Bei Starkregen Wasserim Fußraum Fahrerseite

Volvo V70 3 (B)

Hallo Schwarmwissen,

Zunächst eine kurze Vorstellung:
Ich, Klaus, nicht mehr der Jüngste, aus Oberbayerm, fahre seit ca 2 Jahren einen V70 III D5 2007.

Aktuell sind wir in Norwegen, es regnet seit 2 Tagen wirklich hart und jetzt steht mir das Wasser im Fußraum der Fahrerseite, soll heißen der Teppich ist sichtbar vollgesogen nass und es "quatscht".
Da es erwartbar erst morgen wieder aufhört habe ich 2 Fragen:

  1. Gibt es "schnelle Tipps" um die Ursache einzugrenzen? Ich vermute, dass irgendwelche Abläufe verstopft sind. Kann diese aber jetzt auf die Schnelle nicht lokalisieren.
  2. Spricht irgendwas gegen eine Heimreise in diesem Zustand? (ca 2000 km)

Bei meinem alten Benz haben wir einfach ein "Ablaufloch" in den Unterboden gebohrt, das trau ich mich aber ohne Hebebühne nicht, weil ich nicht weiss, was ich anbohre ;-)

Danke für Eure kurzfristige Unterstützung,

Klaus

8 Antworten

Wenn der Fußraum bereits nass ist, dann wird auch bei Bohren eines „Ablauflochs“ nicht wirklich etwas ablaufen, weil die Dämmung einfach das aufgesogene Wasser recht gut bindet. Heißt, es bleibt nass.

Nässe von außen kann an folgenden Stellen eindringen:

a) Hat dein V70 ein Schiebedach? Wenn ja, könnten die Ablauflöcher oben oder die Ablaufschläuche verstopft sein. Mit einem flexiblen Draht könntest du versuchen, die Engstelle zu öffnen - aber Vorsicht, denn bei zu starkem Druck lösen sich uU die Schläuche an den Fixpunkten oben, und dann läuft das Wasser erst recht ins Innere. Prüf erst einmal, ob du von oben in den Ablauflöchern irgend etwas siehst.

b) Hat dein V70 kein Schiebedach, kann Wasser auch oberhalb des CEM (auf der Fahrerseite) eindringen, wenn vorn im Wasserkasten die Ablauflöcher zugesetzt sind. Um das zu prüfen, müssen die Scheibenwischer von der Welle gelöst und die Verkleidung außen unterhalb der Windschutzscheibe abgenommen werden. Dann kannst du die Ablauflöcher reinigen.

c) Eine weitere Quelle können auch zugesetzte Ablauflöcher der Fahrertür sein. Dann dringt Wasser von oben durch die Schachtleisten ein (was normal ist), das Wasser staut sich in der Tür und tropft dann ins Wageninnere.

d) Es ist auch möglich, dass Regen durch offene Nähte einer nicht fachgerecht eingesetzten Windschutzscheibe eindringt. Allerdings hast du ohne Fachwerkstatt kaum eine Möglichkeit, das zu prüfen.

e) Schließlich kann es auch Kühlwasser aus einem schadhaften Wärmetauscher sein. Dann riecht das Wageninnere allerdings nach Frostschutzmittel, und die Feuchtigkeit ist dann leicht seifig.

Hab ich was vergessen? Ich meine, das sind die wahrscheinlichsten Ursachen.

Servus Kai,

erstmal DANKE!!!

Nein, kein Schiebedach!

CEM ist der Diagnosestecker links unten im Fahrerfußraum, halbe Höhe?

Ich tippe auf Dreck in der Drainage, da war nämlich massig Dreck in den Kästen und Rinnen rund um den Motorraum.

Das kann ich zuhause in der Scheune in Ruhe zerlegen und ansehen.
Wenn ich zu keinem Ergebnis komme, dann lande ich sicher wieder hier.

Jetzt hab ich von unserem Host eine Rolle Bauschutzfolie bekommen, den Elch erst mal ordentlich eingepackt, dann kommt über die Nacht wenigstens nichts neues dazu.

Und dann 2400 km im miefigen Auto nach Hause :-)

Grüße und Danke

Das CEM ist zwar nicht der Stecker (OBD-Schnittstelle), sondern die Zentralelelektr(on)ik, befindet sich aber hinter der Verkleidung auf gleicher Höhe. Dort laufen die meisten kabelgeführten Verbindungen zusammen, eben ua auch der Motorkabelbaum, der über eine abgedichtete Durchführung im fahrerseitigen Wasserkasten geführt wird und dort von oben ins CEM eingesteckt ist. Wenn an dieser Stelle die Dichtung nicht mehr richtig schließt, kann Wasser ins Wageninnere eindringen, und dann auch das CEM beschädigen (Wasser + Elektronik = unschön).

Schau doch einmal nach, ob du die Verkleidung außen unterhalb der Windschutzscheibe auf der Fahrerseite etwas hochbiegen kannst, um mal darunterzuschauen. Auf der Beifahrerseite geht das nämlich (in Grenzen).

Bei mir war es hinter der Verkleidung der A Säule vorne links der Ablaufschlauch vom Schiebedach, der sich vom 90 Gtad Kunststoffrährchen, das nach aussen Entwässerung, gelöst hat, da der Schlauch über die Jahre etwas geschrumpft ist. Meine Lösung: Schlauch kräftig erwärmen und in die Länge ziehen. Ich habe den Schlauch dazu nicht ausgebaut.

Das hat dann den fehlenden Zentimeter gebracht.

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Der V70 des TE hat kein Schiebedach.

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Hallo Kai,

nach der eingehenden Untersuchung hier mal mein Status.
In den Wasserkästen gibt es keine "Ablauflöcher " sondern "Kanäle" mit Rückschlagklappen.

Diese Klappen waren scheinbar wie "angepappt".

Ich hab sie jetzt wieder gangbar gemacht und mit Wollwachs gegen weiteres Verkleben behandelt.
Den Kasten auf der Fahrerseite hab ich nur gereinigt, nicht raus genommen, das war mir für heute zuviel Arbeit, da muß wohl das ganze Wischergestänge raus.
Die Abläufe unter den Kästen sind derart geräumig, da kann ich mir nicht vorstellen, dass was verstopft ist, oder?
Gruß aus Jena
Klaus

Ja, das ist möglich, dass diese Löcher mit Klappen gesichert sind. Es ist schon eine Weile her, dass ich die Verkleidung abgenommen hatte.
Wenn du sicher gehen willst, schiebe vorsichtig eine flexible Stange von oben hinein. Pfeifenreiniger oder so etwas sollte gut gehen. Oder du schüttest etwas Wasser hinein, dann siehst du ja, ob es unten wieder abläuft ohne sich zu stauen.

Das Wischergestänge ist übrigens nur mit 2 10mm-Schrauben gesichert und dann noch auf der Beifahrerseite eingesteckt (und elektrisch verbunden, klar), das ist schnell entfernt und wieder montiert.

Die Klappen sind i.d.R. nicht gegen aufsteigende Flüssigkeit, sondern dämmen gegen Motorgeräusche, Fahrgeräusche, Luftzug etc.. Obere Mittelklasse eben.

Eigentlich kannst Du sie abschneiden, Du wirst keinen Unterschied bemerken. Ausser dass Du eine weitere potentielle Fehlerquelle beseitigst.

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