BMW baut Motoren aus Frankreich ein
Hallo!
Folgende Meldung lese ich gerade:
"Der Autobauer BMW bricht mit einer eisernen Regel: Künftig sollen auch Motoren, die nicht von dem bayerischen Unternehmen entwickelt und produziert wurden, ein BMW-Modell antreiben.
Zusammen mit dem französischen PSA-Konzern (Peugeot, Citroën) haben die Bayern nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" eine neue Familie von Vierzylindermotoren konstruiert... Der BMW-Vorstand fürchte mittlerweile aber nicht mehr, das Image der Marke könnte durch den Einsatz eines Motors aus Frankreich leiden."
Was meint ihr dazu? Gehört der Motorbau im Zuge der Globalisierung nicht mehr zur Kernkompetenz oder leidet das Image, wenn in zukünftigen Modellen BMW draufsteht und Peugeot drin ist?
Gruß
der cobold
48 Antworten
Aber die genannten Motoren/Ingenieurskünste sind keineswegs schlecht. Es ist doch für PSA kein Problem, mit seinen Dieseln die Leistungsklassen, die in aktuellen BMW-Modellen zur Verfügung stehen, abzudecken. Von der möglichen Laufleistung unterscheiden sie sich ebenfalls nicht. Mehrere hunderttausend km sind auch bei Peugeot-Dieseln kein Problem. Der Preis eines Autos richtet sich hauptsächlich nach dem Image sowie der Ausstattung/Innenraumanmutung eines Modells.
Ich dachte eigentlich, es gäbe kaum noch Fahrer, die der Überzeugung sind, ihr Auto sei besser, weil es 15.000 € mehr kostet. Dies gehört einfach zum Image, bzw. ist Propaganda/Begründung der Premiumhersteller für ihre Preisgestaltung. Beste Beispiele in Sachen "bezahlbare Zuverlässigkeit" bieten ja immer noch die Japanischen Hersteller. Durch die Erfindung der Marke Lexus ist es Toyota ja mittlerweile ebenfalls gelungen, seine Hausmannskost zu Premiumpreisen zu verticken.
Ob unsere heutigen Fahrzeuge wirklich "preiswert" im eigentlichen Wortsinn sind, bleibt dahingestellt. Auch, ob es den selbsternannten Qualitätsansprüchen genügt, bei deutschen Premium-Fahrzeugen leicht 20% osteuropäische Billig-Teile einzusetzen, jedoch weiterhin den Preis für den Qualitätsanspruch zu zahlen.
Aber leider (oder zum Glück) gilt dies für SÄMTLICHE Konkurrenten, egal welcher Herkunft oder Klasse - häufig sogar bei deutlich stärkerer Ausprägung.
Die derzeitigen selbsternannten Premium-Fahrzeuge der Mittel-, Ober- und Luxusklasse beider Herstelller (BMW und MB) stellen fast durchgängig die technisch wie qualitativ besten Erzeugnisse dar. Ob es den aus der Modeindustrie bekannten Markenaufschlag wirklich gibt, lässt sich schwer erfassen. Ich kann nur sagen, dass beide Hersteller trotz (präziser gesagt: wegen) Ihres Images deutlich geringere Marketing-Ausgaben als z.B. der PSA-Konzern besitzen, bei denen man z.B. in Deutschland leicht einen vierstelligen Mehrpreis für Marketing ausgibt!
Es ist eben (noch) nicht die Modeindustrie, welche sich allein durch Image differenziert, ein BMW 3er/5er mit Reihensechser ist tatsächlich ein technisch völlig anderes Fahrzeug als ein Renault oder Peugeot und nicht einfach ein 0815-Gefährt mit entsprechendem Emblem (trotz der angesprochenen Standardkomponenten aus Billigfertigung).
Den technischen Standard von BMW z.B. in der Motorenentwicklung hinkt man einfach deutlich hinterher - so etwas wie einen Mg/Al-Motorblock kann man technisch einfach nicht realisieren - begründet durch weniger Erfahrung, deutlich geringere F&E-Ausgaben und eine primitivere Produktphilosophie mit profaneren technischen Ansprüchen.
Ob dies einem persönlich der Mehrpreis wert ist, muss jeder für sich entscheiden. Evtl. qualitative Differenzen allerdings einfach zu ignorieren, gefährdet fast 200.000 High-End-Arbeitsplätze (MB + BMW) hier in Deutschland, die es mit einer technischen Gleichschaltung (z.B. Einbau von PSA-Standard-Triebwerken) nicht mehr in diesem Umfang geben würde! Ein sozialer und langfristig vor alllem technisch/qualitativer Verlust! Die Weichen wurden schon eingeschlagen, gewisse Komponenten sind nur noch in minderwertiger Qualität erhältlich - jetzt liegt es am Kunden, SOFORT derartige Markenverblendungen zu boykottieren - denn sonst gibt es wirklich nur noch einen PSA mit BMW-Emblem zum BMW-Preis...
ich finde es überhaupt nicht schlecht, dass BMW/Mini mit Peugeot kooperriert. Eher im Gegenteil. Der alte Mini Cooper S (163ps) verbrauchte 8.4 Liter kombiniert. Der neue S verbraucht trotz der besseren Fahrleistungen nur 7.1 Liter. (Gleicher Motor wie im Peugeot 207 RC).
Zitat:
Original geschrieben von Beamer95
Also bei mir fängt die Freude am Fahren erst mit 6 Zylindern an.
Schon mal einen E30 M3 mit Airbox und Alpha-N gefahren 😁?