagen jetzt wenig bewegst aber er dir doch Freude bereitet, behalte ihn. Manch mal ist es auch "gut" das solche Hobbys nicht mit anderen geteilt werden können, denn das kann der rückzugspunkt für einen selbst sein. Hört sich egoistisch an aber ich halte es für wichtig.

Gruß,
MC2k

Ich denke, es hängt hier vor allem davon ab, wie sehr Du genau an Deinem jetzigen US-Car hängst.
Es gibt ja diverse (auch durchaus reizvolle) andere US- Modelle (auch Oldtimer), die mit Gurten ausgestattet sind und die absolut familientauglich sind.

Mein Electra hat 6 Beckengurte (2x vorne auch noch mit der Möglichkeit des Schultergurts). Ich habe noch einen passenden "beckengurttauglichen" Kindersitz gefunden (gibt's leider wohl nur noch gebraucht), damit habe ich unsere Kids ohne Probleme und sicher durch die Gegend gefahren.
Eventuell muss man das ausprobieren- eigentlich sollte es aber immer eine Lösung geben, Kinder fest im Oldtimer zu sichern. Spaß haben die Kids an dem Wagen sowieso.

Gruß,
Steffen

Zitat:

@Electra455 schrieb am 21. Januar 2015 um 16:47:09 Uhr:


Mein Electra hat 6 Beckengurte (2x vorne auch noch mit der Möglichkeit des Schultergurts). Ich habe noch einen passenden "beckengurttauglichen" Kindersitz gefunden (gibt's leider wohl nur noch gebraucht), damit habe ich unsere Kids ohne Probleme und sicher durch die Gegend gefahren.

Naja seien wir mal ehrlich das ist doch nur Pseudosicherheit in unseren Blechbüchsen. Gegen ein modernes Auto kommt da kein Sonnenschein bei raus.

Klar... keine Airbags, keine Gurtstraffer etc.. wenn einem absolute Sicherheit wichtig ist, darf ich nie Autos >5 Jahre alt fahren.
Zumindest macht man sich aber nicht strafbar und befolgt alle geltenden Vorschriften zur Kinderbeförderung.

Übrigens bin ich mir aber gar nicht so sicher, dass mein Electra mit ~2.500 kg Leergewicht bei einem Unfall mit einem anderen Fahrzeug soo schlecht aussieht... aber das ist ein anderes Thema.

Gruß,
Steffen

Ich habe auch mein Spielzeugauto. Aber mir ist es persönlich wichtig, dass ich es mit meiner Familie nutzen kann und dass es sicher ist fuer meine Familie. Ein Auto dass ich nur ab und zu benutzen kann und dann auch nur alleine käme fuer mich nicht in Frage. Dafuer wuerde ich es einfach zu wenig nutzen.
Selbst auf meinem Arbeitsweg, wo ich meisst alleine unterwegs bin, kommt es ab und zu vor, dass ich eins meiner Kids irgendwo abholen muss.
Es spricht ja nichts dagegen, wenn Du dir es leisten kannst das Auto zu behalten. Ob es aber Sinn macht, wenn man es vielleicht nur all Monate einmal ohne Familie fahren kann ist die Frage. Ich wuerde da vielleicht eher nach einem Spassauto schauen, dass allem gerecht wird und den sicheren Transport der Familie gewaehrleistet. Auch die gibt es. Aber am Ende bleibt es eine persoenliche Entscheidung. ;-)
Und auch von mir meinen Respekt fuer Deinen Einsatz. So etwas findet man nicht oft.

Hallo zusammen,
zuerst einmal möchte ich mich für Eure Beiträge bedanken.
Bisher tendieren die Tipps ja in Richtung "behalt' die Karre" was im Grunde meines Herzens auch mein Weg wäre. Auf den Grund, weshalb ich aber trotzdem über einen Verkauf nachdenke, komme ich später noch einmal zurück.

Das Auto:
Für den Kauf des Wagens habe ich lange gespart und auch hart gearbeitet. Ich habe mir damit dann einen langgehegten Traum erfüllt und für mich gehört der Wagen immer noch zu den schönsten und begehrenswertesten Autos, die je gebaut wurden. Sicher gibt es noch ein paar, die meinem Traum näher gekommen wären, diese Autos liegen aber außerhalb meiner finanziellen Möglichkeiten. Der Wagen war also, kurz gesagt, das was ich wollte und mir ohne Einschränkungen leisten konnte.

Die finanzielle Situation:
Der Unterhalt des Wagen belastet nicht. Steuer und Versicherung sind Kleckerkram, die Miete für den Stellplatz unproblematisch und größere Reparaturen stehen nicht an und könnten, sollte doch mal was sein, auch verschoben werden, da der Wagen ja nicht fahren muss.

Das Kind:
Der Junge ist vor ein paar Tagen acht Jahre alt geworden, befindet sich in seinem Entwicklungsstand aber bei etwa drei bis vier Jahren. Er ist ein richtig lieber Kerl, allerdings ist er schwer für irgendwelche Dinge zu begeistern. Die Adventszeit und Weihnachten beispielsweise gingen irgendwie vollkommen an ihm vorbei, sein Geburtstag ebenfalls. Auf dem Spielplatz ist er gegenüber anderen Kindern eher teilnahmslos distanziert - er schaut lieber zu wenn andere spielen. Eine Begeisterung für Autos, auch für die großen bunten, die so toll Krach machen, ist nicht zu erkennen.

Die Frau:
Ich kenne sie seitdem wir Kinder waren und bin schon als Jugendlicher voll auf sie abgefahren, bekam damals aber, warum auch immer, keinen Stich. Irgendwann haben wir uns dann vollständig aus den Augen verloren bis wir uns vor ein paar Jahren per Zufall wieder über den Weg gelaufen sind und dann hat's halt geknallt. Sie ist nicht so Autobekloppt wie ich, hat aber genauso wenig ein Problem mit meinem Hobby wie ich mit ihren, die ich auch nicht alle teile.

Die Verkaufsüberlegung:
Prinzipiell gibt es keinen wirklichen Grund, den Wagen weg zu geben, außer vielleicht, dass es halt sein kann, dass der Wagen über's Jahr keinen Meter bewegt wird, was für ein Fahrzeug wenig sinnvoll ist. Außerdem denke ich, dass er durch's rumstehen nicht besser wird.
Im Grunde meines Herzens möchte ich ihn gerne behalten, auch weil ich hoffe, dass der Kleine auch irgendwann einmal Spaß daran haben wird, wenn ihn der Ersatzpapa in der Kiste mitnimmt oder zur Schule bringt.
Die Verkaufsidee ist erst einmal nur ein Gedankenspiel und die schwerwiegende Entscheidung, ob der Wagen letztendlich weg gegeben wird, werde ich hoffentlich richtig für uns treffen - und dazu ist mir eben auch wichtig zu wissen, wie Unbeteiligte handeln würden.

PS: Vielleicht verwundert es, dass ich diese Frage in einem anonymen Forum stelle. Der Grund hierfür liegt für mich darin, dass ich der Ansicht bin, dass die Antworten von wildfremden Menschen unvoreingenommener und objektiver sind, als die von unseren Freunden und den Leuten in unserem näheren Umfeld.
Davon aber abgesehen finde ich es klasse, wie hier mit dem doch nicht ganz einfachen Thema umgegangen wird. Deshalb möchte ich mich auch noch einmal explizit für Eure Antworten bedanken.
Danke, ehrlich!

Da das Auto Dich finanziell nicht belastet würde ich es behalten. Ansonsten wirst Du irgendwann dauernd daran denken und Dir einen Kopf machen, dass Du es verkauft hast.
Auch die Situation mit dem Kind kann ich gut verstehen. Ich habe eine fast 2 jährige mit einigen Problemen und mit all der Therapie bleibt für Hobbies oft keine Zeit mehr.

Da du das Geld nicht benötigst und du einen Stellplatz hast, würde ich ihn behalten. Irgendwann wirst du die Zeit wieder haben, und dann wirst du dich ärgern, dass du ihn weggegeben hast. Verkaufen kannst du ihn immer noch.
Vielleicht hat es auch seinen Reiz den Wagen zwei oder drei Jahre zu vergessen? Konserviere den Motor usw., kaufe einen CarCocoon und lasse ihn bei geregelter Luftfeuchtigkeit ruhen. Was meinst du wie du dich dann in 3 Jahren freuen wirst wenn du ihn wieder "entdeckst" und zurück auf die Straße bringst. Und vielleicht ist dann der Lütte soweit die Ausfahrten mit dir zu genießen.

Gruß
Hendrik

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