Beschädigung am Fahrzeug durch Vandalismus: Regresserfolg?
Hallo zusammen,
am letzten Wochenende in der Nacht von Samstag auf Sonntag hat eine Person, höchst alkoholisiert, mehrere Autos in meiner Straße beschädigt: Seitenspiegel abgetreten und anscheinend auf mehreren Autos auf der Motorhaube herumgesprungen. So auch auf meinem Auto. Die Motorhaube vorne hat eine große Delle bzw. ist eine Verschraubung / Befestigung auch leicht gelöst.
Der Täter ist aufgrund wachsamer Nachbarn, die das direkt in jener Nacht gemeldet haben, noch in derselben Nacht gefasst worden. Da ich mein Auto aufgrund mangelndes Parkplatzes nicht direkt vor meinem Haus stehen habe, habe ich die Tat direkt nicht gesehen, allerdings ein Nachbar.
Ich war schon bei der Polizei und habe Strafantrag gestellt. Der Versicherung ist der Schaden ebenfalls schon gemeldet, der Gutachter war heute auch schon da.
Ergebnis: Es wird eine komplett neue Motorhaube benötigt, alles zusmamen kostet mich der Spaß 980 Euro. Ich habe zum Glück eine Vollkaskoversicherung, die den Schaden abdeckt, allerdings mit 300 Euro Selbstbeteiligung sowie einer höhren Einstufung wegen des Schadens dann. Das heißt, selbst über die Versicherung kostet mich der Spaß mit Selbstbeteiligung + höhere Beiträge wohl so um die 400 Euro...
Der Gutachter meinte zu mir, er würde den Schaden wahrscheinlich nicht über die Versicherung repaprieren lassen, sondern privat. Was meint ihr?
Eine andere Frage: Der Täter ist bekannt, es ist der Polizei gemeldet: Die Versicherung wird ja in Regress gehen, wenn ich es über die Versicherung laufen lasse. Was aber, wenn bei dem Täter nichts zu holen ist? Kann / Muss er es dann in Raten zahlen? Werden Gegenstände bei ihm gepfändet? Sprich: Kann ich, da der Täter bekannt ist, davon ausgehen, dass die Versicherung ihn auch erfolgreich in Regress nehmen wird? Ich würde es nämlich NUR über die Versicherung reparieren lassen, wenn ich sicher weiß, dass es durch den Täter bezahlt werden würde...
Wie würdet ihr nun weiter vorgehen? Ist leider das erste Mal, das mir sowas passier,t und gerade bin ich etwas ratlos... Soll ich noch warten auf weitere Schritte, das Auto nicht über die Versicherung reparieren lassen oder doch mit gutem Glauben für den Regress über die Versicherung es reparieren lassen?
Vielen Dank im Voraus!
Grüße
36 Antworten
Eine Frage hätte ich noch an die Experten: Wie lange dauert es denn durchschnittlich, bis die Versicherung mir Bescheid geben kann, ob bei dem Täter etwas zu holen ist oder nicht? Ich würde nämlich die Reparatur nur über die Versicherung laufen lassen, wenn ich zuvor weiß, dass die Versicherung den Täter in Regress nehmen kann. und dabei auch Geld rumkommt... Aber die Versicherung nimmt den Täter ja erst in Regress, wenn sie den Schaden versucht zu erstatten.... Aber dafür muss ich es ja schon über die Versicherung gemacht haben.... Den Schaden zurückkaufen kann ich anscheinend bei meiner Versicherung so nicht...
Zitat:
@NDLimit schrieb am 25. Juni 2021 um 17:31:36 Uhr:
Du kannst über die VK den Schaden regulieren lassen und auch durchrechnen lassen, wie sich das finanziell auswirkt. Danach kannst Du in Ruhe (6 Monate nach Regulierung) überlegen, ob Du den Schaden zurückkaufst. Ist ein Rechenbeispiel.Der VS ist in dem Fall egal, wer den Schaden verursacht hat und Du musst Deine Ansprüche an den Schädiger stellen. Aber wie widelexpress schon sagte, die Chance bei solchen Kandidaten was holen zu können,ist recht gering, zumal Du ja nicht alleine Ansprüche anmelden wirst. Viel Erfolg
Ganz ehrlich: Der Typ hat ja mehrere Fahrzeuge demoliert...
Die muss er ja auch "verantworten"... Da kommen dann ggfs. je nach Schaden und Fahrzeuge Summen zusammen, die können die wenigsten einfach so aus dem Ärmel schütten können...
Ich würde zum Schrotti fahren und mir eine Motorhaube, möglichst in der Farbe besorgen, mit Rechnung/Quittung und eben diese dem Verursacher "zukommen lassen" in Verbindung mit einem netten Brief...
Mit gaaanz viel Glück und so zahlt er ja... ;-)
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Zitat:
@Noktarius schrieb am 25. Juni 2021 um 15:05:35 Uhr:
Das heißt, selbst über die Versicherung kostet mich der Spaß mit Selbstbeteiligung + höhere Beiträge wohl so um die 400 Euro...
Das kostet dich wesentlich mehr, denn die Rückstufung zieht sich über ca. 50 Jahre.
Lass dir das von der Versicherung mal ausrechenen.
Hast mal in der bucht geguckt nach einer gebrauchten in Wagenfarbe,oder ist das ein fast Neuwagen?
@windelexpress Hatte die Erstzulassung 2018, ein VW up!.... werde ich mal nachschauen, vielen Dank!!
EDIT: Ich kann ja dann, über den Anwalt, auch die Kosten zurückfordern, wenn ich beispielsweise online mir eine neue Motorhaube kaufe und sie dann von jemanden einbaue lasse?
Meinst du?
Auf den Bildern sieht man den Schaden...Dazu kommt, dass die Verstärkung der Frontklappe eingerissen ist...
Auf alle Fälle mal nen Dellendoktor drauf schauen lassen.
In dem Fall so wenig Geld wie möglich investieren, da gibt es nix zurück. Auch ein Anwalt will Geld, deine VK zahlt den aber nicht. Höchstens eine Rechtschutzversicherung.
Grüße
Steini
Ich habe jetzt 35 Jahre im Regress hinter mir und kann dir nur raten, die Kosten so gering wie möglich zu halten. Vom Schädiger wirst du wahrscheinlich keine Kohle sehen und die Verfolgung deiner Ansprüche wird schwierig und teuer. Am Ende geht er in Insolvenz und du schaust in die Röhre. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Zitat:
@berlin-paul schrieb am 25. Juni 2021 um 22:28:30 Uhr:
Kannst auch fiktiv nach Gutachten abrechnen. Möglichkeiten gibt es viele.
Dann kriegt der irgendwas um die 500,- € aufs Konto und dafür die Rückstufung in den SF.
Das wäre aber ziemlich dumm.