Bremsbeläge festgegammelt

Kürzlich hab ich mir ja eine zweite Knubbel im Ibäh für schmales Geld geschossen. Nun handelte es sich bei dem bedauernswerten Exemplar im ein Standzeug statt Fahrzeug. Um ihr neues Leben einzuhauchen, wird sie nun aufgehübscht. Leider lässt sich der gammelige bremsbelagtragende Bolzen trotz Fluchen, WD40, Mobilisierungsversuchen mit eingschlagenen Stahlnadeln (sh.Foto) keinen µ bewegen. Kennt jemand noch einen Insider-Tipp, das Teil zu lösen ohne die Bremse auseinander zu frickeln? Stahlflex hat die Gute schon und die Bremsflüssigkeit ist ein Jahr alt. Eigentlich bin ich zu faul, die ganze Sauerei komplett durchzuziehen.

Gracias - twindance

040820121132
Beste Antwort im Thema

@ twindance:

Seht, edler Ritter mit dem scharfen Schwerte:
Dort, wo ihr vor kurzer Zeit bei einem Kampf ein zweites Pferd erworben habt, können Euer Hochwohlgeboren voller Zuversicht auf eine weitere Zutat schiessen, die dieses zweite Pferd jetzt braucht...nämlich Bremszangen in großer Auswahl.
Für die kleinen Preise kann Euer Knappe nichts, aber entscheiden müsst Ihr Euch schon selbst.
Jedenfalls sollte sich ein Ritter nicht mit einem solchen Schrott wie auf dem bedruckten Papier  zufrieden geben.
Solch verrostete Teile gehören dem Schmiede, der sie im Feuer einschmilzt.

Euer Knappe.😁

Ach ja, eine solche Nachricht habe ich noch abzugeben.
Und grüßt Eure getreue Edelfrau Marie, auf dass Sie nicht weiter schimpfe wegen des zweiten Pferdes.😁

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Zitat:

Original geschrieben von Kawaman1974



was ist an simplem petroleum hochwertig???

an dem zeug ist gar nichts synthetisch!

Ach ja,

ist das ne neue Erkenntnis von dir,

warst du heute mit Zeug am Gas-Chromatographen 😕

denn zuvor sagtest du ja:

Zitat:

Original geschrieben von Kawaman1974



was soll man auch von einfachen mineralöl mit terpentinersatz anderes erwarten?

Also Petroleum,

nun ja, simpel ist das nicht,

und der besondere Saft wird eben nach der CAS-Nummer als Petroleum bezeichnet, und glaub mir, ich weiß was in WD-40 drin ist – mir sagt das der Gaschromatograph.

Erzähle doch deine Geschichten an anderer Stelle wo du dafür bewundert wirst, und träume selbst!

Sammler;
sicher soll der TE die Manschetten nicht einsauen,
sonder die Bolzen und deren Sitze ansprühen - egal mit welchem Kriechöl ob CARAMBA oder ADDINOL, das ist immer negativ für das Gummizeugs in Sattel/Zangen.

Wenn da son Bolzen rostig versetzt ist und man will die gesamte Bremse wieder gangbar haben, muß man nicht unbedingt ne Bremsenüberholung machen.

Im Übrigen,
Profischrauber reinigen solche Sachen allg im Teilewaschgerät unter zu Hilfenahme von Messingbürsten – Verschleißteile inklusive aller Gummis werden dann erneuert!

Tschüs

Zitat:

Original geschrieben von twindance


...
Dann muss ich wohl mal bei Bihumi auf einen Kaffee aufschlagen 😁. Damit es sich auch wirklich lohnt, nehm ich einfach die vorderen gleich mit. Bis zu Dir wär´s etwas arg weit.......

Klar, ich mach das. Bau die Dinger raus und ich schall sie und zerleg sie. Kein Problem für meine Kaffeemaschine...😉

Ich würde sie auch ins Ultraschallbad schmeissen. Kann Mopedsammler da nur beipflichten. Mach das auch immer . Nach 20 Minuten bei 60 Grad mit geeignetem Lösemittel, ich hab Tickopur in Verwendung, kommen die sauber raus und lassen sich dann auch zerlegen. Wenns sehr arg ist dann vielleicht ein 2. Durchgang. aber sicher nicht öfter. Die einzelnen Teile dann nochmals schallen und alles ist wie neu...😁

Könnte mir meine Werkstatt ohne Ultraschall nicht mehr vorstellen. Schmeiss mittlerweile alles was vergammelt ist zuerst mal rein und dann ist das zerlegen viel einfacher.🙂

Nun, natürlich weiß ich nicht, wie Profis das machen, schließlich bin ich keiner. Aber ein Teilewaschgerät habe ich auch, sogar ein recht großes. Und ich verfüge über ein Sortiment Messingbürsten.
Das Problem bei solch vergammelten Teilen ist, dass man da, wo der Dreck innen drin sitzt, eben nicht rankommt und das dann eben nicht auseinander bekommt. Demzufolge benutze ich den Teilwascher zur oberflächlichen Reinigung, allerdings auch größerer Motorenteile etc.
Da ist ein Ultraschallgerät eben was für faule Leute. Man schmeißt erstmal den ganzen Sattel rein, drückt auf den Knopf und lässt das Ding die nächsten 30 Minuten unbeachtet. In der Zeit kann man was Anderes machen, wie ich z.B. gerade, nämlich unsinnige Beiträge in MT schreiben, während hinter mir der Vergaser vom Sepp im Schaller rasselt. Ich bürste das nach dem Schallen und Spülen auch mit Messingbürsten ab.
Was man verwendet, ist individuell. Tickopur ist ziemlich teuer, außerdem muss man sehr aufpassen, Tickopur ist nicht gleich Tickopur. Ich hab mal das Falsche erwischt und war über einen zuvor silbernen, hinterher rabenschwarzen Vergaser entsetzt. "Nicht für Leichtmetalle" war dann da drauf zu lesen.

Gute Ergebnisse ohne Gefahr für den Werkstoff habe ich mit einem leicht (zitronen-)sauren Medium mit etwas Spülmittel.

Ich denke, wie das wirkt und funktioniert, kann man in der von mir erstellten und verlinkten pdf der Kawasaki - Bremse gut erkennen, da muss ich nicht mehr viel dazu schreiben. Auf dieser Seite findet man noch ein bißchen mehr über Vergaser und Tanks.

Dass Profis am liebsten Neuteile verwenden, weiß ich. Ich weiß aber auch, was Neuteile kosten (z.B. eine Nadeldüse für GPZ 500 S 36 Euro)
Daher versuche ich immer, Vorhandenes zu erhalten, sofern es noch brauchbar ist. Bei den Gummimanschetten von Schwimmsattelbremsen war das bisher immer möglich.

Eine komplette Bremsenüberholung mach ich bei alten Bremsen immer. Man sieht ihr nämlich von außen nicht an, wie es drinnen aussieht. Man schaue sich bitte die Kristalle genau an, dann braucht man wenig Fantasie, wie lange es dauert, bis eine solche Bremse streikt. Und der Aufwand ist vergleichsweise gering. In einer Stunde ist das erledigt, Aus- und Einbau und Entlüften inclusive.

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Ich hab das Tickopur TR3 in Verwendung, das greift die Vergasergehäuse nicht an.

Mir ist es aus prinzip zuwider, funktionierende Sachen die nur mal ordentlich gereinigt und serviciert gehören auf den Müll zu schmeissen. 🙂

Zitat:

Original geschrieben von moppedsammler


Was man verwendet, ist individuell. Tickopur ist ziemlich teuer, außerdem muss man sehr aufpassen, Tickopur ist nicht gleich Tickopur. Ich hab mal das Falsche erwischt und war über einen zuvor silbernen, hinterher rabenschwarzen Vergaser entsetzt. "Nicht für Leichtmetalle" war dann da drauf zu lesen.

Hi !

Ich kann Mopedsammler nur beipflichten.
Da muss man mit was Saurem ran gehen.
Denn nur in Säure löst sich Rost wirklich auf.
Die ganzen hier erwähnten Rost"Löser" wie WD40 oder Caramba lösen ihn nicht auf, sondern mit etwas Glück nur von der Oberfläche ab.
Hilft einem in einer engen Ritze herzlich wenig.

Und wenn bei iesem Sattel wirklich nix mehr hilft, hätte ich als letzten Versuch folgendes anzubieten:
Salzsäure aus dem Baumarkt, Eimer mit Natronlösung, Schutzbrille.
Sattel komplett ausbauen,
so halten, daß der klemmende Stift unten ist,
mit einer Pipette vorsichtig die Säure auf den Stift und besonders die Bohrungen geben,
Der Rost auf dem Stift wird sich ruckzuck auflösen.
Das Eindringen in die Bohrungen durch Ruckeln an dem Nagel unterstützen.
Wenn gelockert, durch Eintauchen in die Natronlösung die Säure neutralisieren und kräftig mit Wasser nachspülen.
Tja, wenn das auch nicht funzt, ist eh Hopfen und Malz verloren.

Ich fahr mit drei Bremssätteln zu Bihumi Kaffee-Saufen <img src="/images/smilies/biggrin.gif" alt="" />.

Es ist angerichtet, mein Freund.😉 Und die Duc kannst momentan auch bei mir in der Werke sehen.

Wenn sich die richtigen Forumsmitglieder zusammen tun, können sie das Moped in den Orbit schießen damit die beim Wiedereintritt entstehende Wärme den Bolzen lockert. Mit dem Gaschromatographen können sie dann das übrig gebliebene Häufchen Asche analysieren um daraus den Bolzen extrahieren zu können. Nach gründlicher Reinigung mittels Ultraschall können sie das Ergebnis dann in Säure auflösen.

Oder ihr wartet bis jemand kommt der gerade nicht seine Tage hat und mit dem Hammer draufhauen kann.

Spaß beiseite: hier kommen teils aberwitzige und übertriebene Lösungsvorschläge, von denen ich kaum glauben kann, dass die schon jemals für soetwas verwendet wurden. Wenn ich z.B. ein Eisenmetall in Säure halte, kommt ein Rostklumpen wieder heraus. Bitte korrigiert mich wenn ich falsch liege aber Säure oxidiert doch Fe zu Fe(3+), also Rost. Eventuell werden die letzten intakten Bestandteile dann auch soweit oxidiert dass alles zerbröselt aber wenn dieses Schicksal nicht auch dem Bremssattel widerfahren soll, müsste man den Bolzen vorher ausbauen.

Und das geht so: das eingangs gezeigte Bild sieht nicht danach aus als müsste man mit Kanonen auf Spatzen schießen. Ein paar beherzte Hammerschläge auf den Durchschlag, ein Zweiter muss dabei mit einem schwereren Hammer gegenhalten und ich gehe jede Wette ein, dass der Bolzen flutscht.

Ich bin auf weitere Vorschläge gespannt.

@ Blödsack !

Chemie scheint nicht dein Metier zu sein.
Mit Oxidation hat das schon mal gar nichts zu tun.

Im vorliegenden Fall würde die Salzsäure das Eisenoxid, also das Korrosionsprodukt, zu Eisenchlorid umsetzen.
Und dieses ist sehr gut löslich, auch in der Säure.

Wenn man dann noch etwas Glück hat, sickert die Säure in den Spalt zwischen Bolzen und Bremssattel und löst dort die hemmenden Korrosionsprodukte an.

Und ich denk mal, daß der TE schon ausgiebig den Hammer geschwungen hat.

Gruss vom Herby, der beruflich u.a. auch mit Säuren hantiert und da nicht so ne Angst vor hat.
Respekt und Schutzmaßnahmen ja, aber keine Panik.

Chemie stellt mich des öfteren vor Rätsel.
Wenn ich dich aber richtig verstehe muss es erst oxidiert sein damit es sich auflösen kann. Aber jede Säure oxidiert doch Eisen, oder nicht? Wer sagt denn der Säure dass es sich beim Sattel zurück halten soll?

Ich bin überzeugt, dass der TE bereits den Hammer geschwungen hat, aber wenn er darin so routiniert ist wie ich in Chemie kann ich dir gleich sagen dass das nichts wird.

blödsack (übrigens ein tller Nick 😉) stell Dir vor, es gibt Leute, die haben sogar Erfahrung mit so was.😉 Schonmal auf die Seite vom Sammler geguggt? Ist einen Blick speziell für Dich wert.
Ich kann Dir nur sagen, dass ich fast alle meine Metallteile mittlerweile schalle um sie sauber und rostfrei zu bekommen. Chemiker bin ich keiner, aber immerhin habe ich eine fundierte Ausbildung geniessen dürfen, die es mir erlaubt, an den Erfolg dieser Methode zu glauben.
Bevor ich mich aber in endlose Vorträge über eine durch Säure entfernte Oxidschicht versteige, werd ich die Sättel vom Twin einfach nehmen, aufhübschen und ihm so übergeben, dass er keine angst um Leib und Leben haben muss. Ist das nicht ein guter Plan?😉

Zitat:

Original geschrieben von blödsack


Wenn ich dich aber richtig verstehe muss es erst oxidiert sein damit es sich auflösen kann. Aber jede Säure oxidiert doch Eisen, oder nicht? Wer sagt denn der Säure dass es sich beim Sattel zurück halten soll?

Oxidation bezeichnet ja bekanntlich die Abgabe von Elektronen, das bedeutet, daß man diesen Begriff weiter fassen muß und kann.

Wenn ich Eisen in Salzsäure auflöse, dann handelt es ist per definitionem auch um eine Oxidation, auch wenn dabei kein Sauerstoff im Spiel ist.

Man kann also Metalle auch ohne den Umweg der Oxidation durch Sauerstoff auflösen.

Meistens lösen sich Oxide aber leichter/schneller auf als das reine Metall, nicht immer.

Ob sich etwas auflöst, hängt aber auch vom Auflösungsvermögen ab - logisch.

So bildet Eisenoxid mit Phosphorsäure quasi unlösliches Eisenphosphat, was auch als Rostschutz (Rostumwandler) genutzt wird.

Wenn man also den Sattel jahrelang in der Säure läßt, dann bleibt auch nicht viel davon übrig.
moppedsammler hat mal vor geraumer Zeit ein Bild von einem Teil (aus Aluminium) hier eingestellt, welches er in einem Zitronensäurebad "vergessen" hatte.

Ohne den Thread jetzt kaputtreden zu wollen nur noch ein paar ganz kurze Frage in eigener Sache (außerdem scheint das ursprüngliche Thema schon so gut wie abgehakt zu sein), weil grad ein paar Chemie-Checker mit zu lesen scheinen.

1. Oxidieren wirklich alle Säuren (Eisen-)Metalle oder können sie auch anderweitig angegriffen/zersetzt werden?
2. Wenn auch Phosphorsäure Metall oxidiert bevor sie es zu Eisenphosphat umwandelt [?reduziert?], dann wird doch beim Rostschutzwandler zwar bestehendes Oxid in stabiles Eisenphosphat umgewandelt, gleichzeitig aber auch Fe oxidiert? Produziere ich damit etwa zwangsläufig Rost?

😰

3. Was passiert mit Alu in Säure? Sollte dabei nicht stabiles und (irgendwie) wünschenswertes Aluminiumoxid entstehen, dass als Passivschicht das Aluminium schützt?

Zitat:

Original geschrieben von blödsack


3. Was passiert mit Alu in Säure?

Es löst sich auf. Dazu reicht leichte Zitronensäure. Ich habe mal einen Benzinhahn drin vergessen. Nach vier Wochen habe ich ihn wiedergefunden, war nur noch die Hälfte da.

Aluminium oxidiert gerne im Meerwasser. Damit werden ganze Schiffsrümpfe und Riggs geschützt. Aber Salzwasser ist eine Lauge.

Wäre es eine Säure, wäre Wilfried Erdmann mit seiner bei Dübbel und Jesse gebauten Aluyacht kaum rund um die Welt gesegelt.

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