Betrug bei Reparatur / TÜV
Schönen guten Tag Ihr Lieben ^~^
Da ich mich eigentlich nicht mit Autos auskenne bin ich natürlich neu hier 😁 Ich habe aktuell ein großes Problem wegen Verdacht auf Werkstattbetrug und vielleicht könnt Ihr mir weiterhelfen. Eine etwas längere Geschichte, aber es geht um folgendes:
12.03.2025 (Mittwoch): Info Autoanzeige dass Batterie nicht geladen wird.
Nachmittags zur Ausweich-Werkstatt gefahren und die Bestätigung von ZWEI Mitarbeitern erhalten: ja die Batterie ist hin (der Freundliche ist leider krank)
Am nächsten Morgen einen Anruf vom Werkstatt Inhaber bekommen: ist nicht nur die Batterie, sondern auch die Lichtmaschine und ja Öl verliert er auch heftig, Ölfiltergehäuse muss ersetzt werden. Und der Keilriemen sei porös.
Da der Wagen im April sowieso neuen TÜV benötigt, habe ich gesagt gut. Dann lasst den bei euch stehen und macht ihn TÜV bereit und eine Motorwäsche. Wenn es passt, gleich noch Scheckheft mit. Mehr als 1.000 € will ich eigentlich nicht ausgeben, aber 1.500 sind die absolute Grenze. Bei allem darüber hinaus bitte Bestätigung abholen.
Am 18.03.2025 (Dienstag) kam dann die Nachricht: Sie haben jetzt alle Teile bestellt, mit Service und TÜV liegen sie 500 € über dem Budget (also bei insgesamt 2.000 €). Man vertraut ja einer Werkstatt und dumm wie ich war, habe ich natürlich gesagt ok, wenn er dann TÜV hat und wieder in Schuss ist dann macht das jetzt.
Am Nachmittag dann der Anruf: Sie haben alle arbeiten erledigt, aber TÜV (KÜS Prüfer) hat er nicht bekommen
Als ich dann den Wagen abgeholt habe wurde erstmal ein Kostenvoranschlag von weiteren 2000 € präsentiert. Für alle Reparaturen welche der TÜV bemängelt hat (Bremsscheiben, Stoßdämpfer hinten, Motor ölfeucht, Gelenkstange vorne).
Nach Sicht der Rechnung wurde auch nicht, wie beauftragt, dass Ölfiltergehäuse gewechselt und auch keine Motorwäsche gemacht. Scheckheft dafür (angeblich) komplett 4 Seiten lang.
Natürlich habe ich nicht der weiteren Reparatur zugestimmt, wovon der Werkstattmitarbeiter aber definitiv ausgegangen ist (hatte ein ordentliches Grinsen im Gesicht). Nach Rückfrage wie so etwas sein kann, dass der Wagen bei Ihnen steht um TÜV bereit gemacht zu werden und dann eine Seite Mängel angegeben werden kam nur die Antwort: Bin ich TÜV?
Eine weitere Sache war auch dass die mittlerweile bei 2.092€ angelangte Rechnung entweder sofort in Bar oder mit Karte gezahlt werden musste, sonst wolle man das Auto nicht rausrücken.
Nach Durchsicht alter Rechnungen ist dann noch aufgefallen, dass der Keilriemen erst vor 30.000 km gewechselt wurde. Eine andere Werkstatt hat sich den Wagen nachträglich jetzt auch noch angeschaut und hier kann, ohne den Ausbau, tatsächlich nicht bestätigt werden dass die Lichtmaschine, wie auf der Rechnung angegeben, wirklich neu ist. Auch die vom KÜS genannten Mängel konnten auf den ersten Blick erkannt werden, hätten also der vorherigen Werkstatt auffallen müssen.
Daher meine Frage an euch: lohnt es sich hiermit zum Anwalt zu gehen? Damit mein Wagen TÜV bekommt muss ich jetzt noch mindestens 1.500€ in die Hand nehmen. Hat hier die Werkstatt mit Absicht alles mögliche und unnötige zuerst gemacht nur um eine weitere Rechnung zu stellen? Denn das wäre dann ja schon Betrug (von den vielleicht nicht getauschten Ersatzteilen mal abgesehen).
Mein kleines BMWchen ist von Oktober 2005 und hat 140.000 km drauf. Sollte also noch ein weilchen fahren. Trotzdem sind 3.000 - 4.000 € Reparaturkosten auf einmal extrem heftig.
Schonmal vielen Dank für die Hilfe und das "zuhören" / lesen ^~^
Ganz liebe Grüße, Lina
5 Antworten
Hallo Lina,
keine schöne Geschichte. Grundsätzlich, man kann der Werkstatt gegenüber keine Ansprüche auf TÜV stellen es sei denn man geht dieses Thema anders an - insbesondere bei älteren Fahrzeugen!
Und zwar stellt man dem Prüfer das Fahrzeug direkt vor ohne vorher eine Werkstatt zu beauftragen, erhält dann im Falle keinen TÜV geht man mit der Mängelliste zur Werkstatt und lässt die Mängel beseitigen. Die Nachprüfung beim TÜV kostet zwischen 15€ und 30€ und der Fall ist Kostengünstigt erledigt.
Bevor du jetzt Geld für einen Anwalt und sogar Gutachter in den Ring schmeißt würde ich lieber versuchen das Auto flott zu bekommen. Vermutlich wird man das Thema schon auf vertraglicher Ebene abschmettern, dann bleibst du auch noch auf den Anwaltskosten sitzen. Es sei denn Du hast eine Rechtschutzversicherung?
Die Lichtmaschine ist beim E87 eigentlich gut einsehbar, man erkennt eigentlich relativ schnell ob es sich um ein neues Bauteil handelt, zumindest als Mechaniker. Ölfiltergehäuse wäre zumindest Original und neu relativ teuer, Erfahrungsgemäß liegt es aber zu 95% nur an der Dichtung welche keine 20€ kostet. Unbedingt ein Auge auf die Ventildeckeldichtung und Vakuumpumpe werfen, auch hier hat man öfter mal mit Ölverlust zu kämpfen. Der TÜV-Bericht, insbesondere die konkreten Mängel wären interessant. Darf man Fragen aus welcher Ecke Deutschland du kommst?
Am besten erstmal Ruhe bewahren und keine voreiligen Entscheidungen treffen!
Liebe Grüße - Jürgen
Hallo Jürgen,
vielen Dank für die Antwort. ich komme aus Bayern Richtung Augsburg. Ich kenne es tatsächlich nur so dass ich der Werkstatt eben Bescheid gebe dass TÜV gemacht werden soll. Da heißt es dann drüber schauen ob alles passt - wenn nicht Bescheid geben. Es gab halt einfach keine Info von der Werkstatt und als seriöse Wekrstatt stelle ich das Auto ja nicht beim TÜV vor wenn ich schon weiß das wird nichts (vorallem wenn der Kunde vorher gesagt hat dass man eben Prüfen soll ob es Mängel gibt die der TÜV aufschreiben würde).
Die Lichtmaschine wurde vorne ein wenig sauber gemacht - also draussen war Sie auf jeden Fall. Doch hinten ist diese so dreckig als wäre Sie schon Jahre in dem Auto. Und da die Werkstatt eine neue für 450€ berechnet hat ist das schon sehr auffällig. Die neue Werkstatt hat im übrigen direkt gesehen dass die Vakuumpumpe undicht ist. Die alte die so viel berechnet hat, hat hier überhaupt nichts zu gesagt (da kam eben die Aussage vom Meister es liege einzig und allein am Ölfiltergehäuse).
Normalerweise würde ich es auch einfach als "Pech gehabt, geh ich nicht nochmal hin" sehen, aber da ich schon 2100€ bezahlt habe (Lichtmaschine, Keilriemen, Batterie und Scheckheft) und jetzt wahrscheinlich nochmal 1.500€ oder sogar mehr dazu kommen und der Verdacht besteht, dass die erste Werkstatt eben Dinge berechnet hat die garnicht gemacht wurden, bin ich schon etwas sauer und frage hier nach ob jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat 😁
Die erste Werkstatt hat von mir im Übrigen einen schriftlichen Auftrag erhalten von welchem 2 Aufgaben nicht erledigt wurden. Scheckheft sollte nach Dringlichkeit / Notwendigkeit gemacht werden WENN es ins Budget passt. Hierfür wurden dann knapp 700 € berechnet.
Bin halt einfach auch gestresst, denn mal eben 4.000€ fürs Auto zu haben ist nicht wenig
Liebe Grüße, Lina ^~^
Hallo Lina,
wie du siehst nutzen einige Werkstätten das aus, daher empfehle ich mittlerweile erst den Weg zum Tüv weil man immer öfter über solche Vorfälle stolpert. Leben ebenfalls in Bayern und muss zugeben gerade hier sind einige "Banditen" und schlechte Beispiele unterwegs 🙂
Natürlich ist es ärgerlich wenn Werkstätten versuchen den Kunden über den Tisch zu ziehen - was ich aber eigentlich sagen wollte - die Werkstatt sitzt am längeren Hebel. Ohne Gutachter bewegt sich hier nichts und diese Kosten entstehen zusätzlich zu jenen welche der Anwalt veranschlagt. Beim Wechsel der Lichtmaschine wird der Keilriemen immer mit gewechselt oder zumindest sollte man das so machen.
Ich kenne einige Fälle welche ähnlich sind, keiner davon ist mir jedoch mit positiven Ausgang bekannt. Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und behaupte, kein Anwalt wird eine Nachbesserung oder Reparaturen durchdrücken welche der TÜV-Prüfer bemängelt hat. Ich persönlich würde mir das gut überlegen.
Absolut verständlich, insbesondere weil das Budget vorher kommuniziert wurde. Zudem dürfte diese Summe wohl nahe des Restwerts für das Fahrzeug kommen.
Je nach Modell und Motorisierung könnte ich meine unentgeltliche Hilfe anbieten, wäre vielleicht ganz Hilfreich wenn man hierzu noch Angaben machen würde - es sei denn es kümmert sich bereits eine weitere Werkstatt um das Fahrzeug.
Hallo Lina,
sehr ärgerlich, aber abzuhaken als Erfahrung.
Werkstätten haben tatsächlich ein Pfandrecht und können Autos erst herausgeben nach Bezahlung.
Da hilft nur der schriftliche Vermerk auf der Rechnung der Werkstatt, dass ausdrücklich wegen Unstimmigkeiten nur unter Vorbehalt gezahlt wird.
Unbedingt empfehlenswert ist vor jedem Werkstattauftrag eine schriftliche Auftragsbestätigung, woraus hervorgeht, was konkret in Auftrag gegeben wird und dass bei unvorhergesehenen Mängeln unbedingt vorher Rücksprache gehalten werden muss.
Zur Auftragsbestätigung gehört auch ein Kostenvoranschlag.
Niemals solche Sätze schriftlich wie mündlich tätigen wie: 'Auto TÜV fertig machen'.
Du kannst jetzt nur noch folgendes machen, wenn die Werkstatt bei der Kfz-Innung eingetragen ist, die Schiedsstelle der Kfz-Innung schriftlich informieren mit der Bitte, die von dir kritisierten Punkte klären zu lassen.
Die Einschaltung der Schlichtung ist kostenlos.
Bei Rechtsschutzversicherung kannst du dir auch anwaltlichen Rat einholen.
Die restlichen Arbeiten zur Plakette vom TÜV, würde ich bei einer anderen Freien Werkstatt durchführen lassen, da ich in diese Werkstatt auch kein Vertrauen mehr hätte.
Über eine Suche im www kann man gute Werkstätten finden.
Bei Autobild.de gab es zB. unlängst nach Postleitzahlen geordnet, Werkstattempfehlungen von Lesern.
Ansonsten nach Empfehlungen von Freunden und Bekannten gehen.
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Ich sehe das ähnlich, wie meine Vorredner. Allerdings stelle ich mir persönlich die Frage, ob man nicht zumindest anhand eines Produktionsdatums oder ähnlichem erkennen kann, dass da kein neue Lichtmaschine rein gekommen ist. Ob das hilfreich ist, für eine Rechtsprechung zu deinen Gunsten vor Gericht, das weiß ich aber leider auch nicht.
Ich selbst habe mir auch noch nie Altteile mitgeben lassen. Vielleicht hilft das in Zukunft, um zumindest das Gemüt glücklich zu stimmen.