Bora verbraucht viel Öl bei hohen Drehzahlen
Hallo zusammen!
Ich habe bei meinem Bora** das Problem, dass er sich auf der Autobahn, also bei höheren Drehzahlen, reichlich Öl gönnt. Wie viel genau, kann ich nicht sagen, aber es sind so in etwa 3-4L auf 1.000km.
Mir ist das lange nicht aufgefallen, denn das Auto wird sonst fast nur in der Stadt bewegt und hier liegt der Verbrauch bei etwa 0,5L auf 1.000km, was laut meinen damaligen Internet-Recherchen bei dem Auto völlig normal sein kann.
Auslaufen tut das Öl definitiv nicht (alles trocken), es wird verbrannt. Schwarze Wolken aus dem Auspuff habe ich nur, wenn ich ihn ihm Stand auf 3.000-4.000 Umdrehungen bringe, oder nach längerem Ausrollen lassen wieder etwas kräftiger Beschleunige (dann aber nur kurz ein Wölkchen). Dazu muss das Auto aber richtig schön warm gefahren sein, nach 15km normalem Stadtverkehr qualmt da noch nix.
Woran kann das liegen?
Kopfdichtung vermute ich nicht. Kühlwasser wird nicht weniger, sieht normal aus und riecht auch normal.
Vom Vorbesitzer war noch 5W30-Motoröl drin. Auf Anraten eines befreundeten KFZ-Meisters und meiner Werkstatt habe ich jetzt einen kompletten Ölwechsel auf 10W40 gemacht (Ob das am Verbrauch etwas geändert hat, weis ich nicht, da mir im Moment die Zeit fehlt, einfach mal ein paar hundert Kilometer Ab zu fahren).
Mein Bekannter vermutet die Ventilschaftdichtungen, die ich jetzt auch wechseln lassen würde.
Oder spricht irgendetwas für eine ganz andere Ursache?
**
1,6L, 74KW, Automatik
140.000km, Benziner
Motorkennbuchstabe APF
Beste Antwort im Thema
Öl ist ein heißes Thema; das wurde schon in verschiedenen Threads, vor allem aber im Hauptölthread heiß diskutiert.
Um das für Dich und Deine Fragen wesentliche zusammenzufassen:
- Die meisten Fahrzeuge sterben letztlich an etwas anderem als am Öl, daher sind die Erfahrungen Deines Freundes und Deiner Mutter nicht unglaubwürdig. Aber: Schlechtes Öl verwenden oder Öl nicht ordentlich wechseln ist wie Rauchen. Es muss bis auf weiteres nichts passieren, aber man erhöht gleich eine ganze Palette an Risiken (neben dem Motor etwa auch für Steuerkette und Turbolader, natürlich nur soweit vorhanden).
- Öl regelmäßig wechseln ist das allerwichtigste. Besser schlechtes Öl regelmäßig wechseln als gutes Öl fahren, aber überaltern lassen. Vermutlich machen Deine Bekannten zumindest dies richtig.
- Auch wenn man keine Schäden zu beklagen hat, zahlt man bei schlechtem Öl an anderer Stelle drauf: Beim Kraftstoff. Zum einen, weil Verschleiß im Motorbereich (Abtragung der Honung) zu mehr Reibung im Motor führt. Zum anderen, weil zäheres Öl in der Kaltstartphase den Verbrauch erhöht und sogar im Winter das Anlassen des Fahrzeugs erschweren kann. Gerade Deine Mutter, die ja anscheinend nur Kurzstrecke fährt, so dass das Öl nie richtig warm wird, legt auf diese Weise Häppchen um Häppchen das am Öl gesparte Geld in der Tankstelle auf die Theke.
- Das mit dem möglichst zähen Öl für ältere Fahrzeuge ist ein weitverbreitetes, aber dennoch falsches Gerücht, sofern wir nicht von Motoren aus den 70er Jahren reden. Bei der SAE-Klasse wie z.B. 10W-40 bezeichnet die 10 die Viskosität (Zähigkeit) in kaltem und die 40 in betriebswarmem Zustand. Bedeutet im Klartext: Warmgefahren sind 10W-40 und 0W-40 gleich dünnflüssig. Nur kalt, also dort, wo jedes (!) Öl tendenziell zu zähflüssig ist, so dass man den Motor nicht weit hochdrehen sollte, dort ist Dein 10W-40 sogar noch zähflüssiger als ein 5W-40 oder gar 0W-40. Erschwerend kommt hinzu, das fast alle 10W-40 mit vergleichsweise minderwertigen Additivpaketen ausgestattet sind, was man an den jeweiligen Herstellerfreigaben erkennen kann. Es ist fast unmöglich, ein 0W-40 oder 5W-40 mit schlechteren Freigabenormen als denen eines beliebigen 10W40 oder gar 15W-40 zu kaufen.
- In der Kfz-Mechanikerausbildung wird das Thema Öl sehr stiefmütterlich behandelt. Die Meister-Zusatzqualifikation hat eher betriebswirtschaftliche Schwerpunkte. Das hat zur Folge, dass das durchschnittliche Ölwissen in den Werkstätten erbärmlich schlecht ist und viele der dortigen Überzeugungen auf Gerüchten und Hörensagen beruhen.
28 Antworten
Zitat:
Original geschrieben von Slayer16
Hast du gelesen (und verstanden) was die in den Posts vorher steht 😕Zitat:
Original geschrieben von pharmadata
Nimm bloß kein 0W-40 ....im Sommer ist das so dünn das der Motor nicht mehr richtig geschmiert wird.
10W-40 für den Sommer und 5W-40 für den Winter.
Dünnes Öl das plötzlich dicker wird ?
Absolut pauschalisierte Aussagen. 100 Grad an den Kolbenringen und dann kommen plötzlich "relevante Stellen". Da hat sich jemand sein Auto-Welt-Bild zurechtgelegt.
So viele unterschiedliche Motoren und Fahrprofile......wenn du Recht hättest gäbe es gar kein 10W-40 mehr.
Zitat:
Original geschrieben von pharmadata
Dünnes Öl das plötzlich dicker wird ?
Du hast es also nicht verstanden.
Wenn du Recht hättest, gäbe es garkein 0W40 mehr. Damit werden die Motoren im Sommer ja nicht mehr richtig geschmiert.
Ist also wohl ein reines Winteröl für Sibirien oder wie darf man das verstehen? 😁
Zitat:
Original geschrieben von pharmadata
Dünnes Öl das plötzlich dicker wird ?
Absolut pauschalisierte Aussagen. 100 Grad an den Kolbenringen und dann kommen plötzlich "relevante Stellen".
Schau dir bitte das verlinkte Diagramm an.
Nichts wird "plötzlich" dicker. Der GRADIENT (oder für Realschul-Mathe: "die Steigung"😉 im Temperatur-Viskositäts-Verlauf ist bei dem Öl mit geringerem Viskositätsindex (erkennbar an der geringeren Differen von erster und zweiter Zahl der SAE-Viskositätsangabe) größer.
An den Kolbenringen herschen DEUTLICH über 100 Grad, deshalb ist dort ein 0W40 immer im Vorteil.
10W40 oder sogar 15W40 darf es ruhig geben, ein einfacher Motor geht daran nicht kaputt, auch damit können bei regelmäßigem Wechsel Motoren lange halten. Es ändert aber nichts dran, dass mit einem 0W40 die Schmierung vor allem der Bereich wo es wirklich heiß wird, besser ist.
Und wo bitte sind "pauschalisierte Aussagen"?! Das ist ein bisschen Mathe und ein bisschen Physik...
pharmadata, Du hast die physikalischen Zusammenhänge nicht verstanden. Ist nicht persönlich gemeint. In diesem Zusammenhang darf ich Dir den Hauptölthread ans Herz legen. Wenn Du davon ein bisschen was gelesen hast, wirst Du solch einen Unsinn nicht mehr behaupten.
Ähnliche Themen
Zitat:
Original geschrieben von Hinnag
Ist also wohl ein reines Winteröl für Sibirien oder wie darf man das verstehen? 😁
Genauso kannst du das verstehen. Die Wechselintervalle von Dichtungen verkürzen sich natürlich auch.
(Aber wie ich schon sagte, das Fahrprofil und der Umgang mit dem Fahrzeug spielt in all diese Problematiken entscheidend mit rein) Das Öl, falls es nach Herstellervorschrift verwendet wird, ist viel
zu ähnlich als ob es eine so entscheidende Rolle spielen würden. Man kann es auch anders sagen:
Das teure 0W-40 zu verwenden ist rausgeschmissenes Geld...beruhigt aber das Gewissen ganz ungemein. Aber das gute Gewissen ist ja immer entscheidend für das Wohlgefühl. 😁
Werde das 5W-40 nächsten Winter trotzdem mal probieren, mal sehen ob sich die Warmlaufphase
(akustisch) verbessert, denn der Unterschied beim 10W-40 ist zwischen Sommer und Winter schon
akustisch spürbar.
Zitat:
Original geschrieben von DeathAndPain
pharmadata, Du hast die physikalischen Zusammenhänge nicht verstanden. Ist nicht persönlich gemeint. In diesem Zusammenhang darf ich Dir den Hauptölthread ans Herz legen. Wenn Du davon ein bisschen was gelesen hast, wirst Du solch einen Unsinn nicht mehr behaupten.
Wenn ich glauben würde was überall geschrieben steht, dann hätte ich jetzt einen TSI Motor mit DSG Getriebe. 😁
Zitat:
Original geschrieben von Slayer16
Schau dir bitte das verlinkte Diagramm an.
In welchem Labor erfolgte die Messung ? Geschrieben steht viel, was überzeugend dargestellt ist , überzeugt mich noch lange nicht. Es mangelt nämlich oft an der praktischen Erprobung. Wenn mein Motor seit 364.000 mit 10W-40 läuft und nie Probleme machte wozu also der
ganze Aufwand ? Damit ihr an etwas glaubt und euren Geldbeutel öffnet ? Vielleicht.....😉
Die Zahlenwerte für die Viskosität bei 40 und 100 Grad stehen in den technischen Datenblättern der Öle, gemessen von zertifizierten Prüflaboren nach DIN 51 562 oder ASTM D 445.
Die Definition des Viskositätsindex und wie sich daraus ein Viskositäts-Temperatur-Plot erstellen lässt, steht in DIN ISO 2909.
Und wie schon oben geschrieben, einfache Motoren leben auch mit 10W40 lange.
Wer letztendlich mehr den Gelbeutel öffnet (Mehrverbrauch bei Klatstart), lässt sich wohl so einfach nicht feststellen.
Zitat:
Original geschrieben von pharmadata
In welchem Labor erfolgte die Messung ? Geschrieben steht viel, was überzeugend dargestellt ist , überzeugt mich noch lange nicht. Es mangelt nämlich oft an der praktischen Erprobung. Wenn mein Motor seit 364.000 mit 10W-40 läuft und nie Probleme machte wozu also derZitat:
Original geschrieben von Slayer16
Schau dir bitte das verlinkte Diagramm an.
ganze Aufwand ? Damit ihr an etwas glaubt und euren Geldbeutel öffnet ? Vielleicht.....😉
Es mangelt also an er praktischen Erprobung? So, so.... Ich denke das die Kollegen aus Affalterbach und Zuffenhausen das zu genüge erprobt haben ob ihre Motoren bei sommerlichen Temperaturen noch geschmiert werden. Die geben nämlich auf z.B. das 0W-40 von Mobil eine Freigabe😰....
Nur mal so als kleiner Einwurf 😁
Gruß
Sascha, der ebenfalls 0W-40 einfüllt und das bei einem Treckermotor wie dem AZJ 😰
Zwischenstand:
Schaftdichtungen sind neu. Die alten waren definitiv hinüber. Ob sich am Ölverbrauch etwas geändert hat, kann ich nicht sagen, so viel bin ich noch nicht gefahren. Allerdings qualmt es ausm Auspuff genau wie vorher 😠
- im Stand auf 5-6k hochdrehen -> fette schwarze Wolken
- Auto ausrollen lassen und dann aus niedriger Drehzal heraus wieder Gas geben -> (meistens) schwarze Wolke hinter mir
Wie schon gesagt, das Auto muss dazu richtig schön warm gefahren sein. Vorher sieht man keine Wolken.
Kurz nach der Reparatur kann es sein, dass der Kat und die Schalldämpfer noch mit Öl "getränkt" sind, das bei hohen Temperaturen rausgeblasen wird. Also noch nicht die Hoffnung aufgeben 😉.
Erstmal abwarten und Ölverbrauch beobachten.
Tja... Was ist draus geworden...
Am Ölverbrauch hat sich nichts geändert. Kolbenringe waren hinüber. Habe mich zu der doch recht aufwändigen Reparatur durchgerungen und durch einige weitere Kleinigkeiten, die noch dazu kamen, 1200€ gelatzt. Danach war Ruhe, zumindest in Sachen Öl.
Keine 10.000km später hat sich das Automatik-Getriebe verabschiedet und somit habe ich mich vom Bora verabschiedet.
Oh ha dann haste wohl voll in die sch... gegriffen.
Ich hab voherige Woche die Kupplung neu gemacht und das Getriebeöl gewchselt.
Heute den Wagen zum bekannten Kfz-Meister gegeben und er zerlegt den bis er den Fehler gefunden hat.... Hoffe mal das es "nur" die Schaftdichtung oder der Ventilführungssitz ist.
Gruß und allzeit gute Fahrt 🙂😉